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Einblicke
T24 30.11.2015
Vor 21 Jahren entstand in Leipzigs Nordosten der erste Bordell-Neubau in Sachsen. Mit 80 Zimmern auf vier Etagen war das „Haus am Wasserturm“ der größte Puff des Freistaats. Lange vorbei.
Die neuen Betreiber legen heute mehr Wert auf Klasse statt Masse. Und dennoch dürfte der FKK-Saunaclub mit dem benachbarten Laufhaus noch immer das größte Freudenhaus des Landes sein.
Pünktlich um 11 Uhr öffnen sich an der Torgauer Straße 246 die Automatiktüren. Am Empfang stapeln sich frisch gewaschene, weiße Bademäntel im Regal.
Wer die 55 Euro Eintritt bezahlt, wird an der Rezeption mit Bademantel, Saunatuch, Schlappen und Schrankschlüssel ausgestattet. Wo früher „Verrichtungszimmer“ an „Verrichtungszimmer“ die Gänge säumten, erwartet den Gast heute eine Wellness-Oase mit Whirlpools, Saunen, Restaurant, Kino und Bar.
Man könnte sich in einem ganz normalen Spa wähnen - würden auf der Kinoleinwand nicht Pornos flimmern und wäre die Bar nicht voller hüllenloser Damen auf halsbrecherisch hohen High Heels.
„Die Damen sind auch nur unsere Gäste, sie bieten in Eigenregie ihre Dienstleistungen an“, erklärt Haus-Managerin Francesca (44). Wie die männlichen Gäste würden auch sie 55 Euro Eintritt zahlen. Am Geschäft der Prostituierten mit den Herren sei der Club nicht beteiligt, versichert Francesca.
Die etwa 40 Liebesdamen, die im FKK-Saunaclub auf guten Umsatz hoffen, kommen aus aller Herren Länder. Hat sich der Gast mit einer Frau an der Bar geeinigt, stehen etwas abseits Zimmer bereit - gegen Aufpreis auch luxuriöse VIP-Suiten.
Im Club ist Sex aber kein Muss.
„Für den Eintritt kann der Gast den ganzen Tag lang alles nutzen - Essen, Softdrinks und Bier sind inklusive“, verrät Francesca. Die „Laufkundschaft“, die für Wellness keine Muße hat, checkt nebenan ein. Denn im Westflügel ist der „Wasserturm“ ein Laufhaus geblieben. Auf drei Etagen warten hier Freudenmädchen auf Freier.
Das Haus am Wasserturm war 1994 der erste Puff-Neubau. Heute beherbergt Sachsens größtes Freudenhaus einen exklusiven FKK-Club.
Die „Wasserturm“-Immobilie gehört übrigens noch immer der Familie des Frankfurter Rotlicht-Königs Willi Schütz (1920 - 2001), der auch ihr Erbauer war.
Geführt wird das Haus heute von einer Betriebsgesellschaft, hinter der Investoren aus verschiedenen Branchen stehen. 22 Angestellte halten das Freudenhaus am Laufen. Im Keller gibt‘s sogar eine eigene Wäscherei
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Das ist Sachsens größtes Freudenhaus
Vor 21 Jahren entstand in Leipzigs Nordosten der erste Bordell-Neubau in Sachsen. Mit 80 Zimmern auf vier Etagen war das „Haus am Wasserturm“ der größte Puff des Freistaats. Lange vorbei.
Die neuen Betreiber legen heute mehr Wert auf Klasse statt Masse. Und dennoch dürfte der FKK-Saunaclub mit dem benachbarten Laufhaus noch immer das größte Freudenhaus des Landes sein.
Pünktlich um 11 Uhr öffnen sich an der Torgauer Straße 246 die Automatiktüren. Am Empfang stapeln sich frisch gewaschene, weiße Bademäntel im Regal.
Wer die 55 Euro Eintritt bezahlt, wird an der Rezeption mit Bademantel, Saunatuch, Schlappen und Schrankschlüssel ausgestattet. Wo früher „Verrichtungszimmer“ an „Verrichtungszimmer“ die Gänge säumten, erwartet den Gast heute eine Wellness-Oase mit Whirlpools, Saunen, Restaurant, Kino und Bar.
Man könnte sich in einem ganz normalen Spa wähnen - würden auf der Kinoleinwand nicht Pornos flimmern und wäre die Bar nicht voller hüllenloser Damen auf halsbrecherisch hohen High Heels.
„Die Damen sind auch nur unsere Gäste, sie bieten in Eigenregie ihre Dienstleistungen an“, erklärt Haus-Managerin Francesca (44). Wie die männlichen Gäste würden auch sie 55 Euro Eintritt zahlen. Am Geschäft der Prostituierten mit den Herren sei der Club nicht beteiligt, versichert Francesca.
Die etwa 40 Liebesdamen, die im FKK-Saunaclub auf guten Umsatz hoffen, kommen aus aller Herren Länder. Hat sich der Gast mit einer Frau an der Bar geeinigt, stehen etwas abseits Zimmer bereit - gegen Aufpreis auch luxuriöse VIP-Suiten.
Im Club ist Sex aber kein Muss.
„Für den Eintritt kann der Gast den ganzen Tag lang alles nutzen - Essen, Softdrinks und Bier sind inklusive“, verrät Francesca. Die „Laufkundschaft“, die für Wellness keine Muße hat, checkt nebenan ein. Denn im Westflügel ist der „Wasserturm“ ein Laufhaus geblieben. Auf drei Etagen warten hier Freudenmädchen auf Freier.
Das Haus am Wasserturm war 1994 der erste Puff-Neubau. Heute beherbergt Sachsens größtes Freudenhaus einen exklusiven FKK-Club.
Die „Wasserturm“-Immobilie gehört übrigens noch immer der Familie des Frankfurter Rotlicht-Königs Willi Schütz (1920 - 2001), der auch ihr Erbauer war.
Geführt wird das Haus heute von einer Betriebsgesellschaft, hinter der Investoren aus verschiedenen Branchen stehen. 22 Angestellte halten das Freudenhaus am Laufen. Im Keller gibt‘s sogar eine eigene Wäscherei
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Pandemie
Bild 09.06.2021
Corona-Bilanz einer Bordell-Chefin
Seit 448 Tagen herrscht tote Hose in Sachsens größtem Bordell. „Ich befinde mich in einer Duldungsstarre“, sagt Franziska Mantello (49), Betreiberin des „FKK Saunaclubs“. Ihre „Mädels“ sind ausgeflogen, warten bei ihren Familien in Osteuropa auf das Ende des Lockdowns. Auch in den Nachtclubs „Metropolis“ und „Angels“ herrscht seit Wochen kein Verkehr.
Nun steht fest, dass es ab Montag wieder losgehen kann. Doch daraus wird nichts. „Ich versuche schon, alle wieder nach Leipzig zu holen“, so Mantello. „Aber uns fehlt auch noch Personal, u. a. für die Küche.“
Als die Pandemie begann, konnten die Prostituierten nicht nach Hause, weil die Grenzen geschlossen waren. Nachtclub-Chef Tommy Bischoff (49) vom „Angels“ half aus, stellte kostenlos Zimmer an der Dessauer Straße zur Verfügung: „Sie wären sonst auf der Straße gelandet.“
Nicht mal für Essen habe das Geld gereicht, weiß Franziska Mantello: „Die Mädchen arbeiten selbstständig, haben keinen Anspruch auf Fördermittel. Das Gesundheitsamt musste sie ernähren, hat Gutscheine für Lebensmittel zur Verfügung gestellt.“
Fünf Einbrüche habe es im FKK-Club gegeben. Das Getränkelager wurde geplündert. Zumindest durfte das Laufhaus im Spätsommer kurz aufmachen – allerdings gab es nur Massagen, keinen Sex. Deshalb trieb es nicht nur in Sachsen die Prostituierten in Wohnungen, um ihre Stammfreier „privat“ zu treffen...
Die Tänzerinnen aus den Tabledance-Clubs konnten sich mit Kurzarbeitergeld und Nebenjobs über Wasser halten. Viele seien bei Paketdiensten untergekommen, so Metropolis-Chef Kevin Kral (43). Auch er darf wieder öffnen. „Vor dem 18. Juni wird es aber nichts.“
Franziska Mantello dagegen kann wohl erst zum 1. Juli aufmachen. Sie führt derzeit noch Bewerbungsgespräche, auch mit Frauen aus dem „FKK und Saunaclub Europa“. Das Bordell in der Essener Straße hat die Krise nicht überlebt.
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Meine Mädels wurden vom Amt ernährt
Corona-Bilanz einer Bordell-Chefin
Seit 448 Tagen herrscht tote Hose in Sachsens größtem Bordell. „Ich befinde mich in einer Duldungsstarre“, sagt Franziska Mantello (49), Betreiberin des „FKK Saunaclubs“. Ihre „Mädels“ sind ausgeflogen, warten bei ihren Familien in Osteuropa auf das Ende des Lockdowns. Auch in den Nachtclubs „Metropolis“ und „Angels“ herrscht seit Wochen kein Verkehr.
Nun steht fest, dass es ab Montag wieder losgehen kann. Doch daraus wird nichts. „Ich versuche schon, alle wieder nach Leipzig zu holen“, so Mantello. „Aber uns fehlt auch noch Personal, u. a. für die Küche.“
Als die Pandemie begann, konnten die Prostituierten nicht nach Hause, weil die Grenzen geschlossen waren. Nachtclub-Chef Tommy Bischoff (49) vom „Angels“ half aus, stellte kostenlos Zimmer an der Dessauer Straße zur Verfügung: „Sie wären sonst auf der Straße gelandet.“
Nicht mal für Essen habe das Geld gereicht, weiß Franziska Mantello: „Die Mädchen arbeiten selbstständig, haben keinen Anspruch auf Fördermittel. Das Gesundheitsamt musste sie ernähren, hat Gutscheine für Lebensmittel zur Verfügung gestellt.“
Fünf Einbrüche habe es im FKK-Club gegeben. Das Getränkelager wurde geplündert. Zumindest durfte das Laufhaus im Spätsommer kurz aufmachen – allerdings gab es nur Massagen, keinen Sex. Deshalb trieb es nicht nur in Sachsen die Prostituierten in Wohnungen, um ihre Stammfreier „privat“ zu treffen...
Die Tänzerinnen aus den Tabledance-Clubs konnten sich mit Kurzarbeitergeld und Nebenjobs über Wasser halten. Viele seien bei Paketdiensten untergekommen, so Metropolis-Chef Kevin Kral (43). Auch er darf wieder öffnen. „Vor dem 18. Juni wird es aber nichts.“
Franziska Mantello dagegen kann wohl erst zum 1. Juli aufmachen. Sie führt derzeit noch Bewerbungsgespräche, auch mit Frauen aus dem „FKK und Saunaclub Europa“. Das Bordell in der Essener Straße hat die Krise nicht überlebt.
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Saunaclub Umfunktioniert
T24 02.01.2022
Es herrscht derzeit reger Verkehr im FKK-Saunaclub am Wasserturm in Leipzig. Doch statt Erotik gibt’s in Sachsens größtem Bordell jetzt Corona-Tests. Jeder kann sich rund um die Uhr mit und ohne Termin testen lassen.
Wenn Leipzigs Männer in diesen Tagen ihrer Frau zurufen "Schatz, ich gehe mal in den FKK-Saunaclub" kann sie ganz entspannt bleiben. Denn es wird nicht etwa die Treue getestet, sondern Corona. Dort, wo sonst Hochbetrieb in Sachen Triebe herrscht, geht es nun steril zu. Schutzkleidung statt heißer Höschen, FFP2-Maske statt Fetisch-Fummel.
Die aktuelle sächsische Corona-Notfall-Verordnung verfügte das vorübergehende Aus für den Akt im Club mit angeschlossenem Laufhaus. Die Lageänderung rund um die Lust brachte Franziska Mantello (49) auf die Idee, ihr Haus für den etwas anderen Publikumsverkehr zu öffnen.
"Wir haben viel Platz und sind dienstleistungsorientiert", zählt die rührige Chefin die Vorteile auf. Schon im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 orientierte sie sich um und bot zeitweise am Wasserturm einen Imbiss an. Da hießen die Kartoffelecken heiße Spalten, die Bouletten dicke Möpse.
"Das ist einzigartig in Leipzig"
Die Zeiten blieben schwierig, ein ewiges Auf und Ab. "Ich bin für rund 20 festangestellte Mitarbeiter verantwortlich, von der Küchenkraft bis zum Hausmeister", sagt Franziska Mantello, die seit 2013 den FKK-Saunaclub am Wasserturm managt. Auch ihren Angestellten wollte sie unbedingt eine Perspektive geben.
Deshalb drückten viele von ihnen in den vergangenen Wochen noch einmal die Schulbank und ließen sich als Corona-Schnelltester ausbilden.
Die Chefin ging mit gutem Beispiel voran: "Auch ich darf testen", betont sie. Der große Vorteil gegenüber anderen Impfzentren: "Wir bieten den Test für jedermann rund um die Uhr an, auch um drei Uhr nachts. Das ist einzigartig in Leipzig", wirbt sie.
Franziska Mantello weiß, dass sie so viel Druck aus dem Testbetrieb nehmen kann. "Wer früh um 7 Uhr zu arbeiten anfängt und einen aktuellen Test vorweisen muss, hat Stress", weiß sie.
Stressfrei geht es dagegen im 24/7-Testzentrum in der Torgauer Straße 246 zu. Draußen gibt es jede Menge Parkplätze, drinnen herrscht ein lockerer, freundlicher Ton. Franziska Mantello hofft, so einen kleinen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten zu können. Denn schließlich möchte sie ihren Tempel der Lust auch mal wieder öffnen. Aber sicher.
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In Sachsens größtem Laufhaus wird jetzt Corona gecheckt
Es herrscht derzeit reger Verkehr im FKK-Saunaclub am Wasserturm in Leipzig. Doch statt Erotik gibt’s in Sachsens größtem Bordell jetzt Corona-Tests. Jeder kann sich rund um die Uhr mit und ohne Termin testen lassen.
Wenn Leipzigs Männer in diesen Tagen ihrer Frau zurufen "Schatz, ich gehe mal in den FKK-Saunaclub" kann sie ganz entspannt bleiben. Denn es wird nicht etwa die Treue getestet, sondern Corona. Dort, wo sonst Hochbetrieb in Sachen Triebe herrscht, geht es nun steril zu. Schutzkleidung statt heißer Höschen, FFP2-Maske statt Fetisch-Fummel.
Die aktuelle sächsische Corona-Notfall-Verordnung verfügte das vorübergehende Aus für den Akt im Club mit angeschlossenem Laufhaus. Die Lageänderung rund um die Lust brachte Franziska Mantello (49) auf die Idee, ihr Haus für den etwas anderen Publikumsverkehr zu öffnen.
"Wir haben viel Platz und sind dienstleistungsorientiert", zählt die rührige Chefin die Vorteile auf. Schon im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 orientierte sie sich um und bot zeitweise am Wasserturm einen Imbiss an. Da hießen die Kartoffelecken heiße Spalten, die Bouletten dicke Möpse.
"Das ist einzigartig in Leipzig"
Die Zeiten blieben schwierig, ein ewiges Auf und Ab. "Ich bin für rund 20 festangestellte Mitarbeiter verantwortlich, von der Küchenkraft bis zum Hausmeister", sagt Franziska Mantello, die seit 2013 den FKK-Saunaclub am Wasserturm managt. Auch ihren Angestellten wollte sie unbedingt eine Perspektive geben.
Deshalb drückten viele von ihnen in den vergangenen Wochen noch einmal die Schulbank und ließen sich als Corona-Schnelltester ausbilden.
Die Chefin ging mit gutem Beispiel voran: "Auch ich darf testen", betont sie. Der große Vorteil gegenüber anderen Impfzentren: "Wir bieten den Test für jedermann rund um die Uhr an, auch um drei Uhr nachts. Das ist einzigartig in Leipzig", wirbt sie.
Franziska Mantello weiß, dass sie so viel Druck aus dem Testbetrieb nehmen kann. "Wer früh um 7 Uhr zu arbeiten anfängt und einen aktuellen Test vorweisen muss, hat Stress", weiß sie.
Stressfrei geht es dagegen im 24/7-Testzentrum in der Torgauer Straße 246 zu. Draußen gibt es jede Menge Parkplätze, drinnen herrscht ein lockerer, freundlicher Ton. Franziska Mantello hofft, so einen kleinen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten zu können. Denn schließlich möchte sie ihren Tempel der Lust auch mal wieder öffnen. Aber sicher.
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