Bild 12.05.2015
Riesen-Razzia gegen Bandidos-Rocker
Emmerich/MĂŒnster â Zeitgleich morgens um sechs Uhr schlugen Spezialeinheiten und Fahnder europaweit zu. Riesen-Drogen-Razzia gegen Bandidos-Rocker im Morgengrauen!
In Emmerich sprengten die schwer bewaffneten Elitepolizisten mehrere TĂŒren am Sauna-Club âGolden Dreamsâ auf, stĂŒrmten das GebĂ€ude. Der Beschuldigte leistete keinen Widerstand, alles ging blitzschnell. WĂ€hrend der ErstĂŒrmung des Privathauses eines VerdĂ€chtigen mussten SEK-Beamte allerdings einen Kampfhund erschieĂen.
Im Einsatz waren weit ĂŒber 1000 Polizisten, darunter auch Spezialeinheiten aus mehreren BundeslĂ€ndern. Da die 15 Beschuldigten (36â
bisâ
51) alle den Bandidos angehören, befĂŒrchtete man die Gegenwehr bewaffneter Rocker. Es handelt sich laut Polizei um acht finnische Rocker und sieben Mitglieder der Bandidos Steinfurt.
Hintergrund fĂŒr die lange geheim gehaltene Razzia in NRW, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Holland und sogar Finnland sind Ermittlungen des PolizeiprĂ€sidiums MĂŒnster. Seit Herbst letzten Jahres sind die dortigen Kripo-Fahnder dem Rocker-Drogenring auf der Spur. Die Bandidos sollen im groĂen Stil mit Marihuana, Kokain und Amphetamin gehandelt haben.
Oberstaatsanwalt Stefan Lechthape: âIhnen wird die gewerbsmĂ€Ăige Herstellung und der internationale Handel mit Rauschgift vorgeworfen. Sie sind international organisiert und professionell vernetzt.â
Neben Drogen im Wert von 30000 Euro stellten die Ermittler auch gröĂere Mengen Marihuana-Pflanzen sicher sowie abgeerntete Marihuana-BlĂ€tter in einer niederlĂ€ndischen Trocknungsanalge. AuĂerdem fanden die Fahnder vier scharfe Schusswaffen und eine Handgranate.
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RP 13.05.2015
Razzia in Saunaclub: Diesmal Drogen
In der Nacht zu Dienstag haben Sondereinheiten der Polizei den Saunaclub "Golden Dreams" gestĂŒrmt. Gegen 6 Uhr in der FrĂŒhe hörten Nachbarn die GerĂ€usche berstender TĂŒren. In den RĂ€umen ging die Polizei zielstrebig vor und erschoss dabei angeblich einen Hund.
ie Razzia war Teil einer groĂ angelegten Polizeiaktion. Es ging um internationalen Rauschgifthandel. Schwerpunkt waren Emmerich und Rheine im Kreis Steinfurt. Verwickelt sind nach Angaben der Polizei Mitglieder der Rockergruppe "Bandidos".
Schon seit lĂ€ngerer Zeit gibt es GerĂŒchte in Emmerich, dass sich diese Motorradgang in der Stadt einnisten will. Im Januar 2014 hatte die Polizei mit einer Hundertschaft den Geburtstag eines angehenden Mitglieds der Bandidos in der GaststĂ€tte "Heck Meck" am Löwentor umstellt. Bei den GĂ€sten handelte es sich um Sympathisanten des Rockerclubs sowie Freunde des Gastgebers im Alter zwischen 25 und 30 Jahren.
In der Folge munkelte man in Emmerich, dass sich die Bandidos in der Stadt eine Immobilie zulegen wollen. Ist das nun etwa geschehen?
Das "Golden Dreams" ist Nachfolger des "Sun Temple". Und dieser "Sonnentempel" wiederum war der Nachfolger vom "Fungarden". Dieses Bordell war im vergangenen Jahr pleite gegangen. Im Bordell war im Januar 2014 nichts mehr zu holen: Das Insolvenzeröffnungsverfahren ĂŒber das Vermögen der Fun-Garden-Star GmbH an der Tackenweide war mangels Masse abgewiesen worden. Bekanntlich hatte im Sommer 2014 eine GlĂ€ubigerin den Antrag gestellt. Vorher war das BetreiberpĂ€rchen vom Landgericht Kleve zu mehrjĂ€hrigen Haftstrafen wegen Menschenhandels und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe verurteilt worden.
Seit Oktober 2013 gab es am alten Standort also den "Sonnentempel". Anfang April war dann Schluss damit. "Golden Dreams" hieà das Etablissement seither. Es soll nach Informationen der RP Betreibern aus Nordhorn gehören.
Die Razzia weckt in Emmerich Erinnerungen an die VorgĂ€nge rund um den "Fungarden". Im MĂ€rz 2012 hatten Polizeibeamte, Zöllner und Steuerfahnder das Bordell hochgenommen. Es ging um Gewalt und Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung. Frauen wurden aus dem Ausland eingeschleust â ganz zu schweigen von Steuerhinterziehung in Millionenhöhe.
Das Landgericht Kleve verurteilte spĂ€ter Esed D. und seine LebensgefĂ€hrtin zu Haftstrafen von fĂŒnf Jahren und neun Monaten beziehungsweise zweieinhalb Jahren. Danach fĂŒhrte ein Verwandter des inhaftierten ehemaligen Betreibers Esed D. die GeschĂ€fte.
WĂ€hrend es das Fungarden noch gab, hatte das Gewerbeamt ĂŒber Jahre hinweg massenhaft Gewerbescheine fĂŒr frisch aus dem Ausland eingereiste "TĂ€nzerinnen" oder "Hostessen" ausgestellt. Das Landgericht Kleve hatte die zustĂ€ndigen Mitarbeiter in Schutz genommen: Sie hĂ€tten in der Bearbeitung der Gewerbescheine keinen groĂe Ermessensspielraum gehabt.
Und so ist die Rechtslage tatsÀchlich auch.
Die Stadt kann gegen BordellgrĂŒndungen an der Tackenweide nichts unternehmen Es gibt Bestandsschutz: Da war vorher ein Bordell, also kann man einem neuen Betreiber die Ansiedlung nicht verweigern.
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