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Red Light News
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Prostituierte erpresst Freier

#2

Beitrag von Red Light News »

MP 27.05.2026
Erpresste eine Prostituierte einen pensionierten Priester in Würzburg mit Nacktbildern?

Hat eine Sexarbeiterin einen Geistlichen um mehr als 300.000 Euro gebracht? Während die Frau in Untersuchungshaft sitzt, wird auch gegen den Priester ermittelt.

Es ist ein heikler Fall: Schon seit vergangenem Herbst sitzt in Würzburg eine Prostituierte in Untersuchungshaft. Sie soll versucht haben, einen pensionierten Priester zu erpressen, mit dem sie jahrelang eine intime Beziehung hatte. Im Laufe der Zeit soll er ihr mehr als 300.000 Euro gegeben haben. Als seine Mittel erschöpft waren, soll sie ihn mit der Behauptung unter Druck gesetzt haben, Nacktbilder von ihm nicht wie versprochen vernichtet zu haben.

Die Frau wirft dem katholischen Geistlichen ihrerseits vor, sie zu ungeschütztem Sex gedrängt zu haben. Für beide gilt die Unschuldsvermutung, doch der Fall schlägt Wellen – in der Justiz und im Bistum.

Die Handschellen klickten bereits im Oktober 2025. Ein Teilnehmer des Einsatzes schildert gegenüber der Redaktion: Ermittler hätten damals auf dem Parkplatz eines Supermarktes im Würzburger Stadtteil Sanderau – mit dem erpressten Priester als Lockvogel – auf die Prostituierte gewartet, die auf eine Geldübergabe hoffte.

Sechs Monate später ist gegen die Frau Anklage erhoben, „wegen Betrug in Tateinheit mit Erpressung“, wie Michael Weiskopf, Sprecher der Staatsanwaltschaft Würzburg bestätigt. Aber auch gegen den Priester werde ermittelt, genauso gegen einen mutmaßlichen Komplizen der Frau aus dem Rotlicht-Milieu.

Priester räumt ein, gegen sein Gelübde verstoßen zu haben

Die Prostituierte und der Geistliche kennen sich wohl schon seit 2015. Immer wieder soll es stundenlange Treffen zum Sex gegeben haben, sogar in der Kirche – so jedenfalls die Darstellung der Frau, die sie der Redaktion über ihren Anwalt mitteilen lässt. Der Geistliche erinnert sich dagegen nur an Besuche in einem einschlägigen Würzburger Etablissement.

Nach wochenlanger Suche hat die Redaktion den Mann, der nicht mehr im Bistum lebt, ausfindig gemacht. Im Gespräch räumt er ein, gegen sein Keuschheitsgelübde verstoßen zu haben. „Es war eine Honigfalle“, sagt der Geistliche zerknirscht. Bis 2017 und dann wieder ab 2022 habe er die Prostituierte besucht, gesteht der Priester. 2023 habe ihn die angeblich nicht krankenversicherte Frau dann mit Erzählungen über eine Leukämie Erkrankung immer heftiger wegen Geldsorgen bedrängt. „Ich habe doch nur dich“, habe sie ihn angefleht. Seit Mitte 2024 „fühlte ich mich erpresst, aber auch selbst nicht schuldfrei“, so der Geistliche.

Er habe der Frau „signalisiert, dass meine Möglichkeiten am Ende sind – aber ohne Erfolg. Darum habe ich mich an die Polizei gewandt“. Einer der mit dem Fall betrauten Anwälte berichtet: Als der Priester nicht mehr zahlen wollte, habe sie ihm mit einer Anzeige gedroht, weil er zuvor gegen ihren Willen auf bestimmte Sexpraktiken und ungeschützten Sex ohne Kondom gedrungen haben soll. Sollte es dazu gekommen sein, könnte das als Vergewaltigung eingestuft werden.

Dass es solche Aussagen der Frau gibt, bestätigen Ermittler. Der Mann bestreitet solche Taten im Gespräch mit der Redaktion und legt Wert auf die Feststellung: „Ich habe ihr auch nie mit dem Tod gedroht.“ Auch das soll die Frau ihm vorgeworfen haben.

Prostituierte hat mit Anzeige gedroht

Wofür die Frau von dem Priester die sechsstellige Summe gefordert haben soll, ist Gegenstand intensiver Ermittlungen. War das Geld Bezahlung für Sex? Oder war es eher ein unter Druck gezahlter Unterhalt für eine heimliche Geliebte, die den erheblich älteren Mann mit Nacktbildern erpresste?

Unterdessen scheint der Priester nicht das einzige Opfer zu sein. Ein Rentner, der in einem Seniorenheim lebt, soll laut den Ermittlern ebenfalls mit knapp sechsstelligen Beträgen zum Unterhalt der Frau beigetragen haben – was nicht strafbar wäre, wenn es in irgendeiner Form Lohn war und nicht Erpressung.

Auch der Priester weiß von dem anderen Mann. Im Gespräch mit der Redaktion erzählt der Geistliche von einer Fernreise der Prostituierten mit dem Rentner.

Drohen dem Geistlichen rechtliche Konsequenzen?

Von dort hätte ihn „eine Mail mit zwei Kurzfilmen“ erreicht. „Die zeigten einen Mann, der sagte: Ich lasse mich nicht betrügen“ und habe die Frau aufgefordert, am nächsten Morgen abzureisen. Der Geistliche habe ihr dann Geld für den Rückflug schicken müssen.

Beim Bistum Würzburg gibt man sich auf Anfragen derweil ahnungslos. Auf Nachfrage der Redaktion, ob es bereits ein kirchenrechtliches Verfahren oder andere Konsequenzen für den Geistlichen gibt, antwortete ein Sprecher im April: „Die aktuellen Schilderungen sind dem Bistum nicht bekannt.“ Aktuell heißt es, man habe „keine neuen Erkenntnisse“.

Der Geistliche erklärt unterdessen, inzwischen habe das Bistum Auskunft von ihm gefordert.
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Erster Verhandlungstag
SZ 16.06.2026
„Alle werden es erfahren“: Prostituierte soll Priester erpresst haben

Drei Männer, ein Saunaclub und dreiste Forderungen: Eine 30-Jährige soll mit Lügen und pikanten Fotos eines Pfarrers viel Geld erbeutet haben. Die Vorwürfe räumt sie grundsätzlich ein.

Kennengelernt haben sich der Priester und die Prostituierte in einem Würzburger „Saunaclub“, das war 2016. Sechs Jahre später wurde der katholische Pfarrer Kunde bei der Prostituierten. Alsbald habe die Sexarbeiterin, so trägt es die Staatsanwältin vor, eine „ernsthafte Liebesbeziehung“ und später erhebliche finanzielle und gesundheitliche Nöte vorgetäuscht – und den Priester dann mit heimlich von ihm aufgenommenen Nacktfotos erpresst. Der Anklage zufolge hat der Priester der Sexarbeiterin insgesamt 255 000 Euro überwiesen, bis er sie schließlich anzeigte.

Die zierliche 30-Jährige, ganz in Schwarz gekleidet, verbirgt ihr Gesicht hinter einem Aktenordner. Sie leide unter dem Strafverfahren, sagt ihr Verteidiger, unter der Untersuchungshaft. Eine zum Teil „gänzlich andere Sichtweise“ habe sie auf das, was ihr da vorgeworfen werde. Seit mehr als neun Jahren kennt sie den Pfarrer, erst dann habe er Anzeige gegen sie erstattet. Einen Teil der Anklage räume sie ja durchaus ein. Andere Vorwürfe aber? Aus ihrer Sicht hat es auch freiwillige, gewissermaßen karitative Überweisungen des Pfarrers gegeben, ganz ohne Druck.

Insgesamt, findet ihr Verteidiger, sei das ein klassischer Fall für ein juristisches Verständigungsgespräch: Ein pensionierter Pfarrer, der – noch vor seinem inzwischen eingetretenen Ruhestand – sexuelle Dienstleistungen in Anspruch genommen hat; und eine Sexarbeiterin, die womöglich Details ihrer Berufsausübung vor der Öffentlichkeit ausgebreitet sehen würde. Läge da nicht, zum Schutz der Persönlichkeitsrechte, ein „Deal“ nahe, ein Verständigen also auf einen Strafrahmen im Falle eines Geständnisses?

Zumal die Sexarbeiterin ihrerseits den Priester wegen Vergewaltigung angezeigt hat, das macht die Sache kompliziert. Die Vorwürfe wiegen schwer, die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Pfarrer im Ruhestand, den Hauptbelastungszeugen im vorliegenden Verfahren. Sollte die Angeklagte, seit acht Monaten in Untersuchungshaft, alle Vorwürfe einräumen, könnte sich die Strafkammer eine Haftstrafe zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahren vorstellen, sagt der Vorsitzende Richter.

So verständigt man sich, vorläufig. Die Angeklagte räumt die Vorwürfe grundsätzlich ein. Der Hauptzeuge, der pensionierte Pfarrer, muss trotzdem aussagen, zumindest kurz, keine Details.

Also: Woher er die Angeklagte kenne? Der Priester, hohe Stirn, hagere Gestalt, faltet die Hände, neigt seinen Kopf in Richtung des Richters und beginnt. Vor etwa zehn Jahren hat er die Frau kennengelernt. Manchmal habe er ihr 5000 Euro wöchentlich überwiesen, nachdem ihm die aus Rumänien stammende Frau gesagt hatte, schwerst erkrankt und nicht krankenversichert zu sein.

Ein gemeinsames Domizil in Rumänien, in Sibiu, Hermannstadt? Ja, das fand auch er gut. Falls er Miteigentümer würde. 85 000 Euro hat er ihr überwiesen. Insgesamt habe er drei Lebensversicherungen für sie aufgelöst. Das alles aber, sagt der Priester, seien „freiwillige Leistungen“ gewesen. Um „Zuneigung und Mitleid“ sei es da gegangen. Mitleid aber habe schon überwogen.

Seit 2023 lebten sie in einer Beziehung. „Die Initiative ging von mir aus“, berichtet der Priester. Und nein, „öffentlich“ sei diese Beziehung nicht gewesen. Zumindest nicht in Würzburg.

Er sei dann selbst in „finanzielle Not“ geraten, die ständigen Überweisungen. Es gab also Ärger. Sinngemäß habe sie darauf reagiert, 2024 war das: „Alle werden es erfahren.“ Das habe er als Erpressung empfunden. Sogar ein Bild eines Bischofs habe sie ihm mal geschickt. Als Beleg dafür, wen sie so alles kenne.

Und irgendwann bekam er dann Fotos von sich selbst zu sehen, er, ganz nackt. Gemacht von ihr. Ob er mitbekommen habe, wie diese Bilder gemacht worden sind? Nein, habe er nicht. „Kein Einverständnis“ habe er dazu gegeben, natürlich nicht, wie denn auch? Er lernte die Bilder ja erst kennen, als sie bei ihm auf dem Mobiltelefon landeten.

„Schau mal, was ich da habe“, habe sie ihn wissen – und ihm irgendwann die Telefonnummern seiner Mitarbeiter zukommen lassen. Gut, letztere kannte er selbst. Was es bedeutetet, dass sie diese offenkundig auch kennt, habe er sich ausrechnen können, angesichts der Fotos.

Insgesamt 13 Aufnahmen, so führte es die Anklage auf, hat die Frau von dem Priester im Saunagarten gemacht. Als komplett entkleidet ist er zu erkennen, teilweise, schildert die Staatsanwältin, sehe man sein Gesäß. Der Anklageschrift zufolge hat die Angeklagte auch mehrmals gedroht, im Internet zu verbreiten, dass der Priester „ihre Dienste im Saunagarten in Anspruch genommen“ habe.

Ebenso habe sie zu verstehen gegeben, dem Arbeitgeber des Pfarrers, dem Bistum Würzburg, zu verraten, dass es da etwas zu berichten gibt, über einen Priester und eine Prostituierte. Der Pfarrer überwies weitere 40 000 Euro. Diesmal nicht für eine vermeintliche Behandlung oder eine gemeinsame Wohnung. Diesmal um zu verhindern, dass womöglich Nacktbilder von ihm öffentlich werden.

Ob er die „Beziehung“ mal abbrechen wollte? Ja, habe aber nicht geklappt. „Ich gehe zur Polizei“, habe er ihr gesagt. Sie habe geantwortet: „Du verlierst mehr als ich.“

Im Übrigen habe die Angeklagte ein ziemlich schlechtes Verhältnis zu Geld, sagt der Priester. 80 000 Euro für ein Auto, das sei so ihre Vorstellung gewesen. „Gib mir 16 000 Euro für die Uhr“, habe er zu hören bekommen. Und für eine Schönheitsoperation an der Brust habe sie ebenfalls Geld gewünscht.

Welche Leistungen er in Anspruch genommen hat? Keine Details. Aber auch „einen Ausflug“, sagt der Priester im Zeugenstand, habe man mal unternommen, „auf dem Käppele“, der berühmten Würzburger Wallfahrtskirche hoch über dem Main. Und im Dom sei man gemeinsam gewesen.

Das alles war auf Dauer belastend. Zwischenzeitlich, referiert der Zeuge tonlos, habe er sich mal in ambulante psychiatrische Behandlung begeben. Insgesamt aber habe er dem Druck standgehalten. Seit 2025 ist er in Pension, Pfarrer im Ruhestand. Vor Gericht ist er nach etwa 30 Minuten erlöst, als Zeuge entlassen. Er steht auf, zieht seinen Anzug zurecht – den er früher, vor dem Stress, womöglich mal ausgefüllt hat – und strebt zur Tür.

Es soll weitere Opfer geben. Von einem Freier soll die Frau – mit der Behauptung gänzlich anderer Krankheiten – der Anklage zufolge bei einem gemeinsamen Hotelbesuch 15 000 Euro bekommen haben, zuvor schon 10 000. Später verkaufte der Mann allerlei Goldmünzen, um ihr zu helfen. Auch mit der Geschichte, sie müsse von der Mafia in Rumänien freigekauft werden, hatte die Sexarbeiterin offenbar Erfolg. Mehr als 90 000 Euro zahlte der Mann der Anklage zufolge insgesamt.

Ein anderer, ebenfalls im Glauben, einer erkrankten Sexarbeiterin zu helfen, übergab ihr 1600 Euro. Insgesamt soll der Staatsanwältin zufolge den drei Freiern ein Schaden von mehr als 340 000 Euro entstanden sein. Sie wirft der Angeklagten Betrug, das Verletzen eines höchstpersönlichen Lebensbereichs – durch verdeckte Fotoaufnahmen – und Erpressung vor. Der Prozess soll an diesem Mittwoch fortgesetzt werden.
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MP 16.06.2026
Erpressung mit Nacktfotos

Ein außergewöhnlicher Fall vor dem Landgericht Würzburg: Eine Sexarbeiterin soll von einem katholischen Priester und einem weiteren Mann rund eine halbe Million Euro erbeutet haben.

Das Wiedersehen dieses ungewöhnlichen Liebespaares vor Gericht fällt ausgesprochen unromantisch aus: Als der pensionierte Priester an diesem Dienstag in den Zeugenstand betritt, würdigt er die Frau auf der Anklagebank kaum. Und sie zeigt ihm nach acht Monaten Untersuchungshaft die kalte Schulter.

Über Jahre hinweg soll die Sexarbeiterin dem katholischen Geistlichen lieb und teuer gewesen sein. Bei ihm und einem weiteren Rentner soll sie mit Sex, erfundenen Krankheiten und Liebesbezeugungen knapp eine halbe Million Euro erbeutet haben. Jetzt muss sie sich am Landgericht Würzburg verantworten.

Priester zu Beziehung: „Das Mitleid überwog“

Eine Mischung aus Zuneigung, Mitleid und dem Wunsch nach einer Beziehung habe ihn zu der Frau hingezogen, gesteht der pensionierte Geistliche zu Prozessbeginn. „Wobei das Mitleid überwog“, versichert er. Die Frau habe ihn mit der Aussicht auf ein gemeinsames Zusammenleben bezirzt und immer wieder Krankheiten vorgetäuscht, um ihn zu Zahlungen für angebliche Klinikrechnungen zu bewegen. Auch eine Brustvergrößerung habe er ihr bezahlt, sagt der Priester.

Als ihm nach drei aufgelösten Lebensversicherungen 2025 das Geld ausging, habe er die Beziehung beenden wollen. Die Angeklagte aber habe ihn immer wieder mit Sprachnachrichten bedrängt – und gedroht, das Verhältnis öffentlich zu machen. Am Ende sei ihm nichts übrig geblieben, als sich an die Polizei zu wenden.

Dass die Beschuldigte den Priester inzwischen in Vernehmungen der Vergewaltigung beschuldigt und gegen ihn selbst ermittelt wird, erwähnt Verteidiger Roj Khalaf in der Verhandlung nur am Rande. Im Prozess geht es stundenlang zunächst nicht um die mutmaßliche Erpressung des zur Keuschheit verpflichteten Geistlichen mit Nacktbildern, wie es in der Anklage heißt. Es geht auch nicht darum, wie das Paar in trauter Zweisamkeit im Würzburger Käppele und im Dom unterwegs war, wie der Priester sagt. Oder um pikante Details einer luxuriösen Dubai-Reise der 30-jährigen Sexarbeiterin als Begleiterin eines anderen Rentners. Aus Dubai hatte der Priester offenbar erpresserische Filmaufnahmen von ihr zugesandt bekommen. Er sollte ihr Geld für den Heimflug schicken, weil sie sich in Dubai mit dem anderen Liebhaber zerstritten hatte.

Statt solche Details in der Beweisaufnahme zu beleuchten, feilschen Gericht, Staatsanwältin und Verteidiger stundenlang um eine Vereinbarung: Es soll einen kurzen Prozess geben, bei dem möglichst wenig Intimes enthüllt wird. Die Einigung billigt der 30-Jährigen bei einem Geständnis einen Strafrahmen zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahren zu. Namens der Sexarbeiterin erklärt der Verteidiger in einem Satz: „Die Vorwürfe der Anklage sind so zutreffend!“ Dem Priester erspart dies als Kronzeugen der Anklage allzu peinliche Befragungen nach Einzelheiten. Der zweite Geschädigte hatte das Gericht zuvor informiert, dass er in einer Klinik liege und nicht als Zeuge aussagen könne.

Nach Vereinbarung vor Gericht: Urteil könnte schnell fallen

Sein Sohn beziffert als Zeuge die Summe, um die die Angeklagte den Rentner gebracht haben soll, weit höher als Staatsanwältin Annika Schömig. In ihrer Anklage war von rund 90.000 Euro die Rede. Der Sohn des Geschädigten spricht von Zahlungen in Höhe von 240.000 Euro.

Ähnlich hoch sollen die jahrelangen Zuwendungen des Geistlichen gewesen sein, der die damals 20 Jahre alte Beschuldigte erstmals 2015 in einem Würzburger Etablissement aufgesucht haben soll. Auf Nachfrage gibt der Priester vor Gericht zu, jahrelang freiwillig gezahlt zu haben. Erst als ihm die Mittel ausgingen, habe die Frau mit Erpressungen begonnen. Der Prozess wird an diesem Mittwoch fortgesetzt und könnte dann schon zu Ende gehen. Die Aussicht auf eine nicht allzu hohe Haftstrafe für die 30-jährige Angeklagte käme vermutlich auch dem Bistum Würzburg nicht ungelegen. Ein Vertreter war am ersten Verhandlungstag unter den Prozessbeobachtern.

Der Verteidiger schlug vor, die gebürtige Rumänin nach einer Verurteilung schnell in ihre Heimat abzuschieben. Das Gericht machte dazu keine Zusagen. Doch ein weiterer Prozess – dann gegen den pensionierten Priester wegen Vergewaltigung – wäre damit vermeidbar: Die Belastungszeugin stünde dem Gericht in Würzburg nicht mehr zur Verfügung.
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Ergänzende Berichterstattung zum ersten Verhandlungstag
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Prostituierte erpresst Geistlichen

Im Würzburger Saunagarten „Eden“ treffen laut Eigenwerbung „zufriedene Männer auf zufriedene Frau­en“, um sich „lustvoll den Won­nen von Wellness und Ent­spannung hinzugeben“ – doch wenn die Prostituierte einen katholischen Pfarrer mit hochnotpeinlichen Nacktfotos um mehr als eine Viertelmillion Euro erpresst, müssen weltliche Richter entscheiden. Was würde der liebe Gott wohl dazu sagen?

Seit Dienstag muss sich die Rumänin Catalina-Maria G. (30) wegen Betruges und Er­pressung vorm Landgericht Würzburg (Bayern) verantworten. „Seit dem Jahr 2022 war der ehe­malige Pfarrer T. bei ihr Kun­de“, sagte Staatsanwältin Anni­ka Schömig. Ach Du lieber Himmel: Für Priester der katholischen Kirche gilt grundsätzlich das Zölibat – sie müssen enthaltsam sein.

Ab Januar 2023 gaukelte die Prostituierte dem Geistlichen laut Anklage eine Leukämie-Erkrankung vor, für deren Behandlung in einer Privatklinik der Geistliche ihr wöchentlich 3000 bis 5000 Euro überwies. Im Juli 2023 versprach sie ihm dann eine gemein­same Zukunft in Hermannstadt – für das angebliche Liebesnest löste T. zwei Lebensversicherungen auf und überwies ihr 85.000 Euro.

Es ging um Zuneigung und Mitleid“, sagte der geschröpfte Gottesmann als Zeuge aus. Doch als er selbst in finanzielle Bedrängnis geriet, stellte er 2024 die Zahlungen ein. Catali­na-Maria G. schickte ihm das Bild eines Bischofs und den Satz: „Alle werden es erfah­ren.“ Er habe sich erpresst ge­fühlt, sagte der Pfarrer. Überraschend: Trotz­dem besuchte er sie weiter im „Saunagarten“, Eintritt bis 20 Uhr 25 Euro, danach frei. Staatsanwältin Schömig: „Im Zuge dieser Erpressung fertig­te die Angeklagte am 20. Mai 2025 gegen 18.45 Uhr ohne Wissen und Zustimmung des Geschädigten insgesamt 13 Bilder von diesem in ihrem Zimmer an, die diesen völlig entkleidet zeigen, wobei teil­weise auch dessen unbeklei­detes Gesäß zu sehen ist.“ Ihr Kommentar: „Schau mal, was ich da habe.“

Er habe gedroht, zur Polizei zu gehen, sagte Pfarrer T. aus. „Du verlierst mehr als ich“, habe sie geantwortet. In nack­ter Panik habe er ihr 40.000 Euro überwiesen – diesmal seien es keine „freiwilligen Leistungen“ wie zuvor gewe­sen. Bevor er sich im Herbst 2025 in den Ruhestand verset­zen ließ, besuchte er mit der Angeklagten noch die Wall­fahrtskirche „Käppele“ und den Würzburger Dom. Bekehren ließ sich die Prostituierte dort jedoch nicht, forderte mal 80.000 Euro für ein Auto, 16.000 Euro für eine Uhr oder einen Zuschuss für eine Brustver­größerung. Catalina-Maria G. wurde von Pfarrer T. eine Falle gestellt, damit sie festgenommen werden konnte. Er sollte ihr 2000 Euro für ein neues iPhone übergeben. Bei der Geldübergabe wurde sie verhaftet.

Pfarrer T. wegen Vergewaltigung angezeigt

Zum Prozessauftakt räumte die Frau, die nach Anzeigen weiterer Geschädigter seit acht Mona­ten in U-Haft sitzt, die Vorwürfe ein. Das Gericht stellte ihr da­für eine Haftstrafe zwischen 2,5 und drei Jahren in Aus­sicht. Ihren Ex-Freier würdigte sie während seiner 30-minüti­gen Aussage keines Blickes – sie hat ihn mittlerweile wegen Vergewaltigung angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Würzburg bestätigte inzwischen die Ermittlungen ge­gen den Pfarrer. Jan Paulsen, Rechtsanwalt von Pfarrer T., zu BILD: „Das ist nicht zutreffend. Man kann vermuten, dass es um Rache geht.“
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Zweiter Verhandlungstag
MP 18.06.2026
Er hatte Sexarbeiterin viel Geld gezahlt

Der Erpressungsprozess um die Beziehung eines katholischen Priesters zu einer Prostituierten am Landgericht Würzburg versucht, Dichtung und Wahrheit zu trennen. Die Vernehmung eines pensionierten Lehrers bestätigt, dass es geradezu Methode der Angeklagten gewesen sein muss, bei gut betuchten älteren Männern auf die Tränendrüse zu drücken.

Doch bei keinem ihrer Kunden erbeutete die 30-jährige Sexarbeiterin solch hohe Summen wie bei dem katholischen Geistlichen. Mit einer Mischung aus Jammern über erfundene Erkrankungen und der Drohung, Nacktbilder von ihm zu veröffentlichen, brachte sie ihn nach ihren eigenen Angaben um 300.000 Euro.

Hartnäckige Nachfragen von Verteidiger Roj Khalaf am zweiten Verhandlungstag zeigen: Das Bild des von Mitleid getriebenen Helfers, das der Geistliche im Zeugenstand von sich gemalt hatte, ist nur ein Teil der Wahrheit. Wiederholt soll der Priester die Frau im Sexclub besucht haben, für Vergnügungen, die einem zur Keuschheit verpflichteten Geistlichen verboten sind.

Er gab ihr Geld, das für eine gemeinsame Wohnung gedacht war. Und die Angeklagte berichtet von Besuchen bei ihm zu Hause, bei denen er sich ungeschützten Verkehr gewünscht haben soll und Nacktvideos von ihr entstanden. Dafür habe er Geld versprochen, das er schuldig geblieben sei. Ob dies stimmt, ist schwer beweisbar. Laptop und Handy des Geistlichen wurden nicht auf solche Beweise durchsucht. Gegen den pensionierten Priester laufen laut Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts der Vergewaltigung.

„Rechtlich habe ich mir nichts vorzuwerfen, moralisch schon“, hatte der Priester vor Wochen auf Anfrage gegenüber dieser Redaktion gestanden. „Darum habe ich die Erpressung viel zu lang erduldet.“ Ab Januar 2023 habe er viel Geld gezahlt, weil sie ihm eine Leukämieerkrankung vorgespielt habe: „Das war freiwillig und sechsstellig.“ Seit Mitte 2024 habe er sich „erpresst gefühlt, aber auch selber nicht schuldfrei“, sagte der Geistliche. „Ich habe signalisiert, dass meine Möglichkeiten am Ende sind, aber ohne Erfolg. Darum habe ich mich an die Polizei gewandt.“

Im Prozess gegen die Prostituierte soll am 25. Juni ein Urteil fallen. Bleibt das Gericht bei dem vereinbarten Strafmaß von rund drei Jahren, könnte sie bald in ihre Heimat Rumänien abgeschoben werden.
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Dritter Verhandlungstag und Urteil
MP 27.06.2026
Urteil gegen Prostituierte

Eine Sexarbeiterin hatte mit erfundenen Krankheiten und drohenden Enthüllungen mehr als eine halbe Million Euro erbeutet.

Drei Sitzungstage lang saß die Angeklagte still vor den Richtern. Ihrem Ex-Geliebten, einem katholischen Priester, zeigte die 30-Jährige die kalte Schulter, als er im Zeugenstand am Landgericht Würzburg berichtete, wie sie ihn mit Nacktbildern erpresst hatte. Doch als das Gericht ihr an diesem Donnerstag das letzte Wort vor dem Urteil erteilt, fließen – wie auf Kommando – ein paar Tränen.

Den Geistlichen und andere Senioren soll die Angeklagte um Verstand und viel Geld gebracht haben. „Es tut mir leid, was ich gemacht habe“, versichert die Sexarbeiterin im Bemühen, die fünf Richter gnädig zu stimmen.

Vereinbarung: Geständnis und milde Strafe

Da konnte man sich vorstellen, wie die 30-Jährige ihren Freiern den Kopf verdreht und sie wegen frei erfundener Krankheiten immer wieder um viel Geld gebeten hatte. Die Masche brachte ihr laut Anklage mehr als eine halbe Million Euro ein. Das Urteil jetzt: eine Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten. „Man kann diskutieren, ob die Opfer in besonderer Weise leichtgläubig waren“, sagt der Vorsitzende Richter Steffen Eicker in seiner Urteilsbegründung. Er versucht, diesen Fall möglichst diskret zu lösen. Statt peinlicher Details in einer langen Beweisaufnahme gibt es auf Vorschlag von Verteidiger Roj Khalaf in der Verhandlung eine pragmatische Vereinbarung: milde Strafe gegen schnelles Geständnis.

Mit einem Satz räumt der Anwalt für die 30-Jährige ein: Die Anklage über 14 Fälle des Betruges und Erpressung stimmt.

Nur Andeutungen gibt es zu der Beziehung des zur Keuschheit verpflichteten Geistlichen mit der Sexarbeiterin. Sie spielte ihm offenbar professionell Zuneigung vor und veranlasste ihn, für ihr kostspieliges Leben zu zahlen – auch für eine gemeinsame Zukunft.

80.000 Euro für ein Auto, 16.000 für eine kostbare Uhr, sogar für eine Schönheitsoperation zahlte der Priester ihr den Aussagen zufolge. Bis ihm das Geld ausging. Da drohte sie mit Enthüllung des Verhältnisses.

Die Befragung des Geistlichen in diesem Prozess dauert kaum eine halbe Stunde. Er kann das Bild des besorgten Seelsorgers zeichnen, der einer Schwerkranken finanziell helfen wollte und dann in die „Honigfalle“ tappte, wie er selbst sagt. „Moralisch fühle ich mich schuldig, rechtlich nicht“, hatte er gegenüber dieser Redaktion vor dem Prozess betont.

Kein Wort mehr vor Gericht über Aussagen, dass er ihr sogar beim Besuch in einer Kirche ungehemmt unter den Rock gegriffen haben soll. Nur zarte Hinweise des Verteidigers, dass der Pfarrer auf ungeschützten Sex bestanden haben soll.

Inzwischen laufen gegen den pensionierten Geistlichen Ermittlungen wegen Vergewaltigung.

Weil die jetzt Verurteilte bald nach Rumänien abgeschoben werden könnte, stünde sie als Zeugin in einem Prozess gegen den Priester nicht mehr zur Verfügung.

Mögliche Folgen für den Priester

Für den pensionierten Geistlichen bleibt der Fall dennoch nicht ohne Folgen. Das Bistum Würzburg hatte zunächst den Ausgang des Strafverfahrens abgewartet. Nach der Verurteilung der 30-Jährigen sagt Bistumssprecher Bernhard Schweßinger jetzt: „Das Bistum Würzburg hat am 19. Juni 2026 ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet, um den Priester zur Verantwortung zu ziehen.“

Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran habe den Geistlichen mit seinem mutmaßlichen Fehlverhalten konfrontiert. „In der Hauptverhandlung vor dem Landgericht Würzburg wurde es auch deutlich“, so Schweßinger. Dies kann zu Strafen bis hin zur Entlassung aus dem Klerikerstand führen.
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