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Artemis Archiv 📂

Verfasst: 29.09.2005, 00:00
von FSDACH

Coronaregeln

Verfasst: 09.09.2020, 17:18
von Red Light News
BZB 09.09.2020
Die Knallhart-Corona-Regeln vom FKK-Club ARTEMIS

Safer Sex in Corona-Zeiten! Deutschlands größtes Bordell, das Artemis in Charlottenburg (3770 Quadratmeter, 3 Etagen, 60 Festangestellte), hat wieder geöffnet – mit knallharten Hygieneregeln.

Im März schlossen die Betreiber wegen der Pandemie freiwillig. Geschäftsführer Florian Gram (38): „Wir sind froh, dass es wieder los geht und tun alles, dass sich niemand ansteckt.“ Die Besucherzahl wurde drastisch reduziert (maximal 250 Personen). Auch beim Verkehr gibt es erhebliche Einschränkungen.

B.Z. erklärt die schärfsten Anti-Corona-Maßnahmen des FKK-Clubs:

„Beim Betreten des Artemis wird durch eine Wärmebildkamera oder durch ein Infrarot-Stirnthermometer berührungslos die Körpertemperatur ermittelt“, sagt Geschäftsführer Florian Gram. Gilt für Gäste, Prostituierte und Angestellte. „Ab 37 Grad aufwärts verweigern unsere Security-Mitarbeiter den Zutritt“.

„Wir haben vorgegeben, dass ein Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten ist“, so Geschäftsführer Gram. Das hatte Folgen für Fitnessstudio, Pornokinos und Bars– dort mussten alle Hocker weggeräumt und dürfen auch keine Getränke mehr konsumiert werden.

Mit Ausnahme der 95 Grad heißen Trocken-Sauna müssen Biosauna und Hamam geschlossen bleiben, auch Aufgüsse sind gestrichen. „Überall dort, wo Feuchtigkeit mitspielt, mussten wir reagieren“, so Geschäftsführer Gram. Auch von den Duschen darf nur jede zweite benutzt werden. Massagen (mit Mundschutz) sind erlaubt.

Die Anzahl der Mitarbeiter in den Putzkolonnen wurde mehr als verdoppelt. Rund um die Uhr feudeln Reinigungskräfte durch die Gänge, Zimmer und Bars. Es wird gewischt, desinfiziert und zusätzlich gelüftet. Im Gebäude sind zudem mehrere Spender mit Desinfektionsmittel aufgestellt worden.

Wer mit einer der Prostituierten auf eines der Zimmer in den oberen Stockwerken geht, muss beim Sex die Maske aufbehalten – das gilt auch für die Dame. Nur beim Oralverkehr darf die Prostituierte die Maske abnehmen. Und: Wer Sex will, muss über die Artemis-Homepage einen Termin vereinbaren.

Das Selbstbedienungsbuffet bleibt geschlossen. Wer Essen haben möchte, muss die Bestellung bei einer Angestellten in Auftrag geben. Der Chef: „Zudem haben wir im ganzen Haus eine moderne Belüftungsanlage eingebaut, die kontinuierlich Frischluft von außen zuführt.“ Ein sogenannter HEPA-Filter sorgt dafür, dass Viren und Sporen aus der Luft absorbiert werden.
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Pressekonferenz

Verfasst: 02.06.2022, 15:21
von Red Light News
TS 02.06.2022
Pressekonferenz im Artemis

Prostituierte sollen wie andere Berufstätige behandelt werden, fordern Branchenvertreterinnen am Welthurentag. Ort der Pressekonferenz war ein Berliner Bordell.

Mehr Rechte und weniger Einschränkungen für Prostituierte haben Vertreterinnen und Unterstützerinnen von Sexarbeiterinnen bei einer Pressekonferenz im Berliner Großbordell Artemis in Charlottenburg gefordert.

Abgeschafft werden müssten die vorgeschriebenen regelmäßigen Registrierungen und Beratungen der Frauen, Strafverfolgung von Kunden und weitere Sondergesetze für Prostituierte und Bordelle. Das sagte Stephanie Klee vom Bundesverband Sexuelle Dienstleistung (BSD) am Donnerstag, dem „Internationalen Hurentag“.

Das Prostitutiertenschutzgesetz diene nur der Repression und Kontrolle, nicht dem Schutz. „Es geht ausschließlich darum, die Branche zurückzudrängen“, sagte Klee.

„Für keine andere Branche gibt es diese engmaschigen Kontrollen.“ Sexarbeiterinnen sollten endlich wie normale Berufstätige behandelt werden. Die Maßnahmen seien nur ein Einstieg in ein künftiges Verbot von Prostitution durch die Hintertür wie in manchen skandinavischen Ländern.

Unterstützung erhielt der Verband von der bekannten Anwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ates. Man dürfe Prostitution nicht pauschal verdammen oder kriminalisieren. Viele Frauen arbeiteten freiwillig und selbstständig. Sie seien selbstbewusst, würden aber von der Gesellschaft und der Politik diskriminiert.

Natürlich müsse der Bereich der Zwangsprostitution scharf bekämpft werden, betonte Ates. Aber das müsse mit eigenen Gesetzen gegen Gewalt und Menschenhandel geschehen. Zum Schutz der ausgebeuteten Frauen müsse es statt Repressionen viel mehr Geld für Beratung und Sozialarbeit geben.

Im Gesetz gegen Zwangsprostitution gilt seit 2021, dass ein Kunde bestraft werden kann, wenn er die Umstände, unter denen die Frau arbeitet, hätte erkennen können. Klee, Ates und eine Anwältin betonten, dass das für die meisten Kunden kaum möglich sei. Gezwungene Prostituierte würden das nicht zugeben, auch sonst gebe es für Laien kaum Anzeichen. „Das Gesetz nützt nichts gegen Kriminelle, aber verunsichert die Kunden.“

Am Donnerstag sei daher von zwei Kunden eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingereicht worden, so Klee. Zudem ist am Samstag in Berlin eine Demonstration von Sexarbeiterinnen zum „Welthurentag“ auf dem Ku'damm geplant.
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Stromausfall

Verfasst: 10.02.2023, 10:57
von Red Light News
BZB 10.02.2023
Licht aus, Hose an! Stromausfall in Berlins größtem Puff

Ein Stromausfall hat in der Nacht zu Freitag Berlins größtes Bordell lahmgelegt – und nicht nur dort gab es keinen Verkehr mehr ...

In der Nacht zu Freitag fiel in der Gegend um den Rathenauplatz oberer Kurfürstendamm und der Halenseestraße der Strom aus. Davon war auch Berlins größtes Freudenhaus Artemis betroffen. Das Bordell und eine Tankstelle mussten schließen, da ohne Strom nichts mehr ging bzw. floss.

Zahlreiche Wohnungen im Bereich Halensee waren ebenfalls betroffen.

Der Stromausfall war am Morgen behoben. Warum das Licht ausging, ist derzeit noch nicht bekannt.
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Rechtsstreit um Baugenehmigung

Verfasst: 28.11.2024, 23:22
von Red Light News
TS 06.12.2019
Bordell Artemis will noch größer werden

Schon jetzt ist der vor 14 Jahren eröffnete FKK- und Saunaclub „Artemis“ neben der Stadtautobahn in Halensee das größte Berliner Bordell. Nun haben die Betreiber den Bauantrag für ein zusätzliches „Laufhaus“ gestellt. Dafür wollen sie eine leer stehende alte Lagerhalle nebenan umgestalten lassen. Einen ursprünglich geplanten achtstöckigen Neubau hatte das Bezirksamt im vorigen Jahr abgelehnt, da er sich „nicht in die Umgebung einpassen“ würde. Es gebe dort keine so hohen Häuser, argumentierte Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) damals. Einen Widerspruch der Artemis-Chefs wies die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung später zurück.

Der nunmehr angestrebte Umbau der bestehenden alten Halle ist für das „Artemis“ also eine Ersatzlösung. Ob das Projekt genehmigt wird, will Baustadtrat Schruoffeneger noch nicht sagen. Die Entscheidung falle voraussichtlich kurz nach
Weihnachten.

Eine spektakuläre Razzia in dem Bordell, zu der Hunderte Polizisten und Zollbeamten im Frühjahr 2016 angerückt waren, gilt längst als Fehlschlag. Vorwürfe der Zwangsprostitution, des Menschenhandels und der organisierten Kriminalität erwiesen sich als haltlos.
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TS 28.11.2024
Klage gegen das Land Berlin: „Artemis“-Betreiber wollen Lagerhalle in Bordell umwandeln

Die Senatsverwaltung verweigert den Bordellbetreibern die Umwandlung eines Weinlagers in ein Freudenhaus. Die Inhaber ziehen nun gegen den Bezirk und das Land Berlin vor Gericht.

Das „Artemis“ zieht gegen das Land Berlin vor Gericht. Die Betreiber des Bordells wollen ihr Etablissement vergrößern und dafür Lagerhalle auf der gegenüberliegenden Straßenseite von Berlins bekanntestem Freudenhaus umfunktionieren. Das Land hat den Antrag zur Umwandlung der Immobilie bislang abgelehnt.

Die Auseinandersetzung zwischen dem Land und den „Artemis“-Inhabern dauert bereits einige Jahre an. Seit 2019 wollen die Rotlicht-Betreiber das Bordell vergrößern und dafür die Fläche auf der gegenüberliegenden Seite der A100 nutzen. Der Bezirk stimmte zwar einem sogenannten Bauvorbescheid zu, der aber von der Senatsverwaltung wenig später abgelehnt wurde, so eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts.

Auf den Vorbescheid würden sich die Betreiber nun berufen, um eine Umwandlung der Weinlagerhalle in ein Bordell vor Gericht zu erzwingen. Auch die darauffolgende Baugenehmigung wurde vor allem wegen bauplanungsrechtlicher Regularien vom Bezirk verweigert.

2020 klagten die Inhaber in einem Widerspruchsverfahren gegen die Entscheidung des Senats. Nun soll eine Entscheidung fallen. Nach Auskunft des Verwaltungsgerichts ruhte der Fall aufgrund der extrem hohen Belastung der Baukammern.

Die mündliche Verhandlung startet mit einer Ortsbegehung am 2. Dezember um 10 Uhr. Anwesend sind sowohl die Bordellbetreiber als auch das Land Berlin, vertreten durch das Rechtsamt und die Bauaufsicht des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Anschließend wird die Verhandlung im Verwaltungsgericht Moabit fortgesetzt.
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BK 02.12.2024
Gerichtstermin vor Ort

Das größte Bordell in Berlin will noch größer werden, möchte eine alte Lagerhalle zur Zweigstelle ausbauen. Doch die Behörden weigern sich. Nun schritt das Gericht ein.

Es ist ein Ort mit viel Verkehr: das kleine Gewerbegebiet an der Halenseestraße in Berlin-Wilmersdorf. Dort steht das Objekt der Begierde nahe der Stadtautobahn, einer Zugtrasse, der Messe Berlin samt Funkturm. Eine leer stehende Weinhandlung, die das Großbordell Artemis haben will. Daraus wollen die Betreiber des Liebestempels eine Außenfiliale machen. Doch der Bezirk will das nicht, rückt die Genehmigung nicht heraus. Und so trafen sich Bordellbetreiber, Behördenmitarbeiter, Richterin und Anwälte am Montag zum Gerichtstermin unter freiem Himmel.

Alle sind mit dicken Jacken und auch Mützen und Handschuhen erschienen. Richterin Anna von Oettingen hat offenbar nichts gegen einen Puff in einem ehemaligen Weinladen. Sie sagt: „Die grundsätzliche Frage darf man schon stellen: Wen stört es denn hier?“ Mit ihren kritischen Nachfragen zielt die Richterin während der Verhandlung auch mehr in Richtung des zuständigen Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf als der Bordellbetreiber.

Der Artemis-Besitzer Hakim Şimşek, der die Lagerhalle umbauen will und gegen den Bezirk klagt, sagte leicht gereizt: „Hier störe ich niemanden. Hier gibt es keine Nachbarn, keine Kinder, keine Schulen.“ Er finde Bordells und Prostitution in Wohngebieten nicht richtig. Entsprechende Kaufangebote habe er öfter gehabt, aber immer strikt abgelehnt.

Ein Vertreter des Bezirksamtes erwiderte: „Hier stört es.“ Zugleich räumte er ein: „Aber in der Innenstadt stört es noch mehr.“ Trotzdem bleibe der Bezirk bei seiner Ablehnung und wolle den Umbau nicht.

Vor Gericht ging es aber um Baurecht und Nutzungspläne und weniger um eine Frage des Bordellbetriebs. Der Bezirk hatte seine Ablehnung der Baugenehmigung mit mehreren Aspekten des Bau- und Planungsrechts begründet.

Das Artemis hatte 2005 in einem mehrgeschossigen früheren Lagerhaus an der Autobahn eröffnet. Es ist das größte Bordell in Berlin und eines der größten in Deutschland. Die Betreiber sprechen auf ihrer Internetseite von einem FKK-Klub und Bordell mit Saunen und Swimmingpool. Besucher zahlen eine Pauschale von 90 Euro für die Nutzung der Wellnesseinrichtungen. Sex kostet extra und wird direkt bei den Prostituierten gezahlt.

Bordell in Weinhandlung: Seit fünf Jahren verweigern Behörden den Antrag

2009 kauften die beiden Betreiber die jetzt strittige Lagerhalle mit 4000 Quadratmetern Fläche in der Nähe. 2017 beantragten sie den Bau eines achtgeschossigen Bordells. Wegen der Höhe wurde das abgelehnt.

2019 beantragten sie, nur die Halle auszubauen. 32 Zimmer für die Prostituierten und ihre Kunden soll es geben, sogenannte Verrichtungszimmer. Außerdem Zimmer für die Frauen, die dort auf Selbstständigen-Basis arbeiten sollen, zum Schlafen und Ausruhen.

Die Richterin betonte, bei der ersten Ablehnung sei es eigentlich nur um die Gebäudehöhe gegangen. Nun spielten plötzlich weitere Aspekte eine Rolle. Dabei sei der Zweck des Gebäudes derselbe geblieben.

Auch der Schallschutz nach außen gegen die Autobahn und auch innerhalb spielte eine Rolle. „Daran haben Sie doch bestimmt gedacht“, sagte die Richterin. „Sie wollen ja nicht, dass eine Dame mit einem Kunden durch den Lärm der anderen Dame und ihrem Kunden gestört wird.“ Die Antwort des Bordellbetreibers: „Selbstverständlich.“

Nach mehr als zwei Stunden mit Rundgang auf dem Gelände bei winterlichen Temperaturen und der eigentlichen Verhandlung in der ebenfalls eiskalten Halle stellte die Richterin mit Blick auf die ebenfalls wippenden und zitternden Prozessteilnehmer erst mal fest: „Oh, ist mir kalt!“ Erleichtert verließen alle den Ort.

Bordell-Betreiber zogen vor Gericht

Das Artemis war auch 2016 durch eine große Razzia der Polizei in die Schlagzeilen geraten. Mehrere Männer und Frauen wurden festgenommen und in Untersuchungshaft gesperrt. Die Staatsanwaltschaft sprach unter anderem von Verbindungen zur Organisierten Kriminalität. Doch die Vorwürfe fielen in sich zusammen.

Die Betreiber zogen vor Gericht und setzten nach mehreren Jahren durch, dass das Land Berlin sich 2023 entschuldigte und 250.000 Euro Entschädigung zahlte. Nach eigenen Angaben spendeten sie daraufhin 350.000 Euro an das Kinderkrankenhaus der Uniklinik Charité.

Und nun siegen die Artemis-Betreiber wieder vor Gericht. Am Montagnachmittag steht fest: Die geplante Erweiterung des Großbordells Artemis durch den Umbau einer nahe gelegenen Lagerhalle ist baurechtlich zulässig. Das Land Berlin und der zuständige Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf wurden zur Erteilung der Baugenehmigung verpflichtet. Gegen das Urteil kann der Antrag auf Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gestellt werden.
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BM 02.12.2024
Urteil zu Mega-Puff gefallen: Artemis darf zweites Bordell errichten

Der Betreiber von Berlins Großbordell Artemis darf eine Lagerhalle in ein Bordell umwandeln. Was jetzt auf Berlin zukommt.

Es ist eine unwirtliche Gegend: eingezwängt zwischen Eisenbahndämmen, der Stadtautobahn A 100 und der Halenseestraße, die an diesem Abschnitt parallel zueinander verlaufen, befindet sich hinter einer Autowerkstatt ein seit Jahren überwiegend leerstehendes Lagerhaus. Zuletzt, so verkünden es noch Werbetafeln an dem heruntergekommenen Gebäude, hatte hier ein Weinhandel sein Lager. Und genau hier wollen die Brüder Kenan und Hakki Simsek ein neues Bordell eröffnen – und aus Sicht des Berliner Verwaltungsgerichts dürfen sie das auch.

Vorausgegangen war dem Gerichtsentscheid ein Ortstermin, den die 19. Kammer des Berliner Verwaltungsgerichts mit der Vorsitzenden Richterin Anna von Oettingen für Montagvormittag angesetzt hatte. Einleitend erläuterte die Richterin noch einmal, worum sich Bezirk, Land Berlin und die Brüder seit Jahren streiten.

Bordell-Betreiber planen ein Laufhaus

2009 hatten die Simseks, die auch das Großbordell Artemis auf der gegenüberliegenden Seite der Stadtautobahn A100 betreiben, das 4000 Quadratmeter große Grundstück mit der in den 1960er Jahren errichteten Lagerhalle erworben. 2017 reichten die Brüder eine Bauvoranfrage beim Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ein – mit dem Ziel, das Gebäude abzureißen und durch ein achtstöckiges Bordell mit Gentlemans-Club, Sauna, Tiefgarage und Suiten zu errichten.

Das Bezirksamt lehnte den Bauvorbescheid allerdings ab, mit dem Argument, der Achtgeschosser füge sich nicht in die Umgebung ein. Nicht abgelehnt wurde damals jedoch die geplante Bordellnutzung auf dem Gelände: In einem Vorbescheid aus dem Jahr 2018 wurde diese für zulässig erklärt, da das Grundstück im sogenannten unbeplanten Innenbereich (§ 34 BauGB) liege und gewerbliche Nutzungen dort grundsätzlich zulässig seien.

Die Brüder beantragten daraufhin 2019 eine Baugenehmigung, die nun vorsah, die Lagerhalle in ein Laufhaus umzufunktionieren. Im Erdgeschoss sollten dafür eine Rezeption und 32 sogenannte Verrichtungszimmer eingerichtet werden, die die selbstständigen Prostituierten mieten können. Im Untergeschoss sollten laut Bauantrag den Sexarbeiterinnen zudem Übernachtungszimmer angeboten werden. die diese ebenfalls anmieten können.

Senat will „Zersiedelung“ verhindern – Bezirk lehnt Genehmigung ab

Doch der Bezirk lehnte die Baugenehmigung 2020 ab, weil er sich inzwischen der Auffassung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung angeschlossen hatte. Diese lehnt die Bordellnutzung auf dem schmalen Grundstück mit dem Argument ab, es handele sich bei dem Areal um einen sogenannten Außenbereich: Gemäß Paragraph 35 des Baugesetzbuchs (BauGB) sind Bauvorhaben im Außenbereich nur unter bestimmten Bedingungen zulässig, um Zersiedelung zu vermeiden und die Natur zu schützen. Dazu gehören beispielsweise Vorhaben, die der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft oder dem Gartenbau dienen.

Bei einem Rundgang über das zwischen Gleisen und Autobahntrassen eingezwängte Grundstück registrierte die Vorsitzende Richterin sorgfältig den Zustand der „Natur“: „Auf der wiesenartigen Fläche hinter der Lagerhalle liegt Müll“, sprach Anna von Oettingen in ihr Diktiergerät. „Das Grundstück ist von einer steilen Böschung begrenzt, hinter der Bahngleise liegen“, lautete ein anderer. Und: „Ein räumlicher Zusammenhang mit der ATU-Werkstatt besteht und spricht für ein gewerbliches Gebiet.“

Beim Rundgang durch das Innere der Lagerhauses machte die Richterin deutlich, dass ihr die vom Bezirk und Senatsverwaltung vorgebrachten Versagungsgründe nicht wirklich einleuchten: „Die grundsätzliche Frage darf man schon stellen: Wen stört es denn hier?“ fragte sie mehrmals nach. Der Vertreter des Bezirksamtes blieb dabei: „Hier stört es“, wobei er allerdings offen ließ, wer genau sich an diesem Ort, mit einer Autowerkstatt als einzigem direkten Nachbarn, hätte gestört fühlen können.

Artemis-Besitzer: „Hier störe ich niemanden“

Artemis-Besitzer Hakki Simsek jedenfalls ist die Empörung über die Vertreter der Genehmigungsbehörden – zur Unterstützung des Bezirks ist auch eine Abgeordnete aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erschienen - deutlich anzumerken: „Hier störe ich niemanden. Hier gibt es keine Nachbarn, keine Kita, keine Schulen.“ Er finde Bordelle und Prostitution in Wohngebieten nicht richtig. Entsprechende Kaufangebote habe er öfter gehabt, aber immer strikt abgelehnt.

Die Richterin zerpflückte anschließend auch die Argumente des Bezirkes, wonach Schallschutzgründe und mangelnde Beleuchtung der Räume im Untergeschoss die Bordellnutzung unmöglich machen sollen. Dafür gebe es bautechnische Lösungen, die auch den eingereichten Bauakten zu entnehmen seien. Der Vertreter des Bezirks beharrte jedoch auf seiner Position und beantragte, die Klage des Bordell-Betreibers abzuweisen.

Nach zwei Stunden beendete die Richterin den Rundgang. Wenig überraschend kam dann am Nachmittag um 16.30 Uhr die Entscheidung: „Die Kammer hat die Klage abgewiesen“, so eine Gerichtssprecherin (VG 19 K 329/20). Gegen das Urteil kann der Antrag auf Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gestellt werden.

Hakki Simsek äußerte sich dazu: „Wir freuen uns, dass unser Vorhaben für zulässig erklärt wurde, so wie es das Bezirksamt Charlottenburg im Jahr 2017 ja auch schon für zulässig erklärt hat. Die Versagung der beantragten Baugenehmigung im Jahr 2020 durch die damalige Bausenatorin Frau Lompscher war offensichtlich politisch motiviert. Wir freuen uns, dass sich das Recht durchgesetzt hat.“

Jahrelanger Rechtsstreit nach Razzia im Artemis

Schon einmal hatte das Land Berlin gegenüber den Bordell-Betreibern eine empfindliche Niederlage erlitten: Das Artemis war 2016 durch eine große Razzia der Polizei in die Schlagzeilen geraten. Mehrere Männer und Frauen wurden festgenommen und in Untersuchungshaft gesperrt. Die Staatsanwaltschaft sprach unter anderem von Verbindungen zur organisierten Kriminalität. Doch die Vorwürfe fielen in sich zusammen.

Die Betreiber zogen vor Gericht und setzten nach mehreren Jahren durch, dass das Land Berlin sich 2023 entschuldigte und 250.000 Euro Entschädigung zahlte. Nach eigenen Angaben spendeten sie daraufhin 350.000 Euro an das Kinderkrankenhaus der Uniklinik Charité.
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BZ 02.12.2024
Land Berlin muss Verfahrenskosten tragen

Sieg für Artemis-Betreiber vor Gericht: Lagerhalle darf zu Bordell umgebaut werden
Das größte Bordell Berlins wird noch größer: Nach einem jahrelangen Rechtsstreit zwingt das Verwaltungsgericht nun das Land Berlin, eine Baugenehmigung zu erteilen.

as Berliner Großbordell Artemis möchte expandieren. Doch bislang stellten sich Bezirk und Senat quer. Es fehlte eine Baugenehmigung. Die Betreiber des Artemis, die Brüder Şimşek, wollen eine Lagerhalle am Dreieck Funkturm in der Nähe des bereits bestehenden Bordells Artemis und der Messe in Wilmersdorf zum Laufhaus umbauen. Nun hat das Berliner Verwaltungsgericht eine Entscheidung gefällt.

Das Artemis ist eines der größten Bordelle in Deutschland und das größte Berlins. Es wurde 2005 von Hakim und Kenan Şimşek in einem früheren Lagerhaus eröffnet. Vom Haupteingang aus ist die Lagerhalle, in der das neue Bordell entstehen soll, zu sehen. Besucher zahlen 90 Euro Eintritt, alkoholfreie Getränke und die Nutzung der Wellnesseinrichtungen inklusive. Sex kostet extra und wird direkt bei den selbstständig tätigen Sexarbeiterinnen gezahlt. Ein ähnliches Modell soll es wohl auch in dem zweiten Standort der Şimşeks geben. Dafür gibt es nun grünes Licht.

Laut dem Statistischen Bundesamt gab es 2023 knapp 90 Prostitutionsstätten in Berlin und knapp 1800 angemeldete Prostituierte. In ganz Brandenburg waren es nur 40.

32 Verrichtungszimmer: Grünes Licht für weiteres Großbordell

Die Entscheidung fiel nach einer denkwürdigen Verhandlung am Montag. In dicken Jacken, Mützen und Handschuhen wurde in der alten, nicht beheizten Lagerhalle nach einem vorherigen Rundgang über das Gelände verhandelt. Zurück im warmen Gericht entschied Anna von Oettingen, Vorsitzende Richterin der 19. Kammer, am Montagnachmittag: Die Lagerhalle darf umgebaut werden. Die Kammer verpflichtete mit ihrer Entscheidung das Land Berlin dazu, eine Baugenehmigung zu erteilen.

Zwar liege das Grundstück nicht im baurechtlichen Innenbereich, so das Gericht. Ausnahmsweise sei jedoch auch das Bauvorhaben genehmigungsfähig, weil das Grundstück erschlossen sei und ihm öffentliche Belange nicht entgegenstünden. Gegen das Urteil kann der Antrag auf Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gestellt werden.

Die grundlegende Frage, die sich das Gericht stellen musste, war: Stört das Bordell an dieser Stelle, oder stört es nicht? Hakim Şimşek hatte dafür eine klare Antwort: Nein. „Hier gibt es keine Nachbarn, keine Kinder, keine Schulen.“ Sichtlich aufgebracht machte er klar, dass er nichts von Bordellen in Wohngebieten halte. Dieser Ort auf einem ehemaligen Bahngelände sei daher optimal für ein Laufhaus.

Der anwesende Vertreter des Bezirksamtes sah dies anders. Zwar störe ein Bordell in der Innenstadt noch mehr, dennoch sei es dem Bezirk auch an dieser Stelle ein Dorn im Auge. Deshalb lehnte das Bezirksamt auch einen Vermittlungsversuch der Richterin zu einem Vergleich ab. Nun bleibt dem Amt nur noch die Revision.

Vor Gericht ging es aber, neben Fragen des Lärmschutzes für die Prostituierten, vor allem um Baurecht und Nutzungspläne.

Im Grundbuch steht für das 4000 Quadratmeter große Areal und die dazugehörige Lagerhalle bereits seit 2010 der Name Şimşek. Zuvor wurde in der Halle ein Weinhandel betrieben. Bereits 2017 hatten die Brüder beantragt, an dieser Stelle ein Großbordell mit acht Stockwerken, Suiten und Saunalandschaft zu bauen. Das Bezirksamt sagte damals: Jein.

Grundsätzlich sei ein Bordell an dieser Stelle für den Bezirk in Ordnung, nur die Höhe sei ein Problem gewesen. Doch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung kippte die Entscheidung im Jahr 2020 komplett, mit der Begründung, das Grundstück an der Halenseestraße liege im baurechtlichen Außenbereich, wo grundsätzlich nur land- und forstwirtschaftliche Betriebe und ähnliche Sondernutzungen zulässig sind.

40.000 Euro Verfahrenskosten muss das Land Berlin tragen
Die Brüder klagten und beantragten daraufhin, statt eines Neubaus nur die bestehende Halle ausbauen zu dürfen. Der Plan sieht 32 Verrichtungszimmer für selbstständige Prostituierte vor, außerdem Übernachtungszimmer im Keller für die dort arbeitenden Frauen. Unter der Bedingung, dass für ausreichend Lärmschutz und Belichtung in den Übernachtungsbereichen gesorgt werde, gab das Gericht am Montag den Bordellbetreibern recht.

Der geschätzte Streitwert der Klage: Über 1,3 Millionen Euro. Die Verfahrenskosten, die auf etwa 40.000 Euro geschätzt werden, muss nun das von Sparmaßnahmen gebeutelte Land Berlin tragen.

Die Entscheidung für das Bordell freut nicht nur die Betreiber Şimşek. Auch Holger Rettig vom Unternehmerverband Erotikgewerbe Deutschland begrüßt den Ausgang des Verfahrens. Das Artemis ist ein Mitgliedsbetrieb des Verbands. „Es ist bedauerlich, dass es notwendig war, die Baugenehmigung einzuklagen. Das Steuergeld, das die Behörde dafür aufwenden musste, hätte sinnvoller eingesetzt werden können. Dennoch freuen wir uns.“

„Im Artemis gibt es legale Arbeitsplätze für Prostituierte, die weit über den vom Prostituiertenschutzgesetz geforderten Ansprüchen an Hygiene und Sicherheit liegen“, so Rettich. Auch in dem neuen Laufhaus sind ähnliche Standards zu erwarten. Eine Ablehnung des Gerichts hätte er für problematisch gehalten.

„Wenn sich der Bezirk bei einem solchen Standort schon sperrt, an dem niemand gestört wird, wo soll es dann noch legale Prostitution geben?“ Das eröffne Räume für illegale Prostitution – „und entsprechende Probleme wie Menschenhandel und Zuhälterei.“ Insofern seien weitere legale Arbeitsplätze in der Prostitution durchaus wünschenswert.

Seit den Verboten der Corona-Zeit sei die illegale Prostitution in Deutschland und Berlin stark gewachsen. Viele Prostituierte hätten während der Pandemie aus Geldnot illegal gearbeitet, so Rettig. Einige seien auch nach Corona dabei geblieben.

„Sie haben gemerkt, sie werden nicht kontrolliert. Und selbst wenn, sind die Folgen für sie meist nicht so schlimm“, so Rettig. „Sie verdienen mehr Geld, zahlen keine Steuern, haben keine Kontrollen.“ Doch auf die Einhaltung der gängigen Gesetze zu Sicherheit und Hygiene werde in diesen illegalen Wohnungsbordellen kaum geachtet. „Das wird ausgenutzt von Personen, die sich nicht an Recht und Gesetz halten. Polizei und Ordnungsbehörden haben viel zu wenig getan gegen illegale Prostitution“, so Rettig. Er spricht von einem Kontrolldefizit. „Deshalb ist es wünschenswert, legale Arbeitsplätze anzubieten.“

Grundsätzlich gehe es den Bordellen der Hauptstadt nach Corona erst langsam besser, viele haben noch mit den Verdienstausfällen der Pandemiezeit zu kämpfen, einige Etablissements hätten das nicht überlebt, so Rettig. Eine Lücke, die womöglich das Großbordell Artemis schließen konnte – und vielleicht auch deshalb nun expandieren will.

Artemis-Betreiber siegten schon einmal vor Gericht gegen das Land Berlin
Die Jahresabschlüsse des Unternehmens zeigen: In den Pandemiejahren machte das Artemis gut 350.000 Euro Verlust, bekam jedoch mehrmals mehrere Hunderttausend Euro staatliche Beihilfen. Im Jahr 2022 fuhr das Bordell über 640.000 Euro Gewinn ein, eines der besten Geschäftsjahre für das Unternehmen in den letzten Jahren.

Bereits 2016 war das Artemis in den Schlagzeilen: Es gab eine Razzia mit mehreren Hundert Beamten in dem Bordell. Mehrere Männer und Frauen kamen in Untersuchungshaft. Der Staatsanwaltschaft ging es um Verbindungen zu Organisierten Rocker-Kriminalität und Steuerhinterziehung. Die Vorwürfe stellten sich jedoch als haltlos heraus.

Die Betreiber zogen vor Gericht – und setzten sich auch schon hier gegen das Land Berlin durch. Ein Gericht ordnete 2023 an: Das Land muss sich entschuldigen und 250.000 Euro Entschädigung zahlen. Nach eigenen Angaben sollen die Şimşeks daraufhin 350.000 Euro an das Kinderkrankenhaus der Uniklinik Charité gespendet haben.
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Verkehrsbehinderungen

Verfasst: 20.01.2025, 10:28
von Red Light News
BK 20.01.2025
Chaos am Funkturm! Mega-Bordell Artemis in Gefahr – Sperrung droht

Eine geplante Modernisierung sorgt für Frust und Ärger – und könnte dem berühmten Großbordell Artemis die Kundschaft abgraben.

Es brodelt rund ums Autobahndreieck Funkturm in Berlin. Eine geplante Modernisierung sorgt für Zoff – und könnte das berühmte Großbordell Artemis die Kundschaft abgraben. Der Grund: Die Halenseestraße, wichtiger Verkehrsweg für das Etablissement, soll dichtgemacht werden. Auch zahlreiche Kfz-Betriebe wären betroffen.

Die staatliche Planungsgesellschaft Deges will während der jahrelangen Bauarbeiten an der Berliner Stadtautobahn A 100 Nägel mit Köpfen machen. Kein privater Verkehr mehr, nur BVG-Busse sollen durch, schreibt der „Tagesspiegel“ (Bezahlschranke). Anschlussstellen zur Autobahn? Ebenfalls dicht! Doch wie Gäste und Mitarbeiter des Artemis dann noch hinkommen sollen, ist völlig unklar.

Der Plan sorgt für Wut und Empörung in Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) schlägt bereits Alarm.

Vor allem die CDU und die Grünen stellen sich quer und fordern das Bezirksamt auf, Druck bei der Senatsverkehrsverwaltung und der Deges zu machen. Die Linksfraktion enthielt sich, doch sonst herrscht große Einigkeit: Eine Lösung muss her – und das schnell.

Für das Artemis wird die Luft dünner

Im Gespräch ist eine Behelfsstraße, die während der Bauphase als Ausweichroute dienen könnte. Doch die Zeit drängt: Am 23. Januar wird die BVV voraussichtlich ihre Forderung offiziell bestätigen. Das eigentliche Problem? Charlottenburg-Wilmersdorf hat bei den Plänen kein Vetorecht.

Für das Artemis und andere Betriebe an der Halenseestraße wird die Luft damit immer dünner. Wird der Verkehrskollaps am Funkturm noch abgewendet – oder steht das Großbordell vor dem Aus? Viele Anwohner in der Gegend würden das vielleicht gar nicht so ungern sehen. Schon seit Jahren gibt es Ärger mit den Leuten in dem Kiez. Vor allem Mütter sorgen sich um einen möglichen schlechten Einfluss auf ihre Kinder.
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BK 29.01.2025
Spezialverkehr rettet Berlins Mega-Bordell Artemis

Aufatmen im Berliner XXL-Bordell Artemis. Eine geplante Großbaustelle in der Nähe des Rotlicht-Etablissement am Autobahndreieck Funkturm hatte Panik ausgelöst, der Puff sei über die Straßen womöglich nicht mehr erreichbar. Es hätte das Aus für das Bordell bedeutet. Jetzt kam die Entwarnung. Der Puff-Betrieb kann weitergehen.

Es war eine Meldung, die Freunde des horizontalen Gewerbes ins Schwitzen brachte: Mega-Baustelle am Funkturm? Alle großen Straßen dicht? Komme ich dann nicht mehr ins Artemis?

Zum Glück hatte die „Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH“ (Deges), die sogenannte Vorhabenträgerin für den anstehenden Umbau des Autobahndreiecks Funkturm, mitgedacht. Laut Deges müssen sich weder Anwohner noch der Riesen-Puff Sorgen machen.

Dem Berliner KURIER teilte das Unternehmen mit: „Richtig ist, dass sich während der Bauzeit des AD Funkturm die Befahrbarkeit der beiden Halenseestraßen durch das Baufeld hindurch […] nicht zu jedem Zeitpunkt aufrechterhalten lässt.“ Das liege allerdings daran, „dass sie in der Lage leicht verändert werden und vor allem die Brücken im Zuge der Halenseestraßen über die Bahn abgebrochen und neu gebaut werden müssen“.

Und weil die Autobahnbrücken über die Bahn in diesem Bereich erneuert werden, wird der Autobahnverkehr zeitweilig auf einen Teil der Trassen der Halenseestraße gelegt, sodass diese dann für den Stadtstraßenverkehr nicht vollständig zur Verfügung stehen.

Artemis-Kunden können aufatmen

Allerdings: Je nachdem, wo der Individualverkehr dann tatsächlich hinmöchte oder herkommt, „kann er die der Baustelle benachbarten Anschlussstellen nutzen und über die Autobahn oder weiträumiger über andere Stadtstraßen trotzdem sein Ziel erreichen“.

Heißt: Durch die Verkehrsführung wird sichergestellt, dass alle Anlieger jederzeit zu ihren Grundstücken gelangen. Das betrifft das Artemis, das ATU-Gelände und auch den Werkstättenweg, der südlich der Bahnanlagen an die Halenseestraße West anschließt, so die Deges.

Dazu würden beide Halenseestraßen südlich der Brücken im Gegenverkehr eingerichtet werden, sodass man vom Rathenauplatz immer dorthin gelangt.

Die Kundschaft des XXL-Bordells und der Gewerbe-Anlieger dürfte das ebenso freuen, wie die Besitzer der jeweiligen Unternehmen. Für manchen Anwohner sieht die Sache dagegen anders aus. Wer glaubte, das Artemis und mit ihm der Nuttensuchverkehr in den Quartieren rund ums Autobahndreieck seien schon bald Geschichte, dürfte jetzt bitter enttäuscht sein.
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Artemis Archiv 📂

Verfasst: 12.02.2026, 14:15
von Red Light News
TS 12.02.2026
Wolkenkratzer statt Bordell: Betreiber wollen „Artemis“ abreißen lassen

Einen mehr als 200 Meter hohen „Messeturm Berlin“ planen die Bordellbetreiber auf dem Grundstück neben der A100. Für das „Artemis“ sind neue Standorte im Gespräch.

Mehr als 20 Jahre nach seiner Eröffnung soll das Großbordell „Artemis“ in Berlin-Halensee für den Bau eines Wolkenkratzers abgerissen werden. Der „Messeturm Berlin / Expo Tower Berlin“ auf dem Grundstück nahe der Stadtautobahn A100 soll mehr als 200 Meter hoch werden und wäre damit das höchste Hochhaus Berlins. Aktueller Spitzenreiter ist der im Bau befindliche „Estrel Tower“ in Neukölln mit 176 Metern.

Die „Artemis“-Betreiber Hakki und Kenan imek treiben die neue Planung voran. In einem Konzeptpapier, das dem Tagesspiegel vorliegt, wird das Bauvorhaben als „Impulsprojekt“ für den „Stadteingang West“ beworben. Dieses Wohn- und Gewerbequartier plant das Land Berlin in der Nähe auf dem früheren Güterbahnhof Grunewald zwischen dem Messegelände, dem ICC sowie den S-Bahnhöfen Westkreuz und Grunewald.

In den unteren Etagen des Hochhauses soll ein „offenes Stadtfoyer“ als „Forum für Quartier, Messebesucher und Pendler“ dienen. Dazu könnten Aufenthaltsräume und „quartiersnahe Dienstleistungen wie Nahversorgung und Gesundheitsangebote“ gehören, heißt es. Angedacht sind auch ein öffentlicher Weg über das Grundstück sowie eine Fußgängerbrücke zum S-Bahnhof Westkreuz.

Im mittleren Bereich des Turms sind Nutzungen mit Bezug zum Messegelände am Funkturm vorgesehen – zum Beispiel „modulare Showrooms, Projekt- und Büroflächen für Aussteller und Organisationen sowie Räume für kleinere Kongresse und Fachgespräche“. In den oberen Stockwerken geht es um temporäres Wohnen und Hotelzimmer für Messe-Aussteller und internationale Fachkräfte. Auf dem Dach könnte ein Aussichtspunkt mit Gastronomie entstehen.

„Artemis“ soll umziehen

Und was wird aus dem Bordell „Artemis“, dessen Räume für bis zu 70 Prostituierte und 600 Gäste reichen? Die Brüder imek hätten vor, den Betrieb andernorts in Berlin fortzuführen, sagte ihr Rechtsanwalt auf Nachfrage. Eine Ansiedlung im Hochhaus schloss er aus.

Zu den möglichen Ersatzflächen zählt das alte Lagerhaus, das auf der gegenüberliegenden Seite der A100 steht. In einem Rechtsstreit mit dem Land Berlin hatte sich Hakki imek bereits Ende 2024 durchgesetzt: Das Verwaltungsgericht urteilte, die leer stehende Halle dürfe zum Bordell umgebaut werden. Damals war sie als Zweitstandort des „Artemis“ im Gespräch.

Das Baukollegium Berlin will am 23. Februar über die Pläne beraten. Das wurde am Mittwochabend im Stadtplanungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf bekannt. Federführend sei die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, sagte Bezirks Baustadtrat Christoph Brzezinski (CDU). Das Baukollegium ist ein ehrenamtliches Gremium unter der Leitung von Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt und berät die Senatsverwaltung.

In die Schlagzeilen war das „Artemis“ vor rund zehn Jahren geraten: 950 Beamte durchsuchten damals die Räume und die Wohnungen der Betreiber. Diese kamen auch in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft erweckte den Eindruck, das „Artemis“ basiere auf organisierter Kriminalität. Bald erwiesen sich alle Vorwürfe als haltlos. Erst 2023 rang sich das Land Berlin zu einer Entschuldigung durch und zahlte 250.000 Euro Entschädigung. Die Betreiber spendeten das Geld.
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