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FSDACH
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#1

Beitrag von FSDACH »


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Gallardo Saunaclub Kesseldorfer Rott 5 🇩🇪 46499 Hamminkeln
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Neues Gutachten vorliegend

#21

Beitrag von Red Light News »

NRZ 29.06.2020
Brand im Saunaclub: Neues Gutachten entlastet Voerder nicht

Voerde/Hamminkeln/Duisburg. Ein weiterer Brandsachverständiger erläuterte vor dem Landgericht Duisburg nun sein Gutachten. Überraschungen gab es dabei aber nicht.

Seit vier Monaten wird vor der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg gegen einen 43-jährigen Mann aus Voerde verhandelt. Ihm wird Mord vorgeworfen. In der Nacht zum 14. Juli 2019 soll er in Hamminkeln aus Verärgerung über den schlechten Service einen FKK-Saunaclub angezündet haben. Ein 64-jähriger Niederländer starb. Am zwölften Verhandlungstag erläuterte ein weiterer Brandsachverständiger sein Gutachten. Überraschungen gab es dabei nicht.

Ein Gutachter hatte bereits vor sechs Wochen seine Erkenntnisse vorgetragen. Doch die Verteidigung bemängelte erfolgreich eine gewisse einseitige Vorgehensweise des Experten sowie handwerkliche Mängel des Gutachtens. Die Kammer hatte einen neuen Gutachter beauftragt. Diplom-Ingenieur Guido Schweers, ein hoch erfahrener Sachverständiger auf dem Gebiet der Brandursachenforschung, schloss natürliche Ursachen oder einen technischen Defekt als Grund für den Brand im Gebäude aus. „Das Feuer, dessen Brandherd das Bett in Zimmer 16 war, wurde durch eine offene Flamme entzündet“, stellte der Chemiker fest.

Keine Anhaltspunkte für eine fahrlässige Verursachung gefunden

Anhaltspunkte für eine fahrlässige Verursachung vermochte der Experte nicht zu finden. „Die Bewohnerin hat ausgesagt, sie habe vor dem Verlassen des Raumes noch eine Zigarette geraucht.“ Wäre das Feuer aber durch eine glimmende Zigarette entzündet worden, hätte sich in Minuten ein Schwelbrand mit viel Rauch entwickelt, weiß der Experte. Der Brandmelder jedoch schlug erst 30 bis 45 Minuten, nachdem die Frau das Zimmer verlassen hatte, an. Auch eine versehentlich umgestoßene Kerze oder ein Teelicht kämen nicht als Ursache in Betracht. Er habe keine entsprechenden Spuren gefunden. „Es deutet alles auf Brandstiftung hin“, so das Urteil des Sachverständigen, der damit anders lautenden Theorien der Verteidigung die Grundlage entzog.

Das Gericht ließ erneut Aufnahmen einer Überwachungskamera aus der Tatnacht zeigen. Man sieht, wie der Angeklagte aus dem Fenster des Zimmers steigt, in dem er sich zuvor mit Prostituierten vergnügt haben soll. Gut drei Minuten später dringt erster Rauch aus dem Fenster, nach zehn Minuten schlagen die Flammen heraus. „Nur das Bett kann das Feuer so schnell genährt haben“, so der Gutachter. Für den Prozess sind bis September zahlreiche weitere Termine geplant.
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Urteil

#22

Beitrag von Red Light News »

RP 06.07.2020
Sechs Jahre Haft nach tödlichem Brand

Am Landgericht Duisburg ist ein Voerder (43) zu einer langen Haftstrafe samt Therapie zum Alkoholentzug verurteilt worden. Er hatte vor einem Jahr das Feuer im Hamminkelner Saunaclub gelegt, in dem ein Niederländer (64) starb.

Der Prozess um den verhängnisvollen Brand im Hamminkelner Saunaclub Gallardo hat ein Ende. Im Schwurgerichsverfahren hat die 5. Strafkammer des Landgerichts Duisburg am Montag den Angeklagten (43) aus Voerde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Bei dem Feuer in der Nacht zum Sonntag, 14. Juli 2019, war ein Gast, ein 64-jähriger Niederländer, ums Leben gekommen. Der bordellähnliche Betrieb an der Straße Kesseldorfer Rott brannte komplett nieder. Hatte sich der Voerder anfangs wegen „heimtückischen Mordes mit gemeingefährlichen Mitteln sowie Brandstiftung mit Todesfolge“ verantworten müssen, so schloss die Kammer den Mordvorwurf in ihrem Urteil nun aus. Es blieb bei Brandstiftung mit Todesfolge, bei der starke Alkoholisierung des Täters im Strafmaß Berücksichtigung fand.

Das Gericht ordnete eine Entziehungstherapie an. Vorab ist ein Jahr der Haftstrafe zu vollstrecken. Diese wäre bereits in wenigen Tagen als abgesessen zu betrachten, denn der Voerder Familienvater kam am 18. Juli 2019 in Untersuchungshaft. Gäbe es einen freien Therapieplatz in einer geschlossenen Einrichtung und könnte der Verurteilte diesen dann unmittelbar bekommen, käme er bei erfolgreichem Entzug in zwei Jahren möglicherweise in den Genuss, auf Bewährung freizukommen. Das ist durchaus denkbar, aber zunächst Spekulation, denn das Urteil ist zum einen noch nicht rechtskräftig. Außerdem erklärte Verteidiger Frank Zindler (Berlin) am Rande der Verhandlung, dass er auf jeden Fall in Revision gehen werde. Er bewertete das Urteil aus „deutlich“ und erklärte, dass in der Verhandlung „niemand das Todesopfer vergessen“ habe. Immerhin sei das Stigma des Mordvorwurfs aus der ursprünglichen Anklage für seinen Mandanten nun weg.

Der Vorsitzende Richter Joachim Schwartz legte in der Urteilsbegründung der Kammer dar, wie sich der folgenreiche Junggesellenabschied am Samstag, 13. Juli 2019, abgespielt hatte. Wie mehrfach zum Geschehen des am 5. Februar gestarteten Prozesses berichtet, war der Angeklagte als Teil eine Männerrunde auf einer ausgiebigen Zechtour an dem besagten Samstagabend nach 22 Uhr in dem Hamminkelner Saunaclub gelandet. Das Erinnerungsvermögen des Angeklagten an den weiteren Ablauf schwand. Er konnte sich an den Ausgang nicht mehr erinnern. Das Etablissement aber war so gut mit Überwachungskameras bestückt, dass es am Ende für die Kammer keinen Zweifel geben konnte, wer später in der Nacht das Feuer gelegt hatte. Vorangegangen war weiteres Trinken des Angeklagten, der sich schließlich mit drei Damen auf ein Zimmer zurückgezogen hatte. Schwartz betonte, dass die Kamera zeigte, wie der Voerder „mit strahlendem Gesicht“ wartete, bis alle drei im Zimmer waren. Dies sei also nicht gegen seinen Willen geschehen. Zum Streit mit einem Mitarbeiter kam es, als es ans Bezahlen ging. Anhand der bildlichen Beweismittel ließ sich erkennen, dass der Mitarbeiter beschwichtigend auf den Voerder einwirkte und dieser dann auch für alle drei Damen zahlte.

Ebenso klar war von Außenkameras laut Urteil zu sehen, wie der Angeklagte später durch ein Fenster in ein anderes Zimmer ein- und wieder aussteigt, das Ergebnis seines Handelns kontrolliert und wieder einsteigt, nach wenigen Minuten herauskommt, erneut beobachtet und geht. Kurz darauf quillt Rauch aus dem Fenster, dann züngeln offene Flammen. Das Feuer breitet sich aus, das Unheil nimmt seinen Lauf. Personal und Kunden fliehen aus dem Gebäude. Der Gast aus den Niederlanden verliert sein Leben, weil er noch was von seinen Sachen holen wollte. Das vom Voerder als Einstieg genutzte Zimmer wird später eindeutig als Ausgangspunkt des Brandes identifiziert.

Für das Urteil waren viele Dinge abuwägen

Faktoren Der Angeklagte erinnerte sich an Randumstände, legte aber kein Geständnis ab. Die genaue Menge des genossenen Alkohols blieb unbekannt, doch muss sie reichlich gewesen sein. Vorsatz blieb unwahrscheinlich, hätten doch Verwandte und Freunde Opfer werden können. Das Gericht sah den Voerder am Ende „strafrechtlich verantwortlich“, „vermindert schuldfähig“ und „sozial gut eingebunden“. Mit Therapie sei das Urteil „sinnvoll“.
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NRZ 06.07.2020
Tödliches Feuer aus Wut: Urteil gegen Saunaclub-Brandstifter

Hamminkeln/Duisburg. Im Prozess um den tödlichen Saunaclub-Brand in Hamminkeln ist am Montag ein Urteil gefallen. Eine 43-jähriger Mann aus Voerde muss lange in Haft.

Der FKK Saunaclub am Kesseldorfer Rott in Hamminkeln wurde in der Nacht zum 14. Juli 2019 ein Raub der Flammen. Ein 64-jähriger Niederländer erstickte in dem, was der Vorsitzende der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg in der Urteilsbegründung ein „Inferno“ nannte.

Ein Inferno, das ein 43-jähriger Mann aus Voerde verursachte: Aus Wut über die Rechnung des Etablissements hatte er in einem Zimmer Feuer gelegt. Das Gericht verurteilte ihn wegen Brandstiftung mit Todesfolge zu sechs Jahren Haft und ordnete die Unterbringung des 43-Jährigen in einer Entziehungsanstalt an.

Saunaclub in Hamminkeln: 43-Jähriger aus Voerde war wütend

Aufgrund der Fülle von Beweismaterial, insbesondere der Aufnahmen zahlreicher Überwachungskameras, hatte die Kammer am 14. Verhandlungstag nicht den leisesten Zweifel, dass der Angeklagte der Brandleger war. Gegen 22 Uhr war er mit einer Gruppe in dem Saunaclub gelandet, die zuvor an einem Junggesellenabschied teilgenommen hatte.

„Irgendwann verschwand er mit drei Damen auf einem der Zimmer“, referierte der Vorsitzende. Es kam zum Streit, weil der stark alkoholisierte 43-Jährige offenbar zunächst nur für eine Prostituierte bezahlen wollte. „Auf den Aufnahmen kann man sehen, dass der Angeklagte wütend war“, so das Gericht.

Schließlich hatte der 43-Jährige doch die verlangte Summe bezahlt und war um das Gebäude gestrichen. Dann entdeckte er ein offenes Fenster im Erdgeschoss. „Zweimal stieg der Angeklagte hinein. Nachdem er das zweite Mal heraus kam, drang wenige Minuten später Rauch heraus, dann schlugen Flammen aus dem Fenster.“ Sonst hatte seit geraumer Zeit zuvor niemand mehr den Raum betreten.

Das Gebäude brannte teilweise bis auf die Grundmauern ab, ein Stammgast starb weil er sich nach dem Auslösen des Feuer-Alarms noch anziehen wollte, und nicht mehr rechtzeitig aus dem Gebäude kam. Die Anklage hatte dem Voerder ursprünglich Mord aus Heimtücke und mit gemeingefährlichen Mitteln vorgeworfen.

Die Kammer ging dagegen nicht mehr von einem Tötungsvorsatz aus. „Schon alleine deshalb, weil sich auch Freunde und Verwandte des Angeklagten noch im Gebäude aufhielten.“ Zu all dem hatte der Angeklagte während des mehrmonatigen Prozesses nichts sagen können: Seine Erinnerung endete angeblich bereits einige Zeit vor der Brandstiftung.

Strafrahmen wurde wegen verminderter Schuldfähigkeit deutlich gesenkt

Der Angeklagte, so das Gericht, sei zur Tatzeit aufgrund seines Alkoholkonsums nur eingeschränkt schuldfähig gewesen. Deshalb wurde der Strafrahmen, der normalerweise bei bis zu 15 Jahren liegt, deutlich gesenkt. „Die rechnerische Mitte liegt dann bei sechs Jahren und sieben Monaten“, so der Vorsitzende.


Die Kammer blieb im Urteil noch knapp darunter: Weil der Angeklagte bislang noch nie bestraft worden war, es sich um eine Spontan-Tat gehandelt habe und weil sich der 43-Jährige am Tag danach selbst den Strafverfolgungsbehörden gestellt hatte.

Saunaclub-Brand: Psychiatrisches Gutachten ausgestellt

Da der Angeklagte einem psychiatrischen Gutachter zu Folge unter einem Alkoholproblem leidet und die Tat ohne entsprechenden Konsum kaum geschehen wäre, ordnete die Kammer auch die Unterbringung des 43-Jährigen in einer Entziehungsanstalt an.

Da der Angeklagte bereits seit einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt, könnte er, falls das Urteil rechtskräftig wird, zeitnah in eine geschlossene Therapieeinrichtung umziehen. Absolviert er sie erfolgreich, könnte er bereits zur Hälfte der Strafe in zwei Jahren wieder auf freien Fuß kommen.
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Danach: Brandruine wird abgerissen

#23

Beitrag von Red Light News »

RP 21.08.2020
Brandruine wird abgerissen

Hamminkeln · Der in der Nacht des 14. Juli 2019 durch ein Feuer komplett zerstörte Saunaclub Gallardo im Hamminkelner Gewerbegebiet Kesseldorfer Rott wird aktuell abgerissen. Eine Entsorgungsfirma aus Essen ist mit den Arbeiten beschäftigt.

Ein mittlerweile zu sechs Jahren Haft verurteilter Mann aus Voerde (43) hatte den Brand gelegt. Ein Niederländer, der noch schnell etwas aus einem Zimmer holen wollte, kam ums Leben. Ob das bordellartige Objekt wieder aufgebaut werden soll, konnte die Stadt Hamminkeln auf Anfrage nicht sagen. Einen Bauantrag gebe es derzeit jedenfalls nicht.
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#24

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RP 15.09.2022
Erbengemeinschaft hat Interessenten für abgebrannten Saunaclub

Hamminkeln · Durch einen Brand Mitte Juli 2019, bei dem ein Niederländer ums Leben kam, erlangte der Hamminkelner Saunaclub Gallardo traurige Berühmtheit. Noch immer ist das Areal verwaist. Doch zeichnet sich eine Lösung ab.

Wer im Internet den Suchbegriff „Saunaclub Gallardo“ eingibt, wird als erstes auf die Homepage des Etablissements am Kesseldorfer Rott in Hamminkeln hingewiesen, auf der noch immer Lust auf ein „Oster-Special“ gemacht wird. Und das, obwohl der FKK-Club nach einem Großbrand am 14. Juli 2019 nicht mehr existiert und damals traurige Berühmtheit erlangt hat. Denn bei dem Feuer vor mehr als drei Jahren kam ein Niederländer ums Leben. Der Mann hat sich zwar, wie alle anderen Gäste und sämtliche Mitarbeiterinnen des FKK-Clubs, auf die Straße retten können, war dann aber nochmals in den Saunaclub geeilt, um etwas zu holen. Er kehrte nicht mehr zurück.

Ein Mann aus Voerde, der offenbar mit den Leistungen von drei Gallardo-Mitarbeiterinnen nicht einverstanden war, hatte zuvor in stark alkoholisiertem Zustand das Feuer im Gallardo gelegt und war dabei von Überwachungskameras gefilmt worden. Wegen Brandstiftung mit Todesfolge wurde der damals 43-Jährige im Juli 2020 vom Duisburger Landgericht zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt.

Von dem einstigen Saunaclub existiert nur noch das weiß geklinkerte Haupthaus, das 1994 von Ernst Tellmann als Betriebsleiterwohnung errichtet worden war. Tellmann hatte sechs Jahre zuvor auf dem Nachbargrundstück ein Küchenstudio eröffnet. Ein Bauunternehmer aus dem Ruhrgebiet hatte ihm 2009 das 350 Quadratmeter große Haus auf Rentenbasis abgekauft, um dort den Saunaclub Villa Marisol zu eröffnen. Zwei Jahre später erwarb der Geschäftsmann auch die Halle daneben. Nach seinem Tod 2016 wurde der Club vermietet und erhielt den Namen Gallardo.

Damit die beiden Grundstücke Kesseldorfer Rott 5 und 7 möglichst schnell wieder bebaut werden können, hatte sich die Stadt mit den Erben in Verbindung gesetzt. Doch deren Preisvorstellungen waren, so erfuhr unsere Redaktion im Gespräch mit Bürgermeister Bernd Romanski, „für die Politik nicht akzeptabel. Es wurde damals geschlossen gegen den Kauf gestimmt.“

Hamminkelns SPD-Fraktionschef Jörg Adams erinnert sich noch an die Sitzung. „Die Stadt kann nicht einfach einen Preis aufnehmen, der jenseits von Gut und Böse ist. Zumal auch das weiße Haus durch das Löschwasser so beschädigt wurde, dass es praktisch abgerissen werden muss“, so Adams. „Und der Abriss würde gewiss noch mal 200.000 Euro kosten.“ Aktuell kosten Gewerbegrundstücke in Hamminkeln nach Auskunft des Bürgermeisters gut 55 Euro pro Quadratmeter. Macht bei rund 2000 Quadratmetern 110.000 Euro. Der von den Eigentümern, einer mehrköpfigen Erbengemeinschaft, aufgerufene Preis habe um ein vielfaches darüber gelegen, betont Adams, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Er wäre froh gewesen, hätte die Stadt „den Schandfleck“ zu einem akzeptablen Preis bekommen. Dann nämlich hätte man verhindern können, dass sich dort „vielleicht Rocker oder Leute aus dem Rotlichtmilieu ansiedeln können.“

Wie zu erwarten, nennt auch die Sprecherin der Erbengemeinschaft auf Anfrage keine konkreten Zahlen. Allerdings, so betont die Miteigentümerin, habe man konkrete Preisvorstellungen und wolle Gebäude und Grundstücke zusammen und vor allem nicht unter Wert veräußern. Zumal es aktuell eine Reihe von unterschiedlichen Interessenten gebe, mit denen man Gespräche führe. „Spruchreif ist allerdings noch nichts. Wir würden aber gerne das Kapitel Hamminkeln so schnell wie möglich abschließen.“
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#25

Beitrag von Red Light News »

NRZ 09.08.2023
Saunaclub Hamminkeln: Stillstand nach Brand vor vier Jahren

Ein Mann starb vor vier Jahren beim Brand im Saunaclub in Hamminkeln. Der Täter ist in Haft, die Ruine steht weiter leer. Das ist der Sachstand.

Es ist still geworden um den abgebrannten Saunaclub „Gallardo“ am Kesseldorfer Rott im Hamminkelner Gewerbegebiet. Der Anbau ist bis auf die Betonplatte am Boden geräumt, das weiß geklinkerte Haupthaus mit seinen zwei Garagen sähe von der Straßenseite ganz intakt aus, wären da nicht die Bauzäune und die herunter gelassenen Rollläden an den Fenstern. Lediglich an der Seite sieht man die „angeknabberte“ Dachkante. Sie erinnert an die Brandnacht am 14. Juni 2019, die einen Menschen das Leben gekostet hat. Der Brandstifter war danach zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Wie es weiter geht mit dem Areal kann die Stadt nicht sagen, denn das Grundstück ist im Privatbesitz. Irgendwelche neuen Pläne sind in der Verwaltung an der Brüner Straße nicht bekannt, wie Bürgermeister Bernd Romanski auf Anfrage bestätigt. Dabei könnte die Stadt sich durchaus freuen, wenn der Saunaclub wieder aufgebaut und eröffnet würde. Immerhin zahlte „Gallardo“ die sogenannte Sex-Steuer in die Stadtkasse.

Die hatte der Stadt 2016 - ein Jahr nach der Einführung - immerhin den dritten Platz in der Liste der Kommunen mit dem höchsten Sex-Steueraufkommen nach Einwohnern landesweit beschert. Zwar lieben Kommunen mehr Geld in den Kassen – aber zumindest, was diese Steuerart angeht, würde Hamminkeln wahrscheinlich gerne darauf verzichten. Bordellähnliche Saunaclubs sind nicht gut fürs Image.

Hamminkeln wollte das Grundstück kaufen

Das mag die Stadt auch dazu bewogen haben, einen Vorstoß zu unternehmen, das Eckgrundstück am Kesseldorfer Rott zu kaufen, wie der Bürgermeister der NRZ erzählte. Doch die Politik, so Romanski, habe diesen Weg nicht mitgehen wollen. An überzogenen Preisvorstellungen habe es „in meinen Augen nicht“ gelegen. Fakt ist, dass das Grundstück weiterhin in Privatbesitz ist. Nach Kenntnissen der Verwaltung habe es mal Interessenten gegeben, doch aus dem Geschäft wurde nichts.

Nach dem gescheiterten Kauf des Grundstücks sind der Stadt auf jeden Fall die Hände gebunden. Sollte der Eigentümer sich dafür entscheiden, wieder einen Saunaclub in dem Gewerbegebiet zu eröffnen, hätte die Stadt gegen diese Pläne keine rechtliche Handhabe.

Stadt rechnet mit 60.000 Euro Einnahmen

Der einzige Gewinner wäre der Kämmerer, der dann wieder mehr Steuern kassieren würde. Der hat für den aktuellen Haushaltsplan 60.000 Euro eingestellt, was in Hamminkeln der Höhe an Sex-Steuer vor Corona entspricht. Auch wenn das Steuergeheimnis gilt, muss man nicht Sherlock Holmes heißen, um sich an zwei Fingern abzuzählen, dass die Stadt diese Summe wohl vom Saunaclub Venus an der Güterstraße erwartet. Es handelt sich um das einzige Etablissement dieser Art in Hamminkeln.

Der abgebrannte Saunaclub „Gallardo“ hat es mittlerweile auch auf die interaktive Google-Maps-Karte „Urbex Elite“ geschafft. Hier haben Mitglieder sogenannte „Lost Places“ eingetragen. Damit sind verlassene Orte gemeint, die immer wieder „heimgesucht“ werden. Allerdings sind für die Brandruine am Kesseldorfer Rott beim Hamminkelner Ordnungsamt keine Vorfälle bekannt, die im Zusammenhang mit Lost Places stehen könnten.
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#26

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NRZ 15.08.2023
Sauna-Brand in Hamminkeln: CDU kritisiert den Bürgermeister

Der Hamminkelner CDU-Fraktionsvorsitzende Marcel Opladen wundert sich, dass der Bürgermeister nach dem Sauna-Brand einige Interna preis gibt.

Verwundert reagiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Marcel Opladen auf die NRZ-Berichterstattung über die unsichere Zukunft der Saunaclub-Brandruine im Hamminkelner Gewerbegebiet. Dort hatte Bürgermeister Bernd Romanski darüber gesprochen, dass die Stadt versucht habe, das Gelände zu kaufen, dieses aber vom Stadtrat abgelehnt worden sei. „Die Informationsweitergabe aus dem nichtöffentlichen Teil einer Ratssitzung durch den Bürgermeister hat mich schon sehr gewundert“, stellt Opladen fest. „Wir Ratsmitglieder werden vom Bürgermeister scharf kritisiert, wenn nicht-öffentliche Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.“

Weiterhin zeigt sich Opladen irritiert darüber, dass die Aussage des Bürgermeisters so nicht den Tatsachen entspricht und ein stark verzerrtes Bild widerspiegelt. „Die Aussage von Bürgermeister Romanski, die Politik habe dem Kauf der Fläche nicht zugestimmt, ist falsch und bedarf einer Richtigstellung. Der Sachverhalt wurde in nichtöffentlicher Sitzung am 23. Juni 2022 behandelt und die CDU-Fraktion hat als einzige Fraktion das Vorhaben der Verwaltung, das Grundstück zu kaufen, um die erneute Ansiedlung eines bordellähnlichen Gewerbes zu verhindern, geschlossen unterstützt. Die Verhinderung des Kaufs nun auf den gesamten Rat zu schieben, stellt aus meiner Sicht eine Verschiebung der Fakten dar“, gibt Opladen an.

CDU wollte den Kauf

„Darüber hinaus war in der damaligen Diskussion sehr wohl der überzogene Preis der Grund für die ablehnende Haltung der anderen Fraktionen“, so Opladen weiter. Aus Sicht der CDU-Fraktion war der Vorstoß der Verwaltung genau richtig. Zwar war die Preisvorstellung der Eigentümer ziemlich hoch, aber die Stadt hätte als Eigentümer steuern können, welches Gewerbe sich dort zukünftig ansiedelt.
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