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Red Light News
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TA 17.08.2020
Landratsamt untersagt Swinger-Party in Ohrdruf

Eine geplante Tanzparty mit sechs DJs und mehreren hundert Gästen musste abgesagt werden. Der Saunaclub darf aber öffnen.

Das älteste Gewerbe der Welt hat es in Corona-Zeiten hart getroffen. Bordelle sind seit Monaten geschlossen. Das gilt auch für Swinger-Clubs. Wie könne es sein, dass in Ohrdruf im Club Dreamland eine sogenannte Dance-Party mit sechs DJs und fast 500 Gästen stattfinden könne? So heißt es in einem anonymen Schreiben, das in der Redaktion eingegangen ist. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Unbeeindruckt von einem Verbot einer anderen Veranstaltung vor wenigen Wochen dort, sei für Samstag, 22. August, für eine nächste, größere Party geworben worden. Mehr als über 250 Teilnehmer hätten sich angemeldet, teilten der oder die namenlosen Absender auch der Stadtverwaltung Ohrdruf mit.

„Wir haben reagiert und das dem Landratsamt gemeldet“, sagt Ohrdrufs Bürgermeister Stefan Schambach (SPD) auf Nachfrage unserer Zeitung. Inzwischen ist der Swinger-Fete von amtlicher Seite ein Riegel vorgeschoben worden. Die auf Internetplattformen beworbene Sommernacht-Pool-Party sei angesichts ihrer Ausgestaltung (Tanzflächen, DJs) unter anderem als Tanzlustbarkeit und Diskothek anzusehen. Gemäß Paragraf sieben der aktuellen Verordnung sei das untersagt. Es könne keine Genehmigung erteilt werden, erklärt der Kreis.

Party um mehrere Monate verschoben

Selbst Landrat Onno Eckert (SPD) ging vergangene Woche während einer öffentlichen Podiumsrunde zum Thema Corona-Pandemie und ihren Folgen auf den Club im Ohrdrufer Gewerbegebiet und dessen geplante Groß-Veranstaltung ein. „Es gibt Dinge, die gehen eben nicht“, sagte er und nannte explizit „Saunaclubs in der Grauzone der Legalität“. Deshalb sei es unterbunden worden, auf einer Party mit 500 Leuten zu tanzen, gewünscht: Bitte Oberkörper frei!

Der Kreis habe sofort reagiert, den Betreiber angeschrieben und angehört. Urplötzlich sei die Party um ein Jahr verschoben worden, so Adrian Weber, Pressesprecher des Landratsamtes. Auf der Dreamland-Mailbox wird nur auf die Öffnungszeiten der Sauna an mehreren Tagen der Woche hingewiesen.

Da das umzäunte Areal aber auch als Saunaclub firmiert, der wiederum nicht generell untersagt ist, gibt es keine generelle behördliche Anordnung zur Schließung der Einrichtung. Der Betreiber sei darauf hingewiesen worden, derzeit keine Swinger-Angebote vorhalten zu dürfen, erklärt Weber weiter.

Bei Infektionsgeschehen lokal reagieren

Alles andere, was halbwegs geregelt sei und wenig bis gar keine Ansteckungsgefahr berge, genehmige das Landratsamt. Es müsse die Möglichkeit haben, bei Infektionsgeschehen lokal zu reagieren, sagt Eckert zum Spielrahmen.

Wie schwer es ist, den einzuhalten, verdeutlichte Anfang Juli der Rock am Rennsteig mit mehr als 500 Besuchern. Im sozialen Medien gab es einen Aufschrei, weil das Spektakel genehmigt worden war, andere, weil sie sich angeschwärzt fühlten. „Die Veranstaltung wurde auf Basis des Antrags und des Hygienekonzepts genehmigt“, sagt Sprecher Weber. Er verweist darauf, dass Veranstalter Infektionsschutzkonzepte vorhalten müssen und grundsätzliche Hygienevorkehrungen beschreiben (Auslegung der Räume auf die Personenzahl, der Belüftung des Veranstaltungsortes).

Und: Sie müssen mit Kontrollen des Vollzugsdienst des Landkreises rechnen. Bei Verstößen könne es empfindliche Strafen geben.
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