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Centaurus Archiv 📂

Verfasst: 14.05.2012, 08:32
von FSDACH

Brandstiftung 🔥

Verfasst: 14.05.2012, 08:32
von Red Light News
VI 14.05.2012
"Centaurus" in der Brünner Straße ausgebrannt - Brandstiftung vermutet

Ein einschlägiges Nachtlokal in der Brünner Straße brannte in der Nacht auf Montag vollkommen aus. Pikantes Detail: Im "Centaurus" gab es nicht zum ersten Mal ein Feuer - es fiel bereits mehreren Brandanschlägen zum Opfer.

Wie Pressesprecher Roman Hahslinger auf Anfage von VIENNA.AT bestätigte, brach in dem FKK-Saunaclub namens “Centaurus”, der sich auf der Brünner Straße 57 in Wien befindet, in der Nacht ein Feuer aus. Ab 2:00 Uhr loderten dort laut Hahslinger die Flammen, wie ein Passant bemerkt hatte, der sogleich die Feuerwehr verständigte.

Eine Stunde lang dauerte der nächtliche Löscheinsatz der Feuerwehr. Der Vollbrand hinterließ das einschlägige Nachtlokal in einem desolaten Zustand – das Haus wurde völlig zerstört. Zum Zeitpunkt des Brandes befand sich glücklicherweise niemand im Clubhaus.

Nicht der erste Brand im “Centaurus” auf der Brünner Straße

Nach Angaben von Hahslinger gab es in der Vergangenheit bereits mehrere Brandanschläge gegen das Etablissement – keiner davon war jedoch so verheerend wie der letzte. Wie die Bilder zeigen, liegt das “Centaurus” nach dem schweren nächtlichen Brand buchstäblich in Schutt und Asche. Medienberichten zufolge soll es dort zuvor bereits drei Anschläge mit Molotov Cocktails gegeben haben, unter anderem rund um die Eröffnung im Oktober 2011. Grund dafür soll damals Rivalität im Rotlicht-Milieu gewesen sein.

Deshalb wird nun auch seitens der Polizei wegen Brandstiftung ermittelt, da man davon ausgeht, dass auch dieses Feuer nicht durch Fahrlässigkeit entstanden ist, sondern bewusst gelegt wurde. Konkrete Verdächtige gibt es in diesem Zusammenhang laut Hahslinger noch nicht, doch die Ermittlungen zum Brand in dem Lokal auf der Brünner Straße laufen auf Hochtouren.
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VI 31.05.2012
Brand in Sauna-Club "Centaurus": Profi-Brandstiftung

Wie bereits berichtet, ist in der Nacht auf Montag der Sauna-Club "Centaurus" auf der Wiener Brünner Straße vollends ausgebrannt. Der Verdacht der Brandstiftung bleibt bestehen - die Polizei vermutet hoch professionelle Täter und einen Streit im Rotlichtmilieu hinter dem Vollbrand.

Dem Brand des Erotik-Lokals bzw. Sauna-Clubs “Centaurus” auf der Floridsdorfer Brünner Straße soll ein Streit im Wiener Rotlichtmilieu vorangegangen sein, der in der Nacht auf Montag offenbar eskalierte. Laut Polizei haben Unbekannte im Sauna-Club “Centaurus” auf der Brünner Straße in Floridsdorf den Brand gelegt, bei dem das Clubhaus zerstört wurde.

Profis mit Brandbeschleuniger auf der Brünner Straße vermutet

Polizeisprecher Roman Hahslinger zufolge bemerkten Passanten gegen 2.00 Uhr das Feuer und verständigten umgehend die Einsatzkräfte. Wie Anrainer, unter anderem von der benachbarten Tankstelle, berichteten, habe es einen regelrechten Knall gegeben. Die Brandstiftung wurde von den Ermittlern als das Werk hoch professioneller Täter eingeschätzt. Die Feuerwehr bekam die Flammen nach rund einer Stunde unter Kontrolle, für das Clubhaus gab es aber keine Rettung mehr. Vermutlich wurde ein brandbeschleunigendes Mittel verwendet.

Es war nicht der erste Brandanschlag gegen das Etablissement. Bereits im Vorjahr gab es Medienberichten zufolge mehrere Versuche, Feuer im Lokal zu legen. Bereits damals wurde vermutet, dass der Hintergrund in Zwistigkeiten im Rotlichtmilieu zu suchen sei.

War neuer Betreiber im “Centaurus” Auslöser?

Vor einigen Wochen dürfte es einen Betreiberwechsel gegeben haben. Der neue Inhaber des Centaurus-Clubs, der erst im vergangenen Oktober – unter anderem mit einer Lesung von Barbara Karlich – eröffnet worden war, soll sich den Unmut eines Konkurrenten aus dem Dunstkreis eines anderen Wiener Rotlichtetablissements zugezogen haben.
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KR 28.09.2012
Brand in Sauna-Club: Heiße Spur führt zu Häfen-Duo

Ein Feuer hat im Mai die Brünner Straße im Wiener Bezirk Floridsdorf hell erleuchtet: Ein Sauna-Club ging, wie berichtet, nach einem Brandanschlag in Flammen auf. Nach ausgesetztem Kopfgeld und einem Tipp aus der Szene gibt es nun zwei Verdächtige: Das Duo befindet sich allerdings bereits wegen mehreren Einbrüchen in Haft.

Rund 2,5 Millionen Euro Schaden sollen die Brandstifter mit ihrem Anschlag angerichtet haben - schnell wurden Rivalitätskämpfe zwischen Wiens Rotlicht-Größen als mögliches Tatmotiv genannt. Dass ausgerechnet ein Werbefahrzeug eines Konkurrenz-Clubs direkt vor der Brandruine parkte, heizte die Gerüchte noch zusätzlich an.

Zwei Häfenbrüder im Visier der Ermittler
Doch sämtliche Ermittlungen führten - trotz ausgesetzten Kopfgelds über 5.000 Euro - lange Zeit nicht zum Erfolg. Doch jetzt gibt es eine, im wahrsten Sinne des Wortes, heiße Spur zu den möglichen Feuerteufeln - und die führt direkt in Zellen der Justizanstalt Linz.

Denn dort sitzen zwei Männer aus der rechten Szene ein und sollen, laut einem Tipp aus dem Rotlichtmilieu, für das Flammeninferno verantwortlich sein. Die Häfenbrüder seien noch vor ihrer Verhaftung von bislang unbekannten Hintermännern beauftragt worden, das Etablissement in Schutt und Asche zu legen.

Die Einvernahmen sind im Gange, Spekulationen und Schuldzuweisungen innerhalb der Szene wieder angeheizt.
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OÖN 24.01.2013
Nach Brandstiftung in Bordell in Wien: Gebürtiger Linzer musste in U-Haft

Bekannter Unternehmer und Buchautor soll Auftraggeber gewesen sein. 51-Jähriger wurde nach Ermittlungen in der Neonazi-Szene von Verdächtigen belastet.

Ein brisantes Verfahren nach dem Brand eines Wiener Bordells ist derzeit bei der Staatsanwaltschaft Wels anhängig. Mehrere Verdächtige befinden sich in Untersuchungshaft, darunter seit vergangenem Freitag auch der aus Linz stammende Unternehmer Alexander Gerhardinger (51), der als Gründer des Etablissements „Napoleonhof“ in Ansfelden und als Buchautor („Pufferzone“) bekannt ist. Dem 51-Jährigen wird vorgeworfen, an mehrere Männern den Auftrag gegeben zu haben, einen Sauna-Club in Wien in Brand zu stecken, um damit einen Versicherungsbetrug zu begehen.

Der „Saunaclub Centaurus“ in Floridsdorf wurde in der Nacht des 14. Mai 2012 ein Raub der Flammen. Nach den Ermittlungen der Wiener Polizei soll es sich eindeutig um Brandstiftung bzw. um das „Werk von Profis“ handeln. Das Etablissement wird den Rotlicht-Betrieben von Gerhardinger zugeordnet.

Im Firmenbuch scheint ein Unternehmen, an dem Gerhardinger zu 23,3 Prozent beteiligt ist, unter derselben Adresse auf, an der sich der abgebrannte Sauna-Club befindet. Über diese Firma wurde im Vorjahr ein Konkursverfahren eröffnet. Nach dem Brand war von „Revierkämpfen“ die Rede und das Verfahren gegen Gerhardinger wurde von der Staatsanwaltschaft Wien eingestellt.

Zu diesem Zeitpunkt ließ die Staatsanwaltschaft Wels in ihrem Zuständigkeitsbereich Ermittlungen in der Neonazi-Szene durchführen. Daraufhin wurden mehrere Verdächtige in Haft genommen. Diese beschuldigten daraufhin Gerhardinger, den Auftrag für die Brandlegung in Wien in dessen eigenem Betrieb gegeben zu haben. Vergangenen Freitag wurde der gebürtige Oberösterreicher festgenommen und die Untersuchungshaft verhängt. Die Welser Anklagebehörde wollte gestern trotz mehrfacher Anfrage der OÖNachrichten keine Stellungnahme zu dem Verfahren abgeben.

Staatsanwalt schweigt

Zu einer Auskunft war hingegen Nikolaus Rast, Verteidiger von Gerhardinger, bereit. Er bestätigte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Wels gegen seinen Mandanten. Allerdings kontert Rast: „Diese Vorwürfe entbehren jeglicher Grundlage. Jemand aus der Unterwelt will meinem Mandanten etwas ans Zeug flicken. Bei der Staatsanwaltschaft Wien ist dieses Verfahren schon längst eingestellt worden. Herr Gerhardinger ist unbescholten und ein seriöser Geschäftsmann.“

Strafverteidiger Werner Tomanek aus Wien vertritt zwei der Beschuldigten, die die Brandstiftung mitorganisiert haben sollen. „Sie machen von ihrem Recht zu schweigen Gebrauch“, sagt der Anwalt. Das Verfahren gegen seine Mandanten wird wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das NS-Verbotsgesetz gesondert geführt.

Vom Manager zum Mitbesitzer von Rotlicht-Lokalen

Alexander Gerhardinger wuchs in Linz auf und studierte Betriebswirtschaft und Soziologie in Linz. Wie der Unternehmer über seinen eigenen Werdegang in seinem Buch „Pufferzone – Wie man ein Bordell betreibt“ schreibt, war er anfangs für die Voest im Anlagenbau engagiert und arbeitete später für die Casinos Austria als Croupier und im Auslandsmarketing. Danach war Gerhardinger in der Immobilienbranche tätig, ehe er 2005 in Ansfelden sein erstes Bordell, das Nobel-Etablissement „Napoleonhof“, gründete und damit sogar in Deutschland bekannt wurde. Aus diesem Geschäft stieg er jedoch wieder aus und ein Jahr später ins Rotlicht-Geschäft in Wien ein, wo er den prominenten Sauna-Club „Golden Time“ übernahm. Laut Firmenbuch ist über beide Firmen des 51-Jährigen ein Insolvenzverfahren anhängig. Eine Firma wurde bereits liquidiert.

Promoviert und „Helfer“ an der Uni

In einer deutschen Talkshow sagte Alexander Gerhardinger im Vorjahr, dass gemeinsam mit anderen Studenten bis zu 400 Dissertationen verfasst haben soll. „Zu unserem Netzwerk gehörten damals etwa 40 Leute. Ich selbst habe nur zehn Dissertationen geschrieben. Wir waren keine Fälscher, sondern Dienstleister“, sagte Gerhardinger damals. Die Auftragsarbeiten liegen 25 bis 30 Jahre zurück: „Die Namen der Doktoranden verrate ich nicht. Es geht mir lediglich darum, das System in Frage zu stellen“, sagte Gerhardinger. Als Student und Croupier hätte er genügend Zeit gehabt, Kollegen gegen Bezahlung unter die Arme zu greifen. Seine eigene Dissertation sei nach eigenen Aussagen makellos: „Das Thema war Spielsucht und ich saß an der Quelle.“
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TTZ 03.02.2013
Sechs Verdächtige bleiben in Untersuchungshaft

Die Untersuchungshaft für sechs der elf Inhaftierten, die im Verdacht stehen, in Verbindung mit dem rechtsradikalen Netzwerk „Objekt 21“ zahlreiche Straftaten begangen zu haben, ist vom Landesgericht Wels verlängert worden. Das berichtete das ORF-Radio Oberösterreich am Samstag. Einer der vier Hauptverdächtigen soll auf die Haftprüfung verzichtet haben. Damit wurde die Untersuchungshaft automatisch verlängert.

Der Direktor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Peter Gridling, wehrte sich indessen gegen Kritik am Vorgehen in Oberösterreich. Kritiker hatten dem Landesamt für Verfassungsschutz jahrelange Untätigkeit gegen das rechtsextreme Netzwerk vorgeworfen. Gridling betonte dagegen, das LVT sei in die Ermittlungen der Polizei eingebunden gewesen, auch der von der Gruppe gegründete Verein sei aufgelöst worden. Und sollte sich herausstellen, dass mit kriminellen Geldern „ein braunes Netzwerk finanziert wurde“, dann werde man sich das ansehen, so Gridling im Ö1-Mittagsjournal.

Der Festnahme der Verdächtigen aus dem rechtsradikalen Umfeld gingen monatelange Ermittlungen der Polizei voraus. Wie sich laut den Ermittlern herausstellte, fand die Gruppierung ihre Einnahmequellen in Gewalt-, Eigentums- und Vermögensdelikten, in der Rotlicht-Szene sowie im Waffen- und Drogenhandel. Ihr werden 23 Einbruchsdiebstähle – u. a. während Haftausgängen –, Raubüberfälle, Internet-Betrügereien, Körperverletzungen und organisierte Schwarzarbeit angelastet. Firmenbesitzer und Betreiber von Bordellen sollen bedroht, misshandelt und in finanzielle Abhängigkeit gebracht worden sein, damit sie Geld abliefern, so die Vorwürfe. Die Organisation wird zudem verdächtigt, in Haftanstalten spätere Täter angeworben zu haben. Den Gesamtschaden bezifferten die Ermittler mit mindestens 3,5 Millionen Euro.

2009 soll die Bande einen Brandanschlag auf ein Bordell im Bezirk Kirchdorf mit mehr als 400.000 Euro Schaden verübt und den damaligen Geschäftsführer mit einem Sack über dem Kopf entführt und dann mit einer Motorsäge misshandelt haben. Im Mai 2012 wurde ein Wiener Saunaklub ein Raub der Flammen, es entstand ein Schaden von 2,5 Millionen Euro. Anstifter soll ein aus Oberösterreich stammender Unternehmer aus dem Rotlicht-Milieu gewesen sein, der von anderen Beschuldigten belastet wird und nun in U-Haft sitzt. Sein Verteidiger bezeichnete die Anschuldigungen gegenüber der APA als „haltlos“.

Die Organisation steht darüber hinaus im Verdacht, zur Verschleierung von illegaler Prostitution einen Escortservice gegründet und Frauen mit Gewalt und Drohungen unter Druck gesetzt zu haben. Weil sie ein Bordell im Bezirk Schärding übernehmen wollte, soll sie nicht davor zurückgeschreckt sein, ein Auto in Brand zu stecken. Führende Mitglieder der Vereinigung sollen einen regen Handel mit teilweise verbotenen Schusswaffen, Kriegsmaterial sowie Munition und Zubehör betrieben haben. Im angemieteten Haus der Verdächtigen aus der Neonazi-Szene, in dem auch einschlägige Liederabende stattfanden, stellte die Polizei Fahnen und Schriften mit NS-Symbolen sicher.
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Kurier 22.08.2013
Haftstrafen für Bordell-Zündler im Nazi-Dunstkreis

Der Rotlicht-Boss Alexander G. gestand als Zeuge vor Gericht, hinter der Tat gesteckt zu haben.

Am 14. Mai 2012 seien sie zum Saunaclub „Centaurus“ in Wien gefahren, dort hätten bereits Teppiche, Handtücher und Brandbeschleuniger bereitgelegen. Ein Feuerwerkskörper habe das Flammeninferno dann entfacht.

So schilderten ein 24-jähriger Kroate und ein 32-jähriger Oberösterreicher aus dem Dunstkreis des Neonazi-Netzwerks „Objekt 21“ das Verbrechen, das ihnen am Donnerstag am Landesgericht Wels vorgeworfen wurde. Der Prozess fand unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Ihr Motiv: Geldbeschaffung.

Auftrag aus dem Rotlicht-Milieu

Der Rotlicht-König und gebürtige Linzer Alexander G., der seit Jänner in U-Haft sitzt, gestand als Zeuge vor Gericht, den Auftrag gegeben zu haben. Mit dem Brand habe er einen Versicherungsbetrug beabsichtigt. Es entstand ein Schaden von 2,5 Millionen Euro.

Der mutmaßliche „Objekt 21“-Rädelsführer Jürgen W., der ebenfalls in U-Haft sitzt, sei einer seiner Söldner gewesen und habe den Auftrag mit den beiden Komplizen ausgeführt. W. muss sich zu einem späteren Zeitpunkt vor Gericht verantworten.

Am Donnerstag wurde der 32-jährige Angeklagte wegen Brandstiftung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu vier Jahren Haft verurteilt. Er legte Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde ein. Der 24-Jährige fasste drei Jahre aus und bat um Bedenkzeit. Beide müssen außerdem 200.000 Euro Teilschadenersatz zahlen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

"Objekt 21"
Der Ältere gestand, auch beim Brand des Bordells „Taubenschlag“ in Inzersdorf, Bezirk Kirchdorf, beteiligt gewesen zu sein. Den Vorwurf der Bandenbildung bestritten die Angeklagten, räumten aber ein, im Vereinslokal von „Objekt 21“ in Desselbrunn verkehrt zu haben.

Wie berichtet, gelang es der Polizei im Jänner, den so genannten „Kulturverein“ als kriminelles Neonazi-Netzwerk zu entlarven. Das Repertoire der 35 Mitglieder soll von Waffen- und Drogenhandel, über Körperverletzung bis hin zu Brandstiftung reichen. Es befinden sich noch fünf weitere mutmaßliche Mitglieder in U-Haft. Gegen sieben Männer wurde Anklage wegen NS-Wiederbetätigung erhoben.
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Kurier 11.04.2014
Fünf Jahre Haft für Ex-Bordellkönig

53-Jähriger heuerte Objekt-21-Mitglieder an, um seine Konkurrenten einzuschüchtern.

Trotz seiner jahrelangen Rotlicht-Vergangenheit tritt der gelernte Immobilienmakler Alexander G. optisch noch immer als seriöser Geschäftsmann auf. Mit grauem Anzug, Brille und dezentem Schuhwerk präsentierte er sich am Freitag dem Schöffensenat im Landesgericht Wels.

Die von Staatsanwalt Franz Haas vorgebrachten Anklagepunkte schienen daher auf dem ersten Blick nicht ganz zum äußeren Erscheinungsbild zu passen: Nötigung, Sachbeschädigung, schwerer Betrug, Körperverletzung und Brandstiftung.

Handlanger

Der promovierte Betriebswirt soll von Jänner 2007 bis Jänner 2013 die Führungsriege des Neonazi-Netzwerks " Objekt 21" für kriminelle Handlangerdienste angeheuert und sie damit auch finanziell beträchtlich gefördert haben. Das vorrangige Ziel war, Konkurrenten einzuschüchtern. "Er wollte sich eine Schutztruppe aufbauen, um eine Marktherrschaft zu erlangen", erklärte der Staatsanwalt. Haas warf G. die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor.

Kein Nazi

"Dieser Mann war definitiv kein Mitglied des ,Objekt 21’. Er ist kein Nazi – sondern ein Kaufmann, der irgendwann in eine Branche gewechselt ist, in die er nicht hätte wechseln sollen", sagte Verteidiger Nikolaus Rast. Im Rotlichtmilieu würden aber andere Sitten herrschen. "Dort wird nicht lang gefackelt, da geht man nicht glimpflich miteinander um." Der 53-Jährige habe das am eigenen Leib zu spüren bekommen und sich schützen wollen.

G. soll Störaktionen bei Mitbewerbern in Auftrag gegeben haben. Unter anderem gab es einen Buttersäureanschlag auf ein Bordell in Wien, es wurden giftige Skorpione ausgesetzt und einem Geschäftspartner sollten die Kniescheiben zertrümmert werden. Auf einen bekannten Wiener Saunaclub wurden drei Brandanschläge sowie eine Bitumenattacke auf die Fassade verübt. Bei der dritten Brandlegung ist das Gebäude vollständig vernichtet worden. Für diese Tat soll G. auch extra ein Fluchtmotorrad bereitgestellt haben.

"Mein Mandant bekennt sich wie schon im Vorverfahren zu allen Vorwürfen schuldig. Er hat mit der Polizei zusammengearbeitet und bereits einen erheblichen Teil des Schadens gutgemacht", betonte Verteidiger Rast. Er appellierte an das Gericht, das im Urteil zu würdigen. "Hier spricht alles dafür, eine Strafe ganz, ganz unten (Strafrahmen: Ein bis zehn Jahre) anzusiedeln. G. habe die "Objekt 21"-Leute nur als Schutztruppe engagiert und nicht, weil er Neonazis fördern wollte.

Der Staatsanwalt verzichtete auf die Einvernahme der 14 geladenen Zeugen. G. hatte das Schlusswort: "Ich werde in Zukunft auch alles andere gutmachen, aber dafür muss ich arbeiten können."

Nicht rechtskräftig

Das Urteil: Fünf Jahre Haft – nicht rechtskräftig. Als mildernd wurde gewertet, dass der Angeklagte unbescholten und geständig war und Teile des Schadens ersetzt hatte. Drei Privatbeteiligten wurden aber noch Schadenersatzzahlungen in Höhe von insgesamt 660.000 Euro zugesprochen. G. verzichtete auf weitere Rechtsmittel und nahm die Strafe an, Haas gab keine Erklärung ab.

Rechtsanwalt Rast schien zufrieden: "Ein hartes, aber faires Urteil."
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Kurier 22.04.2014
Urteil Rechtskräftig

Auszug aus dem Artikel

...Im Zusammenhang mit dem Rotlicht-Netzwerk hat es schon mehrere Verurteilungen gegeben. Vor knapp zwei Wochen fasste in Wels der voll geständige Auftraggeber der Brandstiftungen, ein 53-jähriger ehemaliger Bordellbetreiber, fünf Jahre Haft aus. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.
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Centaurus Archiv 📂

Verfasst: 05.03.2026, 01:54
von FSDACH
VI 14.05.2012
"Centaurus" in der Brünner Straße ausgebrannt - Brandstiftung vermutet

Ein einschlägiges Nachtlokal in der Brünner Straße brannte in der Nacht auf Montag vollkommen aus. Pikantes Detail: Im "Centaurus" gab es nicht zum ersten Mal ein Feuer - es fiel bereits mehreren Brandanschlägen zum Opfer.

Wie Pressesprecher Roman Hahslinger auf Anfage von VIENNA.AT bestätigte, brach in dem FKK-Saunaclub namens “Centaurus”, der sich auf der Brünner Straße 57 in Wien befindet, in der Nacht ein Feuer aus. Ab 2:00 Uhr loderten dort laut Hahslinger die Flammen, wie ein Passant bemerkt hatte, der sogleich die Feuerwehr verständigte.

Eine Stunde lang dauerte der nächtliche Löscheinsatz der Feuerwehr. Der Vollbrand hinterließ das einschlägige Nachtlokal in einem desolaten Zustand – das Haus wurde völlig zerstört. Zum Zeitpunkt des Brandes befand sich glücklicherweise niemand im Clubhaus.

Nicht der erste Brand im “Centaurus” auf der Brünner Straße

Nach Angaben von Hahslinger gab es in der Vergangenheit bereits mehrere Brandanschläge gegen das Etablissement – keiner davon war jedoch so verheerend wie der letzte. Wie die Bilder zeigen, liegt das “Centaurus” nach dem schweren nächtlichen Brand buchstäblich in Schutt und Asche. Medienberichten zufolge soll es dort zuvor bereits drei Anschläge mit Molotov Cocktails gegeben haben, unter anderem rund um die Eröffnung im Oktober 2011. Grund dafür soll damals Rivalität im Rotlicht-Milieu gewesen sein.

Deshalb wird nun auch seitens der Polizei wegen Brandstiftung ermittelt, da man davon ausgeht, dass auch dieses Feuer nicht durch Fahrlässigkeit entstanden ist, sondern bewusst gelegt wurde. Konkrete Verdächtige gibt es in diesem Zusammenhang laut Hahslinger noch nicht, doch die Ermittlungen zum Brand in dem Lokal auf der Brünner Straße laufen auf Hochtouren.
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VI 31.05.2012
Brand in Sauna-Club "Centaurus": Profi-Brandstiftung

Wie bereits berichtet, ist in der Nacht auf Montag der Sauna-Club "Centaurus" auf der Wiener Brünner Straße vollends ausgebrannt. Der Verdacht der Brandstiftung bleibt bestehen - die Polizei vermutet hoch professionelle Täter und einen Streit im Rotlichtmilieu hinter dem Vollbrand.

Dem Brand des Erotik-Lokals bzw. Sauna-Clubs “Centaurus” auf der Floridsdorfer Brünner Straße soll ein Streit im Wiener Rotlichtmilieu vorangegangen sein, der in der Nacht auf Montag offenbar eskalierte. Laut Polizei haben Unbekannte im Sauna-Club “Centaurus” auf der Brünner Straße in Floridsdorf den Brand gelegt, bei dem das Clubhaus zerstört wurde.

Profis mit Brandbeschleuniger auf der Brünner Straße vermutet

Polizeisprecher Roman Hahslinger zufolge bemerkten Passanten gegen 2.00 Uhr das Feuer und verständigten umgehend die Einsatzkräfte. Wie Anrainer, unter anderem von der benachbarten Tankstelle, berichteten, habe es einen regelrechten Knall gegeben. Die Brandstiftung wurde von den Ermittlern als das Werk hoch professioneller Täter eingeschätzt. Die Feuerwehr bekam die Flammen nach rund einer Stunde unter Kontrolle, für das Clubhaus gab es aber keine Rettung mehr. Vermutlich wurde ein brandbeschleunigendes Mittel verwendet.

Es war nicht der erste Brandanschlag gegen das Etablissement. Bereits im Vorjahr gab es Medienberichten zufolge mehrere Versuche, Feuer im Lokal zu legen. Bereits damals wurde vermutet, dass der Hintergrund in Zwistigkeiten im Rotlichtmilieu zu suchen sei.

War neuer Betreiber im “Centaurus” Auslöser?

Vor einigen Wochen dürfte es einen Betreiberwechsel gegeben haben. Der neue Inhaber des Centaurus-Clubs, der erst im vergangenen Oktober – unter anderem mit einer Lesung von Barbara Karlich – eröffnet worden war, soll sich den Unmut eines Konkurrenten aus dem Dunstkreis eines anderen Wiener Rotlichtetablissements zugezogen haben.
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KR 28.09.2012
Brand in Sauna-Club: Heiße Spur führt zu Häfen-Duo

Ein Feuer hat im Mai die Brünner Straße im Wiener Bezirk Floridsdorf hell erleuchtet: Ein Sauna-Club ging, wie berichtet, nach einem Brandanschlag in Flammen auf. Nach ausgesetztem Kopfgeld und einem Tipp aus der Szene gibt es nun zwei Verdächtige: Das Duo befindet sich allerdings bereits wegen mehreren Einbrüchen in Haft.

Rund 2,5 Millionen Euro Schaden sollen die Brandstifter mit ihrem Anschlag angerichtet haben - schnell wurden Rivalitätskämpfe zwischen Wiens Rotlicht-Größen als mögliches Tatmotiv genannt. Dass ausgerechnet ein Werbefahrzeug eines Konkurrenz-Clubs direkt vor der Brandruine parkte, heizte die Gerüchte noch zusätzlich an.

Zwei Häfenbrüder im Visier der Ermittler
Doch sämtliche Ermittlungen führten - trotz ausgesetzten Kopfgelds über 5.000 Euro - lange Zeit nicht zum Erfolg. Doch jetzt gibt es eine, im wahrsten Sinne des Wortes, heiße Spur zu den möglichen Feuerteufeln - und die führt direkt in Zellen der Justizanstalt Linz.

Denn dort sitzen zwei Männer aus der rechten Szene ein und sollen, laut einem Tipp aus dem Rotlichtmilieu, für das Flammeninferno verantwortlich sein. Die Häfenbrüder seien noch vor ihrer Verhaftung von bislang unbekannten Hintermännern beauftragt worden, das Etablissement in Schutt und Asche zu legen.

Die Einvernahmen sind im Gange, Spekulationen und Schuldzuweisungen innerhalb der Szene wieder angeheizt.
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OÖN 24.01.2013
Nach Brandstiftung in Bordell in Wien: Gebürtiger Linzer musste in U-Haft

Bekannter Unternehmer und Buchautor soll Auftraggeber gewesen sein. 51-Jähriger wurde nach Ermittlungen in der Neonazi-Szene von Verdächtigen belastet.

Ein brisantes Verfahren nach dem Brand eines Wiener Bordells ist derzeit bei der Staatsanwaltschaft Wels anhängig. Mehrere Verdächtige befinden sich in Untersuchungshaft, darunter seit vergangenem Freitag auch der aus Linz stammende Unternehmer Alexander Gerhardinger (51), der als Gründer des Etablissements „Napoleonhof“ in Ansfelden und als Buchautor („Pufferzone“) bekannt ist. Dem 51-Jährigen wird vorgeworfen, an mehrere Männern den Auftrag gegeben zu haben, einen Sauna-Club in Wien in Brand zu stecken, um damit einen Versicherungsbetrug zu begehen.

Der „Saunaclub Centaurus“ in Floridsdorf wurde in der Nacht des 14. Mai 2012 ein Raub der Flammen. Nach den Ermittlungen der Wiener Polizei soll es sich eindeutig um Brandstiftung bzw. um das „Werk von Profis“ handeln. Das Etablissement wird den Rotlicht-Betrieben von Gerhardinger zugeordnet.

Im Firmenbuch scheint ein Unternehmen, an dem Gerhardinger zu 23,3 Prozent beteiligt ist, unter derselben Adresse auf, an der sich der abgebrannte Sauna-Club befindet. Über diese Firma wurde im Vorjahr ein Konkursverfahren eröffnet. Nach dem Brand war von „Revierkämpfen“ die Rede und das Verfahren gegen Gerhardinger wurde von der Staatsanwaltschaft Wien eingestellt.

Zu diesem Zeitpunkt ließ die Staatsanwaltschaft Wels in ihrem Zuständigkeitsbereich Ermittlungen in der Neonazi-Szene durchführen. Daraufhin wurden mehrere Verdächtige in Haft genommen. Diese beschuldigten daraufhin Gerhardinger, den Auftrag für die Brandlegung in Wien in dessen eigenem Betrieb gegeben zu haben. Vergangenen Freitag wurde der gebürtige Oberösterreicher festgenommen und die Untersuchungshaft verhängt. Die Welser Anklagebehörde wollte gestern trotz mehrfacher Anfrage der OÖNachrichten keine Stellungnahme zu dem Verfahren abgeben.

Staatsanwalt schweigt

Zu einer Auskunft war hingegen Nikolaus Rast, Verteidiger von Gerhardinger, bereit. Er bestätigte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Wels gegen seinen Mandanten. Allerdings kontert Rast: „Diese Vorwürfe entbehren jeglicher Grundlage. Jemand aus der Unterwelt will meinem Mandanten etwas ans Zeug flicken. Bei der Staatsanwaltschaft Wien ist dieses Verfahren schon längst eingestellt worden. Herr Gerhardinger ist unbescholten und ein seriöser Geschäftsmann.“

Strafverteidiger Werner Tomanek aus Wien vertritt zwei der Beschuldigten, die die Brandstiftung mitorganisiert haben sollen. „Sie machen von ihrem Recht zu schweigen Gebrauch“, sagt der Anwalt. Das Verfahren gegen seine Mandanten wird wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das NS-Verbotsgesetz gesondert geführt.

Vom Manager zum Mitbesitzer von Rotlicht-Lokalen

Alexander Gerhardinger wuchs in Linz auf und studierte Betriebswirtschaft und Soziologie in Linz. Wie der Unternehmer über seinen eigenen Werdegang in seinem Buch „Pufferzone – Wie man ein Bordell betreibt“ schreibt, war er anfangs für die Voest im Anlagenbau engagiert und arbeitete später für die Casinos Austria als Croupier und im Auslandsmarketing. Danach war Gerhardinger in der Immobilienbranche tätig, ehe er 2005 in Ansfelden sein erstes Bordell, das Nobel-Etablissement „Napoleonhof“, gründete und damit sogar in Deutschland bekannt wurde. Aus diesem Geschäft stieg er jedoch wieder aus und ein Jahr später ins Rotlicht-Geschäft in Wien ein, wo er den prominenten Sauna-Club „Golden Time“ übernahm. Laut Firmenbuch ist über beide Firmen des 51-Jährigen ein Insolvenzverfahren anhängig. Eine Firma wurde bereits liquidiert.

Promoviert und „Helfer“ an der Uni

In einer deutschen Talkshow sagte Alexander Gerhardinger im Vorjahr, dass gemeinsam mit anderen Studenten bis zu 400 Dissertationen verfasst haben soll. „Zu unserem Netzwerk gehörten damals etwa 40 Leute. Ich selbst habe nur zehn Dissertationen geschrieben. Wir waren keine Fälscher, sondern Dienstleister“, sagte Gerhardinger damals. Die Auftragsarbeiten liegen 25 bis 30 Jahre zurück: „Die Namen der Doktoranden verrate ich nicht. Es geht mir lediglich darum, das System in Frage zu stellen“, sagte Gerhardinger. Als Student und Croupier hätte er genügend Zeit gehabt, Kollegen gegen Bezahlung unter die Arme zu greifen. Seine eigene Dissertation sei nach eigenen Aussagen makellos: „Das Thema war Spielsucht und ich saß an der Quelle.“
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TTZ 03.02.2013
Sechs Verdächtige bleiben in Untersuchungshaft

Die Untersuchungshaft für sechs der elf Inhaftierten, die im Verdacht stehen, in Verbindung mit dem rechtsradikalen Netzwerk „Objekt 21“ zahlreiche Straftaten begangen zu haben, ist vom Landesgericht Wels verlängert worden. Das berichtete das ORF-Radio Oberösterreich am Samstag. Einer der vier Hauptverdächtigen soll auf die Haftprüfung verzichtet haben. Damit wurde die Untersuchungshaft automatisch verlängert.

Der Direktor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Peter Gridling, wehrte sich indessen gegen Kritik am Vorgehen in Oberösterreich. Kritiker hatten dem Landesamt für Verfassungsschutz jahrelange Untätigkeit gegen das rechtsextreme Netzwerk vorgeworfen. Gridling betonte dagegen, das LVT sei in die Ermittlungen der Polizei eingebunden gewesen, auch der von der Gruppe gegründete Verein sei aufgelöst worden. Und sollte sich herausstellen, dass mit kriminellen Geldern „ein braunes Netzwerk finanziert wurde“, dann werde man sich das ansehen, so Gridling im Ö1-Mittagsjournal.

Der Festnahme der Verdächtigen aus dem rechtsradikalen Umfeld gingen monatelange Ermittlungen der Polizei voraus. Wie sich laut den Ermittlern herausstellte, fand die Gruppierung ihre Einnahmequellen in Gewalt-, Eigentums- und Vermögensdelikten, in der Rotlicht-Szene sowie im Waffen- und Drogenhandel. Ihr werden 23 Einbruchsdiebstähle – u. a. während Haftausgängen –, Raubüberfälle, Internet-Betrügereien, Körperverletzungen und organisierte Schwarzarbeit angelastet. Firmenbesitzer und Betreiber von Bordellen sollen bedroht, misshandelt und in finanzielle Abhängigkeit gebracht worden sein, damit sie Geld abliefern, so die Vorwürfe. Die Organisation wird zudem verdächtigt, in Haftanstalten spätere Täter angeworben zu haben. Den Gesamtschaden bezifferten die Ermittler mit mindestens 3,5 Millionen Euro.

2009 soll die Bande einen Brandanschlag auf ein Bordell im Bezirk Kirchdorf mit mehr als 400.000 Euro Schaden verübt und den damaligen Geschäftsführer mit einem Sack über dem Kopf entführt und dann mit einer Motorsäge misshandelt haben. Im Mai 2012 wurde ein Wiener Saunaklub ein Raub der Flammen, es entstand ein Schaden von 2,5 Millionen Euro. Anstifter soll ein aus Oberösterreich stammender Unternehmer aus dem Rotlicht-Milieu gewesen sein, der von anderen Beschuldigten belastet wird und nun in U-Haft sitzt. Sein Verteidiger bezeichnete die Anschuldigungen gegenüber der APA als „haltlos“.

Die Organisation steht darüber hinaus im Verdacht, zur Verschleierung von illegaler Prostitution einen Escortservice gegründet und Frauen mit Gewalt und Drohungen unter Druck gesetzt zu haben. Weil sie ein Bordell im Bezirk Schärding übernehmen wollte, soll sie nicht davor zurückgeschreckt sein, ein Auto in Brand zu stecken. Führende Mitglieder der Vereinigung sollen einen regen Handel mit teilweise verbotenen Schusswaffen, Kriegsmaterial sowie Munition und Zubehör betrieben haben. Im angemieteten Haus der Verdächtigen aus der Neonazi-Szene, in dem auch einschlägige Liederabende stattfanden, stellte die Polizei Fahnen und Schriften mit NS-Symbolen sicher.
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Haftstrafen für Bordell-Zündler im Nazi-Dunstkreis

Der Rotlicht-Boss Alexander G. gestand als Zeuge vor Gericht, hinter der Tat gesteckt zu haben.

Am 14. Mai 2012 seien sie zum Saunaclub „Centaurus“ in Wien gefahren, dort hätten bereits Teppiche, Handtücher und Brandbeschleuniger bereitgelegen. Ein Feuerwerkskörper habe das Flammeninferno dann entfacht.

So schilderten ein 24-jähriger Kroate und ein 32-jähriger Oberösterreicher aus dem Dunstkreis des Neonazi-Netzwerks „Objekt 21“ das Verbrechen, das ihnen am Donnerstag am Landesgericht Wels vorgeworfen wurde. Der Prozess fand unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Ihr Motiv: Geldbeschaffung.

Auftrag aus dem Rotlicht-Milieu

Der Rotlicht-König und gebürtige Linzer Alexander G., der seit Jänner in U-Haft sitzt, gestand als Zeuge vor Gericht, den Auftrag gegeben zu haben. Mit dem Brand habe er einen Versicherungsbetrug beabsichtigt. Es entstand ein Schaden von 2,5 Millionen Euro.

Der mutmaßliche „Objekt 21“-Rädelsführer Jürgen W., der ebenfalls in U-Haft sitzt, sei einer seiner Söldner gewesen und habe den Auftrag mit den beiden Komplizen ausgeführt. W. muss sich zu einem späteren Zeitpunkt vor Gericht verantworten.

Am Donnerstag wurde der 32-jährige Angeklagte wegen Brandstiftung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu vier Jahren Haft verurteilt. Er legte Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde ein. Der 24-Jährige fasste drei Jahre aus und bat um Bedenkzeit. Beide müssen außerdem 200.000 Euro Teilschadenersatz zahlen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

"Objekt 21"
Der Ältere gestand, auch beim Brand des Bordells „Taubenschlag“ in Inzersdorf, Bezirk Kirchdorf, beteiligt gewesen zu sein. Den Vorwurf der Bandenbildung bestritten die Angeklagten, räumten aber ein, im Vereinslokal von „Objekt 21“ in Desselbrunn verkehrt zu haben.

Wie berichtet, gelang es der Polizei im Jänner, den so genannten „Kulturverein“ als kriminelles Neonazi-Netzwerk zu entlarven. Das Repertoire der 35 Mitglieder soll von Waffen- und Drogenhandel, über Körperverletzung bis hin zu Brandstiftung reichen. Es befinden sich noch fünf weitere mutmaßliche Mitglieder in U-Haft. Gegen sieben Männer wurde Anklage wegen NS-Wiederbetätigung erhoben.
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Kurier 11.04.2014
Fünf Jahre Haft für Ex-Bordellkönig

53-Jähriger heuerte Objekt-21-Mitglieder an, um seine Konkurrenten einzuschüchtern.

Trotz seiner jahrelangen Rotlicht-Vergangenheit tritt der gelernte Immobilienmakler Alexander G. optisch noch immer als seriöser Geschäftsmann auf. Mit grauem Anzug, Brille und dezentem Schuhwerk präsentierte er sich am Freitag dem Schöffensenat im Landesgericht Wels.

Die von Staatsanwalt Franz Haas vorgebrachten Anklagepunkte schienen daher auf dem ersten Blick nicht ganz zum äußeren Erscheinungsbild zu passen: Nötigung, Sachbeschädigung, schwerer Betrug, Körperverletzung und Brandstiftung.

Handlanger

Der promovierte Betriebswirt soll von Jänner 2007 bis Jänner 2013 die Führungsriege des Neonazi-Netzwerks " Objekt 21" für kriminelle Handlangerdienste angeheuert und sie damit auch finanziell beträchtlich gefördert haben. Das vorrangige Ziel war, Konkurrenten einzuschüchtern. "Er wollte sich eine Schutztruppe aufbauen, um eine Marktherrschaft zu erlangen", erklärte der Staatsanwalt. Haas warf G. die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor.

Kein Nazi

"Dieser Mann war definitiv kein Mitglied des ,Objekt 21’. Er ist kein Nazi – sondern ein Kaufmann, der irgendwann in eine Branche gewechselt ist, in die er nicht hätte wechseln sollen", sagte Verteidiger Nikolaus Rast. Im Rotlichtmilieu würden aber andere Sitten herrschen. "Dort wird nicht lang gefackelt, da geht man nicht glimpflich miteinander um." Der 53-Jährige habe das am eigenen Leib zu spüren bekommen und sich schützen wollen.

G. soll Störaktionen bei Mitbewerbern in Auftrag gegeben haben. Unter anderem gab es einen Buttersäureanschlag auf ein Bordell in Wien, es wurden giftige Skorpione ausgesetzt und einem Geschäftspartner sollten die Kniescheiben zertrümmert werden. Auf einen bekannten Wiener Saunaclub wurden drei Brandanschläge sowie eine Bitumenattacke auf die Fassade verübt. Bei der dritten Brandlegung ist das Gebäude vollständig vernichtet worden. Für diese Tat soll G. auch extra ein Fluchtmotorrad bereitgestellt haben.

"Mein Mandant bekennt sich wie schon im Vorverfahren zu allen Vorwürfen schuldig. Er hat mit der Polizei zusammengearbeitet und bereits einen erheblichen Teil des Schadens gutgemacht", betonte Verteidiger Rast. Er appellierte an das Gericht, das im Urteil zu würdigen. "Hier spricht alles dafür, eine Strafe ganz, ganz unten (Strafrahmen: Ein bis zehn Jahre) anzusiedeln. G. habe die "Objekt 21"-Leute nur als Schutztruppe engagiert und nicht, weil er Neonazis fördern wollte.

Der Staatsanwalt verzichtete auf die Einvernahme der 14 geladenen Zeugen. G. hatte das Schlusswort: "Ich werde in Zukunft auch alles andere gutmachen, aber dafür muss ich arbeiten können."

Nicht rechtskräftig

Das Urteil: Fünf Jahre Haft – nicht rechtskräftig. Als mildernd wurde gewertet, dass der Angeklagte unbescholten und geständig war und Teile des Schadens ersetzt hatte. Drei Privatbeteiligten wurden aber noch Schadenersatzzahlungen in Höhe von insgesamt 660.000 Euro zugesprochen. G. verzichtete auf weitere Rechtsmittel und nahm die Strafe an, Haas gab keine Erklärung ab.

Rechtsanwalt Rast schien zufrieden: "Ein hartes, aber faires Urteil."
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Kurier 22.04.2014
Urteil Rechtskräftig

Auszug aus dem Artikel

...Im Zusammenhang mit dem Rotlicht-Netzwerk hat es schon mehrere Verurteilungen gegeben. Vor knapp zwei Wochen fasste in Wels der voll geständige Auftraggeber der Brandstiftungen, ein 53-jähriger ehemaliger Bordellbetreiber, fünf Jahre Haft aus. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.
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