Villa Marisol 🔒 Archiv 📂
- Red Light News
- Beiträge: 402
- Registriert: 21.02.2025
- Kontaktdaten:
Villa Marisol News
NRZ 08.04.2010
Eines hat Daniela O. (alle Namen geändert) ein für allemal gelernt: Ein wenig gesunde Skepsis kann manchmal vor jede Menge Ärger bewahren. Die Geschäftsführerin eines Hamminkelner Saunaclubs hatte im vergangenen September ein schwarzafrikanisches Mädchen für einige Tage in ihrem Etablissement arbeiten lassen. Dafür fand sich die 36-Jährige nun auf der Anklagebank wieder. Tatvorwurf: „Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung.“
Doch der Reihe nach: Ende September habe die junge Frau, die sich Angelina nannte, in Begleitung einer anderen schwarzafrikanischen, gut Deutsch sprechenden Frau im Saunaclub gestanden und um ein Zimmer gebeten, in dem sie Prostitution betreiben könne, sagte Daniela O. aus. Mit Angelina selbst habe sie nicht direkt kommunizieren können, die andere Frau habe übersetzt.
Die Geschäftsführerin habe den Frauen die Arbeitsbedingungen erläutert und den Pass kopiert, den Angelina bei sich hatte und nach dessen Angaben sie 29 Jahre alt war. Anschließend habe die Übersetzerin, die weder ihren vollen Namen nannte noch Daniela O. ihre Handynummer geben wollte, den Club verlassen. Angelina habe ihr Zimmer bezogen.
Als einige Tage später Polizeibeamte zu einer Routinekontrolle in das Etablissement kamen und die Ausweise der überwiegend ausländischen Mädchen überprüften, hatte Angelina keine Papiere bei sich. Die Ordnungshüter nahmen die junge Frau mit aufs Revier, überprüften ihre Fingerabdrücke und vernahmen sie.
Sie sei 15 Jahre alt und mit einem deutschen Straßenarbeiter aus Nigeria nach Deutschland gekommen, gab Angelina bei der Polizei an. Zunächst habe sie mit ihm und anderen Leuten in einem Haus gelebt, dann sei der Mann verschwunden und sie zufällig nach Hamminkeln gekommen. Dort habe eine blonde Frau sie bei einem Spaziergang auf der Straße angesprochen und ihr Arbeit in dem Saunaclub angeboten.
Nie habe man die Identität, das wahre Alter und die Geschichte der jungen Frau wirklich überprüfen können, sagte der Polizist gestern vor Gericht. „Wir haben nur das, was sie uns erzählt hat. Und das klang für uns nicht glaubwürdig.“ Dass der Pass, dessen Kopie Daniela O. bei der Polizei vorlegte, nicht der echte des Mädchens war, erkannten die Polizisten zwar. „Aber wie alt Angelina nun tatsächlich ist und ob sie überhaupt so heißt, weiß niemand.“
Anklage fiel in sich zusammen
Da es im Tatvorwurf um Sex mit einer Minderjährigen unter 16 ging, stellte der Strafrichter das Verfahren auf Antrag der Staatsanwältin ein. „Wenn wir nicht wissen, wie alt dieses Mädchen ist, fällt die Anklage in sich selbst zusammen“, sagte der Richter. Doch wieso kam es dann überhaupt zur Verhandlung? „Minderjährige vor Prostitution zu schützen hat in unserem Rechtsstaat eine hohe Priorität“, erklärte der Richter. „Selbst wenn die Geschichte eines Mädchens nicht glaubwürdig erscheint, muss sie verhandelt werden.“
Angelina lebt mittlerweile in einer betreuten Wohnung, hat einen Vormund und Asylantrag gestellt. Von der mutmaßlichen Schlepperin, die das Mädchen im vergangenen Herbst in den Saunaclub gebracht hat, fehlt jede Spur. In dem Hamminkelner Etablissement ist wieder Alltag eingekehrt. „Aber eines weiß ich“, sagte Geschäftsführerin Daniela O. gestern. „So etwas passiert mir nicht noch einmal.“
Zum Artikel
Rätsel um Jugendliche im Saunaclub
Eines hat Daniela O. (alle Namen geändert) ein für allemal gelernt: Ein wenig gesunde Skepsis kann manchmal vor jede Menge Ärger bewahren. Die Geschäftsführerin eines Hamminkelner Saunaclubs hatte im vergangenen September ein schwarzafrikanisches Mädchen für einige Tage in ihrem Etablissement arbeiten lassen. Dafür fand sich die 36-Jährige nun auf der Anklagebank wieder. Tatvorwurf: „Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung.“
Doch der Reihe nach: Ende September habe die junge Frau, die sich Angelina nannte, in Begleitung einer anderen schwarzafrikanischen, gut Deutsch sprechenden Frau im Saunaclub gestanden und um ein Zimmer gebeten, in dem sie Prostitution betreiben könne, sagte Daniela O. aus. Mit Angelina selbst habe sie nicht direkt kommunizieren können, die andere Frau habe übersetzt.
Die Geschäftsführerin habe den Frauen die Arbeitsbedingungen erläutert und den Pass kopiert, den Angelina bei sich hatte und nach dessen Angaben sie 29 Jahre alt war. Anschließend habe die Übersetzerin, die weder ihren vollen Namen nannte noch Daniela O. ihre Handynummer geben wollte, den Club verlassen. Angelina habe ihr Zimmer bezogen.
Als einige Tage später Polizeibeamte zu einer Routinekontrolle in das Etablissement kamen und die Ausweise der überwiegend ausländischen Mädchen überprüften, hatte Angelina keine Papiere bei sich. Die Ordnungshüter nahmen die junge Frau mit aufs Revier, überprüften ihre Fingerabdrücke und vernahmen sie.
Sie sei 15 Jahre alt und mit einem deutschen Straßenarbeiter aus Nigeria nach Deutschland gekommen, gab Angelina bei der Polizei an. Zunächst habe sie mit ihm und anderen Leuten in einem Haus gelebt, dann sei der Mann verschwunden und sie zufällig nach Hamminkeln gekommen. Dort habe eine blonde Frau sie bei einem Spaziergang auf der Straße angesprochen und ihr Arbeit in dem Saunaclub angeboten.
Nie habe man die Identität, das wahre Alter und die Geschichte der jungen Frau wirklich überprüfen können, sagte der Polizist gestern vor Gericht. „Wir haben nur das, was sie uns erzählt hat. Und das klang für uns nicht glaubwürdig.“ Dass der Pass, dessen Kopie Daniela O. bei der Polizei vorlegte, nicht der echte des Mädchens war, erkannten die Polizisten zwar. „Aber wie alt Angelina nun tatsächlich ist und ob sie überhaupt so heißt, weiß niemand.“
Anklage fiel in sich zusammen
Da es im Tatvorwurf um Sex mit einer Minderjährigen unter 16 ging, stellte der Strafrichter das Verfahren auf Antrag der Staatsanwältin ein. „Wenn wir nicht wissen, wie alt dieses Mädchen ist, fällt die Anklage in sich selbst zusammen“, sagte der Richter. Doch wieso kam es dann überhaupt zur Verhandlung? „Minderjährige vor Prostitution zu schützen hat in unserem Rechtsstaat eine hohe Priorität“, erklärte der Richter. „Selbst wenn die Geschichte eines Mädchens nicht glaubwürdig erscheint, muss sie verhandelt werden.“
Angelina lebt mittlerweile in einer betreuten Wohnung, hat einen Vormund und Asylantrag gestellt. Von der mutmaßlichen Schlepperin, die das Mädchen im vergangenen Herbst in den Saunaclub gebracht hat, fehlt jede Spur. In dem Hamminkelner Etablissement ist wieder Alltag eingekehrt. „Aber eines weiß ich“, sagte Geschäftsführerin Daniela O. gestern. „So etwas passiert mir nicht noch einmal.“
- Red Light News
- Beiträge: 402
- Registriert: 21.02.2025
- Kontaktdaten:
Villa Marisol Razzia
RP 25.11.2016
Bereits am Dienstag haben Polizisten, Mitarbeiter des Hauptzollamts, der Steuerfahndung, des Ausländeramts und der Ordnungsämter zwei Bordelle im Kreis Wesel durchsucht.
Auch Kräfte einer Einsatzhundertschaft waren beteiligt. Gestern nahmen die Ermittler weitere Bordellbetriebe ins Visier, um unter anderem Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen zu überprüfen.
In einem Etablissement in Hamminkeln, dem Sauna-Club Villa Marisol, wurden insgesamt 34 Personen kontrolliert, davon sieben Angestellte, 18 Prostituierte und neun Kunden. Eine Frau wurde festgenommen wegen des Verdachts des illegalen Aufenthaltes. Eine weitere Razzia erfolgte in einem Bordell in Xanten.
Zum Artikel
Festnahme in Sauna-Club
Bereits am Dienstag haben Polizisten, Mitarbeiter des Hauptzollamts, der Steuerfahndung, des Ausländeramts und der Ordnungsämter zwei Bordelle im Kreis Wesel durchsucht.
Auch Kräfte einer Einsatzhundertschaft waren beteiligt. Gestern nahmen die Ermittler weitere Bordellbetriebe ins Visier, um unter anderem Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen zu überprüfen.
In einem Etablissement in Hamminkeln, dem Sauna-Club Villa Marisol, wurden insgesamt 34 Personen kontrolliert, davon sieben Angestellte, 18 Prostituierte und neun Kunden. Eine Frau wurde festgenommen wegen des Verdachts des illegalen Aufenthaltes. Eine weitere Razzia erfolgte in einem Bordell in Xanten.
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast