Ferrari abgefackelt: War es eine Abrechnung im Rotlichtmilieu?
Der Brandanschlag vor einem Augsburger Bordell lässt die Kripo rätseln. Der abgefackelte Ferrari gehörte einem 18-jährigen Schweizer. War es eine Abrechnung im Rotlichtmilieu?
Der schwarz lackierte Ferrari geht sofort in Flammen auf. Diese schlagen mehrere Meter hoch aus dem Fahrzeug. Zwei Männer rennen weg, steigen in ein wartendes Auto ein – und brausen davon. Diese Szene, die sich Ende Oktober nachts beim Augsburger Großbordell Colosseum abgespielt hat, gibt den Ermittlern der Kripo noch immer Rätsel auf. Vor allem eine Frage drängt sich auf: War es ein Racheakt innerhalb des Rotlichtmilieus?
Fest steht nach Informationen unserer Zeitung bisher nur so viel: Der Luxuswagen mit einem Neuwert von rund einer Viertelmillion Euro wurde von einem 18-jährigen Mann gefahren. Er ist Schweizer Staatsbürger, sein Vater ist der Chef eines Autohauses in der Schweiz. Was der junge Mann in Augsburg wollte und weshalb der Wagen auf der Straße in direkter Nähe zu dem Bordell geparkt war, ist bisher nicht bekannt.
Im Rotlichtmilieu hat der Autobrand für Aufsehen gesorgt
Dass er das Bordell besucht haben könnte, liegt aber auf der Hand – in dem Gerwebegebiet beim Gaskessel ist sonst nachts nicht viel los. Im Bordell jedoch will man den jungen Mann nach Informationen unserer Zeitung nicht kennen. Im Rotlichtmilieu hat der spektakuläre Autobrand für Aufsehen gesorgt. Doch auch unter Bordellchefs gibt es bisher nicht einmal Gerüchte, was der Hintergrund des Brandanschlags ist.
Von Revierkämpfen in der Szene hat die Kripo in den vergangenen Jahren nichts gespürt. „Wenn, dann wurden Konkurrenten mal bei der Polizei angeschwärzt“, sagt ein Ermittler. Echte Auseinandersetzungen habe es aber schon länger nicht mehr gegeben.
Ferrari soll regelrecht explodiert sein
Auch der Einfluss von Rockerbanden sei in Augsburg weitaus geringer als in anderen Städten wie etwas Neu-Ulm – wenngleich einige Akteure aus der Rotlichtszene Kontakte zu Rockern unterhalten. Nach wie vor versucht die Kriminalpolizei auch, die Identität der beiden mutmaßlichen Brandstifter herauszufinden. Der Ferrari soll förmlich explodiert sein, heißt es.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Brandstifter dabei womöglich selbst verletzt wurden. Außerdem müsste auch noch eine dritte Person am Tatort gewesen sein, die das Fluchtauto, das Richtung Kobelweg wegfuhr, steuerte. Um herauszufinden, auf welche Weise das Auto angezündet wurde, haben die Beamten einen Sachverständigen eingeschaltet.
Brandanschlag auf Ferrari vor Bordell war kein Racheakt im Milieu
Ein brennender Ferrari vor einem Augsburger Großbordell hatte die Polizei in Unruhe versetzt. Nun sitzen fünf Personen in Haft. Darunter der Besitzer des Wagens.
Das brennende Luxusauto hatte die Ermittler der Kripo in Unruhe versetzt. Ende Oktober war auf einem Parkplatz in einem Oberhauser Gewerbegebiet ein Ferrari in Flammen aufgegangen. Schnell war klar, dass es sich um Brandstiftung handelte. Was der Polizei Sorgen bereitete, war vor allem der Ort des Anschlags. Der Ferrari war direkt gegenüber dem Großbordell Colosseum abgestellt. Eine Frage drängte sich auf: Handelt es sich um einen Racheakt im Rotlichtmilieu?
Rund vier Monate lang hat die Kripo in dem Fall ermittelt. Inzwischen steht für die Beamten fest: Mit dem Rotlichtmilieu hat der Fall nur am Rande zu tun. Vielmehr ging es o"ensichtlich um Versicherungsbetrug. Der Besitzer des Sportwagens – ein 19- jähriger Geschäftsmann und Sohn eines Autohausbetreibers aus der Schweiz – hatte zwar nach Informationen unserer Zeitung als Gast den Sexklub besucht, als das Auto angezündet wurde. Doch das sollte wohl nur den Verdacht in Richtung des Milieus lenken.
Nach Angaben der Polizei hat der junge Mann inzwischen gestanden, dass er mehrere Personen damit beauftragt hatte, das Auto anzuzünden. Der 19 Jährige wurde Mitte Februar von Polizisten im Großraum Stuttgart festgenommen und sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Gleichzeitig hatten Fahnder auch in der Schweiz zugeschlagen und dort die beiden mutmaßlichen Brandstifter festgenommen. Es handelt sich um einen 25-jährigen Mann und eine 23-jährige Frau, beide stammen aus Bosnien. Sie wurden nach Deutschland ausgeliefert und sitzen nun ebenfalls in Haft.
Ferrari ging plötzlich explosionsartig in Flammen auf
Zeugen hatten in der Tatnacht gegen 23.30 Uhr beobachtet, wie der Ferrari plötzlich explosionsartig in Flammen aufging. Die Flammen schlugen meterhoch aus dem Wagen. Zwei Männer rannten weg und stiegen in ein wartendes Auto. Das brauste davon. Der Luxuswagen mit einem Neuwert von rund 250000 Euro wurde völlig zerstört. Ein Gutachter hat den ausgebrannten Wagen untersucht und festgestellt, dass die Täter Benzin als Brandbeschleuniger genutzt haben.
Warum der 19-Jährige über die Versicherung an Geld kommen wollte, ist unklar. Größere Geldsorgen soll er zumindest nicht haben. Den Ermittlunge zufolge hatte er mit seinen Komplizen die Tat in der Schweiz geplant. Alle reisten dann eigens für den fingierten Anschlag nach Augsburg – und fuhren danach gleich wieder in die Schweiz zurück.
Inzwischen sitzen in dem Fall insgesamt fünf Verdächtige in Haft. Am Mittwoch wurden im Raum Zürich noch einmal zwei mutmaßliche Mittäter festgenommen, es sind zwei 22 und 29 Jahre alte Männer. Auch sie sollen nach Deutschland ausgeliefert werden. Maßgeblich für die Klärung des Falles sei die gute Zusammenarbeit mit den Schweizer Behörden gewesen, so die Polizei.
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Vier Männer zwischen 19 und 29 Jahren sollen den Ferrari des 19- Jährigen angezündet haben, um die Versicherung zu betrügen. Es sollte wie ein Racheakt im Rotlichtmilieu aussehen.
Vier Männer sollen in Augsburg einen Ferrari abgefackelt haben, um die Versicherung um rund eine viertel Million Euro zu prellen. Die Augsburger Staatsanwaltschaft hat gegen das Quartett Anklage wegen der Sprengsto"explosion und wegen versuchten Versicherungsbetrugs erhoben. Am heutigen Mittwoch stehen die Männer vor Gericht.
19-Jähriger will Ferrari loswerden: Vor Bordell angezündet
Ein 19-jähriger Geschäftsmann und Sohn eines Autohausbesitzers hatte den Ferrari 458 vor gut einem Jahr für 285.000 Schweizer Franken gekauft. Schon im Herbst wollte er den Sportwagen laut Anklage wieder loswerden, der Verkauf hätte aber nur noch 190.000 Franken gebracht. Da im Schadensfall wegen einer Zusatzversicherung rund 100.000 Franken mehr geflossen wären, soll es zu dem Tatplan gekommen sein.
Die Männer seien deshalb Ende Oktober nach Augsburg gefahren. Dort sollen sie auf dem Parkplatz des Großbordells "Colosseum" ein Benzingemisch in die Luxuskarosse geschüttet haben. Das Auto explodierte und brannte völlig aus.
Der Verdacht sollte auf einen Racheakt im Milieu gelenkt werden, was den Männern zunächst auch gelang.
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Brennender Ferrari: Wollte sich ein Täter als Diplomat dem Knast entziehen?
Ein Millionär lässt sein Luxusauto anzünden, um Versicherungsgeld zu kassieren. Er soll ins Gefängnis – tritt dieHaftstrafe aber nicht an. Nun tauchen dubiose Dokumente auf.
Am Abend des 29. Oktober 2014 ging vor dem Großbordell „Colosseum“ in Augsburg-Oberhausen ein Luxusauto mit einem lauten Knall in Flammen auf. Der Ferrari 458 Italia, Neupreis um die 300.000 Euro, brannte vollkommen aus. Schnell war für die Ermittler der Augsburger Kripo klar, dass es sich um Brandstiftung handeln musste. Ein Racheakt aus dem Rotlichtmilieu vielleicht? Angesichts des Tatortes ein nahe liegender Verdacht. Am Ende stellte sich die Tat allerdings als etwas anderes heraus: versuchter Versicherungsbetrug.
Nidal B., ein damals 19-jähriger Sohn eines wohlhabenden Schweizers, hatte das Auto loswerden wollen. Der Grund: Er wollte die Luxuskarosse nicht mehr haben, sondern künftig lieber ein neueres Ferrari-Modell fahren. Und da er eine spezielle Autoversicherung abgeschlossen hatte, die ihm bei Verlust den vollen Kaufpreis bezahlt hätte, beauftragte er zwei junge Männer, die bei einem gemeinsamen Ausflug nach Augsburg ein Benzin- Nitro Gemisch auf die Sitze des Ferraris schütteten, es in Brand steckten und sich davonmachten. Im späteren Prozess vor dem Amtsgericht räumten alle Beteiligten die Vorwürfe ein, Nidal B. erhielt eine Bewährungsstrafe von 22 Monaten. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein, und die nun zuständige Jugendkammer des Landgerichtes entschied im Dezember 2015: Nidal B. muss die 22-monatige Haftstrafe ohne Bewährung absitzen.
Prozess in Augsburg: Täter will Versicherungssumme kassieren
Angetreten hat der heute 23-Jährige die Strafe allerdings bislang nicht, wie der Spiegel zuletzt berichtete. Dies deckt sich auch mit Informationen unserer Zeitung. Bestätigen möchte das Amtsgericht, in Jugendsachen zuständig für Strafvollstreckungen, dies nicht. Über den „Stand der Vollstreckung“ gebe man keine Auskunft, heißt es. Wie auch immer: Nidal B. tat möglicherweise auch etwas dafür, um nicht ins Gefängnis zu müssen. Denn im Zuge von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München I gegen sechs Beschuldigte wegen Betrugs beschlagnahmten die Beamten ein heikles Dokument: einen Diplomatenpass der Republik Guinea-Bissau, der auf den Namen von Nidal B. ausgestellt ist. Guinea-Bissau liegt an der westafrikanischen Küste und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt – und zu den korruptesten.
Ob sich der Schweizer den Pass besorgte, um sich gegen eine mögliche Verhaftung zu wappnen? Man kann es zumindest vermuten. Sein Anwalt, der ihn damals im Augsburger Verfahren vertrat, war auf Anfrage nicht zu erreichen, auch gegenüber anderen Medien gab es bislang keine Stellungnahme des Schweizers oder eines juristischen Vertreters zu dem Komplex.
Die angesprochenen Ermittlungen richten sich gegen ein dubioses Netzwerk von mutmaßlichen Passbeschaffern afrikanischer Staaten. Im Zentrum: der Profiboxer Mario D. und der Geschäftsmann Stephan W., der zuletzt in die Schlagzeilen geriet, weil er Ex-Tennisstar Boris Becker einen Diplomatenpass der Zentralafrikanischen Republik vermittelt hatte. Mario D. und Stephan W. sind inzwischen verhaftet worden, ebenso ein weiterer mutmaßlicher Komplize. Konkreter Anlass für die Festnahmen der drei Beschuldigten laut Spiegel: Sie sollen einem Fleischgroßhändler gegen Zahlung von 1,5 Millionen Euro Diplomatendokumente der Republik Guinea-Bissau in Aussicht gestellt und ihm zugleich umfangreiche Exportmöglichkeiten nach Afrika versprochen haben. Nach Informationen unserer Zeitung soll der Schweizer Millionärssohn Nidal B. im Februar dieses Jahres rund 500.000 Franken und 300.000 Euro an das Netzwerk gezahlt haben. Als Beschuldigter gilt er in dem Komplex nicht. Er ist nach wie vor auf freiem Fuß. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Erwerber der dubiosen Pässe in dem Fall möglicherweise zu den Betrugsopfern zählen.
Verwunderlich ist, dass für den Schweizer o"enbar nicht nur ein diplomatisches Dokument aus Guinea-Bissau existiert. Afrikanische Medien berichteten zuletzt über einen „Diplomatic Passport Scandal“ aus Gambia, in dem Fall geht es o"enbar um gefälschte Diplomatenpässe. Auf einem davon zu sehen: Nidal B., „Ambassador At Large“.
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Mann randaliert in Saunaclub - Freundin muss ihn abholen
Ein 43-jähriger Mann machte in einem Augsburger Saunaclub Ärger und fuhr auch noch mit zwei Promille Auto. Am Ende musste ihn seine Lebensgefährtin abholen.
Der Fall begann mit einem Hinweis: Ein Mann sei gerade alkoholisiert vom Gelände eines Saunaclubs im Augsburger Stadtteil Oberhausen weggefahren. Es folgte eine Kontrolle, am Ende aber auch noch mächtig Ärger in dem Club. Außerdem stehen Ermittlungen wegen Zechbetrugs im Raum. Laut Polizei hatte der Mann seine Zeche nicht bezahlt und möglicherweise auch nicht den „vereinbarten Liebeslohn“, so die Beamten.
Sie fanden den 43-Jährigen am Mittwochabend nach dem Hinweis gegen 20 Uhr in der Hirblinger Straße. Dort war er zu Fuß unterwegs. Er fiel den Polizisten „durch seine deutliche Alkoholisierung auf“, sagt Pressesprecher Siegfried Hartmann. Bei der gab der Mann zu, zuvor im Auto vom Club weggefahren zu sein, um sich noch Geld bei der Bank zu besorgen. Sein Fahrzeug habe er kurz vor der Kontrolle an einer Tankstelle abgestellt. Ein freiwilliger Alkoholtest bei ihm ergab einen Wert von über zwei Promille, was eine anschließende Blutentnahme zur Folge hatte. Seinen Führerschein wollte er laut Polizei nicht freiwillig abgeben, zumal er ihn gar nicht bei sich hatte.
43-Jähriger beschimpft Mitarbeiter in Augsburger Saunaclub
Als bei der Polizei alles erledigt war, ging der Mann nicht nach Hause. Er ging noch einmal in den Club. „Er verspürte o!enbar noch Gesprächsbedarf mit einem dort beschäftigten Mitarbeiter“, so Hartmann. Diese Aussprache sei derart aggressiv geführt worden, dass mehrere Streifen zur Schlichtung anfahren mussten. Seine telefonisch verständigte Lebensgefährtin fuhr den „Tobenden“ anschließend heim, schreibt die Polizei.
Es kam später noch Ärger hinzu. Laut Polizei stellte sich nachträglich heraus, dass der 43-Jährige „seine Zeche und möglicherweise auch den vereinbarten Liebeslohn während des Clubbesuchs nicht bezahlt hatte“. Daher werde auch wegen Zechbetrugs gegen ihn ermittelt - und wegen Trunkenheit im Verkehr.
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In einem Saunaclub in Augsburg gab es am frühen Freitagmorgen Ärger: Ein Freier, so die Polizei, wollte nicht bezahlen. Er verlangte eine detaillierte Rechnung.
In einem Saunaclub in der Gubener Straße in Augsburg kam es am Freitag gegen 3 Uhr zu Di!erenzen zwischen "einem 25- jährigen Freier und zwei Angestellten des Etablissements", schreibt die Polizei. Es sei dabei um die von dem Mann "in Anspruch genommene Leistungen", die er ohne eine detaillierte schriftliche Rechnung augenscheinlich nicht bezahlen haben wollen, so die Beamten weiter. Die hinzugerufenen Polizisten konnten den 25 Jährigen zur Bezahlung bewegen. Einem Hausverbot für den Club konnte er dadurch jedoch nicht mehr entgehen. Der Besuch dürfte den Mann noch teurer kommen, weil er die Beamten beleidigte. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet.
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Groß-Bordell vor dem Aus? Insolvenzantrag beim „Colosseum“
In Augsburg sind etwas über 20 Rotlichtbetriebe gemeldet, nun steckt ein Groß- Bordell offenbar in finanziellen Schwierigkeiten. Die Hintergründe sind noch unklar.
Es ist wohl Augsburgs bekanntester Rotlichtbetrieb, nun hat er womöglich finanzielle Probleme: Das Bordell „Colosseum“ in der Gubener Straße in Oberhausen befindet sich in einem Insolvenzverfahren, wie aus einem Eintrag im Insolvenzregister hervorgeht. Demnach hat das zuständige Amtsgericht Augsburg am Mittwoch für die Gesellschaft hinter dem „FKK Sauna Club“ , wie sich das Colosseum in Eigenbezeichnung nennt, die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Insolvenzverwalter der „Augsburger Colosseum GmbH“ ist der Augsburger Anwalt Georg Stemshorn, ein bei der Kanzlei Pluta tätiger Insolvenzexperte.
Was der Schritt konkret bedeutet und wie viele Arbeitsplätze möglicherweise betroffen sind, war zunächst unklar. Das Unternehmen hat rund 20 Mitarbeiter. Stemshorn sagte auf Anfrage, er müsse sich zunächst einen Überblick verschaffen und könne derzeit noch keine Stellungnahme abgeben. Der Augsburger Anwalt Bernhard Hannemann, der die Betreiber vertritt, erklärte, es gebe eine ausstehende Forderung, die mit technischen Problemen im Finanzwesen zusammenhängen könnte. Spekulationen, wonach es um nicht gezahlte Sozialversicherungsbeiträge gehen könnte, wies er zurück.
Die Löhne seien alle bezahlt. Nun müsse ein Gutachter eine Fortführungsprognose erstellen, insgesamt sei man aber zuversichtlich, dass der Betrieb weitergeführt werden kann. Ein Insolvenzantrag bedeutet nicht zwingend das Aus für einen Betrieb; in der Vergangenheit gab es bereits Insolvenzanträge gegen das „Colosseum“ , der Betrieb lief auch damals dennoch weiter.
Rotlicht-Szene in Augsburg: Mehr als 20 gemeldete Betriebe gibt es in der Stadt
Das „Colosseum“ ist nicht der einzige Rotlichtbetrieb in Augsburg. Nach früheren Angaben der Stadt existieren 22 derzeit „konzessionierte Prostitutionsstätten“ , wie es im Amtsdeutsch heißt. Diese Zahl genehmigter Betriebe ist seit Jahren ähnlich. Daneben gibt es noch diverse Bordellwohnungen – wie viele genau, weiß keiner so recht. Vor zwei Jahren wurde die Zahl von der Ordnungsbehörde der Stadt aber mal auf etwa 50 geschätzt.
Rockergruppierungen oder ähnliche Formen der Organisierten Kriminalität spielten bei den Bordellen in der Stadt nach Erkenntnissen der Polizei in den vergangenen Jahren keine Rolle, auch wenn es zuweilen zu Ermittlungsverfahren im Milieu und Razzien kommt. Die Zeiten indes, in denen Augsburg als eine Art „Rotlicht-Hauptstadt“ galt, sind lange vorbei. Offiziell werden die Prostitutionsstätten teils von Einzelpersonen, teils von Unternehmen betrieben. Vorstrafen dürfen die Inhaber laut städtischen Vorgaben keine haben. Eine klassische „Rotlicht-Größe“, die die Szene in der Hand hält oder dominiert, gibt es in Augsburg wohl nicht.
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Großrazzia in Augsburger Bordell: Polizei rückt mit mehr als 20 Fahrzeugen an
Die Durchsuchung findet in einem Gewerbegebiet in Augsburg-Oberhausen statt. Der Rotlicht-Betrieb steckt in einem Insolvenzverfahren.
Die Aktion in einem Gewerbegebiet im Augsburger Stadtteil Oberhausen sorgte am Donnerstag für großes Aufsehen. Kein Wunder: Mehr als 20 Polizeifahrzeuge standen stundenlang vor dem Bordell Colosseum. Es lief eine Durchsuchungsaktion. Am Freitag bestätigte die Polizei, dass wegen Betrugs ermittelt werde und zwei Haftbefehle vollstreckt worden seien.
Polizei, Stadt und Staatsanwaltschaft sind an der Aktion beteiligt
Wie zu hören ist, handelte es sich um eine konzertierte Aktion, an der Stadt Augsburg, Polizei und Staatsanwaltschaft beteiligt sind. Die Stadt Augsburg ist über das Ordnungsamt in die Aufsicht über den Betrieb des Bordells involviert. Die Behörde gibt die Erlaubnis und überprüft den Betrieb. Das Unternehmen war zuletzt in die Schlagzeilen geraten. Die Firma Colosseum steckt in einem Insolvenzverfahren. Ob die Razzia in Verbindung zum Insolvenzverfahren steht, blieb zunächst unklar.
Nach Razzia der Polizei: Stadt schließt Augsburger Großbordell
Am Donnerstag rücken Polizei, Staatsanwaltschaft und Stadt aus, um das Bordell Colosseum zu durchsuchen. Die Aktion dauert stundenlang. Inzwischen hat die Polizei mitgeteilt, was der Hintergrund ist.
Der etwas versteckt in einem Gewerbegebiet liegende Komplex ist ein Ort, an dem Besucher möglichst ungestört und unbeobachtet sein wollen. Das Colosseum in der Gubener Straße in Oberhausen ist eines der großen Bordelle im Stadtgebiet. Zuletzt gab es schon negative Schlagzeilen, der Rotlicht Betrieb steckt in einem Insolvenzverfahren. Am Donnerstag fand nun eine Aktion statt, die der Öffentlichkeit keineswegs verborgen blieb. Mehr als 20 Polizeifahrzeuge standen stundenlang vor dem Colosseum. Im Innern wurden Räume durchsucht. Auf Betreiben von Stadt, Polizei und Staatsanwaltschaft fand eine mehrstündige Razzia statt – mit mehreren Konsequenzen.
Ein Ergebnis: Der Betrieb im Bordell bleibt wohl bis auf Weiteres eingestellt. Die Türen wurden versiegelt. Ordnungsreferent Frank Pintsch (CSU), in dessen Zuständigkeitsbereich das Thema Prostitution liegt, bestätigte auf Anfrage, dass es eine gemeinsame Aktion von Stadt, Polizei und Staatsanwaltschaft gegeben habe. Das städtische Ordnungsamt sei als Erlaubnis- und Überwachungsbehörde in die Vorgänge eingebunden. Pintsch sagte am Abend: „Es handelt sich um ein laufendes Verwaltungs- und Strafverfahren, sodass noch keine vertiefte Auskunft gegeben werden kann. “ Was er jedoch sagen könne: Der Betrieb wurde vom Ordnungsamt geschlossen.
Polizei, Staatsanwaltschaft und Stadt durchsuchen Bordell Colosseum in Augsburg
Pintsch hält sich bedeckt, in welcher Form die Stadt zuletzt mit den Betreibern des Bordells im Austausch stand: „Dazu kann ich aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Aussage treffen. “ Aufhorchen lässt allerdings eine Aussage, die der CSU-Politiker generell trifft: „Das Thema Prostitution ist ein sehr sensibles, weil es hier oft um Schicksale und Frauenrechte geht. Als Ordnungsreferent ist es mir daher ein großes Anliegen, dass das Ordnungsamt die Funktion als Erlaubnis- und insbesondere auch Überwachungsbehörde sehr sorgfältig ausübt.“
Die Polizei äußerte sich auf Anfrage unserer Redaktion am Donnerstag ebenfalls zurückhaltend. Ein Sprecher bestätigte lediglich, dass es im Bordell zu umfassenderen Durchsuchungsmaßnahmen gekommen sei. Da diese länger andauerten, könne man noch keine näheren Auskünfte erteilen. Nach Informationen unserer Redaktion ging es in der Aktion darum, Unterlagen sicherzustellen, aber auch zwei Haftbefehle gegen Verantwortliche des Großbordells zu vollziehen. Am Freitag bestätigte die Polizei dann, dass gegen zwei Personen Haftbefehle erlassen worden seien. Bei den Ermittlungen gehe es um Verdacht auf Betrug. Neben dem Bordell seien auch weitere Objekte im Stadtgebiet durchsucht worden.
Razzia im Rotlichtmilieu: Betrieb befindet sich in Insolvenzverfahren
Erst in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass das Groß-Bordell offensichtlich in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Es befindet sich in einem Insolvenzverfahren. Das Amtsgericht Augsburg hatte für die Gesellschaft hinter dem „FKK Sauna Club“ , wie sich das Colosseum in Eigenbezeichnung nennt, die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.
Anwalt Bernhard Hannemann, der die Betreiber vertritt, hatte in diesem Zusammenhang erklärt, es gebe eine ausstehende Forderung, die mit technischen Problemen im Finanzwesen zusammenhängen könnte. Spekulationen, wonach es dabei um nicht gezahlte Sozialversicherungsbeiträge für die Prostituierten gehen könnte, wies er damals zurück. Auf aktuelle Anfrage unserer Redaktion teilte er nun am Donnerstag mit, ihm lägen keine näheren Informationen zu den Vorgängen vor. Er könne sich deshalb vorerst nicht äußern.
Ein Insolvenzantrag bedeutet nicht zwingend das Aus für einen Betrieb. In der Vergangenheit gab es bereits Insolvenzanträge gegen das Colosseum, der Betrieb lief auch damals dennoch weiter. Das Bordell ist bei Weitem nicht der einzige Rotlichtbetrieb in Augsburg. Nach früheren Angaben der Stadt existieren 22 derzeit „konzessionierte Prostitutionsstätten“, wie es im Amtsdeutsch heißt. Diese Zahl genehmigter Betriebe ist seit Jahren ähnlich. Daneben gibt es noch diverse Bordellwohnungen – wie viele genau, weiß keiner so recht. Vor zwei Jahren wurde die Zahl von der Ordnungsbehörde der Stadt aber mal auf etwa 50 geschätzt.
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Nach Razzia im „Colosseum“: Warum das Augsburger Großbordell wieder öffnen darf
Nach einer Razzia im Bordell Colosseum gibt die Stadt Augsburg jetzt grünes Licht für den Neustart. Der Insolvenzverwalter ist erleichtert, Ermittlungen laufen aber weiter.
Wer sich zuletzt in gängigen Online-Suchmaschinen über das Augsburger Bordell Colosseum informieren wollte, stieß dort auf einen Hinweis: „Temporär geschlossen“. Dies hatte mit einer spektakulären Razzia zu tun, zu deren Schauplatz der „FKK Saunaclub“, wie das Bordell sich selbst nennt, vor Kurzem geworden ist. Am 22. Januar durchsuchte die Polizei die Räume, die Stadt Augsburg schloss das Etablissement. Jetzt, nach knapp zwei Wochen, läuft der Betrieb dort wieder an.
Wer sich zuletzt in gängigen Online-Suchmaschinen über das Augsburger Bordell Colosseum informieren wollte, stieß dort auf einen Hinweis: „Temporär geschlossen“. Dies hatte mit einer spektakulären Razzia zu tun, zu deren Schauplatz der „FKK Saunaclub“, wie das Bordell sich selbst nennt, vor Kurzem geworden ist. Am 22. Januar durchsuchte die Polizei die Räume, die Stadt Augsburg schloss das Etablissement. Jetzt, nach knapp zwei Wochen, läuft der Betrieb dort wieder an.
Anlass für die Durchsuchungen war ein Strafverfahren wegen Betrugsvorwürfen. Es wird gegen mehrere Personen geführt, zwei Hauptbeschuldigte wurden festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Es handelt sich dabei weder um den eingetragenen Gesellschafter noch um die Geschäftsführerin, sondern zwei operativ Verantwortliche. Wegen ihrer Verhaftung gab es keinen verantwortlichen Ansprechpartner mehr, weshalb die Stadt das Bordell schloss.
Nach Razzia: Stadt Augsburg ermöglicht Wiedereröffnung des Bordells
Wer sich zuletzt in gängigen Online-Suchmaschinen über das Augsburger Bordell Colosseum informieren wollte, stieß dort auf einen Hinweis: „Temporär geschlossen“. Dies hatte mit einer spektakulären Razzia zu tun, zu deren Schauplatz der „FKK Saunaclub“, wie das Bordell sich selbst nennt, vor Kurzem geworden ist. Am 22. Januar durchsuchte die Polizei die Räume, die Stadt Augsburg schloss das Etablissement. Jetzt, nach knapp zwei Wochen, läuft der Betrieb dort wieder an.
Anlass für die Durchsuchungen war ein Strafverfahren wegen Betrugsvorwürfen. Es wird gegen mehrere Personen geführt, zwei Hauptbeschuldigte wurden festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Es handelt sich dabei weder um den eingetragenen Gesellschafter noch um die Geschäftsführerin, sondern zwei operativ Verantwortliche. Wegen ihrer Verhaftung gab es keinen verantwortlichen Ansprechpartner mehr, weshalb die Stadt das Bordell schloss.
Nach Razzia: Stadt Augsburg ermöglicht Wiedereröffnung des Bordells
Inzwischen hat sich die Situation geändert. Wie Ordnungsreferent Frank Pintsch (CSU) auf Anfrage mitteilt, hat das Ordnungsamt grünes Licht für einen Neustart gegeben. Eine zentrale Voraussetzung für die Wiederaufnahme des Betriebs sei „die Benennung und Anwesenheit einer Person in Leitungsfunktion“ gewesen. Diese Person sei unter anderem auf „Zuverlässigkeit“ geprüft worden – was zwei bis drei Wochen dauern könne, da unter anderem ein aktuelles Führungszeugnis vorliegen müsse. Dem Vernehmen nach leitet nun die Geschäftsführerin selbst den Betrieb.
Wer sich zuletzt in gängigen Online-Suchmaschinen über das Augsburger Bordell Colosseum informieren wollte, stieß dort auf einen Hinweis: „Temporär geschlossen“. Dies hatte mit einer spektakulären Razzia zu tun, zu deren Schauplatz der „FKK Saunaclub“, wie das Bordell sich selbst nennt, vor Kurzem geworden ist. Am 22. Januar durchsuchte die Polizei die Räume, die Stadt Augsburg schloss das Etablissement. Jetzt, nach knapp zwei Wochen, läuft der Betrieb dort wieder an.
Anlass für die Durchsuchungen war ein Strafverfahren wegen Betrugsvorwürfen. Es wird gegen mehrere Personen geführt, zwei Hauptbeschuldigte wurden festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Es handelt sich dabei weder um den eingetragenen Gesellschafter noch um die Geschäftsführerin, sondern zwei operativ Verantwortliche. Wegen ihrer Verhaftung gab es keinen verantwortlichen Ansprechpartner mehr, weshalb die Stadt das Bordell schloss.
Nach Razzia: Stadt Augsburg ermöglicht Wiedereröffnung des Bordells
Inzwischen hat sich die Situation geändert. Wie Ordnungsreferent Frank Pintsch (CSU) auf Anfrage mitteilt, hat das Ordnungsamt grünes Licht für einen Neustart gegeben. Eine zentrale Voraussetzung für die Wiederaufnahme des Betriebs sei „die Benennung und Anwesenheit einer Person in Leitungsfunktion“ gewesen. Diese Person sei unter anderem auf „Zuverlässigkeit“ geprüft worden – was zwei bis drei Wochen dauern könne, da unter anderem ein aktuelles Führungszeugnis vorliegen müsse. Dem Vernehmen nach leitet nun die Geschäftsführerin selbst den Betrieb.
Am Dienstagnachmittag war ein Mitarbeiter des Ordnungsamts für eine letzte „Abnahme“ vor Ort – kurz darauf wurde bekannt, dass das Colosseum am Mittwoch wieder öffnet. Die entsprechende Mitteilung kam vom Insolvenzverwalter des Bordells, Georg Stemshorn. Denn neben den strafrechtlichen Ermittlungen, die nach Auskunft der Staatsanwaltschaft unverändert andauern, ist der Betrieb auch in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Ein Insolvenzverfahren läuft.
Polizei-Großeinsatz wegen Ermittlungen: Colosseum ist auch in Insolvenzverfahren
Dass der Betrieb wieder anläuft, begrüßt Insolvenzverwalter Stemshorn, der für die Kanzlei Pluta tätig ist, ausdrücklich. „Wir arbeiten nun daran, eine nachhaltige Lösung für das Colosseum zu erarbeiten“, wird er in der Mitteilung zitiert. Man werde Gespräche mit Interessenten führen und prüfe sämtliche Optionen für einen Investoreneinstieg. Ziel sei, einen Investor zu finden, der den Betrieb langfristig übernehme und weiterführe. Die Wiedereröffnung sei eine wichtige Voraussetzung dafür.
Um Löhne und Gehälter der Beschäftigten zu sichern, hat die Kanzlei auch die Vorfinanzierung des Insolvenzsgelds in die Wege geleitet. Die Gehälter der 20 Mitarbeiter sind damit laut Mitteilung für drei Monate bis Ende März gesichert.
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Dubiose Darlehen und kiloweise Kupferstaub: Das steckt hinter der Razzia im Bordell Colosseum
Nach der Durchsuchung in Augsburg waren die Hintergründe zunächst rätselhaft. Nun zeigt sich: Es geht um ein mögliches Betrugsmodell. Und es gibt einen weiteren Verdächtigen.
Wenn die Polizei in ein Bordell einmarschiert und den Laden einmal auf den Kopf stellt, geht es vielfach um schwerste Kriminalität im Milieu. Um Menschenhandel, Zwangsprostitution, um Gewalt und Ausbeutung. Als die Beamten der Augsburger Kripo vor wenigen Wochen mit einem Beschluss das „Colosseum“ in der Nähe des Gaswerks in Oberhausen durchsuchten, hofften sie allerdings, Beweise für Straftaten im Bereich der Wirtschaftskriminalität zu finden. Das Verfahren dreht sich um dubiose Deals mit Edelmetallen und Kupfer; auch ein weiterer Verdächtiger ist in den Fokus der Ermittler geraten.
Wie berichtet, waren die Beamten im Januar mit mehr als 20 Fahrzeugen zum Colosseum ausgerückt; nach Informationen unserer Redaktion waren bei der Razzia auch hochrangige Beamte anwesend gewesen. Die Aktion dauerte stundenlang, die Ermittler beschlagnahmten Unterlagen und Datenträger, die weiter ausgewertet werden, wie es von der Staatsanwaltschaft heißt. Zwei Personen wurden wegen Betrugsverdachts festgenommen, sie sitzen in U-Haft. Nach Recherchen unserer Redaktion sind es eine 38 Jahre alte Frau aus Augsburg und ihr 55-jähriger Partner, der laut Einträgen im Handelsregister seinen Wohnort auf Mallorca hat.
Beide haben auf dem Papier mit dem Colosseum nichts zu tun. Die Polizei geht aber davon aus, dass sie faktisch eine Menge im Rotlichtbetrieb zu sagen haben. Nach Recherchen unserer Redaktion ist der 55-jährige Mann der Sohn des formellen und betagten Inhabers des Colosseums; die verdächtige Frau ist ihm auch geschäftlich verbunden. Der 55-Jährige gilt als illustre Figur im Rotlichtmilieu der Stadt. 2013 war er mal auf Mallorca im Rahmen einer Großrazzia gegen die Hells Angels verhaftet worden. Die spanischen Ermittler mutmaßten damals, er gehöre zum Umfeld des berüchtigten Hells-Angels-Chefs Frank Hanebuth. Nachweisen konnten sie dem Mann aber nicht, in Bandenkriminalität verwickelt zu sein. Ein Dreivierteljahr später kam er wieder frei.
Razzia in Augsburg: Darum durchsuchten die Ermittler das Bordell „Colosseum“
Im jetzigen Verfahren geht es dem Vernehmen nach um den Vorwurf, dass er zusammen mit der 38-jährigen Frau andere Geschäftspartner übers Ohr gehauen haben könnte. Beide sind in ein Unternehmen in Augsburg involviert, das zwar noch nie eine Bilanz vorgelegt hat, aber offenbar seit Jahren aktiv ist. Die 38-Jährige ist Geschäftsführerin dieser GmbH, der 55-Jährige Hauptgesellschafter. Nach Recherchen unserer Redaktion liehen sich die beiden Geld, vorgeblich wohl, um es in Edelmetalle zu investieren. Die Geldgeber sollten dadurch ebenfalls Rendite sehen. Der 55-Jährige und die 38-Jährige sollen beteuert haben, sie hätten unter anderem wertvolles Kupfer als Sicherheit, sollte das Investment schiefgehen. Dem Vernehmen nach handelte es sich um mehrere Kilogramm angeblich besonders reinen Kupferstaubs, der von einem Treuhänder verwahrt werden sollte.
Offenbar aber blieben die vereinbarten Rückzahlungen der Darlehen aus. Weil sie gar nicht erst geplant waren? Das ist eine Frage, die die Ermittler beschäftigt. Die andere ist die, ob das Geld, das angeblich in Edelmetalle fließen sollte, nicht stattdessen in das Bordell gesteckt wurde, das sich inzwischen im Insolvenzverfahren befindet. Daher die Großrazzia im „privaten FKK Sauna Club“, wie das Colosseum offiziell heißt. Wie hoch der von den Ermittlern angenommene Betrugsschaden ist, ist noch unklar; dass zwei Verdächtige in Untersuchungshaft sitzen, lässt aber darauf schließen, dass er hoch sein muss, mindestens sechsstellig.
Einer der beiden Verdächtigen ist der Polizei schon länger ein Begriff
Auf Anfrage bestätigt die Staatsanwaltschaft, dass sich die Ermittlungen auch gegen einen dritten Verdächtigen richten, der nicht im Gefängnis sitzt – es ist nach Informationen unserer Redaktion der Mann, der den Kupferstaub verwahren sollte. Der bestreitet auf Anfrage vehement, in irgendeiner Weise an einem Betrug beteiligt gewesen zu sein. Das Kupfer habe selbstverständlich existiert und sei wie vertraglich festgehalten verwahrt gewesen, er habe es nun der Staatsanwaltschaft übergeben. Es gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung. Die Verteidiger des 55-Jährigen und der 38-Jährigen, Stefan Mittelbach und Helmut Linck, wollten sich zunächst nicht äußern.
Und das Colosseum? Das war nach der Polizeiaktion zunächst von der Stadt geschlossen worden, auch, weil nach der Verhaftung der zwei Hauptbeschuldigten für die Behörden kein verantwortlicher Ansprechpartner mehr zur Verfügung stand. Das ist inzwischen anders, die offizielle Geschäftsführerin leitet nun dem Vernehmen nach den Betrieb, der wieder geöffnet hat. Vom Insolvenzverwalter Georg Stemshorn heißt es, man arbeite an einer nachhaltigen Lösung für das Colosseum. Die gut 20 Mitarbeiter, zuständig etwa für Gastronomie, Reinigung und Sicherheit, seien zum Teil seit mehr als ein Jahrzehnt im Betrieb beschäftigt.
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