Villa Erotica 🔒 Archiv 📂
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Villa Erotica 🔒 Archiv 📂
IKZ 29.07.2022
Der Betrieb der „Villa Erotica“ in Dröschede läuft weiter, auch wenn das Gebäude zwangsversteigert werden soll. Der Mieter bleibt unbeeindruckt
Die Beschreibung klingt völlig unverfänglich. Fast langweilig. Ein frei stehendes, eingeschossiges, unterkellertes Massivhaus soll am Amtsgericht Iserlohn versteigert werden. Aber es ist nicht irgendeine Immobilie. Bisherige Nutzung: „gewerbliche Zimmervermietung“. Es geht – um die Herberge der „Villa Erotica“.
Die Versteigerung des Gebäudes mit der Anschrift Dröscheder Berg 4 ist für den 21. Oktober am Amtsgericht angesetzt. Mal wieder. In der Vergangenheit hat es bereits zwei Anläufe gegeben. Beide Male konnte der Eigentümer die Immobilie wohl noch rechtzeitig wieder auslösen und damit den Besitzerwechsel abwenden.
„Ich bin perplex!“, sagt Anja (Name geändert), die wohl so etwas wie die stellvertretende Chefin in der „Villa Erotica“ ist, als sie durch die Heimatzeitung von dem neuen Versteigerungstermin hört. Ihre Überraschung ist nicht gespielt. Einen Moment wirkt sie verunsichert. Erinnert sich dann aber schnell, dass das „schon mal der Fall gewesen ist“. Beide Male habe der Eigentümer und Vermieter aber „das Geld aufgebracht“, um den Gläubiger zufrieden zu stellen, berichtet sie. Und gewährt Einlass. Um das Gespräch nicht an der Tür fortzusetzen.
Es geht an einer offenen Tür vorbei zu einem Raum mit Sitzbänken und Schließfächern. Könnte eine Umkleide in einem Fitnessstudio sein. Oder einem Freibad. Oder einem Saunaclub.
Roter Teppichund Tanzstange
Ein Durchgang führt schließlich in einen Hauptraum mit knallrotem Teppich. An den Wänden stehen dunkelrote Sofas aus pflegeleichtem Glattleder. Oder etwas, was zumindest so aussieht. In der Mitte gibt sich eine Minirundbühne mit einer silbernen Tanzstange, die unter der Decke verankert ist, Mühe, den Raum zu füllen. Es ist Donnerstagnachmittag. Die Stange und auch die Sofas sind noch verwaist.
Anja geht auf eine Theke an der Kopfseite des Raums zu, greift zum Mobiltelefon und ruft ihren Chef an. Am anderen Ende der Funkstrecke meldet sich Yildirim Döner. Er ist kurz angebunden. „Das warten wir ab“, sagt er auf die Nachfrage, wie sein Betrieb unter dem Dach der „Villa Erotica“ mit der drohenden Zwangsversteigerung des Flachdachgebäudes umgeht. Mehr mag er, der wohl Mieter der Räume ist, nicht sagen. Er hat hörbar keine Lust, über das Thema zu sprechen. Sekunden später ist das eher einseitige Telefongespräch daher auch bereits wieder beendet.
Selbstständig -keine Angestellte
In einem Nebenraum sitzen derweil drei Damen auf dem Fußboden. Sie sind Mitte 20, vielleicht Anfang 30. Haben dunkle Haare, tragen dazu dunkle, kurze, aber nicht knappe Kleider. Sie rauchen. Helfen sich teils gegenseitig mit dem Make-up. Eine Kollegin von ihnen vertreibt sich die Zeit an einem Spielautomaten.
Ob sie mitbekommen haben, dass sich das Gespräch gerade um die Zwangsversteigerung des Ortes dreht, an dem sie ihre Arbeit verrichten? Wohl eher nicht. Sie wirken jedenfalls eher uninteressiert.
Die Damen sind keine Angestellte der „Villa Erotica“, erfährt die Heimatzeitung; sie arbeiten „als Selbstständige“. Das muss demnach die „gewerbliche Zimmervermietung“ sein. Also wohl eine Art Untervermietung. Zwischen drei und zehn Damen nutzen dafür die „Villa Erotica“.
„Der Betrieb läuft auf jeden Fall weiter“, sagt Anja. Und damit ist wohl aus ihrer Sicht alles gesagt zu dem Gerichtstermin in gut drei Monaten im Amtsgericht Iserlohn. Der Verkehrswert der Villa wird übrigens mit 250.000 Euro angegeben
Zum Artikel
.Räumen der „Villa Erotica“ droht die Zwangsversteigerung
Der Betrieb der „Villa Erotica“ in Dröschede läuft weiter, auch wenn das Gebäude zwangsversteigert werden soll. Der Mieter bleibt unbeeindruckt
Die Beschreibung klingt völlig unverfänglich. Fast langweilig. Ein frei stehendes, eingeschossiges, unterkellertes Massivhaus soll am Amtsgericht Iserlohn versteigert werden. Aber es ist nicht irgendeine Immobilie. Bisherige Nutzung: „gewerbliche Zimmervermietung“. Es geht – um die Herberge der „Villa Erotica“.
Die Versteigerung des Gebäudes mit der Anschrift Dröscheder Berg 4 ist für den 21. Oktober am Amtsgericht angesetzt. Mal wieder. In der Vergangenheit hat es bereits zwei Anläufe gegeben. Beide Male konnte der Eigentümer die Immobilie wohl noch rechtzeitig wieder auslösen und damit den Besitzerwechsel abwenden.
„Ich bin perplex!“, sagt Anja (Name geändert), die wohl so etwas wie die stellvertretende Chefin in der „Villa Erotica“ ist, als sie durch die Heimatzeitung von dem neuen Versteigerungstermin hört. Ihre Überraschung ist nicht gespielt. Einen Moment wirkt sie verunsichert. Erinnert sich dann aber schnell, dass das „schon mal der Fall gewesen ist“. Beide Male habe der Eigentümer und Vermieter aber „das Geld aufgebracht“, um den Gläubiger zufrieden zu stellen, berichtet sie. Und gewährt Einlass. Um das Gespräch nicht an der Tür fortzusetzen.
Es geht an einer offenen Tür vorbei zu einem Raum mit Sitzbänken und Schließfächern. Könnte eine Umkleide in einem Fitnessstudio sein. Oder einem Freibad. Oder einem Saunaclub.
Roter Teppichund Tanzstange
Ein Durchgang führt schließlich in einen Hauptraum mit knallrotem Teppich. An den Wänden stehen dunkelrote Sofas aus pflegeleichtem Glattleder. Oder etwas, was zumindest so aussieht. In der Mitte gibt sich eine Minirundbühne mit einer silbernen Tanzstange, die unter der Decke verankert ist, Mühe, den Raum zu füllen. Es ist Donnerstagnachmittag. Die Stange und auch die Sofas sind noch verwaist.
Anja geht auf eine Theke an der Kopfseite des Raums zu, greift zum Mobiltelefon und ruft ihren Chef an. Am anderen Ende der Funkstrecke meldet sich Yildirim Döner. Er ist kurz angebunden. „Das warten wir ab“, sagt er auf die Nachfrage, wie sein Betrieb unter dem Dach der „Villa Erotica“ mit der drohenden Zwangsversteigerung des Flachdachgebäudes umgeht. Mehr mag er, der wohl Mieter der Räume ist, nicht sagen. Er hat hörbar keine Lust, über das Thema zu sprechen. Sekunden später ist das eher einseitige Telefongespräch daher auch bereits wieder beendet.
Selbstständig -keine Angestellte
In einem Nebenraum sitzen derweil drei Damen auf dem Fußboden. Sie sind Mitte 20, vielleicht Anfang 30. Haben dunkle Haare, tragen dazu dunkle, kurze, aber nicht knappe Kleider. Sie rauchen. Helfen sich teils gegenseitig mit dem Make-up. Eine Kollegin von ihnen vertreibt sich die Zeit an einem Spielautomaten.
Ob sie mitbekommen haben, dass sich das Gespräch gerade um die Zwangsversteigerung des Ortes dreht, an dem sie ihre Arbeit verrichten? Wohl eher nicht. Sie wirken jedenfalls eher uninteressiert.
Die Damen sind keine Angestellte der „Villa Erotica“, erfährt die Heimatzeitung; sie arbeiten „als Selbstständige“. Das muss demnach die „gewerbliche Zimmervermietung“ sein. Also wohl eine Art Untervermietung. Zwischen drei und zehn Damen nutzen dafür die „Villa Erotica“.
„Der Betrieb läuft auf jeden Fall weiter“, sagt Anja. Und damit ist wohl aus ihrer Sicht alles gesagt zu dem Gerichtstermin in gut drei Monaten im Amtsgericht Iserlohn. Der Verkehrswert der Villa wird übrigens mit 250.000 Euro angegeben
IKZ 01.11.2022
Der Betrieb der „Villa Erotica“ im Iserlohner Ortsteil Dröschede kann wohl weitergehen: Die Zwangsversteigerung des Gebäudes ist abgewendet.
Ursprünglich stand das Gebäude am Dröscheder Berg Ende Oktober auf dem Plan des Amtsgerichts Iserlohn zur Zwangsversteigerung. Nicht zum ersten Mal sollte die Immobilie unter den Hammer kommen; auch zwei zurückliegende Termine waren aber am Ende aufgehoben worden.
Der Verkehrswert der „Villa Erotica“ war mit 250.000 Euro angegeben
So auch dieses Mal. Das Verfahren und damit der Termin der Zwangsversteigerung sind nach Auskunft des Gerichts durch einen Beschluss am 19. Oktober aufgehoben worden. Demnach habe „die einzige noch verbleibende Gläubigerin“ ihren Antrag zurückgenommen, teilt die Justizbehörde auf unsere Nachfrage mit. Das kann mehrere Gründe haben: Entweder hat es zwischen dem Schuldner und der Gläubigerin eine außergerichtliche Einigung gegeben, oder die Gläubigerin hat wenig bis keine Aussicht gesehen, das Gebäude soweit zu Geld machen zu können, um damit die ausstehenden Beträge annähernd begleichen zu können. Der Verkehrswert der „Villa Erotica“ war mit 250.000 Euro angegeben. Das aktuelle Verfahren ist mit dem Beschluss des Gerichts beendet.
Der Mieter der Räume des eingeschossigen, bungalowhaften Gebäudes hatte schon im Sommer gegenüber der Heimatzeitung auf Abwarten gesetzt und jetzt damit wohl Recht behalten. Er stellt die Räume den Frauen, die dort ihre Dienste anbieten, gegen Geld zur Verfügung. Deshalb war in der Beschreibung zur Zwangsversteigerung auch von einem frei stehenden, unterkellerten Massivhaus mit der Nutzung „gewerbliche Zimmervermietung“ die Rede.
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Zwangsversteigerung der „Villa Erotica“ abgewendet
Der Betrieb der „Villa Erotica“ im Iserlohner Ortsteil Dröschede kann wohl weitergehen: Die Zwangsversteigerung des Gebäudes ist abgewendet.
Ursprünglich stand das Gebäude am Dröscheder Berg Ende Oktober auf dem Plan des Amtsgerichts Iserlohn zur Zwangsversteigerung. Nicht zum ersten Mal sollte die Immobilie unter den Hammer kommen; auch zwei zurückliegende Termine waren aber am Ende aufgehoben worden.
Der Verkehrswert der „Villa Erotica“ war mit 250.000 Euro angegeben
So auch dieses Mal. Das Verfahren und damit der Termin der Zwangsversteigerung sind nach Auskunft des Gerichts durch einen Beschluss am 19. Oktober aufgehoben worden. Demnach habe „die einzige noch verbleibende Gläubigerin“ ihren Antrag zurückgenommen, teilt die Justizbehörde auf unsere Nachfrage mit. Das kann mehrere Gründe haben: Entweder hat es zwischen dem Schuldner und der Gläubigerin eine außergerichtliche Einigung gegeben, oder die Gläubigerin hat wenig bis keine Aussicht gesehen, das Gebäude soweit zu Geld machen zu können, um damit die ausstehenden Beträge annähernd begleichen zu können. Der Verkehrswert der „Villa Erotica“ war mit 250.000 Euro angegeben. Das aktuelle Verfahren ist mit dem Beschluss des Gerichts beendet.
Der Mieter der Räume des eingeschossigen, bungalowhaften Gebäudes hatte schon im Sommer gegenüber der Heimatzeitung auf Abwarten gesetzt und jetzt damit wohl Recht behalten. Er stellt die Räume den Frauen, die dort ihre Dienste anbieten, gegen Geld zur Verfügung. Deshalb war in der Beschreibung zur Zwangsversteigerung auch von einem frei stehenden, unterkellerten Massivhaus mit der Nutzung „gewerbliche Zimmervermietung“ die Rede.
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