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Razzia 🚨
RP 18.08.2008
Sie kamen am Freitag um kurz nach 23 Uhr und zwar mit elf Beamten und sechs Einsatzwagen Im Nu hatten die grün weißen Zoll Fahrzeuge mit dem Aufdruck "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" den Bordellbetrieb in der Kautzstraße zugeparkt.
Dann verschwanden alle Zollbeamten im Inneren des Clubs. Eine halbe Stunde lang herrschte wieder Stille auf der Kautzstraße, nichts deutete auf eine Razzia hin — bis die Zollbeamten um Viertel vor zwölf wieder herauskamen und die Treppen heraufstiegen, diesmal in Begleitung. "Die Kollegen haben am Freitag in dem Moerser Club 25 Personen überprüft", sagt Susanne Neuhoff, stellvertretende Pressesprecherin des Hauptzollamtes in Duisburg, dem die "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" untergeordnet ist, auf Anfrage der RP.
Die Beamten kontrollierten, ob die Prostituierten Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen haben und die Bedingungen, unter denen sie in dem Moerser Club arbeiten. "Zurzeit werden die Angaben der kontrollierten Personen noch überprüft, dazu müssen teilweise auch andere Behörden kontaktiert werden", erläutert Susanne Neuland.
So werde etwa überprüft, ob die Clubdamen nebenbei eventuell noch Sozialleistungen (Hartz IV) beziehen. "Verhaftet wurde aber niemand", betont die Pressesprecherin. Zollbeamte sind bei Straftaten auch zu vorläufigen Festnahmen ermächtigt. Die Überprüfung von Bordells ist für die Finanzkontrolle nichts Ungewöhnliches. "Alle Gewerbe, die anfällig für illegale Beschäftigung sind, werden regelmäßig besucht", so Susanne Neuland. Dazu gehören auch Taxibetriebe, Bauunternehmen und Callcenter, sagt sie. So waren die Zollbeamten zum Beispiel in einer Moerser Mietwagen Funkzentrale, der Steuerhinterziehung vorgeworfen wird, im Einsatz.
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.Zoll kontrolliert Bordell Kautzstraße
Sie kamen am Freitag um kurz nach 23 Uhr und zwar mit elf Beamten und sechs Einsatzwagen Im Nu hatten die grün weißen Zoll Fahrzeuge mit dem Aufdruck "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" den Bordellbetrieb in der Kautzstraße zugeparkt.
Dann verschwanden alle Zollbeamten im Inneren des Clubs. Eine halbe Stunde lang herrschte wieder Stille auf der Kautzstraße, nichts deutete auf eine Razzia hin — bis die Zollbeamten um Viertel vor zwölf wieder herauskamen und die Treppen heraufstiegen, diesmal in Begleitung. "Die Kollegen haben am Freitag in dem Moerser Club 25 Personen überprüft", sagt Susanne Neuhoff, stellvertretende Pressesprecherin des Hauptzollamtes in Duisburg, dem die "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" untergeordnet ist, auf Anfrage der RP.
Die Beamten kontrollierten, ob die Prostituierten Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen haben und die Bedingungen, unter denen sie in dem Moerser Club arbeiten. "Zurzeit werden die Angaben der kontrollierten Personen noch überprüft, dazu müssen teilweise auch andere Behörden kontaktiert werden", erläutert Susanne Neuland.
So werde etwa überprüft, ob die Clubdamen nebenbei eventuell noch Sozialleistungen (Hartz IV) beziehen. "Verhaftet wurde aber niemand", betont die Pressesprecherin. Zollbeamte sind bei Straftaten auch zu vorläufigen Festnahmen ermächtigt. Die Überprüfung von Bordells ist für die Finanzkontrolle nichts Ungewöhnliches. "Alle Gewerbe, die anfällig für illegale Beschäftigung sind, werden regelmäßig besucht", so Susanne Neuland. Dazu gehören auch Taxibetriebe, Bauunternehmen und Callcenter, sagt sie. So waren die Zollbeamten zum Beispiel in einer Moerser Mietwagen Funkzentrale, der Steuerhinterziehung vorgeworfen wird, im Einsatz.
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Razzia 🚨
RP 14.01.2011
Dass Paul K. äußerst allergisch auf Aktionen von Polizeibehörden reagiert hat seine Ursache in einem Verfahren das 16 Jahre zurückliegt. Damals wurde er als Hauseigentümer eines Bordellbetriebs an der Kautzstraße in der Moerser Innenstadt wegen Menschenhandels verurteilt – aus seiner Sicht zu Unrecht.
"Seitdem bin ich für Polizeibeamte ein kriminelles Subjekt und werde auch so behandelt", sagte der 59-Jährige gestern vor dem Moerser Amtsgericht.
K. ist auch heute noch Vermieter und Eigentümer eines Hauses an der Kautzstraße, seine Wohnung liegt über dem Club. Entsprechend gereizt habe er reagiert, als er am 27. November 2008 Geräusche vor seiner Wohnungstüre wahrgenommen und — nur mit Leggins, T-Shirt und Strümpfen bekleidet — nachgesehen habe, was sich dort abgespielt habe. Es handelte sich um Polizeibeamte und Beamte der Steuerfahndung, die einen Durchsuchungsbeschluss Bordellbetrieb hatten. Auf seine Frage "Was machen Sie hier?" habe einer der Beamten lediglich mit der Gegenfrage "Wer sind Sie?" geantwortet. Auf seine Aufforderung "Würden Sie bitte dorthin zurück gehen, wo Sie hergekommen sind", habe die Antwort "Ihren Ausweis!" gelautet.
Dieser Dialog sei dann mehrmals hin und her gegangen. Er sei dabei immer lauter geworden und schließlich von einer Polizeibeamtin ohne ein Wort mit einer Hand an die Schulter, mit der anderen Hand an die Kehle gepackt worden. Im Laufe der folgenden Rangelei habe man ihm schließlich vor dem Bauch Handschellen angelegt. Weil er eine solche "Folter" bereits einmal erlebt hatte, habe er sich massiv dagegen gewehrt, dass man ihm die Hände auf dem Rücken fesselte. Später im VW-Bus habe ein Beamter seinen Kopf gegen die Seitenscheibe geknallt.
"Erstunken und erlogen"
In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft werden die Vorgänge an jenem Abend im November 2008 ganz anders dargestellt. Danach sei K. von Anfang an darüber informiert worden, dass sich die Beamten aufgrund eines Durchsuchungsbeschlusses in dem Haus an der Kautzstraße aufhalten würden. K. sei zunehmend aggressiver geworden, habe wild um sich geschlagen und einer Polizeibeamtin ein Handgelenk mehrfach gedehnt und gequetscht. Schließlich sei sein Widerstand mittels eines "Blendschlages" gebrochen worden. Der Angeklagte betonte, dass an der Anklage lediglich Zeit, Ort und sein Name korrekt seien. Alles andere sei "erstunken und erlogen".
Die Beamten von Polizei und Steuerfahndung machten sehr unterschiedliche Aussagen, die alles andere als deckungsgleich waren. Als Zeugin sollte noch die Betreiberin des Bordells gehört werden. Sie liegt jedoch im Krankenhaus, so dass das Verfahren erst Anfang Februar fortgesetzt wird.
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Rangelei bei Razzia im Bordell Gebäude
Dass Paul K. äußerst allergisch auf Aktionen von Polizeibehörden reagiert hat seine Ursache in einem Verfahren das 16 Jahre zurückliegt. Damals wurde er als Hauseigentümer eines Bordellbetriebs an der Kautzstraße in der Moerser Innenstadt wegen Menschenhandels verurteilt – aus seiner Sicht zu Unrecht.
"Seitdem bin ich für Polizeibeamte ein kriminelles Subjekt und werde auch so behandelt", sagte der 59-Jährige gestern vor dem Moerser Amtsgericht.
K. ist auch heute noch Vermieter und Eigentümer eines Hauses an der Kautzstraße, seine Wohnung liegt über dem Club. Entsprechend gereizt habe er reagiert, als er am 27. November 2008 Geräusche vor seiner Wohnungstüre wahrgenommen und — nur mit Leggins, T-Shirt und Strümpfen bekleidet — nachgesehen habe, was sich dort abgespielt habe. Es handelte sich um Polizeibeamte und Beamte der Steuerfahndung, die einen Durchsuchungsbeschluss Bordellbetrieb hatten. Auf seine Frage "Was machen Sie hier?" habe einer der Beamten lediglich mit der Gegenfrage "Wer sind Sie?" geantwortet. Auf seine Aufforderung "Würden Sie bitte dorthin zurück gehen, wo Sie hergekommen sind", habe die Antwort "Ihren Ausweis!" gelautet.
Dieser Dialog sei dann mehrmals hin und her gegangen. Er sei dabei immer lauter geworden und schließlich von einer Polizeibeamtin ohne ein Wort mit einer Hand an die Schulter, mit der anderen Hand an die Kehle gepackt worden. Im Laufe der folgenden Rangelei habe man ihm schließlich vor dem Bauch Handschellen angelegt. Weil er eine solche "Folter" bereits einmal erlebt hatte, habe er sich massiv dagegen gewehrt, dass man ihm die Hände auf dem Rücken fesselte. Später im VW-Bus habe ein Beamter seinen Kopf gegen die Seitenscheibe geknallt.
"Erstunken und erlogen"
In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft werden die Vorgänge an jenem Abend im November 2008 ganz anders dargestellt. Danach sei K. von Anfang an darüber informiert worden, dass sich die Beamten aufgrund eines Durchsuchungsbeschlusses in dem Haus an der Kautzstraße aufhalten würden. K. sei zunehmend aggressiver geworden, habe wild um sich geschlagen und einer Polizeibeamtin ein Handgelenk mehrfach gedehnt und gequetscht. Schließlich sei sein Widerstand mittels eines "Blendschlages" gebrochen worden. Der Angeklagte betonte, dass an der Anklage lediglich Zeit, Ort und sein Name korrekt seien. Alles andere sei "erstunken und erlogen".
Die Beamten von Polizei und Steuerfahndung machten sehr unterschiedliche Aussagen, die alles andere als deckungsgleich waren. Als Zeugin sollte noch die Betreiberin des Bordells gehört werden. Sie liegt jedoch im Krankenhaus, so dass das Verfahren erst Anfang Februar fortgesetzt wird.
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