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Eröffnung
NRZ 30.10.2013
Das Bordell Fungarden scheint endgültig Geschichte zu sein. An der Tackenweide gibt es nun einen anderen „Sauna-Club“. Das Fungarden hat vor einiger Zeit Insolvenz angemeldet, nachdem die ehemaligen Betreiber im Mai zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden waren.
Zwangsprostituierte, Drogen, Gewalt – der spektakuläre Fall um das Bordell Fungarden sorgte in diesem Jahr für Aufsehen. Rund sechs Monate nach der Verurteilung des damaligen Betreiber-Pärchens hat ein neues Bordell in dem Gebäude an der Tackenweide eröffnet: der Sauna-Club Sun Temple. Der Fungarden hatte, wie berichtet, vor einigen Wochen Insolvenz angemeldet.
Mit seinen Vorgängern scheint der neue Inhaber nichts zu tun zu haben. Zumindest seien „die Kollegen von damals“ nicht mehr in dem Bordell zu finden, erfahren interessierte Anrufer am Telefon. Nach der Verhaftung der Fungarden-Betreiber hatte der Sohn einer der Angeklagten den Betrieb zwischenzeitlich übernommen. Der junge Mann aus Gelsenkirchen wurde zwar vor einiger Zeit erneut in der Hansestadt gesehen, doch ob er etwas mit der Neueröffnung zu tun hat, ist nicht klar. Laut Handelsregister-Auszug ist eine Frau aus Hagen Geschäftsführerin des Sun Temple.
Sexsteuer für Emmerich
Die Meinungen über das neue Bordell dürften bei den Emmerichern auseinandergehen. Doch zumindest einen finanziellen Vorteil wird die Stadt wohl aus der Neueröffnung ziehen. Nach der Verurteilung der Fungarden-Betreiber und der danach folgenden Insolvenz des Bordells gingen der Stadt Einnahmen aus der sogenannten Sexsteuer verloren. Dass diese Quelle nun wieder sprudelt, wird nicht von Nachteil sein. Schließlich sucht die Stadt derzeit nach Möglichkeiten, Geld einzusparen.
Zur Erinnerung: Der Prozess um den Fungarden endete nach rund sieben Monaten im Mai dieses Jahres mit der Verurteilung des ehemaligen Betreiber-Paares. Der Hauptangeklagte muss eine Strafe von fünf Jahren und neun Monaten absitzen, seine Partnerin eine von zwei Jahren und sechs Monaten.
Das Gericht hatte ihnen nachgewiesen, Steuern in Millionenhöhe hinterzogen zu haben. Außerdem haben sie Mädchen ohne Arbeitserlaubnis, vornehmlich aus Osteuropa, zur Prostitution gezwungen.
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Bordell Sun Temple tritt Fungarden-Nachfolge an
Das Bordell Fungarden scheint endgültig Geschichte zu sein. An der Tackenweide gibt es nun einen anderen „Sauna-Club“. Das Fungarden hat vor einiger Zeit Insolvenz angemeldet, nachdem die ehemaligen Betreiber im Mai zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden waren.
Zwangsprostituierte, Drogen, Gewalt – der spektakuläre Fall um das Bordell Fungarden sorgte in diesem Jahr für Aufsehen. Rund sechs Monate nach der Verurteilung des damaligen Betreiber-Pärchens hat ein neues Bordell in dem Gebäude an der Tackenweide eröffnet: der Sauna-Club Sun Temple. Der Fungarden hatte, wie berichtet, vor einigen Wochen Insolvenz angemeldet.
Mit seinen Vorgängern scheint der neue Inhaber nichts zu tun zu haben. Zumindest seien „die Kollegen von damals“ nicht mehr in dem Bordell zu finden, erfahren interessierte Anrufer am Telefon. Nach der Verhaftung der Fungarden-Betreiber hatte der Sohn einer der Angeklagten den Betrieb zwischenzeitlich übernommen. Der junge Mann aus Gelsenkirchen wurde zwar vor einiger Zeit erneut in der Hansestadt gesehen, doch ob er etwas mit der Neueröffnung zu tun hat, ist nicht klar. Laut Handelsregister-Auszug ist eine Frau aus Hagen Geschäftsführerin des Sun Temple.
Sexsteuer für Emmerich
Die Meinungen über das neue Bordell dürften bei den Emmerichern auseinandergehen. Doch zumindest einen finanziellen Vorteil wird die Stadt wohl aus der Neueröffnung ziehen. Nach der Verurteilung der Fungarden-Betreiber und der danach folgenden Insolvenz des Bordells gingen der Stadt Einnahmen aus der sogenannten Sexsteuer verloren. Dass diese Quelle nun wieder sprudelt, wird nicht von Nachteil sein. Schließlich sucht die Stadt derzeit nach Möglichkeiten, Geld einzusparen.
Zur Erinnerung: Der Prozess um den Fungarden endete nach rund sieben Monaten im Mai dieses Jahres mit der Verurteilung des ehemaligen Betreiber-Paares. Der Hauptangeklagte muss eine Strafe von fünf Jahren und neun Monaten absitzen, seine Partnerin eine von zwei Jahren und sechs Monaten.
Das Gericht hatte ihnen nachgewiesen, Steuern in Millionenhöhe hinterzogen zu haben. Außerdem haben sie Mädchen ohne Arbeitserlaubnis, vornehmlich aus Osteuropa, zur Prostitution gezwungen.
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RP 31.10.2013
Im ehemaligen "Fungarden" an der Tackenweide hat erneut ein Bordell eröffnet: "Sun Temple". Wieder sollen dort selbstständige Prostituierte arbeiten. Die Ansiedlung war offenbar unproblematisch – es gibt Bestandsschutz.
Eine "Vielzahl internationaler Girls" arbeiten im Etablissement Sun Temple, informiert das neu eröffnete Haus im Internet. Und weiter heißt es: "Diese weiblichen Gäste sind selbständig und bieten ihre Dienste auf eigene Rechnung an." Kurz, das neue Bordell Sun Temple verfolgt an der Tackenweide das gleiche Geschäftsmodell, das auch das Fungarden — offiziell jedenfalls — hatte: Die Frauen, die dort arbeiten, sind selbstständige Prostituierte.
Was sich im Fungarden laut dem Gerichtsurteil von Mai dieses Jahres tatsächlich jahrelang abgespielt hat, darüber sitzt der Schock bei den Emmerichern noch tief: Gewalt und Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung. Frauen wurden aus dem Ausland eingeschleust — ganz zu schweigen von Steuerhinterziehung in Millionenhöhe.
Dass es ein neues Bordell gibt, dürfte vielen Bürgern nicht gefallen. Die Stadt könne gegen die Geschäftsgründung aber nichts unternehmen, sagt Bürgermeister Johannes Diks. "Da besteht Bestandsschutz", stellt er fest: "Da war vorher ein Bordell, also kann man einem neuen Betreiber die Ansiedlung nicht verweigern."
Immerhin könnten es die "Sun Temple"-Inhaber aber mit einer viel aufmerksameren Öffentlichkeit zu tun bekommen. "Es ist vollkommen klar, dass wir da sensibilisiert sind", so Diks. Die zuständigen Stellen der Stadt "werden mit Sicherheit ein Auge darauf haben, dass da nichts passiert, was verboten ist".
Auch in Zukunft dürfe die Stadt dem neuen Unternehmen bei ihren Kontrollen aber nicht von vornherein unterstellen, dass es verbrecherische Machenschaften plane. "Es ist ein Gewerbe", sagt Diks. "Man kann darüber denken, wie man will" — ein Bordellbetrieb sei legal. Also: "Es wird nicht so sein, dass man alle drei Tage bei einem neuen Pächter auf der Matte steht, nur, weil man in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat."
Während es das Fungarden noch gab, hatte das Gewerbeamt über Jahre hinweg massenhaft Gewerbescheine für frisch aus dem Ausland eingereiste "Tänzerinnen" oder "Hostessen" ausgestellt. Das hat einige Kritik hervorgerufen. Diks wehrt sich jedoch erneut gegen den Vorwurf, die Verwaltung habe da "Augen zugedrückt": "Warum sollten wir wegsehen?", protestiert er. Auch das Landgericht Kleve hatte die zuständigen Mitarbeiter in Schutz genommen: Sie hätten in der Bearbeitung der Gewerbescheine keinen große Ermessensspielraum gehabt.
Das Fungarden hat im Juli Insolvenz angemeldet. Zuletzt hatte ein Verwandter des inhaftierten ehemaligen Betreibers Esed D. die Geschäfte geführt. Das Landgericht Kleve hatte Esed D. und seine Lebensgefährtin im Mai zu Haftstrafen von fünf Jahren und neun Monaten beziehungsweise zweieinhalb Jahren verurteilt.
Geschäftsführerin des neuen Betriebes ist jetzt eine Frau aus Hagen. Die Politik hat derzeit keine Chance, das Unternehmen von der Tackenweide zu vertreiben, egal, wie gerne sie es täte.
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Stadt will neues Bordell im Blick behalten
Im ehemaligen "Fungarden" an der Tackenweide hat erneut ein Bordell eröffnet: "Sun Temple". Wieder sollen dort selbstständige Prostituierte arbeiten. Die Ansiedlung war offenbar unproblematisch – es gibt Bestandsschutz.
Eine "Vielzahl internationaler Girls" arbeiten im Etablissement Sun Temple, informiert das neu eröffnete Haus im Internet. Und weiter heißt es: "Diese weiblichen Gäste sind selbständig und bieten ihre Dienste auf eigene Rechnung an." Kurz, das neue Bordell Sun Temple verfolgt an der Tackenweide das gleiche Geschäftsmodell, das auch das Fungarden — offiziell jedenfalls — hatte: Die Frauen, die dort arbeiten, sind selbstständige Prostituierte.
Was sich im Fungarden laut dem Gerichtsurteil von Mai dieses Jahres tatsächlich jahrelang abgespielt hat, darüber sitzt der Schock bei den Emmerichern noch tief: Gewalt und Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung. Frauen wurden aus dem Ausland eingeschleust — ganz zu schweigen von Steuerhinterziehung in Millionenhöhe.
Dass es ein neues Bordell gibt, dürfte vielen Bürgern nicht gefallen. Die Stadt könne gegen die Geschäftsgründung aber nichts unternehmen, sagt Bürgermeister Johannes Diks. "Da besteht Bestandsschutz", stellt er fest: "Da war vorher ein Bordell, also kann man einem neuen Betreiber die Ansiedlung nicht verweigern."
Immerhin könnten es die "Sun Temple"-Inhaber aber mit einer viel aufmerksameren Öffentlichkeit zu tun bekommen. "Es ist vollkommen klar, dass wir da sensibilisiert sind", so Diks. Die zuständigen Stellen der Stadt "werden mit Sicherheit ein Auge darauf haben, dass da nichts passiert, was verboten ist".
Auch in Zukunft dürfe die Stadt dem neuen Unternehmen bei ihren Kontrollen aber nicht von vornherein unterstellen, dass es verbrecherische Machenschaften plane. "Es ist ein Gewerbe", sagt Diks. "Man kann darüber denken, wie man will" — ein Bordellbetrieb sei legal. Also: "Es wird nicht so sein, dass man alle drei Tage bei einem neuen Pächter auf der Matte steht, nur, weil man in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat."
Während es das Fungarden noch gab, hatte das Gewerbeamt über Jahre hinweg massenhaft Gewerbescheine für frisch aus dem Ausland eingereiste "Tänzerinnen" oder "Hostessen" ausgestellt. Das hat einige Kritik hervorgerufen. Diks wehrt sich jedoch erneut gegen den Vorwurf, die Verwaltung habe da "Augen zugedrückt": "Warum sollten wir wegsehen?", protestiert er. Auch das Landgericht Kleve hatte die zuständigen Mitarbeiter in Schutz genommen: Sie hätten in der Bearbeitung der Gewerbescheine keinen große Ermessensspielraum gehabt.
Das Fungarden hat im Juli Insolvenz angemeldet. Zuletzt hatte ein Verwandter des inhaftierten ehemaligen Betreibers Esed D. die Geschäfte geführt. Das Landgericht Kleve hatte Esed D. und seine Lebensgefährtin im Mai zu Haftstrafen von fünf Jahren und neun Monaten beziehungsweise zweieinhalb Jahren verurteilt.
Geschäftsführerin des neuen Betriebes ist jetzt eine Frau aus Hagen. Die Politik hat derzeit keine Chance, das Unternehmen von der Tackenweide zu vertreiben, egal, wie gerne sie es täte.
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NRZ 04.11.2013
Nach dem spektakulären Fungarden-Prozess und der daraufhin folgenden Insolvenz des Bordells hat ein neues Bordell an der Tackenweide in Emmerich eröffnet. Ist das in Ordnung oder hätte dort nie wieder ein solches Etablissement errichtet werden dürfen?
Der Fall sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen: In einem spektakulären Prozess verurteilte das Klever Landgericht die Betreiber des Emmericher Bordells Fungarden zu mehrjährigen Haftstrafen. Das Paar hatte junge Frauen, vornehmlich aus Osteuropa, zur Prostitution gezwungen und Steuern in Millionenhöhe hinterzogen. Doch nun ist der Fungarden Geschichte. In dem Gebäude an der Tackenweide hat ein neues Bordell, der Sun Temple, eröffnet. Ist das in Ordnung? Oder eine Schande für die Stadt?
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Neues Bordell an der Tackenweide – Okay oder eine Schande?
Nach dem spektakulären Fungarden-Prozess und der daraufhin folgenden Insolvenz des Bordells hat ein neues Bordell an der Tackenweide in Emmerich eröffnet. Ist das in Ordnung oder hätte dort nie wieder ein solches Etablissement errichtet werden dürfen?
Der Fall sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen: In einem spektakulären Prozess verurteilte das Klever Landgericht die Betreiber des Emmericher Bordells Fungarden zu mehrjährigen Haftstrafen. Das Paar hatte junge Frauen, vornehmlich aus Osteuropa, zur Prostitution gezwungen und Steuern in Millionenhöhe hinterzogen. Doch nun ist der Fungarden Geschichte. In dem Gebäude an der Tackenweide hat ein neues Bordell, der Sun Temple, eröffnet. Ist das in Ordnung? Oder eine Schande für die Stadt?
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