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Marsberg
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Wortwitz

#2

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WP 31.01.2018
Anmeldepflicht geht vielen Prostituierten gegen den Strich

Prostituierte kommen der Anmeldepflicht in Südwestfalen kaum nach. Die Dunkelziffer ist hoch – und das ist kein Wunder, sagen Beratungsstellen.

Wild, hemmungslos und anschmiegsam: So preisen Prostituierte ihre Dienste auf einschlägigen Seiten im Netz an. Verbale Erotik, die verfangen soll. Seit Anfang des Jahres müssen Sexarbeiter, weiblich wie männlich, ebenso wie Betreiber von Bordellen, ihr Geschäft bei den Behörden anmelden. Eine Pflicht, die das neue Prostituiertenschutzgesetz vorschreibt. Die Zahlen aus Südwestfalen sind Beleg dafür, dass dies nach Einschätzung zuständiger Stellen in Kreisen, Städten und Gemeinden nur im Ansatz befolgt wird. Die Dunkelziffer in diesem Gewerbe liegt danach um ein Vielfaches höher.

Das Gesetz

Die 38 Paragrafen lesen sich wie ein Schutzschild, den der Gesetzgeber für die Dienstleister im ältesten Gewerbe der Welt aufgebaut hat. Wenn sie über 18 aber u nter 21 Jahre alt sind, muss sichergestellt sein, dass sie nicht von Dritten zur Aufnahme der Prostitution gezwungen werden. Sie müssen sich beim Ordnungsamt anmelden, erhalten eine Bescheinigung mit Lichtbild, auf Wunsch auch mit einem Aliasnamen. Obligatorisch ist eine Beratung beim Gesundheitsamt zur Vermeidung von Krankheiten.

Die Folgen

Beim Geschlechtsverkehr herrscht Kondompflicht. Zuwiderhandlungen werden als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 50 000 Euro geahndet. Wer ohne Erlaubnis das Sex-Geschäft betreibt, muss bis zu 10 000 Euro Geldbuße zahlen. Nicht zuletzt müssen Bordell-Betreiber als zuverlässig gelten. Das heißt: Sie dürfen nicht wegen eines Vergehens gegen die körperliche Unversehrtheit, die sexuelle Selbstbestimmung oder persönliche Freiheit vorbestraft sein.

Die Bewertung

Klingt aus Sicht des Klientels gut, ist es aber nur in Teilen. Das sagt Pfarrerin Birgit Reiche, Leiterin der Prostituierten- und Ausstiegsberatungen Tamar in Soest und Theodora in Herford der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen. Die 54-Jährige: „Polizei und Ordnungsämter sind schon heute überlastet. Das Gesetz bringt nichts, wenn nicht kontrolliert wird. Dann schützt es niemanden.“

Nicht wenige Frauen aus dem europäischen Ausland hätten angesichts ihrer Erfahrungen im Heimatland „Angst und Vorbehalte im Umgang mit Behörden“. Auch fürchteten sie mit dem Prostituierten-Ausweis stigmatisiert zu werden. Vielfach verfügten sie nur über mangelhafte Deutschkenntnisse, um sich verständigen zu können und fühlten sich von daher hilflos. Viele Frauen kommen aus Bulgarien und Rumänien. Die Pflicht zum Präservativ, die in Bordellen auf Schildern verkündet wird, begrüßt Birgit Reiche: „Das ist im Interesse der Frauen. Der Körper ist ihr Kapital.“ Angesichts der Zunahme der Übertragung von Krankheiten durch Geschlechtsverkehr habe sie die Hoffnung, „dass sich hier auch im Bewusstsein der Freier etwas ändert“.

Silvia Vorhauer, Sozialarbeiterin der Dortmunder Mitternachtsmission, unterstreicht das: „Das stärkt die Verhandlungsposition der Frauen.“ Kritisch sieht sie auch die Anmeldebescheinigung. „Wenn sie in falsche Hände gerät, sind Menschenhändler die Nutznießer, weil die Frauen erpressbar werden.“ Warum? „Weil viele ihre Tätigkeit ohne Wissen der Familie in der Heimat ausüben. Sie haben dann Schlimmes zu befürchten.“

Auch sei die Sorge darüber, was bei der Behörde mit den Daten passiere, weit verbreitet.“ Den Betroffenen sei nicht klar, wer darauf, neben dem Finanzamt, noch Zugriff habe. „Folglich tauchen sie ab und arbeiten im Dunkeln. Das ist immer gefährlicher.“ Problematisch sei es, dass Prostituierte nicht mehr an ihrem Arbeitsplatz schlafen dürften. In der Linienstraße, das ist die Bordellstraße in Dortmund, bezahlten die Frauen für ihr Zimmer 80 bis 150 Euro am Tag, und der Basis-Tarif für die private Krankenversicherung liege bei monatlich 600 Euro. „Die Frauen benötigen im Schnitt täglich drei bis fünf sexuelle Dienstleistungen am Tag, um alle Kosten zu tragen. Das ist utopisch.“

Die Bordellbetreiber

Auch Bordellbetreiber halten nicht viel von dem Gesetz. Eine Stimme sei stellvertretend für das Gewerbe genannt: Wolf Feldbusch, zuständig für das Marketing im Parkschloss Dali in Marsberg-Bredelar. Hier bieten in der Regel 15 bis 25 Frauen ihre Dienste an. Es ist das größte Bordell im Hochsauerlandkreis. „Unser Betrieb ist transparent“, sagt der 54-Jährige. „Was passiert denn, wenn wir Frauen, die bei uns arbeiten wollen, wegschicken müssen, weil sie noch keine Anmeldebescheinigung haben? Sie arbeiten dann da, wo niemand das Papier verlangt. Das schützt sie in keiner Weise.“ Er würde sich da eine flexiblere Lösung in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden wünschen. Dass die gesundheitliche Beratung keine medizinische Untersuchung mehr beinhaltet, sondern für die Aufklärung gesundheitlicher Folgen eingerichtet worden sei, will ihm nicht in den Kopf. Dies sei in der Vergangenheit mit dem „Bockschein“ viel besser und gründlicher im Sinne aller Beteiligten geregelt worden.
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Feuerwehreinsätze

#3

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WP 08.06.2018
Zu viel Dampf: Feuerwehreinsätze im Saunaclub im Sauerland

Die Feuerwehr musste in den letzten Tagen zwei Mal zu einem Erotikclub in Bredelar ausrücken. Wie verhalten sich Gäste in so einer prekären Lage?

Zu viel Dampf im Saunabereich eines Erotikclubs in Bredelar bei Marsberg im Hochsauerlandkreis hat in den vergangenen Tagen zu zwei Einsätzen für die Feuerwehr gesorgt – zuletzt am vergangenen Mittwoch. Doch was geschieht, wenn im Saunaclub der Alarm losgeht? Was tun die Kunden?

Kunden stehen nicht nackt an der Straße

„Das selbe, was auch in anderen Häusern der Fall ist: Das Gebäude muss geräumt werden und das so schnell wie möglich“, sagt Wolf Feldbusch, Marketingbeauftragter Erotikclubs Parkschloss Dali in Bredelar. Von Panik bei den Gästen sei selbst in solch einer prekären Lage wenig zu spüren. „Sie verhalten sich völlig normal. Die meisten unserer Gäste haben für gewöhnlich einen Bademantel an und stehen nicht nackt an der Straße. Sie befinden sich draußen auf dem Gelände, das zudem sichtgeschützt ist“, erläutert Wolf Feldbusch.

Sammelpunkt im Garten des Areals

Außerdem gebe es einen Fluchtplan der die Gäste schnell und sicher in den Garten des Areals führe. Dort sei ein Sammelpunkt für solche Fälle. Dort wird solange gewartet, bis die Feuerwehr Entwarnung gibt - Fehlalarm hin oder her. „Die Sicherheit geht schließlich vor. In der Zentrale der Anlage können wir vorab erkennen, wo der Alarm herkommt und die Feuerwehr darüber informieren“, sagt er.

Neue Feuermelderanlage mit Sirene

Ausgelöst wurde der Alarm in der vergangenen Woche durch den Dampf im Saunabereich. Es dauerte nur wenige Minuten, bis die Einsatzkräfte vor Ort waren. Die Rauchmelder hatten angeschlagen. Vor Ort konnte die Feuerwehr schnell Entwarnung geben.

„Seit Kurzem haben wir eine neue Feuermelderanlage mit Sirene, die am Mittwoch in Betrieb genommen wurde“, sagt Wolf Feldbusch. Einige Melder reagieren bereits bei Wärme, andere schlagen bei einer geringen Dampfmenge bereits Alarm. „Da braucht nur jemand schnell die Saunatür aufmachen und der Brandmelder schlägt an“, so der Marketingbeauftragte der Saunaclubs. Das sei nichts Außergewöhnliches. „Das kann ab und an schon vorkommen. Das es in der vergangenen Woche gleich zweimal passierte, ist natürlich nicht so schön gewesen“, sagt er.

Seit Anfang des Jahres besteht in Deutschland eine Feuermelderpflicht für Gebäude.
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WP 18.08.2022
Feueralarm im Bordell – Einsatz am Parkschloss in Marsberg

Die Marsberger Feuerwehr wurde durch eine Brandmeldeanlage zum Parkschloss - einem Wellness- und Erotikclub - im Ortsteil Bredelar gerufen.

Die Marsberger Feuerwehr wurde durch eine automatische Brandmeldung am Donnerstagmorgen gegen 11.15 Uhr zum Parkschloss - einem Wellness- und Erotikclub - gerufen.

Circa 25 Einsatzkräfte machten sich auf dem Weg. Feuerwehren aus Bredelar, Padberg und Beringhausen kontrollierten die Räumlichkeiten in denen die Brandmeldeanlage ausgelöst hatte. Auf das Wort der Hauseigentümer oder -bewohner verlassen sich die Einsatzkräfte nicht, sondern durchsuchen immer selbst das Einsatzgebiet ab, um sicherzugehen, dass es wirklich nicht brennt, falls dies beteuert wird. So war es auch in diesem Fall.

Die Brandmeldeanlage hatte fälschlicherweise einen Alarm ausgelöst. Die Einsatzkräfte stellten das Gerät zurück und machten sich nach wenigen Minuten wieder auf den Rückweg.
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Tag der offenen Tür

#4

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WP 15.10.2018
Wellness und Erotik im alten Gutshaus von Bredelar

Beim Tag der offenen Tür im Parkschloss Dali entdecken viele Besucher den neurenovierten Erotik-Club. Der Gründer ist wieder an Bord.

„Ist das ein Wetterchen!“ Zoltan Trninic schaut in den blauen Himmel und ist zufrieden: mit den sommerlichen Temperaturen, den vielen Gästen, die an den Sitzgruppen aus Rattan oder den eigens aufgestellten Tischen und Bänken rund um den Außenpool Platz genommen haben und auch mit den Renovierungsarbeiten an seinem gegenüber dem Kloster Bredelar liegenden Etablissement.

Zoltan Trninic betreibt das Parkschloss Dali wieder und will ihm zu alter Größe verhelfen. Über ein Jahr hat er das Anwesen aufwendig aufgefrischt, rund eine halbe Million Euro hat er investiert. Mit einem Tag der offenen Tür stellte er am Samstag das „neue“ Parkschloss Dali der interessierten Öffentlichkeit vor. Ab 16 Uhr konnten sich Besucher die Räumlichkeiten ansehen.

Weiße Bademäntel für die Gäste

„Wir haben alle Räume komplett renoviert“, sagt Wolf Feldbusch. Der 54-Jährige ist für das Marketing zuständig. Sogar die beiden Löwen aus Stein rechts und links der Eingangstreppe haben einen neuen Farbanstrich bekommen und glänzen golden-schwarz in der Oktobersonne.

Im Eingangsbereich der ehemaligen Klostergutvilla werden die Besucher von einer Mitarbeiterin in Empfang genommen. Im kleinen Raum nebenan können die männlichen Besucher in Schließfächern ihre Kleidung verstauen und bekommen weiße Frottee-Bademäntel ausgehändigt. Üblicherweise sind die im Eintrittsgeld von 50 Euro enthalten. Zum Tag der offenen Tür werden sie für 25 Euro an die Herren, die nicht nur zum Gucken gekommen sind, ausgehändigt.

In die Jahre gekommen

Der Erotikclub ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Im Eintrittsgeld enthalten ist das Büfett mit kalten und warmen Speisen. Zum Tag der offenen Tür ist der Eintritt frei und auch das Essen vom Grill gibt es gratis. Die Getränke gehen für einen Euro über die Bartheke und den Getränkestand im Garten. Auch der Barraum ist komplett erneuert. Rudi aus dem Raum Kassel gefällt es. „Ja, ist gut geworden“, nickt er.

Rudi, er möchte seinen Nachnamen nicht nennen, war schon öfter im Dali. Seine 72 Jahre sieht man ihm nicht an. „Ich war am Diemelsee spazieren“, erzählt er. Zufällig hatte er von dem Tag der offenen Tür erfahren und seinen Ausflug nach Bredelar ausgeweitet. Er kenne das Parkschloss schon von ganz früher, erzählt er. Über die Jahre sei es allerdings immer schlechter geworden.

Wellness und Erotik

Das soll sich nach dem Willen des alten und neuen Betreibers Zoltan Trninic wieder ändern. Er hat 1995 als 25-Jähriger das Parkschloss Dali eröffnet. 2002 hat er es wieder verkauft. Vor einem Jahr ist der jetzt 49-Jährige gebürtige Jugoslawe wieder eingestiegen. „Ich hatte mich vor 24 Jahren direkt in das Anwesen verliebt“, sagt er, „jetzt bin ich nach Hause gekommen.“

Seine zwei erwachsenen Söhne unterstützten ihn. Der Hauptwohnsitz der Familie ist in Hagen. Großen Wert legt Trninic auf den Wohlfühl- und Wellnessfaktor. Die Gäste kämen nicht nur der Erotik wegen, sagt er, sondern würden oft auch nur die Sauna benutzen oder im Außenbereich relaxen. Gerne auch in Gesellschaft der Partnerin.

Arbeitszimmer der Prostituierten sehen aus wie normale Schlafzimmer

Die Prostituierten wohnen im Dachgeschoss. Ihre Arbeitszimmer in der Etage darunter sehen aus wie normale Schlafzimmer. Eines ist mit extra großen Spiegeln ausgestattet. Die drei Saunen sind ebenfalls komplett modernisiert worden. „Das neue Prostitutionsgesetz forderte bauliche Veränderungen und organisatorische Veränderung, die wir allesamt erfüllt haben“, so Marketingleiter Wolf Feldbusch. In den Brandschutz sind allein um die 150.000 Euro geflossen.

Im Juli 2017 ist das neue Gesetz in Kraft getreten. Es hält die Prostituierten dazu an, nur mit einem extra Ausweis und Anmeldung zu arbeiten. Für noch nicht ganz ausgereift hält Feldbusch das neue Gesetz. Die amtlichen Gesundheitsgespräche findet er beispielsweise für vollkommen überflüssig. „Die Gespräche mit dem Arzt reichen doch vollkommen.“ Für ihn arbeitet das neue Gesetz der Illegalität in die Hände. „Was sollen die Frauen machen, die keinen Ausweis haben? Sie gehen dann eben ohne Anmeldung anschaffen.“

Hygiene – das A und O

Das neue Prostitutionsgesetz findet Sophia gut. „Hygiene ist das A und O in unserem Job“, sagt die 22-jährige Kölnerin. Seit acht Wochen arbeitet sie im Parkschloss Dali und vermisst, wie sie sagt, die Großstadt „auf gar keinen Fall“. Gerne lässt sie sich mit Stargast Sybille Rauch ablichten. Die anderen Prostituierten möchten nicht auf Fotos gesehen werden. Sybille Rauch wurde als besonderes Sahnehäubchen am Tag der offenen Tür angekündigt.

Die Schauspielerin („Eis am Stiel“) und ehemalige Porno-Darstellerin ist demnächst in einem der zuschauerstärksten Formate bei RTL zu sehen. Sie ist extra aus Wien angereist. „Dies ist eines der schönsten Etablissements, die ich kenne“, sagt sie – und sie kenne viele. Zum Tag der offenen Tür wird sie zur späteren Stunde eine erotische Vampirshow vorführen. Neben Live-Musik gibt es bei Einbruch der Dunkelheit auch eine Feuershow und Zauberei.

So lange wollen die fünf jungen Frauen aus Marsberg nicht bleiben. „Oder vielleicht doch?“, lacht die eine. Im Barraum fanden sie es erst etwas schummerig. Das wollte der stellvertretende Bürgermeister Johannes Wüllner so nicht bestätigen. „Aber hier im Park ist es richtig toll“, finden die fünf jungen Damen. Der stellvertretende Bürgermeister auch.
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ProstSchG

#5

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HNA 19.10.2018
Neues Gesetz: Änderungen auch im bekanntesten Bordell der Region

Seit mehr als einem Jahr gilt bundesweit das Prostituiertenschutzgesetz. Bei den Kommunen oder dem Landkreis müssen sich demnach alle melden, die sich prostituieren oder ein Bordell betreiben. Im Landkreis sind offiziell nur vier Sexarbeiterinnen gemeldet und drei Prostitutionsstätten.

Um Frauen in diesem Beruf besser zu schützen und die Prostitution besser zu regulieren, hatte der Bund das Gesetz erlassen, das am 1. Juli 2017 in Kraft trat. Wer in Waldeck-Frankenberg als Prostituierte arbeitet, muss sich persönlich anmelden. In den größeren Städten Korbach, Bad Arolsen, Bad Wildungen und Frankenberg ist das direkt bei den Ordnungsämtern möglich, für alle kleineren Städte und Gemeinden ist der Landkreis zuständig.

Dort wird auch – beim Gesundheitsamt – die gesundheitliche Beratung durchgeführt, die ebenfalls verpflichtend ist. Dabei geht es um die Themen Verhütung, Risiken durch Alkohol und Drogen sowie um Krankheiten. Ein Informationsgespräch, in dem es um Rechte und Pflichten geht, gibt es bei den Ordnungsämtern der jeweiligen Kommunen.

Gemeldet sind im Landkreis eine Prostituierte in Korbach und drei in Bad Wildungen. In der Kreisstadt sind aber offiziell keine entsprechenden Etablissements geführt, in der Kurstadt dagegen zwei. In Frankenberg gibt es eine Hostessenwohnung, in Bad Arolsen ist weder eine Sexarbeiterin noch ein Bordell gemeldet.

Überprüfungen, ob Betreiber und Prostituierte korrekt gemeldet sind, gibt es allerdings nicht. Kontrollen gibt es nur dann, wenn bekannt wird, dass jemand ohne Anmeldung arbeitet oder ein Bordell nicht gemeldet ist. Dann sind auch Bußgelder fällig.

In den Polizeistatistiken spielt Prostitution keine Rolle, Delikte in diesem Bereich gab es dieses und vergangenes Jahr nicht, heißt es von der Polizei.

Bis zu 20 Frauen am Wochenende

Das bekannteste und wahrscheinlich größte Bordell in der Region ist das „Parkschloss Dali“ im Marsberger Ortsteil Bredelar. An Wochenenden arbeiten in dem „Sauna- und Wellnessclub“ bis zu 20 Frauen. Das neue Prostituiertenschutzgesetz hat auch dort für Veränderungen gesorgt. Wer ein Bordell betreibt, ist dazu verpflichtet, die dort arbeitenden Prostituierten zu schützen, heißt es im Gesetz. Entsprechend ist etwa vorgeschrieben, dass jeder Raum, in dem eine „sexuelle Dienstleistung“ erbracht wird, über ein Notrufsystem verfügen muss. Im Parkschloss Dali gibt es – direkt neben jedem Bett – einen SOS-Knopf. Wird er gedrückt, kommt sofort ein Mitarbeiter. Gebraucht habe sie ihn bisher aber nie, sagt Sophia. Die 22-Jährige arbeitet im Club. „So ein Alarmsystem macht eher in Laufhäusern Sinn.“

„Auch die Türen müssen sich jederzeit von innen öffnen lassen und die Räume dürfen von außen nicht einsehbar sein“, zählt Wolf Feldbusch Vorgaben aus dem Gesetz auf. Feldbusch, der sich um das Marketing des Clubs kümmert, befürwortet das Gesetz. Allerdings: „Es gibt Nachbesserungsbedarf.“ Weil es keine Kontrollen gebe, würde sich auch nicht jeder Betreiber an das Prostituiertenschutzgesetz halten, sagt er.

Gesundheitscheck alle paar Monate

Wer als Prostituierte arbeitet, muss sich entweder bei der Kommune oder dem Landkreis anmelden. Dort gibt es auch jeweils ein allgemeines Beratungsgespräch und eines mit dem Schwerpunkt Gesundheit. „Wenn die Mädchen schon zum Gespräch kommen: Warum gibt es dann nicht gleich eine Untersuchung?“, fragt er. „Das wäre sinnvoll und würde für die Gäste und die Mädchen besseren Schutz bedeuten.“

Sophia sieht das ähnlich. „Ich hatte mir mehr erhofft“, sagt sie. Alles, was ihr beim Gespräch mitgeteilt wurde, sei nichts Neues für sie gewesen. Sie selbst lasse sich alle paar Monate durchchecken, im Club sei zudem alle drei Monate ein Arzt, der Abstriche nehme – auf freiwilliger Basis, sagt Feldbusch.

Größer wird der Aufwand auch aus organisatorischer Sicht, sagt Feldbusch. Die Frauen seien im Saunaclub nicht fest angestellt, sondern arbeiteten selbstständig. Die Rechnungen, die die Prostituierten ausstellen, müssen für unterschiedlich lange Zeiträume aufbewahrt werden: Je nachdem, ob sie für das Finanzamt gedacht sind oder im Rahmen des neuen Gesetzes aufbewahrt werden sollen. Das sorge durchaus für Verwirrung.

Dass es nun beispielsweise auch eine Kondompflicht gibt, findet Wolf Feldbusch gut und richtig. Entsprechende Hinweisschilder hängen an mehreren Stellen in dem Saunaclub.

Dass es im Landkreis Waldeck-Frankenberg tatsächlich nur vier Prostituierte gibt, hält Wolf Feldbusch übrigens für unwahrscheinlich. Er geht davon aus, dass es viel mehr Sexarbeiterinnen gibt, die dann allerdings bei Behörden in anderen Städten oder Kreisen gemeldet sind.

„Die Fluktuation ist durchaus groß.“ Auch Sophia ist nicht im Hochsauerlandkreis gemeldet, sondern in Bergisch-Gladbach. Doch in Bredelar will sie bleiben, im Parkschloss fühle sie sich wohl, sagt sie.

Gesetz schreibt auch Kondompflicht vor

Wer im Rotlichtbereich arbeitet oder ein Bordell betreibt, muss sich bei den Ordnungsbehörden anmelden. Für Städte und Gemeinden mit weniger als 7500 Einwohnern ist der Landkreis die meldepflichtige Behörde.

Eine allgemeine Information ist verpflichtend, ebenso wie eine gesundheitliche Beratung, die für alle über 21 Jahre einmal im Jahr erfolgen muss. Dafür gibt es eine Bescheinigung. Aktiv werden die Behörden, wenn es Hinweise auf Zwangsprostitution gibt. Im Landkreis gab es solche Fälle bisher aber nicht, heißt es bei den Mittelzentren und der Kreisverwaltung.

Ein weiterer Aspekt des Gesetzes ist eine Kondompflicht. Sowohl die Sexarbeiter als auch die Kunden müssen dafür Sorge tragen, dass diese Vorschrift eingehalten wird. Wer gegen die Kondompflicht verstößt, kann mit einem Bußgeld von 50 000 Euro belegt werden. Wer keine Erlaubnis fürs Gewerbe hat oder nicht dafür sorgt, dass Anforderungen eingehalten werden, muss bis zu 10 000 Euro zahlen. Wer Dokumente nicht oder nicht rechtzeitig vorlegen kann oder nicht mindestens zwei Jahre aufbewahrt, muss mit bis zu 5000 Euro Geldbuße rechnen.
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Streit um Namen

#6

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WP 09.07.2019
Saunaclub „Parkschloss Dali“ bei Marsberg soll Namen ändern

Der Saunaclub „Parkschloss Dali“ in Bredelar soll sich nicht mehr so nennen dürfen. Eine spanische Stiftung hat Klage eingereicht.

Bei „Dali“ denkt der eine Sauerländer an Surrealismus, der andere an Sex. In Spanien hat man wohl eher den surrealistischen Maler, Grafiker und Bildhauer Salvador Felipe Dali vor Augen. Und daher hat eine spanische Stiftung nun Klage gegen den gleichnamigen Sauna-Club vi-à-vis des alten Klosters in Bredelar eingereicht. Deren Ziel: Das Etablissement soll sich nicht weiter nach dem Salvador Dali benennen dürfen.

Postmortales Persönlichkeitsrecht

Der Name „Parkschloss Dali“ verstoße gegen das „postmortale Persönlichkeitsrecht“ des 1989 gestorbenen Malers, heißt es in der Klageschrift. „Die Klägerin selbst hat einen Streitwert von 150.000 Euro benannt“, so der Sprecher des Landgerichts, Dr. Johannes Kamp, wo das Verfahren bei der 4. Zivilkammer liegt. Die Erwiderung des beklagten Clubs stehe aber noch aus.

Laut Dr. Kamp gibt die private Stiftung an, dass sie vom spanischen Staat mit der Verwaltung des künstlerischen Nachlasses von Dali beauftragt worden sei. Sie bezeichne sich auch als Inhaberin zahlreicher Marken mit dem Namen des weltbekannten Künstlers. Die Stiftung will erreichen, dass der beklagte Betreiber „Dali“ auf sämtlichen Kanälen aus seinem Clubnamen streicht.

Aufwändige Sanierung

Das hat er mittlerweile. Nach vielen Jahren unter fremder Führung und der Insolvenz der Parkschloss Dali GmbH im vergangenen Jahr hatte der Sohn des Betriebsgründers, Alexander Trininic, den Betrieb wieder unter seine Fittiche genommen. Im Oktober hatte der Mitte der 90er Jahre gegründete Erotik-Club nach einer aufwändigen Sanierung seine Tore wieder geöffnet. Damals war die Erotik-Ikone Sybilla Rauch eigens nach Bredelar gekommen.

Name taucht schon nicht mehr auf

Auf der Homepage des Clubs taucht der Name schon nicht mehr auf. Dort firmiert er - mit fünf Sternen garniert - als „Das Parkschloss“. Das will aber nichts heißen, so der Marketingleiter des Betriebs, Wolf Feldbusch, zur WP. Derzeit strukturiere der Eigentümer seine Unternehmungen um. Eventuell soll auch ein Betrieb in Hagen und eine benachbarte Gastronomie in Bredelar eingegliedert werden.

Arrangement anstreben

Mit den Klägern aus Spanien werde ein Arrangement versucht. Feldbusch: „Wenn sie auf Schadenersatz und den Einblick in unsere Bücher verzichten, können wir uns eine Namensänderung vorstellen. Ansonsten klagen wir das durch.“ Wie auch immer: Bis zum Tag der offenen Tür, der nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr für Ende August, Anfang September geplant sei, möchte man Klarheit haben. Dann könnte auch der neue Name präsentiert werden.

Auf seiner Homepage stellt sich das Etablissement international dar. Auch in Spanisch. Dort firmiert „Das Parkschloss“ als „El bloqueo de estacionamiento“. Was die Google-Übersetzer als „Die Parksperre“ auswirft. Was der gute alte Dali wohl sagen würde?
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UP 14.09.2019
Bordell spart an Übersetzung und wird zur Lachnummer

Über eine besonders kuriose Panne aus dem Bereich der maschinellen Übersetzung berichtet die Westfalenpost. Ein Bordell im sauerländischen Marsberg-Bredelar hat die eigene Website offenbar maschinell übersetzt – einschließlich des Eigennamens.

Das Etablissement trägt den schönen Namen Parkschloss, der auch durchaus angemessen zu sein scheint. Denn das weitläufige Grundstück mit dem herrschaftlich anmutenden Gebäude wirkt auf den Fotos der Website wie der Landsitz eines Grafen.

Maschinelle Übersetzung macht mondänes Parkschloss zur Parkplatzsperre

Bei der Übersetzung der Website in sage und schreibe 27 Fremdsprachen hat man sich jedoch fatalerweise auf eine maschinelle Übersetzung verlassen. Diese hat den Eigennamen Parkschloss nicht im Sinn eines Schlosses im Park, sondern ganz anders interpretiert: je nach Sprache als

- Parkplatzsperre (mit der reservierte Parkplätze freigehalten werden),
- Parkkralle (mit der das Ordnungsamt Autos am Wegfahren hindert) oder auch
- Handbremse (die beim Parken des Autos angezogen wird).

Im Hauptmenü wurde so aus Das Parkschloss in anderen Sprachen The parking lock, Le verrouillage de stationnement oder El bloqueo de estacionamiento.

Hier neun der 27 Fehlübersetzungen:
  • de: Das Parkschloss
  • en: The parking lock
  • fr: Le verrouillage de stationnement
  • es: El bloqueo de estacionamiento
  • it: Il blocco di parcheggio
  • pt: O bloqueio de estacionamento
  • pl: Blokada parkingowa
  • tr: park kilit
  • sv: Parkeringsbromsen
  • hr: Brava za parkiran
Hinzu kommt, dass der Name uneinheitlich übersetzt wurde. In der Adresszeile oberhalb des Hauptmenüs finden sich Konstruktionen wie El parque del castillo. Das kommt dem Gemeinten zwar schon näher, ist aber ebenfalls falsch. Denn hier geht es nicht um den Park des Schlosses, sondern um das Schloss im Park.

Typischer Fall von „am falschen Ende gespart“

So genannte Saunaclubs wie der in Marsberg sind größere, sich edel gebende Bordelle, die versuchen, sich gegenseitig mit einem möglichst luxuriösen Ambiente zu übertrumpfen, das dem Wellness-Bereich besserer Hotels ähnelt. Swimming Pool, Whirlpool und mehrere Saunen gehören zur Standardausstattung.

Auch das Haus in Marsberg war laut Zeitungsbericht erst vor wenigen Monaten aufwändig renoviert worden. Da wären ein paar Tausend Euro für die 27 Übersetzungen kaum ins Gewicht gefallen. Weil aber am falschen Ende gespart wurde, droht die Werbewirkung zu verpuffen und das Haus zur Lachnummer zu werden.

Parkschloss Dali von Dalí-Stiftung verklagt

Eigentlicher Anlass der Zeitungsberichterstattung war aber nicht die Übersetzungspanne, sondern die Klage einer spanischen Stiftung, die sich um den Nachlass und die Rechte des Malers Salvador Dalí kümmert. Denn das Etablissement im Sauerland trug mehr als 20 Jahre lang den Namen „Parkschloss Dali“.

Als die Stiftung vor Kurzem Klage einreichte, strichen die Betreiber vorsorglich den Namen des Surrealisten und änderten auch die Webadresse entsprechend ab. Der Prozess steht noch aus.
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WP 04.10.2019
Ex Parkschloss Dali – Kein Deal im Zoff um Bordell-Namen

Im Disput um den Bordellnamen treffen der Club-Betreiber aus dem Sauerland und Vertreter der spanischen Dali-Stiftung vor Gericht aufeinander.

Der Namensstreit um den Saunaclub „Das Parkschloss“ in Marsberg-Bredelar geht in die nächste Runde. Beim Landgericht Arnsberg ist die Klageerwiderung des Betreibers des Bordells, das bis vor kurzen noch „Parkschloss Dali“ hieß, eingegangen. Darin wird unter anderem bestritten, dass die spanische Dali-Stiftung legitimiert sei, die Rechte des des 1989 gestorbenen Malers wahrzunehmen.

Streitwert von 150.000 Euro angesetzt

Der Saunaclub hatte den Ärger der spanische Stiftung auf sich gezogen, die vom spanischen Staat mit der Verwaltung des künstlerischen Nachlasses von Salvador Dali beauftragt sein soll. Sie hatte im Sommer Klage gegen das Bordell am Ortseingang von Bredelar eingereicht und verlangt, dass sich es umbenennt.

Der Name „Parkschloss Dali“ verstoße gegen das „postmortale Persönlichkeitsrecht“. Die Stiftung, die sich als Inhaberin zahlreicher Marken mit dem Namen des surrealistischen Malers bezeichnet, fordert, dass der Bordell-Betreiber auf sämtlichen Kanälen das Wort „Dali“ streicht und verlangt Schadenersatz. Die Klägerin hatte einen Streitwert von 150.000 Euro benannt.

Die Parteien, die bislang nur schriftlich miteinander verkehrten, treffen demnächst im Sauerland vor Gericht aufeinander. „Für den 11. Februar 2020 ist ein Termin vor der 4. Zivilkammer angesetzt worden“, sagte Gerichtssprecherin Leonie Maaß der Westfalenpost. Auch ein Vertreter der spanischen Dali-Stiftung wird nach Arnsberg reisen müssen. „Ein persönliches Erscheinen eines Vertreters der Stiftung wurde seitens der Kammer angeordnet.“ Die Ladungen wurden in der vergangenen Woche zugestellt.

Clubbetreiber: keine Verletzung der Persönlichkeitsrechte

Der Streit wird vor Gericht ausgefochten, obwohl der Name „Dali“ laut Angaben des Betreibers mittlerweile von sämtlichen im Zusammenhang mit dem Saunaclub stehenden Publikationen gelöscht worden sei. Dies sei – wie es im Juristen-Deutsch heißt – ohne Anerkennung einer Rechtspflicht geschehen. Allerdings: Selbst wenn das Etablissement den Namen „Dali“ weitergeführt hätte, sei das keine Verletzung der Persönlichkeitsrechte, zitiert die Gerichtssprecherin aus der Klageerwiderung. Außerdem bestreite der beklagte Erotik-Club, dass die Stiftung überhaupt mit der Wahrung der Rechte des Malers betraut sei und zweifelt des Weiteren an, dass der spanische Staat Universalerbe des des weltbekannten Künstlers sei.

Komplett getilgt war der Name „Dali“ bis zum Freitag aus dem Umfeld des Sauerländer Bordells indes noch nicht. Während der Club auf seiner Internetseite sowie in Sozialen Netzwerken und auf seinem aktuellen Twitteraccount als „Das Parkschloss“ firmiert, sind im Eingangsportal sowohl der Namenszusatz „Dali“ zu lesen als auch das Konterfei des Künstlers abgebildet.

Schadensersatzansprüche und Rechtsanwaltskosten entstanden

Weshalb kommt es trotz des – mittlerweile fast kompletten – Verzichts auf den Namenszusatz „Dali“ zu dem Kammertermin im Februar 2020? „Es geht bei der Klage nicht um die reine Unterlassung“, erläutert die Arnsberger Gerichtssprecherin Leonie Maaß. Denn die Stiftung mache geltend, dass Schadensersatzansprüche durch die vermeintlich rechtswidrige jahrelange Namensverwendung erwachsen sei. Darüber hinaus seien Rechtsanwaltskosten entstanden, die der Bordellbetreiber aus Bredelar begleichen soll.

„Dieser Rechtsstreit hat aus juristischer Sicht spannende Komponenten“, sagt die Gerichtssprecherin. Auch aus markenrechtlicher Sicht sei das Verfahren interessant.
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WP 05.02.2020
Darum geht’s im Zoff um den Namen von Edel-Bordell

Hat ein Bordell im Sauerland Persönlichkeitsrechte des spanischen Künstlers Salvador Dali verletzt? Der verrückte Streit geht ins Finale.

Im Disput um den Namen des Saunaclubs und Bordells treffen der Club-Betreiber aus dem Sauerland und Vertreter der spanischen Dali-Stiftung jetzt vor Gericht aufeinander. Die 4. Zivilkammer am Landgericht Arnsberg hat für Dienstag, 11. Februar, 11 Uhr, einen Termin veranschlagt. Es geht in erster Linie um einen Unterlassungsanspruch wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung.

Bordell steht am Ortseingang von Marsberg-Bredelar

Der Saunaclub aus Marsberg-Bredelar, der sich jahrelang „Parkschloss Dali“ genannt hatte, hatte den Ärger der spanische Stiftung auf sich gezogen, die vom spanischen Staat mit der Verwaltung des künstlerischen Nachlasses von Salvador Dali beauftragt sein soll.

Sie hatte im Sommer 2019 Klage gegen das Bordell am Ortseingang von Bredelar eingereicht und verlangt, dass sich es umbenennt. Der Name „Parkschloss Dali“ verstoße gegen das „postmortale Persönlichkeitsrecht“.

Die Klägerin, laut der Klageschrift eine private Stiftung und vom spanischen Staat, dem Universalerben nach Salvador Dalí, mit der Wahrnehmung dessen postmortaler Persönlichkeitsrechte betraut, verlangt vom Beklagten, dem Betreiber des Sauna- und Erotikclubs, unter anderem die Verwendung der Bezeichnung „Dali“ im Zusammenhang mit dem Betrieb seines Clubs zu unterlassen.

Kommerzielles Interesse und ideellen Bestandteile

„Sie trägt dazu vor, dass der Beklagte nicht berechtigt sei, unter der Bezeichnung „Parkschloss Dali“ ein Bordell zu betreiben und unter anderem im Internet entsprechend zu bewerben, da dies sowohl das kommerzielle Interesse als auch die ideellen Bestandteile des postmortalen Persönlichkeitsrechts Salvador Dalís verletzen würde“, heißt es vom Landgericht Arnsberg.

Der Beklagte, also der Betreiber des Bordells, habe daher auch den durch die Verwendung entstandenen, noch zu beziffernden Schaden zu tragen.

Namen zwischenzeitlich in „Das Parkschloss“ geändert

Der Beklagte beantragt, die Klage abzuweisen. Er bestreitet, dass die von der Klägerin behauptete Ermächtigung vorliege und sie zur Durchsetzung etwaiger Rechte in Deutschland ermächtigt sei. Eine postmortale Persönlichkeitsrecht-Verletzung liege zudem nicht vor. Schon seit 20 Jahren habe der von ihm 2017 übernommene Betrieb den Namen „Park-Schloss Dali“ geführt. Etwaige Ansprüche seien daher bereits verwirkt. Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht habe er aber den Namen zwischenzeitlich in „Das Parkschloss“ geändert.
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WP 10.02.2020
Wendung im Streit um Namen von Edel-Bordell im Sauerland

Ein Bordell im Sauerland soll Persönlichkeitsrechte von Salvador Dali verletzt haben. Das Fall landet vor Gericht. Jetzt gibt es eine Wendung.

Die juristische Auseinandersetzung um den Namen eines Saunaclub in Marsberg-Bredelar vor der 4. Zivilkammer am Landgericht Arnsberg ist verschoben worden. „Der Termin wurde aufgehoben“, sagte ein Gerichtssprecher der Westfalenpost – das heißt: er findet zu einem späteren Zeitpunkt statt. Die Kammer hatte ursprünglich für Dienstag, 11. Februar, eine Anhörung der Parteien anberaumt.

„Die Beklagtenseite hat einen neuen Rechtsbeistand beauftragt und daher eine Terminverlegung beantragt. Das Gericht hat dem stattgegeben.“ Weshalb ein neuer Anwalt beauftragt wurde, ist nicht bekannt. Ein neuer Termin für die Verhandlung stehe ebenfalls noch nicht fest.

Ärger einer spanische Stiftung auf sich gezogen

Der Saunaclub aus Bredelar hatte jahrelang „Parkschloss Dali“ geheißen und durch diese Namensgebung den Ärger einer spanische Stiftung auf sich gezogen, die vom spanischen Staat mit der Verwaltung des künstlerischen Nachlasses von Salvador Dali beauftragt sein soll.

Die Stiftung hatte im Sommer 2019 Klage gegen das Bordell eingereicht und verlangt, dass sich es umbenennt. Der Name „Parkschloss Dali“ verstoße gegen das „postmortale Persönlichkeitsrecht“ des Künstlers. Das Bordell sei nicht berechtigt unter der Bezeichnung „Parkschloss Dali“ das Etablissement zu betreiben und unter anderem im Internet mit dem Namen zu werben, da dies sowohl das kommerzielle Interesse als auch die ideellen Bestandteile des postmortalen Persönlichkeitsrechts Salvador Dalís verletze. Der Betreiber des Bordells, habe auch den durch die Verwendung entstandenen – noch zu beziffernden Schaden -- zu tragen, heißt es in der Klageschrift.

Namen zwischenzeitlich in „Das Parkschloss“ geändert

Der Bordellbesitzer beantragt, die Klage abzuweisen. Er bestreitet, dass die Stiftung ermächtigt ist, die Rechte des Künstlers in Deutschland durchzusetzen. Eine postmortale Persönlichkeitsrecht-Verletzung liege zudem nicht vor. Schon seit 20 Jahren habe der von ihm 2017 übernommene Betrieb den Namen „Park-Schloss Dali“ geführt. Etwaige Ansprüche seien daher bereits verwirkt. Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht habe er aber den Namen zwischenzeitlich in „Das Parkschloss“ geändert.
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WP 21.05.2020
Zoff um Namen von Edelbordell – Es geht um sehr viel Geld

Ein Bordell im Sauerland soll die postmortalen Persönlichkeitsrechte von Salvador Dali verletzt haben. In dem kuriosen Fall geht’s um viel Geld.

Die juristische Auseinandersetzung um den Namen eines Saunaclubs in Marsberg-Bredelar vor der 4. Zivilkammer am Landgericht Arnsberg wird jetzt frühestens im Sommer ausgefochten. Eigentlich hatte der Streit um das Bordell im Hochsauerlandkreis, das sich einst „Parkschloss Dali“ nannte, im Februar verhandelt werden.

Der Termin wurde verschoben auf den 9. Juli. „Der Termin soll aufgrund der zu erwarteten Höhe des Streitwerts nicht wir ursprünglich geplant vor einem Einzelrichter, sondern vor einer Kammer stattfinden“, so eine Sprecherin des Landgerichts Arnsberg. Ob der Termin diesmal steht, ist allerdings noch unklar. Denn der Verteidiger des Bordell-Eigentümers hat erneut eine Terminverlegung beantragt. Grund: Urlaub.

Ärger einer spanische Dali-Stiftung auf sich gezogen

Der Saunaclub aus Bredelar hatte sich jahrelang „Parkschloss Dali“ genannt und durch diese Namensgebung den Ärger einer spanische Stiftung auf sich gezogen, die vom spanischen Staat mit der Verwaltung des künstlerischen Nachlasses von Salvador Dali beauftragt sein soll.

Die Stiftung hatte im Sommer 2019 Klage gegen das Bordell eingereicht und verlangt, dass sich es umbenennt. Der Name „Parkschloss Dali“ verstoße gegen das „postmortale Persönlichkeitsrecht“ des Künstlers. Als Gesamtstreitwert stehen 150.000 Euro im Raum. Ob diese Summe am Ende der juristischen Auseinandersetzung bestand habe, sei aber nicht vorhersagbar, so die Gerichtssprecherin.

Bordell-Name zwischenzeitlich geändert

Der Bordellbesitzer beantragt, die Klage abzuweisen. Er bestreitet, dass die Stiftung ermächtigt ist, die Rechte des Künstlers in Deutschland durchzusetzen. Eine postmortale Persönlichkeitsrecht-Verletzung liege zudem nicht vor.

Schon seit 20 Jahren habe der von ihm 2017 übernommene Betrieb den Namen „Park-Schloss Dali“ geführt. Etwaige Ansprüche seien daher bereits verwirkt. Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht habe er aber den Namen zwischenzeitlich in „Das Parkschloss“ geändert. Mittlerweile ist der Namenszusatz des exzentrischen spanischen Künstlers und sein Konterfei auch vom Schriftzug im Eingangsbereich des Bordells entfernt worden.
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WP 06.10.2020
Corona-Lockdown zwingt Edel-Bordell in Marsberg in Insolvenz

Das Edel-Bordell Parkschloss in Marsberg hat Insolvenz angemeldet. Für den Betreiber hat das in einem Rechtsstreit einen positiven Nebeneffekt.

Die Klage der spanischen Dali-Stiftung gegen das Edel-Bordell „Das Parkschloss“ in Bredelar bei Marsberg im Sauerland liegt auf Eis. Grund: Der Betreiber des Etablissement, das sich jahrelang „Parkschloss Dali“ nannte, hat unmittelbar vor der am Landgericht Arnsberg geplanten mündlichen Verhandlung Insolvenz angemeldet.

Damit, so Landgerichtssprecherin Leonie Maas, ist das Verfahren gemäß § 240 der Zivilprozessordnung unterbrochen. Mittlerweile hat der Insolvenzverwalter mitgeteilt, dass Masseunzulänglichkeit vorliege.

Die Klage der staatlichen Dali-Stiftung richtet sich gegen Alexander Trninic (32) aus Hagen. Dessen Vater, Zoran Trninic (51) hatte das Etablissement 1995 in dem alten, dem Kloster Bredelar gegenüberliegenden Gutshaus aus der Gründerzeit gegründet, es aber 2002 verkauft.

2017 stieg er wieder ein, frischte den in die Jahre gekommenen Betrieb in gut einjähriger Umbauzeit und nach eigenen Angaben mit rund einer halben Millionen Euro Einsatz auf und eröffnet ihn im Oktober 2018 wieder. Stargast damals: die aus freizügigen Filmen bekannte Schauspielerin Sybille Rauch.

Branche durch Corona mit Problemen

Der für den 9. Juli vor der 4. Zivilkammer des Landgerichts angesetzte Verhandlungstermin war auf Antrag des Verteidigers wegen Urlaubs verschoben worden. Dabei hatte Alexander Trninic - „handelnd unter Parkschloss Dali“ bereits am 11. Mai am Amtsgericht Arnsberg den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt.

Sein Sohn, so Zoran Trninic zur WP, habe das Etablissement nach dessen Insolvenz - die Park-Schloß Dali GmbH war 2018 aufgelöst und von Amtswegen wegen Vermögenslosigkeit gelöscht worden - als Einzelunternehmen weitergeführt. „Durch Corona hat die ganze Branche Probleme gekriegt“, sagt Zoran Trninic. Deshalb habe man für die beiden Betriebe - die Familie besitzt auch in Hagen ein Rotlicht-Etablissement - Insolvenz anmelden müssen.

Am 24. Juni eröffnete das Amtsgericht Arnsberg das Insolvenzverfahren und setzte den Lippstädter Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Köhler als Verwalter ein.

Kanzlei der Dali-Stiftung nicht informiert

Die Dali-Stiftung hat mit der Wahrung ihrer Interessen die renommierte Wirtschaftskanzlei SKW Schwarz eingeschaltet. 130 Juristen sind bundesweit für die Kanzlei tätig. Dass der Prozess im Hochsauerland ausgesetzt ist, war bis zur Anfrage der WP am Dienstag noch nicht bekannt. Deshalb sehe man sich auch nicht in der Lage, dazu eine Stellungnahme abzugeben, hieß es aus dem Büro von Dr. Dorothee Altenburg.

Die Anwältin hat schon einmal erfolgreich die Interessen der Dali-Stiftung durchgesetzt. Das Berliner Dali-Museum, das rund 450 Dali-Exponate aus privaten Sammlungen ausstellt, hatte vor einigen Jahren einen 31 Sekunden langen Video-Werbetrailer erstellt und auf Youtube veröffentlicht. Darin waren verschiedene der bekanntesten Werke des spanischen Surrealisten animiert. Darin hatte die Stiftung eine Verletzung des Urheberrechts gesehen und das Museum auf 200.000 Euro Schadenersatz verklagt. Sowohl das Landgericht wie auch das Oberlandesgericht München hatten 2014 der Stiftung Recht gegeben, der Bundesgerichtshof schließlich hatte eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision abgelehnt. Während das Museum das Video als eigenständiges Kunstwerk ansah, das in einem kritischen und künstlerischen Dialog mit dem Werk Dalis stehe, betrachteten es die Richter als reine Marketing-Maßnahme für das Museum.

Mit den 30.000 Euro war - umgelegt auf die Laufzeit auf Youtube - pro benutztem Dali-Werk 100 Euro pro Woche nachzuzahlen, nach Ansicht der Richter damals sei das Museum „sehr günstig“ weggekommen. Das sahen die Betreiber anders. Sie rechneten das auf die 28.000 Aufrufe auf Youtube um: Ein Euro pro Click sei ein teurer Spaß.

Für Zoran Trninic hätte 1995 durchaus eine Alternative für sein Etablissement gehabt. Mit einem Kumpel aus Brilon habe er damals „am Küchentisch“ nach einem Namen gesucht: „Wir haben auch an Pablo gedacht. Aber Dali hörte sich besser an.“
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#7

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WP 23.08.2019
120 Jahren Klostergut Köhne in Bredelar

145 Mitglieder der Familie Köhne treffen sich und feiern in der Schützenhalle Bredelar. Seit 120 Jahren ist der Gutshof in ihrem Besitz.

Udo Köhne freut sich schon. Auf das Wochenende in Bredelar und auf seine vielen Verwandten die kommen werden. 145 haben sich bereits angemeldet. Manche von ihnen hat der 70-Jährige seit 20 Jahren nicht gesehen. Seit sich die große Familie Köhne zum 100. Jahrestag des Erwerbes des Klostergutes Bredelar getroffen hat. Jetzt ist das Klostergut seit 120 Jahren in Händen der Familie Köhne. Es wird mittlerweile in der vierten Generation von Dirk und Manuela Köhne bewirtschaftet. Heute und Morgen findet aus dem Anlass ein großes Familienfest statt.

„Das wird ein tolles Wiedersehen werden“, ist sich Udo Köhne sicher. Er ist der viertjüngste Enkel seines Großvaters Martin Köhne, der 1899 das Gut in Bredelar erworben hatte. Sein Vater Ernst war das zweitjüngste Kind seiner zehnköpfigen Kinderschaft. Udo Köhne und sein Neffe Christoph haben die Organisation des Familientages in Bredelar übernommen. Udo Köhne lebt mit seiner Familie in Rheinbach und bekommt glänzende Augen wenn er an seine Kindheit und die vielen Besuche bei der Großmutter in Bredelar denkt. Der Opa war schon ein Jahr nach seiner Geburt 1949 verstorben.

Buch erzählt Geschichte und Gegenwart des Klostergutes

Die Familientreffen vor 20 und 30 Jahren hatte sein Vetter Martin Köhne organisiert. Er hatte das Gut in den 1970er Jahren übernommen und 2005 Geschichte, Erinnerungen und Gegenwart in einem Buch über „Das Klostergut Bredelar“ geschrieben. 2014 ist er verstorben. „Das Buch kenne ich auswendig“, blättert Udo Köhne voller Vergnügen aber auch Nachdenklichkeit in den 173 mit vielen alten Fotografien bestückten Seiten

In der ehemaligen Gutsvilla ist seit 25 Jahren ein Saunaclub

Das Klostergut gehörte, wie es schon der Name sagt, einst zum Kloster Bredelar, das 1170 gegründet wurde. Mit der Säkularisation wurde 1804 auch das Kloster Bredelar verstaatlicht: Der Startschuss für eine wechselvolle Geschichte für Kloster und Klostergut auf getrennten Wegen. Beide wechselten häufig und schnell ihre Eigentümer. Das Kloster machte sich als Theodorshütte einen Namen. 1891 erbaute der Voreigentümer des Klostergutes das imposante Gutshaus in den ehemaligen Klostergarten. Seit 25 Jahren ist es als Saunaclub „Parkschloss Dali“ bekannt.

„Am 1. Juni 1899 zogen meine Großeltern Martin und Emilie Köhne im Gutshof ein“, erzählt Udo Köhne. Seine Großeltern kamen gebürtig aus Gütersloh. Die Großmutter Emilie hatte wohlhabende Eltern. Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dass zu der Zeit 340 Liter Milch täglich gemolken wurden, die in der eigenen Molkerei verarbeitet wurde. Udo Köhne: „Mein Großvater war zur damaligen Zeit schon ein sozialer Gutsherr“, so baute er für seine Mägde und Knechte Arbeiterwohnungen.

Das Klostergut zwischen den Weltkriegen

Die Familie Köhne war streng evangelisch. Deshalb wurden vornehmlich Arbeitskräfte aus dem Waldeckischen angeworben. In Bredelar gab es auch zuerst eine evangelische Kirche. Sie wurde 1900/1901 auf Initiative der Gutsfamilie gebaut. Den Baugrund stellte sie kostenlos zur Verfügung. 1904 erbaute der Großvater das Zechitwerk und 1907 die Ziegelei. Udo Köhne: „Meine Großeltern führten ein herrschaftliches Haus.“ Die Frauen der Arbeiter wurden im Haushalt angestellt. Es gab Reitpferde und eine eigene Reitbahn. „Der Gutshof war das Zentrum der Familie“, kommt Udo Köhne direkt ins Schwärmen. „Immer in den Ferien waren wir dort.“ Und jedes Kind durfte einen Freund oder Freundin mitbringen.

Zwischen den Kriegen geriet das Gut allerdings in eine echte Schieflage. Viel Ackerland und Wald mussten verkauft werden. 1935/1936 gingen Ziegelei und Zechitwerk verloren und der Gutshof an die zweite Generation über. Mehrere Hofbrände mussten überstanden werden. Der jüngste, 1994, brannte die lange Scheune bis auf die Grundmauern nieder. In den 1970er Jahren wurde von Viehhaltung auf Acker- und Waldbau umgestellt und das alte Gutshaus aufgegeben. Martin Köhne (dritte Generation) baute neu an den Fischteichen. 1994 übernahm Sohn Dirk den Betrieb.
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WP 04.02.2020
Der Briloner Henning Feil verschönert Marsberg mit Graffiti

Graffiti ist seine Kunstform und die zeigt Henning Feil nicht nur in seiner Heimat Brilon, sondern auch bei Anna's Hütte und im Parkschloss. Der Sauerländer Henning Feil aka Norbert 3000 hat sich eine Fassade im Sauerland vorgenommen. Ein weiteres Projekt wurde sofort ins Auge gefasst.

Er hat es wieder getan. Der Sauerländer Henning Feil aka Norbert 3000 hatte sich jüngst eine Fassade im Hochsauerlandkreis vorgenommen und ordentlich verschönert. Die Arbeit sorgt für Begeisterung, auch wenn die Bedingungen nicht ganz ideal waren.

Zoran Trninic Geschäftsführer von Anna’s Grill in Marsberg-Bredelar ist begeistert: „Vorher war es nur eine graue Fassade, die zum Teil zugewachsen war. Jetzt sieht es richtig gut aus.“

Die Zusammenarbeit war kein Zufall. Trninic ist kunstbegeistert und kennt Feil über einen Bekannten. „Wir haben uns dann getroffen und es war fix alles geregelt. Die Idee einen Koch an die Hütte zu bringen, schien uns passend“, sagt Feil. Für vier Tage baute der Künstler sein Gerüst an der Fassade von Annas Grill auf und ging ans Werk.

Parkschloss in Marsberg auch angesprüht

„Das ist eine super Werbung für uns, aber auch eine tolle Gelegenheit für Henning Feil“, sagt Trninic, „Es verschönert aber auch Bredelar nochmal sehr.“ Der Geschäftsführer, der auch den Saunaclub Parkschloss in der Stadt betreibt, das sich nahezu gegenüber von Annas Hütte befindet, ist sogar so begeistert, dass er den Künstler erneut kontaktierte. Feil gestaltete daraufhin auch noch mehrere leeren Flächen im Parkschloss und brachte dort einen Himmel an mit Sonne, Wolken und Planeten.
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WP 28.08.2020
Erotikclub Parkschloss bei Marsberg öffnet nach Corona-Pause

Der Erotikclub „Das Parkschloss“ in Marsberg im HSK öffnet nach der Corona-Pause ab 1. September. Darum dürfen Gäste nun wieder in den Saunaclub.

Nach fünfeinhalb Monaten Corona-Zwangspause öffnet der Sauna- und Erotikclub „ Das Parkschloss “ in Bredelar bei Marsberg im Hochsauerlandkreis ab dem 1. September wieder. Das teilen die Betreiber mit. Grünes Licht gibt es für Wellness, Speisen und Getränke, weiterhin aber rotes Licht für sexuelle Dienstleistungen. „Außer Massagen sind keine sexuellen Handlungen erlaubt“, sagt Parkschloss-Sprecher Wolf Feldbusch. Die Damen vor Ort seien während der jetzigen Corona-Betriebszeit keine Prostituierten, sondern Dienstleisterinnen.

Tragen von Masken und Nachverfolgung

„Ich war vor Ort und habe das Hygiene-Konzept abgenommen“, bestätigte der Marsberger Ordnungsamtsleiter Michael Martin gegenüber der WP, dass der Erotikclub seine Türen wieder für Kunden öffnen darf.

Das Konzept beinhaltet neben dem Ausschluss von sexuellen Dienstleistungen unter anderem das Tragen von Masken in den Räumen des Saunaclubs, eine vorgeschriebene Wegeführung und die Registrierung der Gäste für eine Nachverfolgung, sofern dies aus Infektionsschutzgründen notwendig ist. „Nach der gesetzlichen Frist werden die Daten selbstverständlich vernichtet“, so der Sprecher des Clubs.

Parkschloss sieht sich als „Vorreiter im Erotikgewerbe“

„Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst“, sagt Parkschloss-Sprecher Feldbusch, der das Etablissement wegen der jetzt anstehenden Eröffnung als „Vorreiter im Erotikgewerbe“ bezeichnet. „Trotz Auflagen und Hygienekonzept sind wir aber zuversichtlich, einen richtigen und wichtigen Schritt in die für Corona-Zeiten neue ,Normalität’ zu machen“, so Feldbusch. Die Corona-Krise mit allen Auswirkungen werde auch seine Branche noch lange beschäftigen.
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WP 06.10.2020
Corona-Lockdown zwingt Edel-Bordell in Marsberg in Insolvenz

Das Edel-Bordell Parkschloss in Marsberg hat Insolvenz angemeldet. Für den Betreiber hat das in einem Rechtsstreit einen positiven Nebeneffekt.

Die Klage der spanischen Dali-Stiftung gegen das Edel-Bordell „Das Parkschloss“ in Bredelar bei Marsberg im Sauerland liegt auf Eis. Grund: Der Betreiber des Etablissement, das sich jahrelang „Parkschloss Dali“ nannte, hat unmittelbar vor der am Landgericht Arnsberg geplanten mündlichen Verhandlung Insolvenz angemeldet.

Damit, so Landgerichtssprecherin Leonie Maas, ist das Verfahren gemäß § 240 der Zivilprozessordnung unterbrochen. Mittlerweile hat der Insolvenzverwalter mitgeteilt, dass Masseunzulänglichkeit vorliege.

Die Klage der staatlichen Dali-Stiftung richtet sich gegen Alexander Trninic (32) aus Hagen. Dessen Vater, Zoran Trninic (51) hatte das Etablissement 1995 in dem alten, dem Kloster Bredelar gegenüberliegenden Gutshaus aus der Gründerzeit gegründet, es aber 2002 verkauft.

2017 stieg er wieder ein, frischte den in die Jahre gekommenen Betrieb in gut einjähriger Umbauzeit und nach eigenen Angaben mit rund einer halben Millionen Euro Einsatz auf und eröffnet ihn im Oktober 2018 wieder. Stargast damals: die aus freizügigen Filmen bekannte Schauspielerin Sybille Rauch.

Branche durch Corona mit Problemen

Der für den 9. Juli vor der 4. Zivilkammer des Landgerichts angesetzte Verhandlungstermin war auf Antrag des Verteidigers wegen Urlaubs verschoben worden. Dabei hatte Alexander Trninic - „handelnd unter Parkschloss Dali“ bereits am 11. Mai am Amtsgericht Arnsberg den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt.

Sein Sohn, so Zoran Trninic zur WP, habe das Etablissement nach dessen Insolvenz - die Park-Schloß Dali GmbH war 2018 aufgelöst und von Amtswegen wegen Vermögenslosigkeit gelöscht worden - als Einzelunternehmen weitergeführt. „Durch Corona hat die ganze Branche Probleme gekriegt“, sagt Zoran Trninic. Deshalb habe man für die beiden Betriebe - die Familie besitzt auch in Hagen ein Rotlicht-Etablissement - Insolvenz anmelden müssen.

Am 24. Juni eröffnete das Amtsgericht Arnsberg das Insolvenzverfahren und setzte den Lippstädter Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Köhler als Verwalter ein.

Kanzlei der Dali-Stiftung nicht informiert

Die Dali-Stiftung hat mit der Wahrung ihrer Interessen die renommierte Wirtschaftskanzlei SKW Schwarz eingeschaltet. 130 Juristen sind bundesweit für die Kanzlei tätig. Dass der Prozess im Hochsauerland ausgesetzt ist, war bis zur Anfrage der WP am Dienstag noch nicht bekannt. Deshalb sehe man sich auch nicht in der Lage, dazu eine Stellungnahme abzugeben, hieß es aus dem Büro von Dr. Dorothee Altenburg.

Die Anwältin hat schon einmal erfolgreich die Interessen der Dali-Stiftung durchgesetzt. Das Berliner Dali-Museum, das rund 450 Dali-Exponate aus privaten Sammlungen ausstellt, hatte vor einigen Jahren einen 31 Sekunden langen Video-Werbetrailer erstellt und auf Youtube veröffentlicht. Darin waren verschiedene der bekanntesten Werke des spanischen Surrealisten animiert. Darin hatte die Stiftung eine Verletzung des Urheberrechts gesehen und das Museum auf 200.000 Euro Schadenersatz verklagt. Sowohl das Landgericht wie auch das Oberlandesgericht München hatten 2014 der Stiftung Recht gegeben, der Bundesgerichtshof schließlich hatte eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision abgelehnt. Während das Museum das Video als eigenständiges Kunstwerk ansah, das in einem kritischen und künstlerischen Dialog mit dem Werk Dalis stehe, betrachteten es die Richter als reine Marketing-Maßnahme für das Museum.

Mit den 30.000 Euro war - umgelegt auf die Laufzeit auf Youtube - pro benutztem Dali-Werk 100 Euro pro Woche nachzuzahlen, nach Ansicht der Richter damals sei das Museum „sehr günstig“ weggekommen. Das sahen die Betreiber anders. Sie rechneten das auf die 28.000 Aufrufe auf Youtube um: Ein Euro pro Click sei ein teurer Spaß.

Für Zoran Trninic hätte 1995 durchaus eine Alternative für sein Etablissement gehabt. Mit einem Kumpel aus Brilon habe er damals „am Küchentisch“ nach einem Namen gesucht: „Wir haben auch an Pablo gedacht. Aber Dali hörte sich besser an.“
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WP 31.05.2021
Bordell in Marsberg öffnet: Safer Sex in der Corona-Pandemie

Schon ab Mittwoch soll es im Erotikclub Parkschloss Marsberg erste Angebote geben. Dort wird eine Teststelle eröffnet. Wie das funktioniert:

Es gibt allerhand Absurditäten in dieser Corona-Pandemie. Manchmal werden Straßen durch Grenzen getrennt, wo Menschen auf der einen Seite Dinge tun dürfen, die ein Haus weiter verboten sind. Noch absurder sind die Einschränkungen durch die Corona-Schutzverordnung eigentlich nur in den Bordellen. Geschlechtsverkehr mit Maske und Abstand? Das geht. Und wenn es nach Wolfgang Feldbusch vom Parkschloss in Marsberg geht, dann so schnell wie möglich.

Seit November hat das Bordell im Ortsteil Bredelar nun geschlossen. Die Frauen, die sonst im Haus arbeiten, sind verschwunden. „Sie sind in ihre Heimat zurück“, sagt Wolfgang Feldbusch. Für die eine ist das Düsseldorf, für die nächste ist das Bulgarien. Mit Blick auf die sinkenden Inzidenzwerte haben sie sich jetzt aber wieder auf den Weg nach Marsberg gemacht – denn der Betrieb soll wieder aufgenommen werden.

Teststelle direkt am Haus

„Wir tun alles dafür, dass wir schnellstmöglich wieder öffnen können“, sagt Feldbusch. Neben dem bewährten Hygiene-Konzept mit regelmäßigen Lüftungen der Zimmer, dem Tragen einer Maske beim Geschlechtsverkehr oder dem Einbahnstraßen im Haus hat das Parkschloss nun auch eine eigene Teststelle. „Wenn um 0 Uhr Gäste kommen, hat keine Teststelle mehr geöffnet. Deswegen haben wir beantragt, uns als offizielle Teststelle eintragen zu lassen“, sagt Feldbusch. Die entsprechenden Schulungen seien absolviert, es fehle nun lediglich noch an der Bestätigung durch die Behörden.

Wenn das Parkschloss als Teststelle bestätigt wurde, können sich die Besucher vor Ort testen lassen. „Draußen wird es dann einen Bereich geben, in dem die Gäste warten können, bis das Ergebnis da ist“, erklärt Feldbusch. Fällt der Test negativ aus, können die Besucher die Dienstleistungen der Frauen in Anspruch nehmen – natürlich nur unter Einhaltung der geltenden Abstands-und Hygieneregeln. Maskenpflicht inklusive. Das wird auch beim Geschlechtsverkehr so gehandhabt. Bereits bei der letzten Öffnung zwischen September und November vergangenen Jahres war das so. „Es gibt immer Wege, das einzuhalten“, sagt Feldbusch.

Die Nachfrage ist groß

Hemmt das Besucher? „Viele unserer Besucher sind froh, dass wir unser Haus wieder öffnen können. Dafür nehmen sie das auch in Kauf“, sagt Feldbusch. Doch bis es soweit ist, muss der Inzidenzwert im Hochsauerlandkreis erst stabil unter 35 liegen. Wenn das fünf Tage lang in Folge der Fall ist, darf auch das Parkschloss in Bredelar am übernächsten Tag danach öffnen. „Und dann wollen wir bereit sein“, so Feldbusch. Die Nachfrage sei in jedem Fall groß. Feldbusch hat dafür auch einen interessanten Vergleich parat: „Wenn der Bäcker zu hat, wollen alle Brötchen. Wenn er öffnet, kaufen die Menschen Brötchen.“

Am kommenden Mittwoch wird es noch keine Brötchen geben. Dann sollen aber wieder Massagen angeboten werden, für die die Gäste dann ein negatives Testergebnis, einen Immunitätsnachweis oder ihren Impfnachweis mitbringen müssen. Dienstleistungen die darüber hinaus gehen, wird es bis zur nächsten Lockerungsstufe nicht geben.
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WP 06.07.2021
Brilon und Marsberg Rotlicht-Spitzenreiter

Brilon und Marsberg sind Rotlicht-Spitzenreiter, Willingen dagegen ist seit 40 Jahren Sperrbezirk. Gibt es deshalb viel kleinen Grenzverkehr?

Der Hochsauerlandkreis ist eine der Rotlicht-Hochburgen im Regierungsbezirk Arnsberg. Zum Jahreswechsel 2020/21 boten hier 99 Prostituierte legal ihre Dienste an. Das ist die höchste Zahl aller Landkreise, lediglich für Bochum (119) und Dortmund (589) meldet IT.NRW mehr. Bemerkenswert: Brilon ist neben Bochum die einzige kommunale Gebietskörperschaft, in der die Zahl der Prostituierten im ersten Corona-Jahr gegenüber 2019 sogar zugenommen hat, wenngleich auch nur um drei Anmeldungen. Zum 30. Juni lagen dem HSK insgesamt 89 gültige Gewerbeanmeldungen vor, davon entfielen 27 auf Brilon und 25 auf Marsberg.

Was nicht unbedingt ein Zufall ist. Denn die in Brilon angemeldeten Etablissements befinden sich alle im Süden der Stadt des Waldes, in nächster Nähe zur Tourismus- und Partyhochburg Willingen. Und deren Gemeindegebiet ist Sperrbezirk. Eine entsprechende Verordnung, so eine Sprecherin der Gemeindeverwaltung, sei bereits im Frühjahr 1982 bei der Bezirksregierung in Kassel beantragt und erlassen worden - und die sei bis heute gültig. Statistisch belegen lässt sich ein spezieller kleiner Grenzverkehr allerdings nicht.

Wie groß ist die Dunkelziffer?

Anders auf der westfälischen Seite. Hier, so die Stadtverwaltung Brilon auf Anfrage der WP, ist der Hochsauerlandkreis auf Basis des 2017 in Kraft getretenen Prostituiertenschutzgesetz als Sonderordnungsbehörde für das Rotlicht-Milieu zuständig. Die Sperrgebietsverordnungen hatten den Sinn, generell „gewisse Bereiche zum Beispiel vor Jugendgefährdung zu schützen“.

Heute regelt der § 14 des Prostitutionsgesetzes den Betrieb als Einzelfall-Entscheidung anhand der konkreten örtlichen Gegebenheiten. So ist die Genehmigung zu versagen, wenn sich außer der „Gefährdung der Jugend“ auch mögliche „schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundesimmissionsschutzgesetzes oder Gefahren oder sonstige erhebliche Nachteile oder Belästigungen für die Allgemeinheit“ zu befürchten sind.

Wie das Statistische Landesamt in seiner Pressemitteilung ausdrücklich betont, kann zur Zahl der nicht gemeldeten Prostituierten nichts gesagt werden, da für diese Grauzone keine Daten vorliegen.

Ähnliches gilt für den Arbeitsort von 27 der zum Monatswechsel im Hochsauerlandkreis gemeldeten 89 Prostituierten. Eine genaue örtliche Zuordnung, so HSK-Sprecher Martin Reuther, sei nicht möglich, da die Frauen mit erfolgter Anmeldung bundesweit arbeiten dürfen.

Zudem dürften vermutliche etliche in diesem Gewerbe tätigen Frauen wieder in ihre Heimatländer zurückgekehrt sein, ohne sich hier abgemeldet zu haben.

Eine genaue Angabe, so der HSK-Sprecher weiter, sei auch deshalb nicht möglich, weil die Bordelle corona-bedingt geschlossen haben mussten. Das Parkschloss in Bredelar ging deshalb im Herbst - wie berichtet - zunächst in die Insolvenz, öffnete im Mai allerdings mit einem Safer-Sex-Konzept wieder.

Winterberg vier Anmeldungen

Der Sauna-Club, der seit den frühen 90er Jahren als Parkschloss Dali betrieben wurde, machte im vergangenen Jahr bekanntlich auch Schlagzeilen wegen des Namensstreits mit der Dali-Stiftung, die den Nachlass des spanischen Künstlers verwaltet. Der Name verletzte das „postmortale Persönlichkeitsrecht“ des exzentrischen Künstlers.

Die Anmeldung hat für Prostituierte über 21 Jahren eine Gültigkeit von zwei Jahren, wer ab 18 legal anschaffen will, muss sich jährlich neu registrieren lassen.

Für Winterberg lagen zur Jahresmitte sechs Anmeldungen vor, für Arnsberg waren es vier.

Landesweit waren zum Jahreswechsel 6303 Prostituierte gemeldet, davon hatten 1369 die deutsche Staatsangehörigkeit. Auch landesweit bilden die Sex-Arbeiterinnen zwischen 21 und 45 Jahre mit 5096 Anmeldungen das Gros, älter sind 976 Frauen, jünger 231.

Nur 20 Frauen mit deutscher Staatsbürgerschaft

38,1 Prozent der gemeldeten Prostituierten besaßen laut Angaben von IT.NRW die rumänische Staatsangehörigkeit, 21,7 Prozent waren Deutsche. Am dritthäufigsten hatten die Prostituierten eine bulgarische Staatsangehörigkeit (13,8 Prozent), danach folgten polnische (4,6 Prozent) und spanische (3,4 Prozent) Staatsangehörige. Von den bei IT.NRW angegebenen 99 angemeldeten Prostituierten besaßen lediglich 20 die deutsche Staatsbürgerschaft. Die meisten Frauen, insgesamt 75, waren zwischen 21 und 45 Jahren alt. 21 waren älter, drei jünger.

Von den 99 angemeldeten Prostituierten hatten nur 20 die deutsche Staatsbürgerschaft. Die meisten Frauen, insgesamt 75, waren zwischen 21 und 45 Jahren alt. 21 waren alter, drei jünger. Die meisten Frauen - 778 - bieten ihre Dienste in Köln an, im Kreis Olpe offiziell keine.
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WP 24.10.2023
Prostitution HSK: Zahlen und Fakten aus dem Rotlicht-Milieu

Die Zahl der angemeldeten Sexarbeiterinnen in Deutschland steigt. Die Gesamtlage der Prostitution im Hochsauerlandkreis im Überblick.

Die Zahl der in Deutschland bei den Behörden gemeldeten Prostituierten ist binnen eines Jahres um rund 19 Prozent gestiegen. Ende 2022 waren insgesamt rund 28.280 Prostituierte nach dem Prostituiertenschutzgesetz gültig angemeldet, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Vorjahr waren es noch 23.740. Entgegen dem bundesweiten Trend bleibt diese Zahl im HSK stabil. Genaue Angaben, wie viele Prostituierte aktuell im Hochsauerlandkreis tatsächlich tätig sind, kann man daraus nicht ableiten.

Wenige Wochen am Ort

Die Prostituierten hätten sich nach dem Gesetz dort anzumelden, wo sie voraussichtlich überwiegend tätig sein werden, sagt der Pressesprecher HSK, Martin Reuther. Die Anmeldebescheinigung wird dann aber in aller Regel nicht örtlich beschränkt. Sie gilt für zwei Jahre (bei unter 21-Jährigen für ein Jahr) und berechtigt deutschlandweit zur Ausübung der Prostitution, soweit nicht das Landesrecht eines anderen Bundeslandes etwas anderes vorsieht.

Die einzelnen Sexworker seien dabei üblicherweise nur wenige Wochen an einem Ort tätig. Die Anmeldezahlen im HSK schwankten in der Vergangenheit. 2018 hatten gab es 130 Anmeldungen, was aber damit zusammenhing, dass das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) erst Mitte 2017 in Kraft getreten ist, sagt Reuther. 2017 und 2018 mussten sich zunächst alle Prostituierten anmelden, auch die, die schon länger tätig waren. Entsprechend waren besonders viele Neuanmeldungen zu verzeichnen.

Bordelle und Sexkinos

2019 waren es dann 50 Anmeldungen, 2020 waren es 63. Seither (2021-2023) melden sich etwa 30 überwiegend weibliche Prostituierte pro Jahr im HSK an, so Reuther. Es gibt im HSK derzeit fünf Prostitutionsbetriebe, davon zwei in Brilon, zwei in Arnsberg und einen in Marsberg. Betriebe, wie Sexkinos, die nicht unter das ProstSchG fielen, würden nicht erfasst.

Wer eine Tätigkeit als Prostituierte oder als Prostituierter ausüben will, hat dies nach dem ProstSchG vor Aufnahme der Tätigkeit persönlich bei der Behörde, in deren Zuständigkeitsbereich die Tätigkeit vorwiegend ausgeübt werden soll, anzumelden. Zuständig für die fünf Bordelle im HSK ist die Kreisordnungsbehörde. Der Ausstellung der Anmeldebescheinigung geht ein Informations- und Beratungsgespräch voraus, bei dem über die Rechtslage, Steuerpflicht, Beratungsangebote, Erreichbarkeit von Hilfe in Notsituationen und so weiter informiert wird. Zudem ist eine gesundheitliche Beratung verpflichtend, welche vom Gesundheitsamt durchgeführt wird.

Grund für starken Anstieg

Als Grund für den starken Anstieg der Prostituiertenzahlen in ganz Deutschland gaben die Statistiker den vollständigen Wegfall der Corona-Auflagen bis zum April 2022 an. Trotz der Zunahme blieb die Zahl der angemeldeten Prostituierten weiter deutlich unter dem Niveau von vor der Pandemie. 2019 waren noch 40.370 Prostituierte angemeldet gewesen.

Ende 2022 hatten zudem 2310 Prostitutionsgewerbe eine erteilte oder vorläufige Erlaubnis, im Vergleich zum Vorjahr stieg sie nur leicht an. Im Vergleich zu 2019 sind das 140 Gewerbe mehr. Unangemeldete Prostituierte und Prostitutionsgewerbe wurden in der Statistik nicht erfasst. Rund drei Viertel der angemeldeten Prostituierten waren zwischen 21 und 44 Jahre alt. Vier Prozent waren zwischen 18 und 20 Jahre alt. 18 Prozent aller Prostituierten hatten die deutsche Staatsangehörigkeit.

Die drei häufigsten ausländischen Staatsangehörigkeiten waren rumänisch (35 Prozent), bulgarisch (elf Prozent) und spanisch (sechs Prozent). Einen starken Anstieg gab es bei Prostituierten aus der Ukraine. Während Ende 2021 180 angemeldet waren, waren es ein Jahr später 470.92 Prozent der angemeldeten Prostitutionsgewerbe waren Prostitutionsstätten wie Bordelle. Weitere fünf Prozent entfielen auf Prostitutionsvermittlung, drei Prozent auf Prostitutionsfahrzeuge oder -veranstaltungen. Das Prostitutionsschutzgesetz gilt seit 2017. Seitdem gibt es für Prostituierte eine Anmeldepflicht und für entsprechende Gewerbe eine Erlaubnispflicht. Mit dem Gesetz sollen Prostituierte besser geschützt werden.
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