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Schlaraffenland Archiv 📂

Verfasst: 16.03.2020, 18:12
von FSDACH

Corona Krise

Verfasst: 16.03.2020, 18:12
von Red Light News
WP 16.03.2020
Coronavirus: So reagiert der Kreis Olpe auf die Krise

Nachtclubs: „Es ist eine absolute Krise“, meint Burghard Grudnick, Clubbesitzer des FKK-Schlaraffenland in Wenden. Am Montagmorgen habe er den Anruf der Gemeinde bekommen, dass er seinen Club sofort und bis auf Weiteres schließen müsse. „Schon in den vergangenen zwei Wochen hatten wir nur noch sehr wenig Kunden, vielleicht 10 Prozent des üblichen Aufkommens“, so Grudnick.

Die Anzeichen waren da, trotzdem habe ihn die Entscheidung der Landesregierung überrumpelt. Wie es weitergehen soll, das wisse er noch nicht. „Vielleicht bieten wir Fern-Sex an. Die Mädchen stehen dann zehn Meter von dem Kunden entfernt und ziehen sich aus“, macht Grudnick einen nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag. Er hoffe, dass „die Mädchen nicht weglaufen“ und sich der Club bis Ende der Sperrfrist am 19. April halten könne. Auch seine Clubs in Hilchenbach und in Haiger seien bedroht.
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WP 05.08.2020
Warum der FKK-Club in Ottfingen schwarz verhüllt ist

Burghard Grudnick hat seinen FKK-Club in Wenden-Ottfingen schwarz eingehüllt. Wie kann es mit Prostitution zu Corona-Zeiten weitergehen?

Wer derzeit durch den Wendener Ort Wilhelmsthal fährt, fühlt sich an Christos Reichstag erinnert. Der FKK-Club Schlaraffenland ist komplett mit schwarzem Tuch verhüllt. Was steckt dahinter? Unsere Redaktion fragte nach bei Besitzer Burghard Grudnick. „Ich habe das zugehängt, weil wir zeigen wollen: Wir sind auch Teil der Gesellschaft. Es soll ein Signal sein, dass wir auch betroffen sind. Seit fast fünf Monaten verdiene ich keinen Cent. Ich kann nichts machen. Ich habe keine Ahnung, wann sich etwas tut. Es ist alles eine Katastrophe.“


Der 64-Jährige, der auch noch Clubs in Hilchenbach (Schwarze Tulpe) und Haiger (Casa 26) betreibt, versteht nicht, warum er nicht öffnen darf: „Wenn ich ins Nagelstudio gehe oder mich tätowieren lasse, ist das doch das gleiche wie im Bordell. Man könnte doch zumindest kleine Clubs mit zwei, drei Mädchen zulassen. Man könnte die Gästezahl beschränken, wie beim Friseur alles aufschreiben. Es gibt Desinfektionsmittel, die Mädchen lassen sich testen. Und auf dem Zimmer kann auch mit Maske gearbeitet werden.“

Zur Frage, ob es denn nicht heikel würde, wenn die Kunden ihre persönlichen Daten im FKK-Club hinterlassen müssten, meint Burghard Grudnick: „Viele würden das machen. Man muss ja dann die Angaben nicht gleich an die Frau schicken. Dann ruft man den Mann an. Da würde ich mich persönlich drum kümmern. Sie müssen sich keine Gedanken machen.“

Viele Stammkunden

Noch zwei bis drei Wochen will Grudnick seinen Club schwarz verhüllt lassen. „Die Resonanz darauf war gut. Bis vor Corona lief es gut. Ich habe viele Stammkunden“, berichtet er. Auch jetzt gebe es täglich Anrufe von Männern, die gerne wieder kommen würden. „Wir sind Menschen. Da sind die Triebe immer da, ob männlich oder weiblich“, meint der 64-Jährige. Und: „Auch meine Mädels würden gerne wieder kommen. Die stehen wie eine Eins hinter mir.“ In den ersten Wochen habe er sie noch finanziell unterstützt, doch jetzt müssten sie anderweitig arbeiten: „Die Gefahr für alle Bordellbesitzer ist es, dass die Mädchen weg sind.“

Acht bis zehn Damen aus Osteuropa hätten in der Vor-Corona-Zeit bei ihm im Club Schlaraffenland gearbeitet, berichtet Grudnick: „Ich stehe in Verbindung zu den Mädchen, aber ich habe keine Ahnung, wie es weitergeht.“ Trotz allem glaubt der 64-Jährige an eine Zukunft: „Im Moment renoviere ich den Club und gestalte ihn neu. Es muss ja weitergehen.“

9000 Euro habe er in der Corona-Anfangszeit vom Staat kassiert, jetzt lebe er vom Ersparten und einem weiteren Standbein. In Neunkirchen betreibt der 64-Jährige noch einen Getränkemarkt. Doch auch dort laufen die Geschäfte bei einem Minus von 40 Prozent schlecht. „Da fährt kein Kühlwagen raus, kein Bierrondell. Von da kriege ich auch nicht viel raus“, sagt Burghard Grudnick.
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WAZ 10.09.2020
Bordell braucht nach Neustart wieder Prostituierte

Gearbeitet hat Burghard Grudnick in den letzten sechs Monaten eigentlich durchgehend. Geld hat er dabei allerdings nicht verdient. Denn als Inhaber des FKK-Clubs „Schlaraffenland“ in Ottfingen musste der 64-Jährige seinen Betrieb in der Corona-Krise schließen. Die Zeit hat er für Renovierungen genutzt. Am Dienstag dann endlich die gute Nachricht: Das „Schlaraffenland“ darf wieder öffnen. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat das Verbot sexueller Dienstleistungen mit einem Eilbeschluss vorläufig außer Kraft gesetzt. „Es war schwer – ist es immer noch! Aber in drei Wochen sollte alles wieder glatt laufen“, gibt sich Grudnick zuversichtlich.

Drei Wochen? „Ich muss zuversichtlich sein, sonst kann ich das Ganze gleich vergessen“, meint Grudnick. Neben dem „Schlaraffenland“ in Ottfingen betreibt er noch Clubs in Hilchenbach („Schwarze Tulpe“) und in Haiger („Casa 26“). „Bevor Corona kam, hatte ich insgesamt 30 Mädchen, die bei mir gearbeitet haben. Jetzt sind es nur noch vier“, erzählt er. Viele Mädchen seien zurück in ihre Heimat gegangen – Ungarn, Bulgarien oder Rumänien –, haben Aushilfsjobs bei Fastfood-Ketten angenommen, seien schwanger geworden oder haben „aus der Not heraus geheiratet“. „Eine ist auch vorübergehend nach Polen gegangen, um dort in einer Fischfabrik zu arbeiten.“ Hauptsache über die Runden kommen.

Sehr gute Prostituierte verdiente in Vor-Corona-Zeiten bis zu 5000 Euro pro Woche

In Vor-Corona-Zeiten sind unter der Woche bis zu 30 Kunden täglich ins „Schlaraffenland“ gekommen, am Wochenende noch mehr. Grudnick glaubt, dass er relativ schnell wieder an dieses Niveau anknüpfen kann, aber: „Dafür brauche ich Mädchen. Wenn sie wissen, dass sie wieder arbeiten können, werden sie auch wieder kommen.“ Denn so viel, wie sie im Bordell verdienen – sehr gute Prostituierte kommen laut Grudnick bei ihm auf bis zu 5000 Euro die Woche –, so viel würden sie in der gleichen Zeit weder bei Fastfood-Ketten noch in Fischfabriken bekommen.

Was für das Geschäft des 64-Jährigen abgesehen vom Personalmangel auch noch hinderlich sein könnte: der Kontaktbogen. Dieser muss von jedem Gast beim Eintritt ausgefüllt werden. „Schön ist das nicht. Wenn dann mal wirklich ein Corona-Fall auftreten sollte, dann müssen wir ihn anrufen. Und wenn das dann die Frau mitkriegt, dann ist Stress vorprogrammiert“, so Grudnick.


Der Kontaktbogen ist nicht die einzige Maßnahme, die der Club-Besitzer ergreifen musste, um einen Bordell-Besuch in Corona-Zeiten zu ermöglichen. Es gibt auch eine Einbahnstraßenregelung. So sollen die Gäste durch den Haupteingang hereingelassen, über die Treppe in den ersten Stock zu den „Arbeitszimmern“ geleitet und nach dem Besuch über eine andere Treppe zum Seitenausgang gelotst werden, um den Begegnungsverkehr möglichst zu minimieren. In jedem Raum stehen Flächendesinfektionsmittel bereit, an den Wänden hängen Spender mit Desinfektionsgel. Mund-Nasen-Schutze werden allerdings nicht getragen. „Wie sollte das auch funktionieren? Außer, man will vielleicht Doktorspielchen machen.“

Bordellbesuch: ein menschliches Bedürfnis

Die Zwangspause hat Grudnick für Renovierungen und Umbauarbeiten genutzt. So wurde zum Beispiel der rote Teppich mit goldfarbenen Lilien neu verlegt, die Theke im Erdgeschoss ausgetauscht, neue Stromleitungen wurden installiert und die Duschen auf den Zimmern neu gekachelt. Wie viel Grudnick genau investiert hat in den letzten Monaten, möchte er nicht verraten. Nur so viel: „Es war eine Menge.“ Immerhin sei das Geld mit seinem zweiten Standbein – „Moni’s & Buggi’s Getränkehandel“ mit Sitz in Neunkirchen – weiter hereingekommen. Mit der Renovierung und dem neuen Erscheinungsbild hofft Grudnick, dass es bald wieder rund geht im FKK-Club. „Wir brauchen Bordelle! Das ist doch ein menschliches Bedürfnis.“
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WP 26.04.2021
Trotz Notbremse: Darf Bordell in Wenden Massagen anbieten?

Transparente am Bordell im Wilhelmstal sorgen für Verwirrung: Werden hier Massagen durchgeführt? Betreiber und Kreis klären Missverständnis auf.

Heike Kaufmann kann die Regelung nicht verstehen. Die Kosmetikerin aus Olpe darf ihr Studio „Vegan-Up“ in Siegen-Weidenau nur noch für die medizinische Fußpflege öffnen. Und auch nur, wenn die Kunden einen tagesaktuellen, negativen Corona-Test vorweisen können, der von einer zertifizierten Teststelle ausgegeben worden ist. Als sie am vergangenen Samstag aber sah, dass das Bordell „Schlaraffenland“ an der L 512 offenbar für Massagen geöffnet ist, war sie mehr als verwundert. „Mich würde mal interessieren, was sie für ein Hygienekonzept haben. Dann würde ich das auch gerne übernehmen“, sagt Kaufmann mit ironischem Unterton.

Massagen dürfen nur zu medizinischen Zwecken angeboten werden
Als sie am Wochenende über die Landstraße in Richtung Siegen unterwegs war, fielen ihr weiße Bettlaken und Schilder am Zaun des Etablissements auf. Darauf zwei Worte mit roter Schrift: „Offen“ und „Massage“, dazu jeweils ein Herzchen gemalt. Wie kann das sein? Nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung, die nach der Notbremse in Kraft getreten ist, dürfen körpernahe Dienstleistungen nur erbracht werden, wenn sie medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Zwecken dienen. Sollten Massagen im Bordell auch dazu gehören?

Weil Kaufmann diese Situation so absurd fand, fragte sie noch am selben Tag beim Ordnungsamt Wenden und beim Kreis Olpe nach. „Es kamen aber nur schwammige Aussagen, keine stichhaltige Begründung. Das hat mich dann nur noch mehr auf die Palme gebracht“, erzählt die Kosmetikerin im Gespräch mit unserer Redaktion. Zumal sich jeder denken könne, was in derartigen Etablissements passiere, dass es eben nicht nur bei einer Massage bliebe. Und: Wie will man das überhaupt kontrollieren?

„Mir geht es gar nicht darum, dass der Laden jetzt schließen muss. Jeder, der in dieser Zeit Geld verdienen kann und darf, soll das auch tun. Auch diese Existenzen sind bedroht. Ich finde es viel schlimmer, wenn es sonst auf illegalen Wegen passiert“, meint Kaufmann. Nur: Dass mit zweierlei Maß gemessen werde und keine nachvollziehbare Erklärung von öffentlicher Seite gegeben werden könne, mache sie wütend.

Prostituierte wurden für Corona-Tests geschult

Burghard Grudnick, Inhaber der Bar „Schlaraffenland“, beschwichtigt: „Wir dürfen seit Samstag keine Massagen mehr anbieten und tun das auch nicht.“ Er habe lediglich vergessen, die Laken rechtzeitig abzuhängen. Das habe er dann am Sonntagmorgen erledigt.

Auch bei ihm hätten die Kunden nur eine Massage in Anspruch nehmen dürfen, wenn sie einen tagesaktuellen, negativen Corona-Test vorweisen konnten. „Die Mädchen wurden sogar von den Apotheken angelernt, um selbst Abstriche vor Ort nehmen zu können. Das hat gut funktioniert“, sagt Grudnick. Trotzdem sei sehr wenig los gewesen. In den eineinhalb Monaten, in denen das „Schlaraffenland“ für Massagen geöffnet haben durfte, hätten die vier Mädchen gerade mal ein bis zwei Massage-Kunden pro Tag gehabt. „Wenn ich den Laden geschlossen gelassen hätte, hätte ich nicht so große Umsatzeinbußen gehabt“, so Grudnicks nüchternes Fazit.

Sowohl Mitarbeiter des Ordnungsamtes als auch die Polizei seien hin und wieder vorbeigekommen, um die Einhaltung der Hygienemaßnahmen zu kontrollieren. Verstöße seien dabei nicht festgestellt worden. „Die Mädchen haben von mir die Anweisung bekommen, dass sie nur massieren dürfen. Was sie dann aber letztendlich oben auf den Zimmern machen, das kann ich nicht kontrollieren“, so Grudnick. Genauso wenig wie die Behörden.

Wellness bis vergangenen Freitag erlaubt gewesen

Das Ordnungsamt Wenden verweist in dieser Angelegenheit auf den Kreis Olpe. Hans-Werner Voß, Pressesprecher des Kreises, zeigt sich über die Nachricht zunächst verwundert, kann dann aber klarstellen: „Bis vergangenen Freitag waren Wellness-Massagen noch erlaubt. Erst durch das Inkrafttreten der Corona-Notbremse am Samstag um 0 Uhr sind diese auch verboten – wie auch in diesem Fall.“ Das Etablissement sei geschlossen und auch solche Dienstleistungen seien demnach untersagt.
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