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TT 30.11.2016
Nächste Woche entscheidet BM Oberer, ob er das Bordell am Urisee bewilligen wird. Die mögliche Betreiberin möchte vorab positive Seiten ihres Saunaclubs aufzeigen.
„Glauben Sie mir, ich bin selbst schon seit über zehn Jahren im Geschäft. Ich weiß, wovon ich rede. Das ist ein ganz normaler Beruf.“ Die blonde Frau strahlt Ruhe aus, scheint sich im Reuttener Kaffeehaus wohl zu fühlen und plaudert lächelnd über ihre Tätigkeit, die keine alltägliche ist. Angesichts einer Unterschriftenliste gegen das geplante Bordell am Urisee und kurz vor dem ausschlaggebenden Bescheid (Bedarfsprüfung) durch Reuttes Bürgermeister Alois Oberer möchte die Deutsche auch die „gar nicht so schlimmen“ Seiten einer Bordellansiedelung ins Spiel bringen.
„Ja, es geht um Huren. Das Wort ist nicht arg. Viele Frauen gehen diesem Geschäft ein paar Jahre lang gerne nach, weil sie gutes Geld verdienen.“ Frau F., wie sie im Interview abgekürzt genannt werden möchte (voller Name der Redaktion bekannt), widerspricht den Vorwürfen der Außerferner Bordellgegner von weit verbreitetem Menschenhandel in der Prostitution. Solche Fälle gebe es natürlich, sie seien aber die Ausnahme und beherrschen „dann leider die Medien. Zu mir kommen die Frauen freiwillig und bleiben eine gewisse Zeit, bevor sie weiterziehen. Sie sind wie selbstständige Unternehmerinnen. In meinem Haus hat ein Zuhälter keine Chance. Das wissen sie aber. Ich bin eine Frau für Frauen.“ Außerdem würden die Behörden ja auch dauernd kontrollieren – von Gesundheit über Hygiene bis Aufenthaltsrecht. F. glaubt, dass die Prostituierten gerne nach Reutte kommen würden. Hier sei es sehr schön. Die Damen würden so einmal wunderbare Natur anstatt eines Hinterhofs sehen, wenn sie aus dem Fenster blicken.
Sollte Alois Oberer das Bordell genehmigen, würde das Hotel Urisee um viel Geld umgebaut. „Ich wäre dann die Betreiberin und die Frauen würden bei mir einen gewissen Betrag für die Nutzung zahlen.“ Eine Art Puffmutti? „Ja diese Bezeichnung wäre sicherlich passend“, lacht F. über die Frage. Wie viele Prostituierte am Urisee arbeiten würden, kann sie noch nicht sagen. Das würde der Geschäftsgang zeigen.
Eine Belästigung der Bevölkerung kann sie sich nicht vorstellen. „Auch gewiss nicht am direkt angrenzenden See. Die Frauen arbeiten hart und wollen in ihrer Freizeit Ruhe, Privatsphäre und keinen Wirbel.“ Sie würden gewiss nicht herumlaufen und am Urisee Männer aufreizen, „diese Bedenken sind absurd“. Im Hotel könnten die Sexdienstleisterinnen auf Grund der österreichischen Gesetzeslage (im Gegensatz zu Deutschland) nicht wohnen. Eine klare Trennung der Räumlichkeiten ist vorgeschrieben. Das Außerferner Immobilienmaklerbüro, das die deutsche Geschäftsfrau seit zwei Jahren begleitet, hat deshalb schon länger ein Auge auf passende Mietobjekte im Raum Reutte geworfen. Zu weit sollte die Unterkunft nicht entfernt sein, verfügen doch nicht alle Frauen über eine Fahrtmöglichkeit. Die Nationalitäten der Damen seien übrigens so bunt wie Europas Landkarte, lässt F. wissen.
Warum gerade Reutte? „Weil schon genug Konkurrenz in großen deutschen Städten vorhanden ist“, erklärt die Puffmutti. Sie rechnet damit, dass der größte Teil der Kundschaft aus ihrer Heimat kommen wird. „Manche nehmen Anreisen von fünf, sechs Stunden in Kauf. Denn auch in unserem Reuttener Sauna- und Wellnessclubhotel, sollte es genehmigt werden, kann man die Seele baumeln lassen. Da wir keine Zimmer vermieten, würden Gastronomie und Hotellerie in Reutte sicher befruchtet.“ Die Deutsche weiß von großen Männerrunden, die ein Wochenende gemeinsam verreisen, untertags in den Bergen Sport betreiben und Abends gemeinsam ein Bordell besuchen wollen: „Die brauchen alle Zimmer, haben alle Hunger.“
In ihrer Promotionsrede pro Bordell vergisst F. auch die Jobs nicht. „Hier in Reutte würden auch mehr als zehn Arbeitsplätze für Einheimische entstehen. Viele Putzfrauen, Barfrauen, Koch Hausmeister – alles wird benötigt.“ Um der Bevölkerung die Sorgen zu nehmen, würde sie einen Tag der offenen Türe machen, wenn die Umbauten abgeschlossen wären – aber noch bevor die ersten Prostituierten angekommen sind.
BM Oberer erklärt gegenüber der TT, dass er den Bescheid nächste Woche hinausschicken wird. Alles werde auch noch in seiner Fraktion diskutiert, die Verantwortung trage schlussendlich aber er.
Zum Artikel
Die „Puffmutti“ von Reutte
Nächste Woche entscheidet BM Oberer, ob er das Bordell am Urisee bewilligen wird. Die mögliche Betreiberin möchte vorab positive Seiten ihres Saunaclubs aufzeigen.
„Glauben Sie mir, ich bin selbst schon seit über zehn Jahren im Geschäft. Ich weiß, wovon ich rede. Das ist ein ganz normaler Beruf.“ Die blonde Frau strahlt Ruhe aus, scheint sich im Reuttener Kaffeehaus wohl zu fühlen und plaudert lächelnd über ihre Tätigkeit, die keine alltägliche ist. Angesichts einer Unterschriftenliste gegen das geplante Bordell am Urisee und kurz vor dem ausschlaggebenden Bescheid (Bedarfsprüfung) durch Reuttes Bürgermeister Alois Oberer möchte die Deutsche auch die „gar nicht so schlimmen“ Seiten einer Bordellansiedelung ins Spiel bringen.
„Ja, es geht um Huren. Das Wort ist nicht arg. Viele Frauen gehen diesem Geschäft ein paar Jahre lang gerne nach, weil sie gutes Geld verdienen.“ Frau F., wie sie im Interview abgekürzt genannt werden möchte (voller Name der Redaktion bekannt), widerspricht den Vorwürfen der Außerferner Bordellgegner von weit verbreitetem Menschenhandel in der Prostitution. Solche Fälle gebe es natürlich, sie seien aber die Ausnahme und beherrschen „dann leider die Medien. Zu mir kommen die Frauen freiwillig und bleiben eine gewisse Zeit, bevor sie weiterziehen. Sie sind wie selbstständige Unternehmerinnen. In meinem Haus hat ein Zuhälter keine Chance. Das wissen sie aber. Ich bin eine Frau für Frauen.“ Außerdem würden die Behörden ja auch dauernd kontrollieren – von Gesundheit über Hygiene bis Aufenthaltsrecht. F. glaubt, dass die Prostituierten gerne nach Reutte kommen würden. Hier sei es sehr schön. Die Damen würden so einmal wunderbare Natur anstatt eines Hinterhofs sehen, wenn sie aus dem Fenster blicken.
Sollte Alois Oberer das Bordell genehmigen, würde das Hotel Urisee um viel Geld umgebaut. „Ich wäre dann die Betreiberin und die Frauen würden bei mir einen gewissen Betrag für die Nutzung zahlen.“ Eine Art Puffmutti? „Ja diese Bezeichnung wäre sicherlich passend“, lacht F. über die Frage. Wie viele Prostituierte am Urisee arbeiten würden, kann sie noch nicht sagen. Das würde der Geschäftsgang zeigen.
Eine Belästigung der Bevölkerung kann sie sich nicht vorstellen. „Auch gewiss nicht am direkt angrenzenden See. Die Frauen arbeiten hart und wollen in ihrer Freizeit Ruhe, Privatsphäre und keinen Wirbel.“ Sie würden gewiss nicht herumlaufen und am Urisee Männer aufreizen, „diese Bedenken sind absurd“. Im Hotel könnten die Sexdienstleisterinnen auf Grund der österreichischen Gesetzeslage (im Gegensatz zu Deutschland) nicht wohnen. Eine klare Trennung der Räumlichkeiten ist vorgeschrieben. Das Außerferner Immobilienmaklerbüro, das die deutsche Geschäftsfrau seit zwei Jahren begleitet, hat deshalb schon länger ein Auge auf passende Mietobjekte im Raum Reutte geworfen. Zu weit sollte die Unterkunft nicht entfernt sein, verfügen doch nicht alle Frauen über eine Fahrtmöglichkeit. Die Nationalitäten der Damen seien übrigens so bunt wie Europas Landkarte, lässt F. wissen.
Warum gerade Reutte? „Weil schon genug Konkurrenz in großen deutschen Städten vorhanden ist“, erklärt die Puffmutti. Sie rechnet damit, dass der größte Teil der Kundschaft aus ihrer Heimat kommen wird. „Manche nehmen Anreisen von fünf, sechs Stunden in Kauf. Denn auch in unserem Reuttener Sauna- und Wellnessclubhotel, sollte es genehmigt werden, kann man die Seele baumeln lassen. Da wir keine Zimmer vermieten, würden Gastronomie und Hotellerie in Reutte sicher befruchtet.“ Die Deutsche weiß von großen Männerrunden, die ein Wochenende gemeinsam verreisen, untertags in den Bergen Sport betreiben und Abends gemeinsam ein Bordell besuchen wollen: „Die brauchen alle Zimmer, haben alle Hunger.“
In ihrer Promotionsrede pro Bordell vergisst F. auch die Jobs nicht. „Hier in Reutte würden auch mehr als zehn Arbeitsplätze für Einheimische entstehen. Viele Putzfrauen, Barfrauen, Koch Hausmeister – alles wird benötigt.“ Um der Bevölkerung die Sorgen zu nehmen, würde sie einen Tag der offenen Türe machen, wenn die Umbauten abgeschlossen wären – aber noch bevor die ersten Prostituierten angekommen sind.
BM Oberer erklärt gegenüber der TT, dass er den Bescheid nächste Woche hinausschicken wird. Alles werde auch noch in seiner Fraktion diskutiert, die Verantwortung trage schlussendlich aber er.
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Unterkunft
KN 08.08.2016
Wenn in naher Zukunft vom „kleinen Grenzverkehr“ zwischen dem Allgäu und Tirol die Rede sein wird, so entbehrt das nicht einer gewissen Pikanterie. Könnten doch Schelme damit einen Besuch des „Urisee’s“ vermuten.
Am bekannten Naherholungsgebiet oberhalb von Reutte ist im dortigen ehemaligen Hotel bekanntlich ein Etablissement der besonderen Art im Entstehen: Dort wird in absehbarer Zeit ein Freudenhaus die Pforten öffnen. Im Nachbarörtchen Vils schmeckt das aber nicht jedem.
Das Landesverwaltungsgericht Tirol hat das Bordell am Urisee mittlerweile bewilligt. Nicht zur Freude aller in der Bevölkerung. Die deutsche Betreiberin hatte gegen die ablehnende Bedarfsprüfung des Reuttener Bürgermeisters Luis Oberer Berufung erhoben – und gewonnen.
Das Landesverwaltungsgericht Tirol hat sein Urteil auch auf die längst erfolgte Widmung als „Sonderfläche Bordell“ durch den Reuttener Gemeinderates gestützt. In Reutte gehen die Arbeiten und Behördenverfahren derweil in die Zielgerade. Die gewerberechtlichen Verfahren mit der Bezirkshauptmannschaft scheinen über die Bühne zu sein, baurechtlich sind allerdings noch nicht alle Fragen geklärt.
Die Bezirkshauptmannschaft ist einerseits über die notwendigen gesundheitsbehördlichen Untersuchungen, also den Amtsarzt, involviert, andererseits als Gewerbebehörde für die Betriebsanlagengenehmigung und damit Auflagen für den Gastronomie- und künftigen Wellnessbereich zuständig. Und natürlich auch als Strafbehörde, sollte es zu Übertretungen kommen.
Die Gemeinde Reutte wiederum ist in allen Belangen der Ruhe und Ordnung nach dem Landespolizeigesetz eingebunden. Eine Zufahrt von der Umfahrungsstraße aus wird es allerdings nicht geben.
Ängste, über eine kriminelle Bedrohungslage, die da und dort in der Reuttener Bevölkerung formuliert wurden, will die künftige Betreiberin gleich zerstreuen und verweist sie in die Sagenwelt. Dass ein Bordell wie selbstverständlich Folgekriminalität nach sich ziehe, kann sie nicht nachvollziehen. Reutte mit Millionenmetropolen zu vergleichen, ist für Cornelia F. vollkommen an den Haaren herbeigezogen.
Diese Horrorszenarien seien Erfindungen, sonst nichts. Weder in Innsbruck oder in Kempten, wo es mehrere Freudenhäuser gebe, sei deshalb erhöhte Kriminalität ein Thema, argumentiert sie. Sie will mit den Behörden zusammenarbeiten, kündigte sie an, und schon allein dadurch hätten Illegalität und Kriminalität keinen Platz.
Vils schaltet sich ein
Nun ist die „Causa Bordell“ aber über die Gemeindegrenzen von Reutte hinaus geschwappt. Plötzlich ist das Grenzstädtchen Vils hautnah involviert. Die Vorgeschichte: Nach österreichischem Recht dürfen Prostituierte nicht in jenem Gebäude übernachten, in dem sie ihrem Geschäft nachgehen. Damit fiel der Reuttener Standort, der zwar genügend Platz für beides bieten würde, aus. Dort kann nur der „geschäftliche Teil“ betrieben werden.
Cornelia F. und ihr Freund gingen daher auf die Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten für ihre rund 20 bis 30 erwarteten Sexarbeiterinnen – und glaubten in Vils fündig geworden zu sein. Ins Auge gestochen war ihnen nämlich der „Grüne Baum“, ein Komplex mitten im Zentrum der Stadt, der schon bessere Zeiten gesehen hat und nunmehr seit Jahren leer steht.
Den Deutschen war es mehr als ernst, das Vilser Objekt auf Mietkaufbasis zu erwerben. Man hatte dabei eine Mehrfachnutzung für den „Grünen Baum“ ins Auge gefasst: einerseits selbst dort zu wohnen und die dauernd wechselnden Prostituierten unterzubringen, andererseits im Parterre eine Pizzeria und Eisdiele zu betreiben.
Vilser Schnellbeschluss
Daraufhin wurden die Vilser Stadtväter aktiv: Der Gemeinderat unter Vizebürgermeister Manfred Immler, der die Stadt seit dem plötzlichen Ableben von Bürgermeister Günter Keller interimsmäßig führt, fasste einen „Schnellbeschluss“. Die Stadt Vils legte daraufhin ein verbindliches und vorher mit der Bank vereinbartes Kaufangebot von 800.000 Euro für die Liegenschaft mit zehn Ja- und nur einer Nein-Stimme vor. Damit macht die Kaufsumme immerhin rund ein Viertel des Jahresbudgets der kleinen Grenz-Stadt aus.
Den Brocken sind die Gemeindeverantwortlichen aber bereit zu stemmen, haben sie doch nun die Hand auf dem Gebäude, das das Stadtbild von Vils entscheidend mitprägt. Über die weitere Verwendung des Gebäudes gibt es aber noch keine konkreten Ideen. „Von Abriss bis zu Teilumbau oder Weiterverkauf ist alles möglich“, erklärt Immler. Er habe erste Gespräche mit Personen, die dafür in Frage kämen, aufgenommen. Vor September – wenn die nächste Gemeinderatssitzung stattfindet – sei aber in Bezug auf den „Grünen Baum“ keine wie immer geartete Festlegung zu erwarten.
„Wichtig ist, dass jetzt wir in der Hand haben, was passiert“, argumentiert der Vize bestimmt. Und meint damit die Mitinteressentin vom „Urisee“, die unbedingt ausgebremst werden sollte. Sie muss also weiter im Außerfern Mietobjekte für ihre Damen suchen.
Zum Artikel
.Keine Prostituierten im »Grünen Baum«
Wenn in naher Zukunft vom „kleinen Grenzverkehr“ zwischen dem Allgäu und Tirol die Rede sein wird, so entbehrt das nicht einer gewissen Pikanterie. Könnten doch Schelme damit einen Besuch des „Urisee’s“ vermuten.
Am bekannten Naherholungsgebiet oberhalb von Reutte ist im dortigen ehemaligen Hotel bekanntlich ein Etablissement der besonderen Art im Entstehen: Dort wird in absehbarer Zeit ein Freudenhaus die Pforten öffnen. Im Nachbarörtchen Vils schmeckt das aber nicht jedem.
Das Landesverwaltungsgericht Tirol hat das Bordell am Urisee mittlerweile bewilligt. Nicht zur Freude aller in der Bevölkerung. Die deutsche Betreiberin hatte gegen die ablehnende Bedarfsprüfung des Reuttener Bürgermeisters Luis Oberer Berufung erhoben – und gewonnen.
Das Landesverwaltungsgericht Tirol hat sein Urteil auch auf die längst erfolgte Widmung als „Sonderfläche Bordell“ durch den Reuttener Gemeinderates gestützt. In Reutte gehen die Arbeiten und Behördenverfahren derweil in die Zielgerade. Die gewerberechtlichen Verfahren mit der Bezirkshauptmannschaft scheinen über die Bühne zu sein, baurechtlich sind allerdings noch nicht alle Fragen geklärt.
Die Bezirkshauptmannschaft ist einerseits über die notwendigen gesundheitsbehördlichen Untersuchungen, also den Amtsarzt, involviert, andererseits als Gewerbebehörde für die Betriebsanlagengenehmigung und damit Auflagen für den Gastronomie- und künftigen Wellnessbereich zuständig. Und natürlich auch als Strafbehörde, sollte es zu Übertretungen kommen.
Die Gemeinde Reutte wiederum ist in allen Belangen der Ruhe und Ordnung nach dem Landespolizeigesetz eingebunden. Eine Zufahrt von der Umfahrungsstraße aus wird es allerdings nicht geben.
Ängste, über eine kriminelle Bedrohungslage, die da und dort in der Reuttener Bevölkerung formuliert wurden, will die künftige Betreiberin gleich zerstreuen und verweist sie in die Sagenwelt. Dass ein Bordell wie selbstverständlich Folgekriminalität nach sich ziehe, kann sie nicht nachvollziehen. Reutte mit Millionenmetropolen zu vergleichen, ist für Cornelia F. vollkommen an den Haaren herbeigezogen.
Diese Horrorszenarien seien Erfindungen, sonst nichts. Weder in Innsbruck oder in Kempten, wo es mehrere Freudenhäuser gebe, sei deshalb erhöhte Kriminalität ein Thema, argumentiert sie. Sie will mit den Behörden zusammenarbeiten, kündigte sie an, und schon allein dadurch hätten Illegalität und Kriminalität keinen Platz.
Vils schaltet sich ein
Nun ist die „Causa Bordell“ aber über die Gemeindegrenzen von Reutte hinaus geschwappt. Plötzlich ist das Grenzstädtchen Vils hautnah involviert. Die Vorgeschichte: Nach österreichischem Recht dürfen Prostituierte nicht in jenem Gebäude übernachten, in dem sie ihrem Geschäft nachgehen. Damit fiel der Reuttener Standort, der zwar genügend Platz für beides bieten würde, aus. Dort kann nur der „geschäftliche Teil“ betrieben werden.
Cornelia F. und ihr Freund gingen daher auf die Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten für ihre rund 20 bis 30 erwarteten Sexarbeiterinnen – und glaubten in Vils fündig geworden zu sein. Ins Auge gestochen war ihnen nämlich der „Grüne Baum“, ein Komplex mitten im Zentrum der Stadt, der schon bessere Zeiten gesehen hat und nunmehr seit Jahren leer steht.
Den Deutschen war es mehr als ernst, das Vilser Objekt auf Mietkaufbasis zu erwerben. Man hatte dabei eine Mehrfachnutzung für den „Grünen Baum“ ins Auge gefasst: einerseits selbst dort zu wohnen und die dauernd wechselnden Prostituierten unterzubringen, andererseits im Parterre eine Pizzeria und Eisdiele zu betreiben.
Vilser Schnellbeschluss
Daraufhin wurden die Vilser Stadtväter aktiv: Der Gemeinderat unter Vizebürgermeister Manfred Immler, der die Stadt seit dem plötzlichen Ableben von Bürgermeister Günter Keller interimsmäßig führt, fasste einen „Schnellbeschluss“. Die Stadt Vils legte daraufhin ein verbindliches und vorher mit der Bank vereinbartes Kaufangebot von 800.000 Euro für die Liegenschaft mit zehn Ja- und nur einer Nein-Stimme vor. Damit macht die Kaufsumme immerhin rund ein Viertel des Jahresbudgets der kleinen Grenz-Stadt aus.
Den Brocken sind die Gemeindeverantwortlichen aber bereit zu stemmen, haben sie doch nun die Hand auf dem Gebäude, das das Stadtbild von Vils entscheidend mitprägt. Über die weitere Verwendung des Gebäudes gibt es aber noch keine konkreten Ideen. „Von Abriss bis zu Teilumbau oder Weiterverkauf ist alles möglich“, erklärt Immler. Er habe erste Gespräche mit Personen, die dafür in Frage kämen, aufgenommen. Vor September – wenn die nächste Gemeinderatssitzung stattfindet – sei aber in Bezug auf den „Grünen Baum“ keine wie immer geartete Festlegung zu erwarten.
„Wichtig ist, dass jetzt wir in der Hand haben, was passiert“, argumentiert der Vize bestimmt. Und meint damit die Mitinteressentin vom „Urisee“, die unbedingt ausgebremst werden sollte. Sie muss also weiter im Außerfern Mietobjekte für ihre Damen suchen.
TT 22.09.2018
Das Bordell am Urisee hat alle Hürden genommen und öffnet am 31. Ok- tober. Eine Direktzufahrt von der Umfahrung Reutte wird es nicht geben.
Reutte, Lechaschau –Nach vier Jahren geht das Beharrungsvermögen von Cornelia Füssinger und ihres Lebensgefährten ins Finale – am 31. Oktober sperrt das Bordell am Urisee auf. Ein paar Tage zuvor, am 27. Oktober, unternehmen die Bordellbetreiber einen ungewöhnlichen Schritt, sie suchen die Öffentlichkeit. In einem Tag der offenen Tür für die heimische Bevölkerung wollen sie die „Normalität“ des Ganzen zeigen. Das Gebäude kann besichtigt werden, Liebesarbeiterinnen werden keine anwesend sein.
Das Bordell, das unter „FKK & Saunaclub sechster Himmel“ firmiert, ist nur über die Zufahrt durch den Uriseetunnel mit Pkw erreichbar. Laut den Betreibern wird die Straßenverwaltung den nahen Großparkplatz an der Umfahrung Reutte abzäunen, womit auch ein fußläufiger Direktzugang unterbrochen ist. Die Kundschaft kann aber vom Parkplatz der B179 ein kurzes Stück entlang der Straße geschützt durch eine Leitplanke „auf einer begehbaren Berme“, wie es Bauamtschef Wolfgang Haas ausdrückt, den Uriseeparkplatz erreichen – was jetzt schon viele zum Zwecke des Badens oder Wanderns tun. Wer hingegen von Deutschland mit dem Auto auf der Umfahrung anreist, kann vom gegenüberliegenden Parkplatz der B179 die Fußgängerunterführung zum Urisee nutzen. Dies ist laut Haas in Abstimmung mit der Gemeinde Reutte vereinbart.
Nach langer Suche, unzähligen Absagen und sogar Verhinderungskäufen (wie in Vils geschehen) sind die Bordellbetreiber nun auch in Sachen Unterbringung der Prostituierten fündig geworden. Sie mieten das ehemalige Bürogebäude der „Wildbach“ in Lechaschau. „Wir haben gestern den Mietvertrag unterzeichnet“, erklärt Füssinger. Mit dem Besitzer des ehemaligen Flüchtlingsheims Kreckelmoos in Breitenwang bestehe weiter guter Kontakt, aber Lechaschau sei der Ort der Unterbringung.
Zum Artikel
Wohnhaus für Prostituierte in Lechaschau angemietet
Das Bordell am Urisee hat alle Hürden genommen und öffnet am 31. Ok- tober. Eine Direktzufahrt von der Umfahrung Reutte wird es nicht geben.
Reutte, Lechaschau –Nach vier Jahren geht das Beharrungsvermögen von Cornelia Füssinger und ihres Lebensgefährten ins Finale – am 31. Oktober sperrt das Bordell am Urisee auf. Ein paar Tage zuvor, am 27. Oktober, unternehmen die Bordellbetreiber einen ungewöhnlichen Schritt, sie suchen die Öffentlichkeit. In einem Tag der offenen Tür für die heimische Bevölkerung wollen sie die „Normalität“ des Ganzen zeigen. Das Gebäude kann besichtigt werden, Liebesarbeiterinnen werden keine anwesend sein.
Das Bordell, das unter „FKK & Saunaclub sechster Himmel“ firmiert, ist nur über die Zufahrt durch den Uriseetunnel mit Pkw erreichbar. Laut den Betreibern wird die Straßenverwaltung den nahen Großparkplatz an der Umfahrung Reutte abzäunen, womit auch ein fußläufiger Direktzugang unterbrochen ist. Die Kundschaft kann aber vom Parkplatz der B179 ein kurzes Stück entlang der Straße geschützt durch eine Leitplanke „auf einer begehbaren Berme“, wie es Bauamtschef Wolfgang Haas ausdrückt, den Uriseeparkplatz erreichen – was jetzt schon viele zum Zwecke des Badens oder Wanderns tun. Wer hingegen von Deutschland mit dem Auto auf der Umfahrung anreist, kann vom gegenüberliegenden Parkplatz der B179 die Fußgängerunterführung zum Urisee nutzen. Dies ist laut Haas in Abstimmung mit der Gemeinde Reutte vereinbart.
Nach langer Suche, unzähligen Absagen und sogar Verhinderungskäufen (wie in Vils geschehen) sind die Bordellbetreiber nun auch in Sachen Unterbringung der Prostituierten fündig geworden. Sie mieten das ehemalige Bürogebäude der „Wildbach“ in Lechaschau. „Wir haben gestern den Mietvertrag unterzeichnet“, erklärt Füssinger. Mit dem Besitzer des ehemaligen Flüchtlingsheims Kreckelmoos in Breitenwang bestehe weiter guter Kontakt, aber Lechaschau sei der Ort der Unterbringung.
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Eröffnung
MB 21.09.2018
"Heißer ist nur die Hölle", versprechen die Betreiber des Clubs am Urisee, der im Vorfeld für heftige Debatten sorgte.
"Das Bordell kommt", hatte Bürgermeister Luis Oberer in der vergangenen Gemeinderatssitzung angekündigt und auf die bevorstehende Bauverhandlung hingewiesen, ebenso auf die bereits abgeführte gewerberechtliche Verhandlung.
Inzwischen hat seitens der Betreiber bereits die Bewerbung des neuen Freudenhauses im ehemaligen Hotel Urisee in Reutte begonnen.
Damit biegt das Projekt, das in der Region sehr umstritten ist, in die Zielgerade ein.
Besucher des Hauses werden sich nicht wie im "7. Himmel" fühlen, der bekannterweise im Sprachgebrauch gerne für besonders schöne Orte als Bezeichnung herhalten muss, nein, es wird der "6. Himmel". So heißt das Bordell, das offiziell als FKK- und Saunaclub bezeichnet wird.
Im Internet findet man bereits die Werbung dazu und erfährt diverse Details dessen, was die Kunden ab Mittwoch, den 31. Oktober, erwartet. Im Werbetext liest sich das so: "Der 6. Himmel punktet mit einem schönen Wellnessbereich, Bar, Sexkino, Lounge, einem hauseigenen Restaurant mit á la Carte Gerichten, VIP-Bereich, 16 Zimmer und einer großen Sonnenterrasse am See."
30 Damen, erfährt man weiters, werden auf die Kunden warten, wobei auf der Seite des Clubs akutell noch "Girls" gesucht werden.
Auf der Homepage findet sich auch ein eingebetteter Werbefilm, der unter dem Slogan "Komm nach Tirol", für Tirol wirbt. Die gezeigten Motive stammen dann teilweise wohl eher nicht aus Tirol. Wer die Homepage des Clubs oder den Club selber besucht, wird sich daran aber wohl nicht stören.
Zum Artikel
.FKK-Club "6. Himmel" eröffnet Ende Oktober
"Heißer ist nur die Hölle", versprechen die Betreiber des Clubs am Urisee, der im Vorfeld für heftige Debatten sorgte.
"Das Bordell kommt", hatte Bürgermeister Luis Oberer in der vergangenen Gemeinderatssitzung angekündigt und auf die bevorstehende Bauverhandlung hingewiesen, ebenso auf die bereits abgeführte gewerberechtliche Verhandlung.
Inzwischen hat seitens der Betreiber bereits die Bewerbung des neuen Freudenhauses im ehemaligen Hotel Urisee in Reutte begonnen.
Damit biegt das Projekt, das in der Region sehr umstritten ist, in die Zielgerade ein.
Besucher des Hauses werden sich nicht wie im "7. Himmel" fühlen, der bekannterweise im Sprachgebrauch gerne für besonders schöne Orte als Bezeichnung herhalten muss, nein, es wird der "6. Himmel". So heißt das Bordell, das offiziell als FKK- und Saunaclub bezeichnet wird.
Im Internet findet man bereits die Werbung dazu und erfährt diverse Details dessen, was die Kunden ab Mittwoch, den 31. Oktober, erwartet. Im Werbetext liest sich das so: "Der 6. Himmel punktet mit einem schönen Wellnessbereich, Bar, Sexkino, Lounge, einem hauseigenen Restaurant mit á la Carte Gerichten, VIP-Bereich, 16 Zimmer und einer großen Sonnenterrasse am See."
30 Damen, erfährt man weiters, werden auf die Kunden warten, wobei auf der Seite des Clubs akutell noch "Girls" gesucht werden.
Auf der Homepage findet sich auch ein eingebetteter Werbefilm, der unter dem Slogan "Komm nach Tirol", für Tirol wirbt. Die gezeigten Motive stammen dann teilweise wohl eher nicht aus Tirol. Wer die Homepage des Clubs oder den Club selber besucht, wird sich daran aber wohl nicht stören.
KB 10.10.2018
Ein holpriger Weg über vier Jahre durch viele Verfahren ist abgeschlossen: Nach den vier „B‘s“ „Bahn, Brücke, Burg und Bad“ kann sich der Bezirkshauptort jetzt also mit dem fünften „ B“ wie Bordell, schmücken. Wie es darin ausschaut, davon können sich Interessierte bald beim Tag der offenen Tür Ende Oktober ein Bild machen.
„Der 6. Himmel punktet mit einem schönen Wellnessbereich, Bar, Sexkino, Lounge, einem hauseigenen Restaurant mit à la Carte Gerichten, VIP Bereich, 16 Zimmer und einer großen Sonnenterrasse am See“, heißt es aktuell im Internet auf der Website der Betreiber eines Liebestempels an der B179 am Urisee. „FKK 6. Himmel – Heißer ist nur noch die Hölle“ wird dafür geworben und versprochen „der Name unseres Clubs ist Programm – wohlfühlen wie im sechsten Himmel.“ Ein „Werbefilm“ über Tirol, in dem kein Klischee ausgelassen wird, soll dem internationalen Publikum „Lust“ auf einen Besuch machen.
Zur Vorgeschichte: Nach österreichischem Recht dürfen Prostituierte nicht in jenem Gebäude übernachten, in dem sie ihrem Geschäft nachgehen. Damit fiel der Reuttener Standort, der genügend Platz für beides bieten würde, aus.
Nachdem die Vilser Stadtführung in einer Blitzaktion durch den Kauf des „Grünen Baumes“ die Unterbringung der Damen unmöglich machte (der Kreisbote berichtete), haben die Betreiber nun ein Haus in Lechaschau angemietet und damit die Unterbringungsfrage für das „Personal“ gelöst.
Keine Direktzufahrt
Um der Bevölkerung, die dem Vorhaben manchmal mehr als kritisch gegenüberstand, sozusagen den Wind aus den Segeln zu nehmen, wird es Ende Oktober einem Tag der offenen Tür geben. So wollen die Bordellbetreiber die Öffentlichkeit von der „Normalität“ des Ganzen überzeugen. Eine Direktzufahrt von der Umfahrung Reutte wird es aber nicht geben. Das Etablissement ist nur über die Zufahrt durch den Uriseetunnel über den Markt mit Pkw erreichbar.
Fußläufig allerdings ist ein Zugang von beiden Parkplätzen durchaus möglich. Wenn also in Zukunft vom „kleinen Grenzverkehr“ zwischen dem Allgäu und dem benachbarten Tirol die Rede sein wird, so entbehrt das nicht einer gewissen Pikanterie.
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Nach vier Jahren Kampf durch die Bürokratie kann Bordell eröffnen
Ein holpriger Weg über vier Jahre durch viele Verfahren ist abgeschlossen: Nach den vier „B‘s“ „Bahn, Brücke, Burg und Bad“ kann sich der Bezirkshauptort jetzt also mit dem fünften „ B“ wie Bordell, schmücken. Wie es darin ausschaut, davon können sich Interessierte bald beim Tag der offenen Tür Ende Oktober ein Bild machen.
„Der 6. Himmel punktet mit einem schönen Wellnessbereich, Bar, Sexkino, Lounge, einem hauseigenen Restaurant mit à la Carte Gerichten, VIP Bereich, 16 Zimmer und einer großen Sonnenterrasse am See“, heißt es aktuell im Internet auf der Website der Betreiber eines Liebestempels an der B179 am Urisee. „FKK 6. Himmel – Heißer ist nur noch die Hölle“ wird dafür geworben und versprochen „der Name unseres Clubs ist Programm – wohlfühlen wie im sechsten Himmel.“ Ein „Werbefilm“ über Tirol, in dem kein Klischee ausgelassen wird, soll dem internationalen Publikum „Lust“ auf einen Besuch machen.
Zur Vorgeschichte: Nach österreichischem Recht dürfen Prostituierte nicht in jenem Gebäude übernachten, in dem sie ihrem Geschäft nachgehen. Damit fiel der Reuttener Standort, der genügend Platz für beides bieten würde, aus.
Nachdem die Vilser Stadtführung in einer Blitzaktion durch den Kauf des „Grünen Baumes“ die Unterbringung der Damen unmöglich machte (der Kreisbote berichtete), haben die Betreiber nun ein Haus in Lechaschau angemietet und damit die Unterbringungsfrage für das „Personal“ gelöst.
Keine Direktzufahrt
Um der Bevölkerung, die dem Vorhaben manchmal mehr als kritisch gegenüberstand, sozusagen den Wind aus den Segeln zu nehmen, wird es Ende Oktober einem Tag der offenen Tür geben. So wollen die Bordellbetreiber die Öffentlichkeit von der „Normalität“ des Ganzen überzeugen. Eine Direktzufahrt von der Umfahrung Reutte wird es aber nicht geben. Das Etablissement ist nur über die Zufahrt durch den Uriseetunnel über den Markt mit Pkw erreichbar.
Fußläufig allerdings ist ein Zugang von beiden Parkplätzen durchaus möglich. Wenn also in Zukunft vom „kleinen Grenzverkehr“ zwischen dem Allgäu und dem benachbarten Tirol die Rede sein wird, so entbehrt das nicht einer gewissen Pikanterie.
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TT 13.12.2019
Die Aufregung war groß, als das Bordell am Urisee durch die Genehmigungsverfahren lief. Das Freudenhaus sperrte auf, große Freude wollte sich aber vor allem bei den Betreibern seither keine einstellen, denn die Geschäfte liefen und laufen schleppend.
Reutte –Kleine Dinge, große Wirkung. Das Verschließen des Weges vom Parkplatz der B179 zum Bordell „6. Himmel“ am Urisee durch das Baubezirksamt blieb nicht folgenlos. Nicht ein einziger durchreisender Lkw-Fahrer hat im ersten Jahr nach der Eröffnung den Weg ins Bordell am Urisee gefunden. Von der vermeintlich guten Lage an der Fernpassstrecke, von der etwa die Highline profitiert, ist das Etablissement weit entfernt – buchstäblich abgezäunt. Es ist mit einem Fahrzeug nur über die innerörtliche Gemeindestraße erreichbar.
Die Aufregung war in den vergangenen Jahren groß, als das Bordell durch die Genehmigungsverfahren lief. Eine Bürgerbewegung wollte die Eröffnung verhindern und hatte 1300 Unterschriften dagegen gesammelt. Das Freudenhaus sperrte trotzdem auf, große Freude wollte sich aber vor allem bei den Betreibern seither keine einstellen, denn die Geschäfte liefen und laufen schleppend. So spricht auch der Lebensgefährte der Bordellbetreiberin von „weniger Potenz als erwartet“ und meint nicht die Manneskraft, sondern „den Bedarf“. Das Einzugsgebiet in 80 km Umgebung liege theoretisch bei 800.000 Personen. „Aber irgendwie haben die Einheimischen Angst. Angst, erkannt zu werden, Angst, im Bademantel an der Bar zu sitzen, vielleicht Angst vor Frauen“, philosophiert er. Und entwickelt auch Galgenhumor: „Die Männer sind halt so anständig in Reutte. Oder die Frauen solche Drachen, dass sich keiner hierhertraut.“ Seit Freitag und Samstag auf Swingerpartys umgestellt wurde, läuft das Geschäft besser. Und Aufgeben ist sowieso nicht ihr Ding, erklärt Cornelia Füssinger weiter. Das Projekt benötige einen langen Atem – und den habe sie.
Die gar nicht so seltenen Besuche von Männern in Gruppen – wie Sportvereine oder Polterabende – hätten sich als geschäftlicher Flop erwiesen. „Da kommt es nie zum Abschluss. Fünf wollen, fünf wollen nicht. Am Ende gehen alle heim.“ Einheimische machen rund 20 Prozent der Besucher aus. 40 Prozent kommen aus dem Allgäu, die restlichen 40 Prozent setzen sich aus Durchreisenden und Touristen zusammen.
Als unbegründet hätten sich die Ängste der Gegner herausgestellt, betonen sie. Es gebe keine durch das Bordell angezogene Kriminal- und Drogenfälle oder Ähnliches. Die Uriseebesucher seien vollkommen „unbelästigt“ geblieben, Damen dort nicht auf Werbetour gegangen.
Zum Artikel
Bordell am Urisee im Außerfern ist kein großes Geschäft
Die Aufregung war groß, als das Bordell am Urisee durch die Genehmigungsverfahren lief. Das Freudenhaus sperrte auf, große Freude wollte sich aber vor allem bei den Betreibern seither keine einstellen, denn die Geschäfte liefen und laufen schleppend.
Reutte –Kleine Dinge, große Wirkung. Das Verschließen des Weges vom Parkplatz der B179 zum Bordell „6. Himmel“ am Urisee durch das Baubezirksamt blieb nicht folgenlos. Nicht ein einziger durchreisender Lkw-Fahrer hat im ersten Jahr nach der Eröffnung den Weg ins Bordell am Urisee gefunden. Von der vermeintlich guten Lage an der Fernpassstrecke, von der etwa die Highline profitiert, ist das Etablissement weit entfernt – buchstäblich abgezäunt. Es ist mit einem Fahrzeug nur über die innerörtliche Gemeindestraße erreichbar.
Die Aufregung war in den vergangenen Jahren groß, als das Bordell durch die Genehmigungsverfahren lief. Eine Bürgerbewegung wollte die Eröffnung verhindern und hatte 1300 Unterschriften dagegen gesammelt. Das Freudenhaus sperrte trotzdem auf, große Freude wollte sich aber vor allem bei den Betreibern seither keine einstellen, denn die Geschäfte liefen und laufen schleppend. So spricht auch der Lebensgefährte der Bordellbetreiberin von „weniger Potenz als erwartet“ und meint nicht die Manneskraft, sondern „den Bedarf“. Das Einzugsgebiet in 80 km Umgebung liege theoretisch bei 800.000 Personen. „Aber irgendwie haben die Einheimischen Angst. Angst, erkannt zu werden, Angst, im Bademantel an der Bar zu sitzen, vielleicht Angst vor Frauen“, philosophiert er. Und entwickelt auch Galgenhumor: „Die Männer sind halt so anständig in Reutte. Oder die Frauen solche Drachen, dass sich keiner hierhertraut.“ Seit Freitag und Samstag auf Swingerpartys umgestellt wurde, läuft das Geschäft besser. Und Aufgeben ist sowieso nicht ihr Ding, erklärt Cornelia Füssinger weiter. Das Projekt benötige einen langen Atem – und den habe sie.
Die gar nicht so seltenen Besuche von Männern in Gruppen – wie Sportvereine oder Polterabende – hätten sich als geschäftlicher Flop erwiesen. „Da kommt es nie zum Abschluss. Fünf wollen, fünf wollen nicht. Am Ende gehen alle heim.“ Einheimische machen rund 20 Prozent der Besucher aus. 40 Prozent kommen aus dem Allgäu, die restlichen 40 Prozent setzen sich aus Durchreisenden und Touristen zusammen.
Als unbegründet hätten sich die Ängste der Gegner herausgestellt, betonen sie. Es gebe keine durch das Bordell angezogene Kriminal- und Drogenfälle oder Ähnliches. Die Uriseebesucher seien vollkommen „unbelästigt“ geblieben, Damen dort nicht auf Werbetour gegangen.
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Insolvenzverfahren
Kurier 25.02.2020
Die Finanzprokuratur, die Anwaltskanzlei der Republik, beantragte wegen Abgabenrückständen ein Insolvenzverfahren.
„Die Beschwerde richtet sich gegen die Umsatzsteuer-Festsetzungsbescheide in Höhe von 52.933 Euro. Es wird beantragt, die Umsätze der Prostituierten nicht der Gesellschaft zuzurechnen“, heißt es in einem Schreiben an das Finanzamt. „Die Prostituierten erzielen ihre Umsätze als selbstständige Unternehmerinnen und sind daher ihnen zuzurechnen. Die Abrechnung mit den Kunden erfolgt allein durch die Prosituierte, die auch den Preis autonom vereinbart. Die Gesellschaft stellt die Infrastruktur zur Verfügung und erzielt Umsätze aus den Eintritten und der Konsumation. Der den prostituierten vorgeschlagene Mindestpreis für die Sexdienstleistung dient dem Hausfrieden und soll das Dienstleistungsniveau hochhalten.“
Am Ende hatte der Bordell-Betreiber Sixth Heaven Gastro Entertainment GmbH mit Sitz in Reutte mit seiner Argumentation gegen die Republik kein Leiberl. Die Finanzprokuratur, die Anwaltskanzlei der Republik, beantragte wegen 60.180 Euro Abgabenrückstände ein Insolvenzverfahren. Das mittlerweile laut Creditreform auch eröffnet wurde.
Die Sixth Heaven Gastro Entertainment GmbH hat rund 246.000 Euro Schulden, davon entfallen 60.000 Euro auf die Finanz, 36.000 Euro auf Lieferanten, 40.000 bis 50.000 Euro auf den Vermieter.
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Republik schickt Bordell in die Pleite
Die Finanzprokuratur, die Anwaltskanzlei der Republik, beantragte wegen Abgabenrückständen ein Insolvenzverfahren.
„Die Beschwerde richtet sich gegen die Umsatzsteuer-Festsetzungsbescheide in Höhe von 52.933 Euro. Es wird beantragt, die Umsätze der Prostituierten nicht der Gesellschaft zuzurechnen“, heißt es in einem Schreiben an das Finanzamt. „Die Prostituierten erzielen ihre Umsätze als selbstständige Unternehmerinnen und sind daher ihnen zuzurechnen. Die Abrechnung mit den Kunden erfolgt allein durch die Prosituierte, die auch den Preis autonom vereinbart. Die Gesellschaft stellt die Infrastruktur zur Verfügung und erzielt Umsätze aus den Eintritten und der Konsumation. Der den prostituierten vorgeschlagene Mindestpreis für die Sexdienstleistung dient dem Hausfrieden und soll das Dienstleistungsniveau hochhalten.“
Am Ende hatte der Bordell-Betreiber Sixth Heaven Gastro Entertainment GmbH mit Sitz in Reutte mit seiner Argumentation gegen die Republik kein Leiberl. Die Finanzprokuratur, die Anwaltskanzlei der Republik, beantragte wegen 60.180 Euro Abgabenrückstände ein Insolvenzverfahren. Das mittlerweile laut Creditreform auch eröffnet wurde.
Die Sixth Heaven Gastro Entertainment GmbH hat rund 246.000 Euro Schulden, davon entfallen 60.000 Euro auf die Finanz, 36.000 Euro auf Lieferanten, 40.000 bis 50.000 Euro auf den Vermieter.
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Maßlos übertrieben
TT 15.05.2023
Die Finanzbehörde ermittelte gegen das Reuttener Bordell und erschien bei perplexen Freiern am Arbeitsplatz. Das Bordell sieht die Existenz bedroht.
Die Finanzpolizei machte in den vergangenen Wochen mehreren Außerfernern die Aufwartung – sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz. Vier Beamte überraschten Kunden des Reuttener Bordells „6. Himmel“ und stellten Fragen, ihre intimen Aktivitäten betreffend. Zwei Unternehmer aus dem Zwischentoren und ein Lechtaler etwa fielen aus allen Wolken. Und noch mehr werden wohl zittern, ob bei ihnen auch bald unerwarteter Besuch anklopft. Auslöser für die Befragungen war eine jahrelang schwelende Auseinandersetzung zwischen Puff und Finanz. Die Behörde scheint in ihren Methoden auch nicht zimperlich zu sein. Beim Bordell wurden Nummerntafeln der österreichischen Besucher festgehalten und die Autobesitzer ausgeforscht.
Die Vorgeschichte: Beim Bordell „6. Himmel“ am Urisee ist seit fünf Jahren eine Steuerauseinandersetzung mit dem Finanzamt Landeck-Reutte anhängig. Es geht um den Status der Sexarbeiterinnen. Für die Puff-Betreiber, die bitten, nicht namentlich genannt zu werden, sind die Damen Selbstständige, die sich bei ihnen einmieten. Das sei gängige Praxis. Die Frauen müssten mit eigener Steuernummer Steuern zahlen. Das Bordell möchte deshalb für die „Mieterinnen“ nur einen Pauschalbetrag entrichten, wie auch in anderen Bordellen möglich.
Die Finanzbehörde soll – laut Angaben der Bordellbetreiber – hingegen auf dem Standpunkt stehen, dass alle Sexarbeiterinnen angestellt seien. Das ganze Setting im Haus bis hin zur Unterbringung würde dafür sprechen. Die Behörde hat inzwischen eine Vorschreibung von 450.000 Euro geschickt, die vom Bordell bis in die letzte Instanz juristisch bekämpft wird.
"Aber die machen uns jetzt kaputt mit dieser Aktion. Das ist der Genickbruch für uns."
Ein Angebot auf der Unternehmens-Homepage könnte das Betreiber-Duo nun aber zum Stolpern bringen. Eine gewisse „Kim“ bietet dort ihre Dienste an. Diese Kim soll die Bordellbetreiberin selbst sein. Beim „6. Himmel“ wird das bestritten. Sie müsse ja kraft ihrer Position wohl auch in den Zimmern nach dem Rechten sehen. Die Finanz nimmt jedoch an, dass sie dort weitaus mehr unternimmt. Und dann wäre sie auch hier steuerpflichtig. Deshalb werden Freier nun von der Finanzpolizei besucht und interviewt, mit wem sie im Bordell verkehrten. Sollte Kim dabei sein, hätten die Ermittler den Hebel, um ihr Steuerhinterziehung nachzuweisen.
Der Bordellbetreiber räumt ein, dass er in der Wortwahl den Finanzbeamten gegenüber in den letzten Jahren nicht zimperlich gewesen sei. Was sicherlich nicht zur Entspannung der Lage beigetragen habe. „Aber die machen uns jetzt kaputt mit dieser Aktion. Das ist der Genickbruch für uns.“ Das Geschäft im April sei schon eingebrochen, im Mai halb zum Erliegen gekommen.
Die Vorgangsweise sei „total überzogen“. Es gehe doch lediglich um die Frage, ob eine einzige Person als Sexarbeiterin tätig war oder nicht. Dafür Freier zu Hause und am Arbeitsplatz aufzusuchen, sei „ein totaler Wahnsinn“. Diese seien nur Zeugen, sie hätten auch aufs Amt geladen werden können. Auch wenn es keine WhatsApp-Gruppe „Puff Reutte“ gebe, habe sich die Aktion der Finanzpolizei in Windeseile verbreitet. Wer wolle da noch kommen?
Geheimhaltungspflicht wird eingehalten
Von Seiten des Bundesministeriums für Finanzen heißt es, dass aufgrund der abgabenrechtlichen Geheimhaltungspflicht keine Auskunft zum konkreten Verfahren erteilt werde. Allgemein gelte: Die Geheimhaltungspflicht werde natürlich auch bei Befragungen eingehalten, was bedeutet, dass der Sachverhalt lediglich der befragten Person genannt wird. „Unter vier Augen quasi“, so ein Sprecher am Telefon. Bei vier Ermittlern und dem Befragten dann schon zehn Augen.
Eine Reuttener Anwaltskanzlei prüft nun, ob die Ermittlungen „im höchstpersönlichen Bereich“ rechtmäßig oder überschießend waren und gestoppt werden können. Und ebenso, ob wegen ausbleibender Kundschaft eine Amtshaftung der Republik zum Tragen kommen könnte.
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Bordellbesucher im Außerfern bekamen selbst Besuch – zu Hause
Die Finanzbehörde ermittelte gegen das Reuttener Bordell und erschien bei perplexen Freiern am Arbeitsplatz. Das Bordell sieht die Existenz bedroht.
Die Finanzpolizei machte in den vergangenen Wochen mehreren Außerfernern die Aufwartung – sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz. Vier Beamte überraschten Kunden des Reuttener Bordells „6. Himmel“ und stellten Fragen, ihre intimen Aktivitäten betreffend. Zwei Unternehmer aus dem Zwischentoren und ein Lechtaler etwa fielen aus allen Wolken. Und noch mehr werden wohl zittern, ob bei ihnen auch bald unerwarteter Besuch anklopft. Auslöser für die Befragungen war eine jahrelang schwelende Auseinandersetzung zwischen Puff und Finanz. Die Behörde scheint in ihren Methoden auch nicht zimperlich zu sein. Beim Bordell wurden Nummerntafeln der österreichischen Besucher festgehalten und die Autobesitzer ausgeforscht.
Die Vorgeschichte: Beim Bordell „6. Himmel“ am Urisee ist seit fünf Jahren eine Steuerauseinandersetzung mit dem Finanzamt Landeck-Reutte anhängig. Es geht um den Status der Sexarbeiterinnen. Für die Puff-Betreiber, die bitten, nicht namentlich genannt zu werden, sind die Damen Selbstständige, die sich bei ihnen einmieten. Das sei gängige Praxis. Die Frauen müssten mit eigener Steuernummer Steuern zahlen. Das Bordell möchte deshalb für die „Mieterinnen“ nur einen Pauschalbetrag entrichten, wie auch in anderen Bordellen möglich.
Die Finanzbehörde soll – laut Angaben der Bordellbetreiber – hingegen auf dem Standpunkt stehen, dass alle Sexarbeiterinnen angestellt seien. Das ganze Setting im Haus bis hin zur Unterbringung würde dafür sprechen. Die Behörde hat inzwischen eine Vorschreibung von 450.000 Euro geschickt, die vom Bordell bis in die letzte Instanz juristisch bekämpft wird.
"Aber die machen uns jetzt kaputt mit dieser Aktion. Das ist der Genickbruch für uns."
Ein Angebot auf der Unternehmens-Homepage könnte das Betreiber-Duo nun aber zum Stolpern bringen. Eine gewisse „Kim“ bietet dort ihre Dienste an. Diese Kim soll die Bordellbetreiberin selbst sein. Beim „6. Himmel“ wird das bestritten. Sie müsse ja kraft ihrer Position wohl auch in den Zimmern nach dem Rechten sehen. Die Finanz nimmt jedoch an, dass sie dort weitaus mehr unternimmt. Und dann wäre sie auch hier steuerpflichtig. Deshalb werden Freier nun von der Finanzpolizei besucht und interviewt, mit wem sie im Bordell verkehrten. Sollte Kim dabei sein, hätten die Ermittler den Hebel, um ihr Steuerhinterziehung nachzuweisen.
Der Bordellbetreiber räumt ein, dass er in der Wortwahl den Finanzbeamten gegenüber in den letzten Jahren nicht zimperlich gewesen sei. Was sicherlich nicht zur Entspannung der Lage beigetragen habe. „Aber die machen uns jetzt kaputt mit dieser Aktion. Das ist der Genickbruch für uns.“ Das Geschäft im April sei schon eingebrochen, im Mai halb zum Erliegen gekommen.
Die Vorgangsweise sei „total überzogen“. Es gehe doch lediglich um die Frage, ob eine einzige Person als Sexarbeiterin tätig war oder nicht. Dafür Freier zu Hause und am Arbeitsplatz aufzusuchen, sei „ein totaler Wahnsinn“. Diese seien nur Zeugen, sie hätten auch aufs Amt geladen werden können. Auch wenn es keine WhatsApp-Gruppe „Puff Reutte“ gebe, habe sich die Aktion der Finanzpolizei in Windeseile verbreitet. Wer wolle da noch kommen?
Geheimhaltungspflicht wird eingehalten
Von Seiten des Bundesministeriums für Finanzen heißt es, dass aufgrund der abgabenrechtlichen Geheimhaltungspflicht keine Auskunft zum konkreten Verfahren erteilt werde. Allgemein gelte: Die Geheimhaltungspflicht werde natürlich auch bei Befragungen eingehalten, was bedeutet, dass der Sachverhalt lediglich der befragten Person genannt wird. „Unter vier Augen quasi“, so ein Sprecher am Telefon. Bei vier Ermittlern und dem Befragten dann schon zehn Augen.
Eine Reuttener Anwaltskanzlei prüft nun, ob die Ermittlungen „im höchstpersönlichen Bereich“ rechtmäßig oder überschießend waren und gestoppt werden können. Und ebenso, ob wegen ausbleibender Kundschaft eine Amtshaftung der Republik zum Tragen kommen könnte.
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Konzeptänderung
TT 10.11.2023
Mit neuem Namen sperrt ein Laufhaus am Urisee auf. Die Betreiber sind Altbekannte, sie waren mit dem Bordell „6. Himmel“ in die Insolvenz geschlittert.
In Italien hat das Paar ein paar Monate lang seine Akkus wieder aufgeladen, nachdem es im heurigen Juni mit dem Bordell „6. Himmel“ in Reutte am Urisee in die Insolvenz geschlittert war. Dolce vita ist nun vorbei, die beiden wollen es noch einmal wissen: mit vertauschten Rollen, neuem Firmennamen und geändertem Konzept.
Geändertes Konzept vor allem deshalb, weil ihnen das Finanzamt beim Vorgängerbordell nicht glauben wollte, dass die Sexarbeiterinnen im Haus auf selbstständiger Basis ihrer Tätigkeit nachgegangen waren. Eine geforderte Steuernachzahlung von 450.000 Euro war im Frühsommer die Konsequenz. Die Insolvenz folgte auf dem Fuß.
Neustart mit Altlasten
Nun wird von einem so genannten Laufhaus gesprochen. Soll heißen, die Damen seien nun noch selbstständiger. Dies wird auf der Homepage von „Sextasia“, so der neue Name des Laufhauses und einer Table Dance Bar am Urisee, gebetsmühlenartig hervorgehoben. Trotzdem wird weiter juristisch gegen das Finanzamt, das noch heuer im Frühjahr im Zuge der Recherchen Freier zu Hause besucht hatte, vorgegangen.
Man wolle es nicht gut sein lassen, sagt Pierre, der neue offizielle Betreiber von Sextasia. Noch bis Juni hatte seine Lebensgefährtin, die „Puffmutti“, wie sie sich selbst einmal bezeichnete, das Etablissement geführt. Nun der Rollentausch.
Bei der Gemeinde Reutte hat Pierre den Neustart mit 18. Jänner bereits persönlich angemeldet. Derweil sind die beiden mit einem Fresh-up des alten Hotels und Bordells am Urisee beschäftigt. Das knallige Rot wird übermalt, etwas weniger Schreierisches soll an die Wand kommen. Man erfindet sich gerade neu, auch beim Anstrich.
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„Sextasia“ am Urisee: Neue Farbe, alte Gesichter beim Reuttener Puff
Mit neuem Namen sperrt ein Laufhaus am Urisee auf. Die Betreiber sind Altbekannte, sie waren mit dem Bordell „6. Himmel“ in die Insolvenz geschlittert.
In Italien hat das Paar ein paar Monate lang seine Akkus wieder aufgeladen, nachdem es im heurigen Juni mit dem Bordell „6. Himmel“ in Reutte am Urisee in die Insolvenz geschlittert war. Dolce vita ist nun vorbei, die beiden wollen es noch einmal wissen: mit vertauschten Rollen, neuem Firmennamen und geändertem Konzept.
Geändertes Konzept vor allem deshalb, weil ihnen das Finanzamt beim Vorgängerbordell nicht glauben wollte, dass die Sexarbeiterinnen im Haus auf selbstständiger Basis ihrer Tätigkeit nachgegangen waren. Eine geforderte Steuernachzahlung von 450.000 Euro war im Frühsommer die Konsequenz. Die Insolvenz folgte auf dem Fuß.
Neustart mit Altlasten
Nun wird von einem so genannten Laufhaus gesprochen. Soll heißen, die Damen seien nun noch selbstständiger. Dies wird auf der Homepage von „Sextasia“, so der neue Name des Laufhauses und einer Table Dance Bar am Urisee, gebetsmühlenartig hervorgehoben. Trotzdem wird weiter juristisch gegen das Finanzamt, das noch heuer im Frühjahr im Zuge der Recherchen Freier zu Hause besucht hatte, vorgegangen.
Man wolle es nicht gut sein lassen, sagt Pierre, der neue offizielle Betreiber von Sextasia. Noch bis Juni hatte seine Lebensgefährtin, die „Puffmutti“, wie sie sich selbst einmal bezeichnete, das Etablissement geführt. Nun der Rollentausch.
Bei der Gemeinde Reutte hat Pierre den Neustart mit 18. Jänner bereits persönlich angemeldet. Derweil sind die beiden mit einem Fresh-up des alten Hotels und Bordells am Urisee beschäftigt. Das knallige Rot wird übermalt, etwas weniger Schreierisches soll an die Wand kommen. Man erfindet sich gerade neu, auch beim Anstrich.
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