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Verfasst: 15.02.2026, 23:06
von FSDACH

Brandstiftung 🔥

Verfasst: 01.04.2021, 10:54
von Red Light News
GA 16.02.2021
Bordellbrand in Reiskirchen: Was hat das Rockermilieu mit dem Fall zu tun?

Dass bei diesem Prozess im Hintergrund mehr als »nur« die angeklagte Brandstiftung eine Rolle spielen könnte, womöglich auch tiefer gehende Rivalitäten von Bedeutung sind, konnten Beobachter schon vor Beginn erahnen: Vor dem Zuschauerraum des großen Sitzungssaals im Gießener Landgericht wurden noch einmal Taschen kontrolliert, Handys mussten abgegeben werden, Polizei unterstützte die Justizbediensteten. Vorkehrungen, die in dieser Form nicht alltäglich sind.

Seit Dienstag müssen sich ein 31-Jähriger und ein 37-Jähriger vor Gericht verantworten. Sie wurden mit Hand- und Fußschellen in den Gerichtssaal gebracht, einer der beiden grüßte ab und an in Richtung Publikum. Die Staatsanwaltschaft wirft den im Kreis Gießen gemeldeten Männern vor, am 14. Mai 2018 nachts einen Brand in Reiskirchen gelegt zu haben, dabei hätten sie auch Schusswaffen mitgeführt.

Brand im Kreis Gießen: Männer sollen versucht haben, Bordell in Reiskirchen niederzubrennen

Die Anklage geht davon aus, dass die beiden einen Maschendrahtzaun durchschnitten und sich Zugang zum Gelände eines gerade im Bau befindlichen Bordells verschafft haben. Dann, so Staatsanwalt Rouven Spieler, habe einer der beiden eine Scheibe eingeschlagen, sei in das bungalowartige Gebäude eingedrungen und habe den Komplizen hereingelassen. Eine Überwachungskamera im Außenbereich sei zuvor mit schwarzer Farbe besprüht worden. Die Anklage legt ihnen zur Last, im Inneren Brandbeschleuniger verteilt und entzündet zu haben, dabei sei Sachschaden von 17 000 Euro entstanden. Zu einem Vollbrand sei es mangels Sauerstoffzufuhr aber nicht gekommen.

Nachdem die Angeklagten am Dienstag von ihrem Recht zu schweigen Gebrauch machten, berichteten Vertreter von Polizei und Feuerwehr als Zeugen von ihren Eindrücken vor Ort. Die Feuerwehr wurde um 8.31 Uhr unter dem Stichwort »Rauch aus Gebäude« alarmiert, war dann gemeinsam mit der Besitzerin, deren Mann und dem für die Baustelle Verantwortlichen vor Ort. Laut dem Einsatzleiter stießen die Atemschutzträger dann auf ein eingeschlagenes Fenster und mehrere Brandstellen. »Weil uns das ein bisschen komisch vorkam, haben wir erst einmal abgebrochen und auf die Polizei gewartet.«

Verbindungen zu Hells Angels werden bei Prozess bekannt

Polizistinnen berichteten auch von kleineren Häufchen von Zeitungspapier und Lappen, die man zwischen den teils schon vorhandenen Einrichtungsgegenständen des Bordells als Brandherde ausgemacht habe. Auch »Hebelmarken« am eingeschlagenen Fenster und Fußabdrücke im Außenbereich seien dokumentiert. Ein Video einer Überwachungskamera im Inneren zeige die Einbrecher, laut einer Polizistin »augenscheinlich männliche Personen aufgrund der Statur«.

Doch welches Motiv könnten die Angeklagten für die Tat gehabt haben? Laut einer Polizistin wurde schon am Morgen des Eintreffens vor Ort ein Verdacht zu den Hintergründen geäußert: »Der Objektbevollmächtigte sagte, dass er früher mal ein Hells Angel war« - allerdings nicht in Gießen. Bei den Ermittlungen nach dem Brand sei dann auch das für Rocker-Gruppierungen zuständige Kommissariat eingebunden worden.

Bordell in Reiskirchen löst Spannungen in Rotlichtmilieu aus

Mit Spannung erwartet wurde die Aussage der Geschädigten. 2012 habe sie erfahren, dass sie den »Club 69« in Alten-Buseck wohl nur nach baulichen Änderungen weiterführen könne und schließlich versucht, ein anderes Gebäude zu erwerben. Letztlich habe sie den Umbau zum Bordell in Reiskirchen vorangetrieben, berichtete die Zeugin - und sprach von mehreren Bedrohungen, die es vor der Brandstiftung gegeben habe. Ihrem Mann sei bereits 2017 »von zwei Personen« bedeutet worden, die weitere Planung zu unterlassen, es habe gar Morddrohungen gegeben. Auch seien Mitarbeiter eines Taxibetriebs, den sie zwischenzeitlich geführt habe, bedroht worden. »Kann ein Mitglied der Hells Angels einfach losgehen und agieren?«, fragte sie einer der Anwälte. Soweit sie wisse, brauche es dafür eine Anordnung des »Präsidenten«, sagte die Zeugin.

Ihr zufolge wurde das Bordell 2019 fertiggestellt. Nach dem Brand habe sie den Bau grundlegend sanieren lassen, Experten hätten dazu geraten. Von der Versicherung sei sie nicht in ihrem Sinne entschädigt worden - und sie habe Zivilklage gegen einen Makler eingereicht. Über die Frage, inwieweit sie über einen Anwalt zivilrechtliche Ansprüche aufgrund der Brandschäden im laufenden Strafprozess geltend machen kann, ist noch zu entscheiden. Als Nebenklägerin wird sie nicht auftreten können, da es sich laut Gericht »um kein nebenklagefähiges Delikt« handelt.

»Die Vorträge sind geeignet, einen mehr als großen Belastungseifer zu dokumentieren«, zog Verteidiger Henner Maaß die Aussage der Frau in Zweifel. Fortgesetzt wird der Prozess am Donnerstag.
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GA 19.02.2021
Bordellbrand im Kreis Gießen: Welche Rolle spielten die Hells Angels?

Zwei Männer sind vor dem Landgericht Gießen angeklagt, weil sie im Mai 2018 versucht haben sollen, ein im Bau befindliches Bordell in Reiskirchen in Brand zu setzen. Am ersten Verhandlungstag ging es auch um mögliche Bezüge in das Rockermilieu.

Spaß haben in verkehrsgünstiger Lage: Dieses Geschäftsmodell macht die Carl-Benz-Straße in Reiskirchen interessant für Investitionen im horizontalen Gewerbe. Gleich zwei Bordelle sind dort, in nächster Nähe zur Autobahnabfahrt, geplant: das pompöse FKK-Village am Ende der Straße und, ein Stück weiter unten, ein zweiter Betrieb in einem Bungalow in der Carl-Benz-Straße 6. Dort hat es in der Nacht zum 14. Mai 2018 gebrannt. Nicht zufällig, wie ein Video aus der Tatnacht beweist. Es zeigt, wie sich zwei Personen Zutritt zu dem Gebäude verschaffen, Brandbeschleuniger in den Innenräumen verteilen und schließlich Feuer legen. Ob es sich bei den Tätern um die beiden Männer handelt, die seit dieser Woche vor der 7. großen Strafkammer des Landgerichts Gießen auf der Anklagebank sitzen, soll in dem Prozess geklärt werden.

Wie die Tat vonstatten gegangen ist, haben die Ermittler akribisch rekonstruiert. Möglich machten es zahlreichen Videokameras, die die Eigentümer des Bungalows nicht nur außen, sondern auch im Inneren installiert hatten. Und weil es sich um Infrarot-Überwachungskameras handelte, konnten sie die Vorgänge im Dunklen festhalten und auf Festplatte speichern.

Feuer in Bordell: „Unmengen“ an Video-Daten aus Reiskirchen

»Die Kamera sieht, der Mensch sieht nicht«, erläuterte der Experte für Foto- und Videotechnik beim polizeilichen Erkennungsdienst, der am Donnerstag als Zeuge aussagte. Er hatte sich nach der Tat die gesamte Festplatte aushändigen lassen und aus der, wie er sagte, »Unmenge von Daten« einen mehrminütigen Zusammenschnitt destilliert, der den Tathergang Sekunde für Sekunde dokumentiert.

Dass die Täter die Kamera am Eingang mit schwarzer Farbe besprühten, sollte ihnen nichts nützen. Von innen heraus wurde gefilmt, wie sich einer der beiden Zutritt zum Vorraum verschafft und seinen Komplizen einlässt. Mit gezückter Pistole und einem gefüllten Kanister zieht das Duo anschließend durchs Innere, verschüttet Brandbeschleuniger und legt Feuer, ehe es durch eine große Panoramatür verschwindet. »Anfangs hat es auch richtig gut gebrannt«, erläuterte der Zeuge das weitere Geschehen. Doch dann seien die Flammen peu à peu erloschen, wohl mangels Sauerstoff, wie der Polizeibeamte vermutet.

Feuer in Bordell im Kreis Gießen: Bezüge zu Hells-Angels-Szene?

Der Experte hat jedoch nicht nur den Tathergang rekonstruiert. Er hat auch versucht, eine Reihe von Kleidungsstücken, von denen die Ermittler annehmen, dass sie von den Brandstiftern getragen wurden, mit den Bildern auf den Videos abzugleichen.

Gefunden wurden die Textilien und Schuhe nicht in Reiskirchen, sondern im Zuge einer spektakulären Hausdurchsuchung im Vogelsberg. In einem Ortsteil von Alsfeld waren im April 2019 in einer Maschinenhalle massenhaft Waffen, Pyrotechnik und Betäubungsmittel gefunden worden, die ein drogensüchtiger Waffennarr dort bei seiner Familie gebunkert hatte. Erst später hatte der Mann die Kripo darauf hingewiesen, dass in dem Durcheinander auch Kleidung versteckt sei, die bei einer Straftat getragen wurde. Ein Kriminalbeamter schilderte, wie ein Sack, der neben Kapuzenpullis, Hosen und Schuhen auch eine Sporttasche, Handschuhe und Sturmhauben enthielt, entdeckt und gesichert wurde. Diese Kleidungsstücke hat der Foto- und Videoexperte des Gießener Polizeipräsidiums später in einem aufwendigen Verfahren mit dem Video von der Brandstiftung im Reiskirchener Bordell abgeglichen. Sein Fazit: »Da gibt es gewisse Ähnlichkeiten.«

Der Prozess wird fortgesetzt. Es geht unter anderem um die Frage, ob der Brandstiftung Rivalitäten im Rockermilieu zugrunde liegen. Die Sicherungsvorkehrungen vor dem externen Gerichtssaal am Stolzenmorgen waren gründlich, die Angeklagten wurden in Handschellen und mit Fußfesseln in den Saal geführt. Ihre Angehörigen im abgetrennten Zuschauerbereich begrüßten sie mit Kusshändchen.
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GA 07.03.2021
Kampf um Vorherrschaft im Rotlicht-Milieu?

Hat die Konkurrenz ein im Bau befindliches Bordell in Reiskirchen (Kreis Gießen) in Brand gesteckt? Ermittler halten das für ein mögliches Motiv.

Den Ermittlern vom Kommissariat für Organisierte Kriminalität schwante nichts Gutes. Die Genehmigung zweier Bordellbetriebe in der Carl-Benz-Straße in Reiskirchen (Kreis Gießen) beurteilten sie von Anfang an als problematisch. Noch ist keines der beiden Etablissements, von denen das größere den Gießener Hells Angels zugeschrieben wird, in Betrieb gegangen, doch die konkurrierenden Betreiber respektive ihre Mitarbeiter stehen sich bereits vor Gericht gegenüber.

Zwei Männer müssen sich seit Mitte Februar wegen des Vorwurfs der Brandstiftung verantworten. Die Anklage wirft ihnen vor, im kleineren der beiden Clubs noch während der Umbauphase in der Nacht zum 14. Mai 2018 Feuer gelegt zu haben. Mangels Sauerstoff-Zufuhr erstickten die Flammen recht schnell. Der Sachschaden wurde auf rund 17 000 Euro beziffert.

Prostitution im Kreis Gießen: Mehr Polizeipräsenz

Am dritten Verhandlungstag sagten unter andere jene Kriminalbeamte als Zeugen aus, die nach dem Brand vor Ort ermittelten. Schnell vermuteten sie, dass das Motiv für die Brandstiftung in der Konkurrenzsituation liegen könnte. Man habe entschieden, dass die Polizei mehr Präsenz zeigen solle, berichtete einer der Zeugen. Noch am selben Tag entdeckte eine Streife auf der Baustelle des FKK-Village eine scharfe Feuerwaffe. Am nächsten Tag wurde auch die Kripo am Village, dem früheren Hotel Alberg, vorstellig und traf dort drei Männer an, darunter der Angeklagte B. Er soll, so erinnerte sich der Zeuge, im Gespräch recht deutlich geworden sein. »Wir investieren Millionen und dann baut der hier einen Frikadellenpuff«, hat er nach Angaben des Kripo-Mannes gesagt.

Von Spannungen zwischen den Reiskirchener Bordellbetreibern hatte die Polizei schon früher gehört. Die Bauherren des kleineren Clubs, die Eheleute A., hatten die Ermittler telefonisch von Drohungen in Kenntnis gesetzt. Wenn sie ihr Projekt nicht aufgeben würden, werde »einer liegen bleiben«, soll ihnen bedeutet worden sein. Anzeige sei aber nicht erstattet worden. »Das ist ein Stück weit verpönt in diesen Kreisen«, sagte der Kommissar. Verteidiger Frank Richtberg hakte nach: »Konnten Sie verifizieren, ob die Bedrohung stattgefunden hat?« Antwort des Zeugen: »Nein.«

Von der Konkurrenzsituation in der Carl-Benz-Straße berichtete auch ein zweiter Kripo-Beamter. Nach der Brandstiftung hätten beide Bordellbetreiber begonnen, ihre Objekte mit eigenen Leuten zu sichern. Unter einem Kanaldeckel fanden die Ermittler eine scharfe Schusswaffe mit DNA-Spuren eines der Angeklagten. Doch eine Verbindung zur Brandstiftung ließ sich nicht herstellen. Die Ermittlungen steckten in einer Sackgasse, doch dann landete die Polizei einen Zufallstreffer. Kollegen in Alsfeld waren auf einem Gehöft auf einen Sack mit Kleidern gestoßen, die angeblich bei einer Straftat getragen wurden. Ein DNA-Abgleich führte zu den beiden Männern, die jetzt in Gießen auf der Anklagebank sitzen.

Der Kripo-Beamte im Zeugenstand erzählte geradezu begeistert von der Indizienkette, die die Ermittler nun Stück für Stück zusammenfügen konnte. Videos von der Brandstiftung hatten sie dank diverser Überwachungskameras im Bungalow in der Carl-Benz-Straße 6 sichergestellt, zudem einen Schuhabdruck vor dem Haus. Nun hatten sie dazu die komplette Tatbekleidung von zwei Personen mit DNA-Nachweis und zusätzlicher Individualkennung in Form von Schmutzflecken. »So etwas ist mir in 25 Jahren Dienst noch nicht passiert«, sagte der Zeuge. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie genau sagen können, wer in der Tatnacht was getan hat. Angeklagter S. sei durch ein aufgebrochenes Fenster in den Bungalow eingestiegen und habe dem Angeklagten B. die Tür geöffnet. Mit gezogener Waffe seien die Männer dann durch die Räume gezogen, hätten Brandbeschleuniger verschüttet und schließlich in Brand gesetzt. Die Polizei vermutet, dass die Brandstifter in der Nacht zuvor den Tatort »ausbaldowert« haben. Sie beruft sich dabei auf Videoaufzeichnungen, auf denen zwei Autos zu sehen sind.

Drohungen auf offener Straße

Nicht nur Kriminalbeamte standen am dritten Verhandlungstag im Zeugenstand. Auch ein früherer Mitarbeiter der Familie A., die nicht nur in der Carl-Benz-Straße investiert, sondern auch ein Bordell in Buseck und ein Minicar-Unternehmen betreibt, sagte aus. Er hatte im Oktober 2018 einige »Mädels« zum Shoppen in die Galerie Neustädter Tor in Gießen gefahren und berichtete, dass er beim Warten auf dem Parkplatz von zwei Männern, darunter der Angeklagte B. , bedroht worden sei. B. habe ihm zudem eine Ohrfeige versetzt und gesagt, dass er nicht mehr für die A.s arbeiten solle. »Sonst legt er mich um.« Die Schlussfolgerung des Zeugen: »Das ist eine Hells Angels-Gruppierung, die will das Milieu in Gießen komplett übernehmen.« Der Prozess wird fortgesetzt.
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GA 30.03.2021
Prozess um Bordellbrand: DNA-Spuren auf der Pistole zugeordnet

Auf der Pistole, die die Polizei am Tag nach der Tat bei einer Durchsuchung in einem Kanalschacht entdeckt haben, wurden mehrere DNA-Spuren sichergestellt. Eine konnte zugeordnet werden.

Gießen/Reiskirchen - Für den Experten vom Landeskriminalamt ist die Sache klar: »Aus gutachterlicher Sicht besteht kein Zweifel, dass die beiden Männer die Spuren verursacht haben«, sagte Dr. Philipp von Grumbkow. Der Sachverständige für Forensische DNA-Analytik sagte als Zeuge vor der 7. Großen Strafkammer des Landgerichts Gießen aus. Dort sitzen ein 31-Jähriger und ein 37-Jähriger auf der Anklagebank.

Sie sollen am 14. Mai 2018 ein im Bau befindliches Bordell in der Carl-Benz-Straße 6 in Reiskirchen in Brand gesteckt haben. Da wenige Schritte weiter oben, in der Carl-Benz-Straße 11, ein weiteres Bordell entsteht, vermuten die Ermittler, dass hinter der Brandstiftung ein Konkurrenzkampf steckt.

Prozess um Bordellbrand: Treffer in der DNA-Analyse-Datenbank

Der Sachverständige hatte verschiedene Kleidungsstücke, Schuhe, Sturmhauben, zwei Sporttaschen und eine Pistole untersucht, die mit der Brandstiftung in Verbindung gebracht werden. Auf den Gegenständen konnte er Hautabriebspuren, Speichelreste und Blutflecken feststellen. Seine Analysen führten zu zwei Treffern in der DNA-Analyse-Datenbank und so zu den beiden Männern, die nun auf der Anklagebank sitzen. Für beide ist es nicht das erste Mal. Sie standen bereits u. a. wegen Einbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz vor Gericht. Der Ältere wird in einem früheren Urteil als »Sicherheitsbeauftragter« der Gießener Hells Angels bezeichnet.

90 Proben hatte der DNA-Analytiker untersucht. Im Ergebnis konnte er die Spuren auf den Kleidungsstücken jeweils einem der beiden Angeklagten zuordnen. »Einzig auf der Tasche tauchen Spuren beider Personen auf«, sagte der Gutachter.

Anders verhält es sich mit der Pistole, die die Polizei am Tag nach der Tat bei einer Durchsuchung in einem Kanalschacht auf dem Grundstück Carl-Benz-Straße 11 entdeckt hatte. Auf ihr haben mehrere Personen DNA-Spuren hinterlassen. Nur eine konnte zugeordnet werden. Sie gehört laut von Grumbkow zum jüngeren der beiden Angeklagten.

Bordellbrand-Prozess: War die Durchsuchung rechtmäßig?

Ob die Pistole im Prozess berücksichtigt werden darf, blieb vor Gericht strittig. Die Verteidiger Frank Richtberg und Henner Maaß hatten die Befragung des Zeugen zur Pistole beanstandet. Sie halten die Durchsuchung, die die Polizei ohne richterlichen Beschluss vorgenommen hatte, für rechtswidrig. Die Vorsitzende Richterin Dr. Kathrin Exler entschied anders. Die Polizei sei bei ihrem Einsatz von einem Konflikt zwischen rivalisierenden Rockerbanden ausgegangen und habe eine weitere Eskalation vermeiden wollen. Die Durchsuchung habe also präventiven Charakter gehabt. Per richterlichem Beschluss wies sie die Beanstandung der Verteidigung zurück.

Als weiterer Zeuge sagte Dr. Andreas Pfeiffer vom Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung aus. Der Chemiker ist Experte für Brand- und Explosionsursachen. Aufgrund von Bildern und Videos aus den Überwachungskameras geht er davon aus, dass in der Carl-Benz-Straße 6 mehrere Liter Kraftstoff verteilt und angezündet wurden. »Fünf Liter reichen, um eine Explosion herbeizuführen«, sagte er. Doch ob es dazu auch wirklich komme, sei von Fall zu Fall unterschiedlich. »Man kann vorher nicht sagen, ob das Gebäude explodiert, ob es brennt oder ob das Feuer erlischt.«

Bordellbrand in Reiskirchen: Es kam nicht zur Explosion

Im konkreten Fall war es weder zu einer Druckwelle, noch zu einem großflächigen Brand gekommen, kleinere Brandherde waren wohl mangels Sauerstoff erstickt. Konstantin von Reden-Lütcken, der Anwalt der Geschädigten, schloss daraus, dass es durchaus zur Schädigung von Personen und zur Zerstörung des Gebäudes hätte kommen können. Hat also nur der Zufall Schlimmeres verhindet? »Nein«, korrigierte der Sachverständige. »Es hängt nicht vom Zufall ab, sondern von naturwissenschaftlichen Parametern. Aber die kennen wir nicht alle.«

Der Prozess wird am Mittwoch mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung fortgesetzt.
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GA 01.04.2021
Urteil: Bordellbrand in Reiskirchen war wohl Angriff auf Konkurrenz

Wegen Brandstiftung in einem geplanten Bordell in Reiskirchen im Kreis Gießen müssen zwei Männer für zwei Jahre und zehn Monate in Haft.

Es gibt ein Video von der Tatnacht. Es gibt die Tatbekleidung, die anhand von Infrarotaufnahmen eindeutig identifiziert werden konnte. Es gibt eine Pistole, die nach der Tat in einem Kanalschacht gefunden wurde. Und es gibt DNA-Spuren, die zu den beiden Männern führten, die sich seit Mitte Februar dem Landgericht Gießen wegen des Vorwurfs der Brandstiftung und des Tragens von Schusswaffen verantworten mussten. Jetzt ist das Urteil gefallen. Die 7. Große Strafkammer unter Vorsitz von Dr. Kathrin Exler verurteilte den 31 Jahre alten S. und den 37 Jahre alten B. zu Freiheitsstrafen von jeweils zwei Jahren und zehn Monaten. Weil die Männer, die dem Gießener Chapter der Hells Angels zugerechnet werden, mehrfach vorbestraft sind, summiert sich die Gesamtstrafe für den älteren der beiden auf drei Jahre und acht Monate, und für den jüngeren auf vier Jahre und drei Monate. Die beiden hatten zu den Vorwürfen geschwiegen. »Es war ein reiner Indizienprozess«, sagte Exler.

Prozess nach Bordellbrand in Reiskirchen: Verteidigung plädiert auf Freispruch

Am Tatgeschehen bestand kein Zweifel. Dass zwei maskierte und bewaffnete Einbrecher in der Nacht zum 14. Mai 2018 im Bungalow in der Carl-Benz-Straße 6 Feuer gelegt haben, zeigen die Bilder aus diversen Überwachungskamerals. Aber ob die beiden Angeklagten zweifelsfrei der Tat überführt werden können, darüber gingen die Meinungen von Anklage und Verteidigung weit auseinander.

Staatsanwalt Rouven Spieler ließ an der Täterschaft keinen Zweifel. Auf der Tatkleidung seien DNA-Spuren der beiden Angeklagten eindeutig nachgewiesen. Dass andere Personen diese Kleidung getragen haben könnten, schloss er aus. »Das war Projektkleidung, die für die Tat angeschafft wurde«, folgerte er mit Blick auf Kapuzenpullis und Billigturnschuhe im Partnerlook.

Das Motiv für die Tat sieht der Vertreter der Anklage in der speziellen Situation vor Ort. Dort entstehen im Abstand von gut 200 Metern gleich zwei Bordelle. Oben investieren die Gießener Hells Angels in das luxuriöse FKK-Village. Ein Stück weiter unten bereiten die Betreiber des Busecker Clubs 69 die Eröffnung des FKK-Sauna-Clubs Venus vor. »Frikadellenpuff« hatte der Angeklagte B., laut Staatsanwalt der »Sergeant of Arms« der Gießener Angels, das Projekt der Konkurrenz abschätzig bezeichnet.

Kreis Gießen: Konkurrenzsituation als Ursache des Bordellbrands?

»Man könnte nun fragen, warum Sternekoch Eckhart Witzigmann eine Pommesbude anzünden sollte«, bemerkte Spieler. Er aber sieht trotz des »unterschiedlichen Levels« der beiden Etablissements eine Konkurrenzsituation gegeben. »Man teilt sich einen Markt.« Zudem gehe es um Persönliches. Die Hells Angels hätten ein Image zu verteidigen. Außerdem stünden sich mit dem Angeklagten B. und dem Konkurrenten aus der Nummer 6 »zwei temperamtentvolle Herren« gegenüber, die auf »eher informelle Konfliktlösungsstrategien« setzen. Dass die beiden Angeklagten den Brand gelegt haben, hält der Staatsanwalt für erwiesen, nicht aber, dass sie dabei den Tod von Personen in Kauf genommen hätten. »Wir müssen uns an die Fakten halten. Ein versuchtes Tötungsdelikt kann man den Angeklagten nicht unterstellen.« Ihr Verhalten am Tatort zeige, dass sie nicht davon ausgingen, dass sich weitere Personen im Gebäude befinden. Dass die Brandstifter scharfe Waffen bei sich trugen, hielt die Anklage für erwiesen. Auf dem Video ist zu sehen, wie einer der Männer eine Pistole durchlädt. »Das macht keinen Sinn, wenn es sich um eine Spielzeugpistole handelt«, folgerte Spieler.

Die Verteidigung, die auf Freispruch plädierte, hegte Zweifel an der Stichhaltigkeit der Indizien. Zwar sei die DNA der beiden Angeklagten auf der Tatkleidung nachgewiesen. Das schließe aber nicht aus, dass die Sachen auch von anderen Personen getragen wurden, argumentierte Frank Richtberg, der den Angeklagten B. vertrat. Schließlich habe es im Laufe der Ermittlungen auch noch einen anderen Tatverdächtigen gegeben. Henner Maaß, der Rechtsanwalt von S., brachte eine weitere Theorie ins Spiel. »Ich weiß nicht, wie das in Reiskirchen so ankommt, dass da in 250 Metern Abstand zwei Bordelle errichtet werden.«

Dass die Brandstifter in der Tatnacht Schusswaffen bei sich trugen, hielten die Verteidiger ebenfalls für nicht erwiesen. Bei dem, was man auf dem Video sehe, könnte es sich auf um Gaspistolen handeln. »Wir wissen nicht, wer welche Waffen getragen hat und mit welcher Munition«, bemerkte Richtberg.

Prozess nach Bordellbrand in Reiskirchen: Geschädigte will Schadensersatz

Dieser Argumentation folgte das Gericht. »Die Kammer hält es nicht für völlig unwahrscheinlich, dass scharfe Waffen mitgeführt wurden«, sagte die Richterin. Aber endgültig klären lasse sich das nicht. Anders die Brandstiftung. Die Spuren an der Tatkleidung sprächen eine eindeutige Sprache. »Die Kammer schließt aus, dass Dritte die Kleidung getragen haben«, unterstrich Exler. Man sehe kein anderes Motiv als die Konkurrenzsituation vor Ort. »Es gibt keinerlei Hinweise auf wehrhafte Bürger, die gegen die Bordelle hätten vorgehen wollen.« Die Idee sei aus der Luft gegriffen.

Auch dem Adhäsionsantrag der Betreiberin des FKK-Clubs Venus gab das Gericht statt. »Sie hatte eine Betriebserlaubnis, ihr ist ohne Zweifel Schaden entstanden«, äußerte die Vorsitzende. Den kann die Frau nun gegenüber den verurteilten Männern geltend machen. Die Schadenshöhe war nicht Gegenstand des Strafverfahrens.

Möglicherweise wird der Streit der Konkurrenten auch auf anderer Ebene weitergehen. Rechtsanwalt Maaß kündigte an, dass er gegen die Adhäsionsklägerin Strafanzeige wegen versuchten Prozessbetrugs stellen werde.
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GA 16.02.2022
Bordell-Brand hat ein Nachspiel

Die Revision beim Bundesgerichtshof war in Teilen erfolgreich. Doch die Hoffnung des Angeklagten auf eine deutlich mildere Haftstrafe hat sich nicht erfüllt. Der Mann, der im Mai 2018 ein Bordell in Reiskirchen in Brand gesteckt hat, soll insgesamt drei Jahre und sieben Monate absitzen.

Die Gefängnisleitung äußert sich wohlwollend über den Untersuchungsgefangenen B. Höflich sei er, kooperativ, motiviert und einer der besten Arbeiter. Seinen Mithäftlingen sei er dank umfassender Sprachkenntnisse als Übersetzer eine große Stütze. Das Vorstrafenregister des 38-Jährigen, der dem Gießener Chapter der Hells Angels angehört und als rechte Hand des Präsidenten gilt, spricht eine andere Sprache. Es reicht von Einbruchsdiebstahl, Körperverletzung, Verstoß gegen das Waffengesetz, Fahren ohne Führerschein und Urkundenfälschung bis zu Brandstiftung. Am 14. Mai 2018 hat B. mit einem Komplizen in einem Bordell in der Carl-Benz-Straße in Reiskirchen Feuer gelegt. Menschen kamen nicht zu Schaden, aber der Schaden war erheblich.

Zwei Jahre und zehn Monate: So lautete vor knapp einem Jahr der Urteilsspruch des Landgerichts Gießen allein für diese Tat. Zusammen mit weiteren Verstößen und unter Einbeziehung früherer Urteile bildete die 7. Große Strafkammer seinerzeit eine Gesamtstrafe von drei Jahren und acht Monaten. Die Verteidigung ging in Revision, der Bundesgerichtshof verwies das Urteil in einem Punkt ans Gießener Landgericht zurück. Nun musste die 2. Große Strafkammer die Strafe neu bemessen. Viel ist für den Angeklagten dabei nicht herausgesprungen. Das Gericht zog lediglich einen Monat ab. Es gebe kaum Gründe, die zugunsten des Angeklagten sprechen, begründete der Vorsitzende Richter Jost Holtzmann. Im Gegenteil. Angesichts der Schadenshöhe, des planmäßigen Vorgehens, der Verbindung zum organisierten Verbrechen und der erheblichen Vorstrafen sei das erste Urteil »nicht besonders streng« ausgefallen. »Wir können nicht verstehen, wie man hier nur auf zwei Jahre und zehn Monate kommen konnte«, sagte Holtzmann in der Urteilsbegründung.

Rückblende: In der Carl-Benz-Straße in Reiskirchen floriert das horizontale Gewerbe. Vergangenen Sommer eröffnete mit großem Getöse das »FKK-Village«, das zum Imperium der Gießener Hells Angels gehört. Als während des aufwendigen Umbaus kaum 200 Meter weiter die Vorbereitungen für ein zweites Bordell auf die Zielgeraden gingen, schritten die »Angels« zur Tat. Erst bedrohten sie den Konkurrenten, schließlich legte B. mit einem Komplizen Feuer. »Wir investieren hier Millionen und die da unten bauen einen Frikadellen-Puff«: Diesen prägnanten Satz prägte der 38-Jährige, als die Polizei ihm und seinem Chef nach dem Brand einen Besuch abstattete. Vor Gericht bestand kein Zweifel, dass die Konkurrenzsituation das Motiv für die Brandstiftung war. So steht es in der Urteilsbegründung.

Die Aufhebung des Urteils durch den BGH hat einen anderen Hintergrund: Die Richter der 7. Großen Strafkammer gingen davon aus, dass B. zum Zeitpunkt der Tat noch unter Bewährung stand und hatten diesen Umstand strafverschärfend gewertet. Tatsächlich war die Bewährungsfrist aber schon abgelaufen.

Rechtsanwalt Frank Richtberg plädierte deshalb für eine deutliche Reduzierung der Gesamtstrafe um sechs Monate. Das Gericht folgte jedoch dem Antrag von Staatsanwalt Rouven Spieler, der drei Jahre und sieben Monate forderte.

Auch wenn die Haftstrafe nur unwesentlich verkürzt wurde, darf B. auf eine Verbesserung seiner Lage hoffen. Seit eineinhalb Jahren sitzt er unter Pandemie-Bedingungen in U-Haft. Nun soll er so schnell wie möglich in den normalen Vollzug überführt werden. Verteidigung und Anklage wollen auf Rechtsmittel verzichten.
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Hier zünden „Hells Angels“ einen Konkurrenz-Puff an

Sie kamen mit Waffen und Brandbeschleuniger!
In der hessischen 50 000-Einwohner Stadt Reiskirchen brachen zwei „Hells Angels“-Mitglieder in der Nacht mit geladener Waffe und Brennflüssigkeit in ein neu errichtetes Bordell in der Carl-Benz-Straße ein und setzten es in Brand. Das Landgericht Gießen verurteilte wegen des Vorfalls aus 2018 die beiden Rocker Anzor B. (38) und Cibri S. (32) zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft.

Jetzt kommt raus: Eine Hells-Angels-Größe soll die beiden Club-Mitglieder dazu angestiftet haben.

Nach BILD-Informationen liegt aktuell eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Gießen vor. Vorwurf: Anstiftung zur Brandstiftung.
In dem Video, das BILD vorliegt, brechen Anzor B. und Cibri S. am 14. Mai 2018 gegen 3 Uhr in das noch im Umbau befindliche Lokal ein. Damals war völlig unklar, ob zu dem Zeitpunkt jemand im Haus ist.

Beim Betreten lud einer der Männer eine Waffe durch. Sein Komplize schüttete Brennflüssigkeit über den Fliesenboden, auf Holzpaletten und Baumaterial und setzte die Einrichtung in Flammen. Weil zu wenig Sauerstoff im Haus war, erlosch der Brand. Schaden: 17 000 Euro.

Pikant: Es gibt ein Foto, das Brandstifter B. und S. zeigt – und den jetzt Angezeigten, der verbrüdernd seine Arme um sie legt.

Vor Gericht bezeichnete Anzor B., der mittlerweile zum „Sergeant in Arms“ aufgestiegen sein soll und als Rechte Hand eines Angel-Bosses gilt, das Brandbordell als „Frikadellenpuff“.

Der Richter sah es damals in seiner Urteilsbegründung als erwiesen an, dass eine Konkurrenzsituation Motiv der Brandstiftung war. Denn: Nur einige hundert Meter entfernt lag das Bordell FKK Village, das zum Hells-Angels-Imperium gehören soll.

Täter flogen durch Zufall auf

Auf die Spur der Brandstifter kamen die Ermittler, weil das LKA den Hof eines 49-Jährigen in Hessen durchsuchte. Der Mann war wegen Drogendelikten den Behörden aufgefallen und im März 2019 festgenommen worden.

Neben zahlreichen Waffen und Feuerwerkskörpern fanden Beamte auch einen Beutel mit Kleidern. Darin: Sturmhauben, Hosen und Jacken, die anhand des Überwachungsvideos den Verdächtigen Hells Angels B. und S. zugeordnet wurden.
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GA 02.01.2025
Feuer in Bordell im Kreis Gießen beschäftigt weiterhin Staatsanwaltschaft

Ein Feuer in einem Bordell im Kreis Gießen vor sechs Jahren beschäftigt weiterhin die Staatsanwaltschaft Gießen.

Die Staatsanwaltschaft Gießen bestätigt Ermittlungen wegen einer mutmaßlichen Anstiftung zur Brandstiftung im Fall eines Feuers vor sechs Jahren in einem Bordell in Reiskirchen.

Im vergangenen Jahr hatte die »Bild«-Zeitung von einer Anzeige gegen einen führenden Kopf der Hells Angels im Raum Gießen in dieser Sache berichtet. Die Gießener Staatsanwaltschaft hatte damals auf Nachfrage erklärt, dazu keine Angaben zu machen. Nun bestätigt ein Sprecher: Es handle sich um »umfangreiche Ermittlungen«. Eine Abschluss-entscheidung in dem Fall sei »derzeit noch nicht absehbar«.

Zwei Männer zu Gefängnisstrafen verurteilt

Zum Hintergrund: Eine Strafkammer des Gießener Landgerichts hat im April 2021 zwei Männer, die dem Gießener Chapter der Hells Angels zugerechnet werden, zu Freiheitsstrafen von jeweils zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Sie hatten im Mai 2018 Feuer in einem Bordell in Reiskirchen gelegt. Als Motiv für die Tat benannte der Vertreter der Anklage im Rahmen des Gerichtsprozesses eine Konkurrenzsituation vor Ort. Dort entstanden im Abstand von gut 200 Metern zwei Bordelle. Der Vorwurf gegen ein führendes Mitglied der Hells Angels lautet nun, dass es die beiden Täter angestiftet haben soll.
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