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Castrop-Rauxel
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Red Light News
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Great Palace --> Penelope

#2

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RN 03.08.2019
Saunaclub Great Palace heißt jetzt " Penelope"

Fünf Jahre hieß der Saunaclub am Westring Great Palace. Jetzt trägt er den Namen Penelope. Bei unserer Recherche stießen wir auf viel Unklares und einen Besitzerwechsel. Vielleicht gab es sogar einen zweiten.

Zu übersehen ist der neue Name nicht. Der Saunaclub am Westring, in dem es bekanntlich nicht nur ums Schwitzen geht, firmiert unter neuem Namen. " Penelope" steht in großen Lettern an dem roten Klinkerbau und ist als markanter Schriftzug auch am Parkplatz gegenüber, auf dem gerade noch ein bisschen mit dem Bagger gebuddelt wird, auf Bändern zu lesen. Statt Great Palace oder ein paar Jahre zuvor Amnesia heißt es jetzt also Penelope. Offenbar nach jener Dame, die sich über viele lange Jahre in unerfüllter Sehnsucht auf die Rückkehr ihres Gatten Odysseus aufrieb, um ihm schlussendlich wieder in die Arme zu sinken. Ob s dieser Akt war oder womöglich eine andere Geschichte hinter dem neuen Namen steckt, das wollten
wir gerne wissen. Aufgeploppt ist Penelope in der Facebook-Gruppe " Du bist Castroper, wenn..." . Da teilte ein User namens " Janinho
Pernambucano" in Vollendung des Satzes mit: " ... wenn du dich um die wesentlichen Dinge in Castrop kümmerst und dir
bekannt ist, dass das Great Palace einen neuen Namen hat." Ob das nun als Ironie durchgehen sollte oder eben nicht, sei mal dahingestellt.

Ein praller Popo von hinten

Die beiden Damen, mit denen unsere Redaktion bei der Recherche sprach, versprachen, die Bitte um Auskunft an den Chef weiterzuleiten. Der riefe dann zurück - oder auch nicht. Mit dem freundlichen Hinweis, für Werbung hätte er seine Leute. Aber war hier jemals von Werbung die Rede? Die Homepage von Penelope jedenfalls verrät auch keine E-Mail-Adresse, sondern präsentiert einen prallen Popo von hinten. " Im Aufbau" steht da nur zur Erklärung.

Ex-Betreiber Heinz Pfau

Einen Takt mehr verrät " stupsi" im Internetforum " Ruhrgebiet-Clubs/Bordellcommunity" . Da steht etwas von einem Besitzerwechsel. Gehört das Bordell also nicht mehr Heinz Pfau, der vor vielen Jahren ein Fitnessstudio in der Altstadt betrieb? Nein, der " Saunaclub Penelope Deluxe" , so firmiert er im Netz, hat offenbar den Besitzer gewechselt. " Hab ich vor zwei Jahren verkauft" , sagt Heinz Pfau gegenüber unserer Redaktion am Telefon. Und: Soviel er wisse, sei der Laden noch mal verkauft worden. Ob es eine Verbindung gibt zu Penelope in Essen? " Vom Hörensagen könnte das sein" , sagt Pfau. Das Bordell Penelope in Altenessen wurde erst kürzlich still gelegt, nachdem es fast 30 Jahre lang in einer Wohnsiedlung betrieben worden war. Freilich ohne dafür jemals die Genehmigung der Stadt Essen bekommen zu haben. Eigentlich sollte das Haus vor den Sommerferien zwangsversteigert werden, das zuständige Gericht zog den angesetzten Termin allerdings zurück. Vermutlich, weil eine Partei ausgezahlt worden ist. Heinz Pfau bringt es auf den Punkt: " Ob das jetzt Amnesia, Great Palace oder Penelope heißt, ist doch völlig egal."
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Razzia Penelope

#3

Beitrag von Red Light News »

ANC 27.04.2024
Großeinsatz in Castrop-Rauxel: Polizei durchsucht Saunaclub
NRW-Innenminister Herbert Reul vor Ort - Über 150 Einsatzkräfte von Polizei, Zoll, Steuerfahndung und Ordnungsamt im Einsatz

Castrop-Rauxel (Kreis Recklinghausen) - Um Punkt 21 Uhr am Freitagabend (26.04.) stürmten Polizisten der Einsatzhundertschaft einen Saunaclub in Castrop-Rauxel. Über 150 Einsatzkräfte von Polizei, Zoll, Steuerfahndung und Ordnungsamt waren an der Aktion beteiligt. Ihr Ziel war es, mögliche illegale Prostitution oder Ausbeutung von Frauen zu überprüfen. Gleichzeitig wurde das „Penelope“ daraufhin untersucht, ob dort illegale Spielautomaten betrieben werden. Der Verdacht liegt nahe, dass die Glücksspielsteuer nicht ordnungsgemäß entrichtet wird. Auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) war persönlich vor Ort, um sich ein Bild von den Durchsuchungen zu machen. Zeitgleich führte die Polizei in Marl weitere Razzien in Shishabars und Clubs durch, um Verstöße gegen gesetzliche Auflagen und unverzollten Shisha-Tabak zu ahnden. Eine Auswertung der Razzia steht noch aus. Bis in die Nacht hinein waren die Einsatzkräfte aktiv.
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Bild 27.04.2024
Groß-Razzia sprengt Sex-Party in Saunaclub

Castrop-Rauxel/Marl (NRW) – Um 21 Uhr fand die Sex-Party im Saunaclub „Penelope“ ein jähes Ende. Über 100 Einsatzkräfte von Polizei, Zoll und Ordnungsamt stürmten das pink beleuchtete Bordell in Castrop-Rauxel. Groß-Razzia im horizontalen Gewerbe!

Kurz nachdem die Beamten alle Räume und Personen gesichert haben, fährt NRW-Innenminister Herbert Reul (71, CDU) vor. Als Vorkämpfer gegen die organisierte Clankriminalität möchte er sich den spektakulären Einsatz aus der Nähe anschauen.

"Hier geht’s darum zu klären: Haben hier alle eine Aufenthaltserlaubnis, ist die Kassenführung sauber, werden Steuern gezahlt, haben die Verantwortlichen eine Genehmigung, so einen Laden führen? Wir haben bei dem Besitzer den Hinweis auf Rocker-Bezüge, auch das überprüfen wir.“

Der Grund für den ungewöhnlichen Zugriff in dem Sex-Club im Ruhrgebiet: Die Ermittler wollen überprüfen, ob dort möglicherweise illegale Prostituierte anschaffen oder Frauen ausgebeutet werden. Außerdem soll im „Penelope“ überprüft werden, ob dort illegale Spielautomaten aufgestellt worden sind. Es geht dabei um den Verdacht, dass die Glücksspiel-Steuer nicht ordentlich abgeführt wird.

Während des Einsatzes verlassen erste frustrierte Kunden den Saunaclub, gehen auf dem überfüllten Parkplatz zu ihren Autos. Einer redet genervt auf die Polizisten ein: „Was soll das denn, das ist ein sauberer Laden, wir haben nichts gemacht und sind jetzt die Doofen.“
Auch mehrere Prostituierte haben früher Feierabend. Die leicht bekleideten Frauen laufen durch den kalten Abend schnell zu ihren Wagen und verschwinden.

Zeitgleich führt die Polizei in Castrop-Rauxel und Marl weitere Razzien in Shishabars und Clubs durch. Wie immer geht es um unverzollten Shisha-Tabak, Verstöße gegen gesetzliche Auflagen und den Verdacht, dass die Einnahmen nicht ordentlich versteuert werden. Deshalb ist auch der Zoll mit Finanzfahndern am Einsatz beteiligt.

Im Saunaclub „Penelope“ dauern die Kontrollen am Abend länger. Ein Ermittler: „Der Club ist wirklich rappelvoll. Die meisten Personen waren nur leicht bekleidet oder hatten sogar nur ein Handtuch um die Hüften gewickelt. Wir müssen jetzt erst mal einzeln abklären, welche Papiere zu welchen Personen gehören.“

Innenminister Herbert Reul zeigte sich vor dem Sex-Club vorerst zufrieden mit dem Einsatz: „Es ist noch zu früh, eine konkrete Bilanz zu ziehen. Auch wenn wir hier nicht viel finden sollten, solche Einsätze sind völlig richtig. Wir gewinnen so Erkenntnisse darüber, wer mit wem Geschäfte macht, wer Beziehungen im Milieu zu wem hat. Und wir müssen jederzeit klarmachen, dass bei uns Recht und Gesetz gelten.“

Insgesamt wurden bei den Kontrollen über 270 Personen und 75 Fahrzeuge überprüft. Ein Auto wurde sichergestellt: Betriebserlaubnis erloschen! Außerdem fünf illegale Glücksspielautomaten, Drogen und Bargeld.

Die Beamten stellten zwei Anzeigen wegen illegalem Glücksspiel, fünf Anzeigen wegen Verkehrsverstößen, eine Anzeige wegen Steuerhehlerei, eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Baurecht und die Schließung des Gebäudes.

Ein Haftbefehl wurde vollstreckt. Außerdem gab drei Verwarngelder und eine Ordnungswidrigkeitsanzeige wegen Verkehrsverstößen, neun Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen illegalem Glücksspiel und vier Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen Gewerbeverstößen.
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RN / RN 26.04.2024
Polizeikolonne und Beschlagnahmungen in Castrop-Rauxel

Gegen 20 Uhr sammelten sich die Einsatzkräfte auf dem Forumsplatz zwischen Stadt- und Europahalle sowie dem Rathaus am Stadtmittelpunkt. Von dort aus schwärmten die Fahrzeuge in diesem von langer Hand geplanten abgestimmten Einsatz aus.

Ein Teil der Kolonne fuhr zum Westring. Dort durchsuchten die behördlichen Mitarbeiter unter dem Schutz der Polizisten den Saunaclub Penelope direkt an der A42-Ausfahrt Bladenhorst. Hier war auch die Presse vertreten hier gaben Zurhausen und Reul Interviews. Hier sprach die Polizeipräsidentin auch erstmals Klartext, dass es an drei weiteren Stellen, wörtlich „Café und Teestuben“ in Castrop-Rauxel, parallel Einsätze gegeben habe.
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RN 29.04.2024
Großrazzia in Castrop-Rauxel - Die Ergebnisse

Bei den Kontrollen wurden nach Angaben der Polizei über 270 Personen und 75 Fahrzeuge überprüft. Während dieser Kontrolle stellten die Einsatzkräfte folgende Verstöße fest:
  • 2 Strafanzeigen wegen illegalem Glücksspiel
  • 5 Sicherstellungen von illegalen Glücksspielautomaten
  • 1 Strafanzeige wegen Betäubungsmitteln
  • 1 Sicherstellung von Betäubungsmitteln
  • 1 Sicherstellung von Bargeld
  • 1 Vollstreckung eines Haftbefehls
  • 3 Verwarngelder im Verkehr
  • 1 Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit im Verkehr
  • 3 Strafanzeigen im Verkehr
Außerdem wurde bei Verkehrskontrollen ein Auto sichergestellt, dessen Betriebserlaubnis erloschen war.

Des Weiteren stellte die Polizei Verstöße durch die Netzwerkpartner fest:
  • 1 Strafanzeige wegen Steuerhehlerei
  • 6 Ordnungswidrigkeit-Anzeigen wegen illegalem Glücksspiel
  • 1 Strafanzeige im Bereich Baurecht und Objektschließung
  • 4 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen wegen Gewerbeverstoß

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RN 26.04.2024
Herbert Reul bei Saunaclub-Razzia in Castrop-Rauxel

Dass der NRW-Innenminister einen Polizeieinsatz live vor Ort verfolgt, ist nicht unbedingt üblich. In Castrop-Rauxel war es am Freitagabend der Fall.

Der NRW-Innenminister Herbert Reul war am Freitagabend (26.4.2024) bei einer Polizei-Razzia Teil des Sicherheitskräfte-Aufgebots. Er kam mit der rie- sigen Polizeikolonne zum Saunaclub Penelope an der A42-Ausfahrt Bladenhorst am Westring, um sich den Zugriff vor Ort anzusehen. Er selbst ging begleitet von Sicherheitspersonal in den Saunaclub herein und kehrte nach einigen Minuten zurück. Dann nahm er sich kurz Zeit, mit der Presse zu sprechen.

Erste Hinweise, es könnte sich um eine Razzia im Zuge der Massenschlägerei-Ermittlungen von 2023 handeln, wies er zurück: „Es handelt sich um eine normale Durchsuchung, wie sie immer wieder in NRW stattfindet. Es geht um Rockerclubs und das Rotlichtmilieu.“

Die Polizeibeamten schauten zusammen mit Kräften des Ordnungsamtes, ob man im Club Menschen antreffe, die irregulären Beschäftigungsverhältnissen nachgingen, ob sie alle eine Aufenthaltserlaubnis vorlegen könnten und nach weiterem: „Wir haben Automaten sichergestellt, auch an anderen Stellen, um unter anderem die saubere Kassenprüfung zu überprüfen“, so Reul im Interview mit unserer Redaktion. Der Einsatz sei ganz richtig vor dem Hintergrund der Dinge, die sich oft in solchen Etablissements ereigneten.

Den großen Aufwand mit so viel Polizeikräften könne man nicht vermeiden: „Das ist immer bei diesen Sicherheitsthemen so. Wenn Sie gegen Kriminelle vorgehen wollen, müssen Sie einen gigantischen Aufwand betreiben“, so Reul weiter. „Polizisten sind entweder massiv auf der Straße im Einsatz oder auch monatelang im Hintergrund mit Ermittlungsarbeit beschäftigt.“

Reul: Nichts Überraschendes gesehen

Im Saunaclub habe er selbst nichts Überraschendes gesehen. „So, wie es in einem solchen Saunaclub eben aussieht“, sagte Reul in unserem Livestream vom Einsatzort in die Kamera. Zusammenhänge zu anderen Ereignissen aus der Vergangenheit in Castrop-Rauxel sehe er aktuell eher nicht. „Das kann man nicht ausschließen in dieser Szene“, so Reul, aber direkte Zusammen- hänge oder akute Hinweise habe es bisher nicht gegeben.

Dass Innenminister Reul selbst so einen Polizeieinsatz begleitet, ist eher un- gewöhnlich. Zwar ließ er sich über die Vorfälle im vergangenen Jahr in Castrop-Rauxel wie den Anti-Terror-Einsatz an der Langen Straße und den Massenschlägerei-Vorfall von der Wartburgstraße laufend unterrichten und kam Ende Juli 2023 auch nach Castrop-Rauxel, um im Nachgang darüber zu diskutieren. Aber zur dunklen Abendstunde bei einem Zugriff live dabei zu sein und sich den Ort des Geschehens selbst anzuschauen, ist nicht unbedingt sein tägliches Arbeitsumfeld.
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RN 26.04.2024
Polizeipräsidentin Zurhausen im Interview

Nach den Razzien in Castrop-Rauxel äußert sich die Polizeipräsidentin des Kreises Recklinghausen: Friederike Zurhausen im interview.

Neben NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) war auch Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen am Freitagabend (26.4.2024) beim Großeinsatz der Ordnungs- und Polizeikräfte in Castrop-Rauxel am Saunaclub Penelope zugegen. Im Interview mit unserer Redaktion erklärte die Chefin des Polizeipräsidiums, das neben den zehn Kommunen des Kreises Recklinghausen auch noch die Stadt Bottrop umfasst, es habe sich um eine Großkontrolle mit den „Netzwerkpartnern“ gehandelt, bei der die Polizei „in der Amts- und Vollzugshilfe“ tätig sei.

Vor allem geht es bei einer solchen Kontrolle um Mitarbeiter von Zoll und Finanzämtern, vom Ordnungsamt und Ausländeramt sowie Leuten des Kreises Recklinghausen, sagte Zurhausen am Abend am größten Einsatzort. „Wir überprüfen verschiedene Bereiche: aufenthaltsrechtliche Genehmigungen der hier arbeitenden Frauen, die Kassen, ob das Glücksspiel legal läuft und solche Dinge“, erklärte sie.

Neben dem Saunaclub habe man noch drei Cafés oder Teestuben in Castrop-Rauxel aufgesucht. „In einem der Objekte sind fünf Automaten sichergestellt worden, die in einem verschlossenen Raum aufgefunden worden waren“, sagte sie gegen 22 Uhr zum aktuellen Stand des parallelen Zugriffs.

Man haben hier an diesem Abend die Kräfte gebündelt, um an verschiedenen Orten diese Maßnahmen umzusetzen. Hintergrund sei laut Zurhausen ein seit 2019 bestehendes „Clan-Lagebild“. Das habe unter anderem die Erkenntnis erbracht, dass in ihrem Bezirk, also dem Kreis RE und Bottrop, Clankriminalität erheblich stattfinde. „Unsere Netzwerkpartner und wir versuchen gebündelt Kontrollen durchzuführen. Wir sind nur in Amts- und Vollzugshilfe hier, nutzen aber die Gelegenheit, Geschäftsmodelle aufzuhellen und aufzuklären“, so die Polizeipräsidentin.

Auch Innenminister Reul hatte sich gegenüber unserer Redaktion in ähnlicher Weise geäußert. Er sprach aber eher von Ermittlungen im Rockermilieu und sagte gegen 21.30 Uhr, es habe am Abend bis dahin am Saunaclub keine Erkenntnisse oder Hinweise auf Verbindungen zum Clan-Milieu gegeben.
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RN 28.04.2024
Als PR-Razzia diskreditiert

CDU kontert SPD-Kritik zu Reuls großem Polizei-Einsatz

Scharfe Kritik übt die SPD im NRW-Landtag an dem Polizei-Einsatz von Herbert Reul in Castrop-Rauxel und Marl. Bundestagsabgeordneter Michael Breilmann (CDU) ist fassungslos.

Keine Stunde nach offiziellem Einsatzbeginn am Saunaclub Penelope am Westring in Castrop-Rauxel meldete sich am Freitagabend die NRW Landtagsfraktion zum laufenden Großeinsatz der Polizei zu Wort. Die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Christina Kampmann, ließ sich wie folgt zitieren: „Während in NRW die Kinder- und Jugendkriminalität steigt, macht Herbert Reul weiter Jagd auf unversteuerten Tabak. Natürlich ist es wichtig, gegenüber den Clans klare Kante zu zeigen. Aber wenn diese Landesregierung nur halb so viel Energie auf unsere Kinder und Jugendlichen legen würde wie auf die Inszenierung ihrer PR-Razzien wäre dem Land noch mehr geholfen.“

Damit kritisiert die Landes-SPD den Großeinsatz, der parallel an vier verschiedenen Orten in Castrop-Rauxel und später auch in Marl durchgeführt wurde. Diese Razzia hat am Freitagabend einen Löwen-Anteil an Polizeikräften, Zoll- und städtischen Mitarbeitern gebunden. Einen konkreten Anlass habe es laut Aussage des NRW-Innenministers aber nicht gegeben. Reul betonte aber, dass es wichtig sei, Präsenz zu zeigen: „Wenn man die Regeln nicht einhält und erwischt wird, gibt es Ärger.“

Der Castrop-Rauxeler Bundestagsabgeordnete Michael Breilmann sieht das erwartbar anders und stärkt der Großrazzia seines CDU-Innenministers den Rücken: „Es bestätigt uns in unserer Einschätzung, dass die von der Landesregierung verfolgte Politik der tausend Nadelstiche richtig ist und es null Toleranz gegen Kriminalität, auch Clankriminalität, geben darf. Dazu ist der Ansatz von groß angelegten Razzien unter Beteiligung mehrerer Behörden
zielführend.“

Dazu hatte Herbert Reul nicht zuletzt beim CDU-Neujahrsempfang in Castrop-Rauxel 2023 vor dem Hintergrund des großen Anti-Terror-Einsatzes an der Langen Straße referiert und sich Beifall von seiner Partei für seine politische Linie eingeholt.

Verheerende SPD-Äußerung

Breilmann findet aber auch klare Worte in Richtung NRW-SPD: „Die Äußerungen der innenpolitischen Sprecherin der SPD zu dem Einsatz sind jedoch verheerend. Es ist unfassbar, dass aus der NRW-SPD der sinnvolle gemeinsame Einsatz von Polizei, Zoll, Kreis, Stadt und Finanzverwaltung in Castrop-
Rauxel als PR-Razzia diskreditiert wird.“

Breilmann bedankt sich bei den knapp 150 Einsatzkräften der Polizei und den weiteren zuständigen Behörden. Das Zeichen von Polizeipräsidentin Frederike Zurhausen und Herbert Reul, bei dem Einsatz vor Ort gewesen zu sein, hält der CDU-Bundestagsabgeordnete für „wichtig und richtig“.
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RN 30.04.2024
Bürgermeister Kravanja zur Kontroll-Razzia: „Hat geholfen, aber muss es nicht jeden Tag haben“

Lohnt sich ein Einsatz so vieler Kräfte von Behörden und Polizei, wenn es kaum zählbare „Erfolge“ gibt? Ja, sagt Bürgermeister Kravanja und ergänzt
ein Aber.

Sie überprüften polizeilich 270 Personen und 70 Fahrzeuge. Behörden stellten fünf Spielautomaten sicher und in einem Fall Drogen. Ein bereits vorliegender Haftbefehl wurde vollstreckt, zwei Strafanzeigen wegen illegalen Glücksspiels wurden geschrieben. Sieht so eine „erfolgreiche“ Razzia in vier Objekten mit Hunderten Sicherheitskräften aus, zu der selbst NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) kommt und sich am Saunaclub Penelope ablichten lässt?

Schon zwischen der Landes-SPD und der Landes-CDU ist darüber eine Debatte entfacht: Noch am selben Abend ließ sich die innenpolitische Sprecherin Christina Kampmann (SPD) kritisch zu dieser „PR-Razzia“ ein. Die CDU verteidigte die große Aktion als Teil ihrer „Politik der tausend Nadelstiche“ gegen kriminelle Machenschaften von Clans, Rockerclubs und auch einzelnen. Reuls Anwesenheit, sagte CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Breilmann, sei „wichtig und richtig“ gewesen.

Jetzt hat sich auch Bürgermeister Rajko Kravanja (SPD) zu dem Thema eingelassen. Er selbst war am Rathaus zugegen, als sich Freitagabend gegen 20 Uhr Hunderte Einsatzkräfte sammelten, empfing Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen und Reul am Europaplatz, ehe sie mit der Polizei zum Saunaclub Penelope aufbrachen. Am Montagabend in einer Facebook-Sprechstunde ließ er sich auch inhaltlich dazu ein.

„Der Einsatz hat für Bilder und Nachfragen gesorgt“, so Rajko Kravanja im Internet-Stream. „Am Ende muss die Polizei dazu etwas sagen. Sie haben sich vier Objekte angeschaut, überall so ein bisschen was gefunden. Ob es am Ende in Richtung Clankriminalität geht, entzieht sich meiner Kenntnis. Zumindest ist die Verquickung zu irgendwelchen Geschehnissen, die mal da waren, nicht zu erkennen. Ich wüsste sie nicht.“

Dennoch sei es wichtig, „immer Präsenz zu zeigen“. Man dürfe nur nicht daraus ableiten, dass in Castrop-Rauxel alles so schlimm sei und die Welt untergehe. „Nein, so ist es nicht“, sagt Rajko Kravanja. „Ich finde, dass man darüber diskutieren darf, ob man die Stunden in der Vorbereitung für so eine Aktion investiert, so viele Kräfte beim Einsatz bindet. Da ist die Frage erlaubt, ob das Ergebnis diesen Einsatz rechtfertigt oder man mit demselben Personal in der Zeit andere Dinge tun und viel mehr herausfinden können.“

Als Bürgermeister urteile er so: „Es hat uns geholfen, da an ein, zwei Stellen mal reinzugucken. Ich muss es aber nicht jeden Tag haben, denn dann entsteht der Eindruck, in Castrop-Rauxel sei der Teufel los. Irgendwann bekommt man einen Stempel.“ Er wolle aber Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen in der Zukunft mal zu einer Facebook-Sprechstunde einladen, kündigte Kravanja an.
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Todesfall

#4

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T-Online 07.07.2025
Mafioso und Erdoğan-Kritiker stirbt in deutschem Bordell

Im Internet drohte Muhammed Yakut mit Enthüllungen zum türkischen Präsidenten. Jetzt ist er bei einem Bordellbesuch gestorben.

Muhammed Yakut, ein aus der Türkei stammender mutmaßlicher Mafiaboss und Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, ist in einem Saunaclub im Ruhrgebiet tot aufgefunden worden. Laut "Bild" war Yakut erst wenige Stunden zuvor aus einem niederländischen Gefängnis entlassen worden.

Nach Angaben der Polizei Recklinghausen läuft derzeit ein Todesermittlungsverfahren. Im Gespräch mit der "Bild" erklärte eine Polizeisprecherin: "Wir können derzeit nur sagen, dass es ein Todesermittlungsverfahren gibt, weil ein 53-Jähriger mit türkischer Nationalität in einem Saunabetrieb in der Nacht zum 1. Juli 2025 verstorben ist."

Toxikologisches Gutachten könnte mehrere Monate dauern

Yakut hatte sich nach seiner Haftentlassung offenbar direkt nach Nordrhein-Westfalen begeben. Dort besuchte er mit einem Begleiter den Saunaclub "Penelope". In der oberen Etage des Clubs sei er plötzlich zusammengebrochen, Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Erste Ermittlungen ergaben laut der Zeitung, dass er Kokain konsumiert haben könnte.

Zur Klärung der Todesursache ordnete die Staatsanwaltschaft Dortmund eine Obduktion an. Ein toxikologisches Gutachten soll klären, ob weitere Substanzen eine Rolle spielten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft deutet der vorläufige Befund auf einen plötzlichen Herztod hin, Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es bislang nicht. Mit Ergebnissen des toxikologischen Gutachtens wird laut "Bild" erst in mehreren Monaten gerechnet.

Verbindungen zu anderen Erdoğan-Kritikern

Yakut war in der türkischen Unterwelt kein Unbekannter. Er galt als enger Vertrauter des ebenfalls flüchtigen Mafia-Bosses Sedat Peker, der durch regierungskritische Videos in der Türkei Aufsehen erregt hatte. Beide hatten Präsident Erdoğan und der Regierungspartei AKP wiederholt Korruption und Verstrickungen in kriminelle Machenschaften vorgeworfen.

Yakut hatte zuletzt in Videos auf YouTube schwere Vorwürfe gegen die türkische Regierung erhoben. Nach "Bild"-Informationen war er wegen Verleumdung und anderer Straftaten mit einem internationalen Haftbefehl gesucht worden. Bereits im Frühjahr soll er sich in den Niederlanden mit dem Mafia-Anführer Cemil Önal getroffen haben, der ebenfalls mit Enthüllungen gedroht hatte.

Gezielte Tötung in den Niederlanden vermutet

Önal hatte der "Welt am Sonntag" mitgeteilt, er verfüge über Beweise für illegale Finanzströme und Kontakte zwischen der türkischen Politik und der organisierten Kriminalität. Er sagte, seine Informationen seien so brisant, dass sie sogar Präsident Erdoğan in Bedrängnis bringen könnten.

Zwei Monate vor Yakuts Tod war Önal in einem Vorort von Den Haag in einem Hotelrestaurant erschossen worden. Dabei soll es sich um eine gezielte Tötung im Rahmen eines Treffens gehandelt haben, bei dem es um rechtlichen Beistand für Yakut ging.
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RN 08.07.2025
Nach Tod des mutmaßlichen Mafia-Bosses in Castrop-Rauxel

Staatsanwältin zum Ermittlungsstand

Die ermittelnde Dortmunder Staatsanwältin hat sich zum Fall des 53-Jährigen, der im Bordell „Penelope“ in Castrop-Rauxel starb, geäußert.

Nach dem Tod eines 53-Jährigen im Castrop-Rauxeler Saunabetrieb „Penelope“ Anfang Juli hat sich nun die zuständige Dortmunder Staatsanwältin Maribel Andersson zum aktuellen Stand der Ermittlungen geäußert. Andersson bestätigt, dass die Obduktion vergangene Woche Donnerstag (3.7.)
durchgeführt wurde. Todesursache: plötzliches Herzversagen. Zwar ordnete Anderson eine toxikologische Untersuchung an, „aber bis die Ergebnisse da sind, dauert es um die vier Monate“, so die Staatsanwältin.

Die Untersuchung soll klären, ob der Mann vor seinem Tod Drogen genommen hatte oder ob sich andere Substanzen in seinem Körper befanden. „Da es derzeit keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt, werden auch keine weiteren Ermittlungsschritte eingeleitet“, erklärt Maribel Andersson.

Unabhängig von der Staatsanwaltschaft wird die Polizei Recklinghausen Zeugen des Vorfalls am 1. Juli vernehmen: „Unsere Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, es werden bald Zeugenbefragungen stattfinden“, sagt Polizeisprecher Andreas Lesch. Dabei handele es sich jedoch um ein Standardverfahren. Sofern keine besonderen Umstände vorliegen, bekommen Zeugen eine gewisse Vorlaufzeit, um sich auf die Befragung vorzubereiten.

Mutmaßlicher Mafia-Boss?

Wie die „Bild“- Zeitung am Montag berichtete, handelt es sich bei dem Toten um den mutmaßlichen Mafia-Boss Muhammed Y. Er soll Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gewesen sein. Laut „Bild“ nahm Muhammed Y. vor seinem Tod möglicherweise Kokain.
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Geldstreit

#5

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RN 15.05.2026
Im Saunaclub Penelope verschwinden 7750 Euro

Lüner und sein Großonkel streiten um das Geld

Streit im Saunaclub „Penelope“: Nach einem gemeinsamen Besuch vermissen zwei Männer 7750 Euro. Die Polizei stellt das Geld sicher – doch wem gehört es?

Darum geht‘s:

Zwei Verwandte streiten nach einem Besuch im Saunaclub um 7750 Euro
Bargeld.

Der Großonkel behauptet, das Geld stamme aus einem Autoverkauf.

Der Großneffe führt es auf eine Versicherungsauszahlung für Renovierungen zurück.

Zwei Männer verabreden sich unter der Woche nachmittags für einen Saunabesuch – nicht in irgendeiner Sauna, sondern im Saunaclub „Penelope“ am Westring in Castrop-Rauxel. Die beiden sind miteinander verwandt – Großonkel und -neffe. Wie entspannend das Schwitzen selbst war: unklar. Im Verlauf des Abends aber ist es mit der Entspannung definitiv vorbei. Es gibt Stress. Der verlagert sich jetzt in den Gerichtssaal.

Einhellig erklären dort beide, dass der Großonkel beide Eintrittsgelder zu je 35 Euro gezahlt hat. Einem der beiden Männer fehlen am Ende des Abends aber 7750 Euro. Genau genommen ist das Geld nicht weg: Die Polizei hat es beschlagnahmt. Es ruht derzeit auf einem Treuhandkonto. Strittig ist, wem es gehört oder zusteht.

Beide Männer reklamieren den Betrag für sich. Rückblickend finden sie, dass es vielleicht schlau gewesen wäre, das Bargeld nicht mit in den Saunaclub zu nehmen. Sie hätten es auch sicher in einem persönlichen Schließfach für Wertsachen deponieren können. Immerhin erhält dafür jeder Gast des Clubs beim Zahlen des Eintritts einen Schlüssel – wie für den Spint für die Kleidung.

Geld in Designer-Umhängetasche

Der Großneffe erklärt, sein Schließfach habe geklemmt. Darum deponiert er das Geld in seiner Designer-Umhängetasche und hängt sie an einen Haken vor der Saunakabine. Später ist das Geld weg.

Der Lüner benachrichtigt daraufhin den Hausmeister des Saunaclubs, mit dem er befreundet ist. Der Großonkel läuft derweil im Bademantel zum Parkplatz, um nach einem dritten Saunagast zu sehen. Mit ihm haben beide zuvor in der Kabine geschwitzt. Der Mann gibt vor, ihn an den Bademänteln vor der Kabinentür gesehen zu haben.

Das eilige Entfernen kommt dem Großneffen und dem Hausmeister des Penelope verdächtig vor: Sie folgen dem Großonkel zum Parkplatz und stellen ihn. Diffuse Schilderungen lassen auf ein ziemliches Tohuwabohu schließen. Schließlich kommt die Polizei. In der Hose des Großonkels befinden sich 7750 Euro. „In der Hosentasche“, sagt der 32-Jährige selbst. „Wenn jemand nichts zu verbergen hat, trägt er es nicht im Schambereich, Entschuldigung, genauer gesagt am Sack“, ur‐teilt hingegen der Neffe in seiner Zeugenaussage vor Gericht.

Der Onkel muss sich also wegen Diebstahls vor dem Amtsgericht Castrop-Rauxel verantworten. Er bestreitet die Tat aber. Es handle sich um sein Geld.

Woher der Bürgergeld-Empfänger fast 8000 Euro habe, möchte der Richter wissen. Aus dem Verkauf eines Autos, erklärt der Angeklagte. Am Tag des Saunabesuchs habe er einen VW-Golf für mehr als 8000 Euro verkauft. Danach sei er mit seiner Frau und den vier Kindern einkaufen und in einem türkischen Restaurant essen gewesen.

Die Ehefrau bestätigt das in der Verhandlung am Montag (11. Mai 2026). Das Auto sei ein Geschenk ihres Mannes an sie, auf das er gespart habe. Der Golf habe aber Probleme gemacht und sei für sie zu klein, schildert die Zeugin. Deswegen der Verkauf, über den der Angeklagte vor Gericht einen Kaufvertrag vorlegt.

Das Geld habe der Käufer ihrem Mann gegeben, berichtet die Frau. Er habe das Bündel Scheine in die Tasche gesteckt. Für 350 bis 400 Euro hätten sie nach dem Autoverkauf bei Lidl einen Großeinkauf gemacht –„nur Lebensmittel“, sagt sie auf Nachfrage des Richters.

Geld für Badrenovierung

Während des Einkaufs habe der Großneffe angerufen. Bei diesem Telefonat hätten sie sich verabredet. Nachts habe ihr Mann dann erzählt, dass der Großneffe das Geld nehmen wollte und er von ihm und dem Hausmeister „umzingelt“ worden sei.

Die Herkunft des Geldes erklärt der Großneffe anders: Wie er und sein Vater als Zeugen schildern, habe die Familie nach einem Wasserschaden in der Wohnung in Lünen das Bad renoviert. Da die Mutter des jungen Mannes am folgenden Tag ins Krankenhaus musste, habe der Vater ihn gebeten, die Handwerker in die Wohnung zu lassen und zu bezahlen.

Dafür habe der Vater ihm 8000 Euro aus der Zahlung der Versicherung gegeben. Von dem Geld habe er vor dem Saunabesuch in einem Baumarkt in Datteln Baumaterial gekauft. Als Beweis legt er dem Gericht einen Kassenzettel des Bau‐
marktes vom Tattag vor – exakt über die Summe, die von den 8000 Euro fehlen.

Das Geld habe er mit in den Saunaclub genommen, weil der Besuch dort überraschend erfolgt sei. Er habe zugesagt, weil sein Großonkel ihm noch 100 Euro geschuldet habe. Mit dem Zahlen des Eintritts seien die Schulden beglichen, erklärt er.

Viele Fragen bleiben bei der Gerichtsverhandlung offen. Unvollständige oder von den Aussagen abweichende Angaben im Polizeiprotokoll etwa. Oder warum der Autokäufer mehr als 8000 Euro für einen sieben Jahre alten, defekten VW Golf mit 200.000 Kilometern Laufleistung bezahlt hat.

Antworten darauf soll es beim zweiten Verhandlungstermin am 1. Juni geben. Die Polizeibeamten und der Autokäufer werden dann als Zeugen vorgeladen.

Vermeintlich geklärt wird in der fast zweistündigen Verhandlung ausdrücklich auch der Anlass für den Besuch im Club Penelope: Sie seien nur zum Saunieren dort gewesen, heißt es von beiden unabhängig voneinander. „Ich war an dem Abend erst zum zweiten Mal da“, erklärt der Großonkel. „Dass das ein Bordell ist, habe ich erst an diesem Abend bemerkt.“
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RN 08.06.2026
Großonkel zu Bewährungsstrafe verurteilt

Wem gehörten die 7750 Euro? Nach dem bizarren Streit im Saunaclub Penelope ist das Urteil gefallen: sechs Monate Haft auf Bewährung. Fortsetzung am Landgericht.

Darum geht‘s:

Nach dem Besuch eines Saunaclubs streiten Großonkel und -neffe um 7750
Euro.

Der angeklagte Großonkel erhielt sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung
wegen Diebstahls.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. In einem Berufungsverfahren vor dem Landgericht wird es geprüft.

Sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung für den 32-jährigen Angeklagten: Das ist das Urteil im Prozess um 7750 Euro, über deren rechtmäßigen Besitz zwei Verwandte nach einem gemeinsamen Besuch im Castrop-Rauxeler Saunaclub „Penelope“ stritten.

Sowohl der angeklagte Großonkel als auch sein Großneffe hatten Anspruch auf das von der Polizei am Tag des Clubbesuchs sichergestellte Bargeld erhoben. Wie schon beim ersten Verhandlungstermin im Mai bestritt der nun verurteilte Großonkel erneut, seinem Neffen das Geld während des Clubbesuches gestoheln zu haben.

Beide Männer hatten sich am 5. Februar 2026 zu einem gemeinsamen Besuch des Etablissements am Castrop-Rauxeler Westring verabredet. Am Ende des Abends trug der Großonkel 7750 Euro bei sich. Sein Großneffe erklärte, das Geld gehöre ihm. Die Polizei wurde gerufen. Die Beamten stellten das Geld sicher und zahlten es auf ein Gerichtskonto ein.

Großonkel bestreitet Diebstahl

Der angeklagte Onkel erklärte sowohl am Tatabend als auch vor Gericht, das Geld stamme aus dem Verkauf eines VW Golf. Seine Ehefrau bestätigte diese Darstellung. Sie sagte aus, ihr Mann habe das Bargeld am Tag des Saunabesuchs vom Käufer erhalten.

Der Großneffe schilderte hingegen, die 7750 Euro seien Teil einer Versicherungszahlung für die Sanierung eines Wasserschadens in der Familienwohnung. Sein Vater habe ihm 8000 Euro zur Bezahlung von Handwerkern übergeben. Vor dem Clubbesuch habe er Baumaterial gekauft.

Als Beleg legte der Großneffe den Kassenbon eines Baumarkts vor – über die Differenz zu den ursprünglich 8000 Euro. Sein Vater und der Hausmeister des Saunaclubs bestätigten seine Schilderungen.

Am ersten Verhandlungstag konnte die Herkunft des Geldes nicht zweifelsfrei geklärt werden. Zudem warf das Einsatzprotokoll der Polizei Fragen auf – etwa nach der Überprüfung von Videoaufnahmen und dem genauen Aufenthaltsort auf dem Clubgelände. Zum Folgetermin am Montag (1.6.) hatte der Amtsrichter darum Polizeibeamte und den Käufer des VW Golf als Zeugen vorgeladen.

Gänzlich neue Erkenntnisse lieferte deren Befragung nicht. Zwei Polizeibeamte, eine Polizistin in Ausbildung und der Autokäufer bestätigten letztlich die bekannten Versionen des beschuldigten Großonkels und seines Großneffen.

Entscheidend für die Urteilsfindung war damit die kniffelige Bewertung der Indizien, der wenigen Beweismittel und der widersprüchlichen Aussagen. Staatsanwältin und Richter bezweifelten die Darstellung des Großonkels und sahen dessen Schuld als erwiesen an.

Der Autokäufer hatte in seiner Befragung erklärt, dem Beschuldigten am Tag des Clubbesuchs 8550 Euro für den VW Golf gezahlt zu haben. Staatsanwältin und Richter zweifelten an, dass der Angeklagte, seine Frau und ihre vier Kinder den Differenzbetrag zu den strittigen 7750 Euro bei einem Einkauf im Discounter und für ein Essen in einem türkischen Restaurant ausgegeben haben.

Richter verhängt Freiheitsstrafe

Während die Staatsanwältin für eine Geldstrafe von 1300 Euro plädierte, ging der Amtsrichter darüber hinaus. Er verhängte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird.

In der Urteilsbegründung verwies der Richter ferner darauf, der Großonkel habe – anders als sein Neffe – keine detaillierte Aussage zur Stückelung des Geldes machen können.

In die Strafbemessung bezog der Richter zudem den Leumund des Angeklagten ein. Er hat bereits einen Eintrag im Bundeszentralregister wegen Betruges. Auch habe sich der Angeklagte nicht geständig gezeigt. Angesichts der finanziellen Situation des Bürgergeldempfängers und Familienvaters sei die Freiheitsstrafe zur Bewährung angemessener als eine Geldstrafe.

Rechtskräftig ist das Urteil nicht. Der Strafverteidiger des 32-Jährigen kündigte nach der Urteilsverkündung ein Berufungsverfahren vor dem Landgericht Dortmund an. Der Anwalt sieht die Schuld seines Mandanten keinesfalls als bewiesen an. Angesichts der Beweislage habe es eigentlich heißen müssen: ‚Im Zweifel für den Angeklagten‘, sagt Rechtsanwalt Heinrich Hendricks im Gespräch mit unserer Redaktion am Tag nach dem Urteil.

Sein Mandant habe sowohl gegenüber dem Hausmeister des Saunaclubs Penelope als auch gegenüber der Polizei am Tatabend verlangt, dass Aufnahmen von Überwachungskameras des Clubs eingesehen werden. „Das verlangt doch keiner, der gerade was geklaut hat“, betont der Jurist.

Zudem hätten die Polizeibeamten die Videoaufnahmen sichten müssen – auch wenn der Hausmeister mit dem Datenschutz der Saunaclub-Gäste argumentiert hätte.

Videoaufnahmen

Hendricks hatte am zweiten Verhandlungstag als weiteres Beweismittel Bildmaterial vorgelegt, das Richter und Staatsanwältin ansahen. Die Aufnahmen zeigen Videokameras an den für den mutmaßlichen Diebstahl relevanten Bereichen des Clubs. Mit der Sicherung der Beweismittel hätte sich nachweisen lassen, ob sein Mandant den Diebstahl begangen hatte, argumentiert Heinrich Hendricks.

Hausmeister und Großneffe seien zudem befreundet. Das hätten beide den Polizisten am Tatabend verschwiegen. Die Zeugen könnten sich auch verabredet haben, erklärte der Strafverteidiger in einem Plädoyer. Ungereimtheiten seien allein seinem Mandanten zur Last gelegt worden, nicht aber den Zeugen, erklärt er im Gespräch am Tag nach der Verhandlung.

Wer von den beiden Männern auch immer den hohen Geldbetrag mit in den Saunaclub nahm, habe „völlig unvernünftig“ gehandelt. „Das muss ich natürlich beidseitig werten“, sagt Hendricks. „Wer nimmt in ein derartiges Etablissement Geld in dieser Größenordnung mit?“

Vor dem Landgericht Dortmund wird der Fall in einigen Monaten nun neu verhandelt. Heinrich Hendricks will weitere Beweismittel vorlegen und Zeugen befragen lassen. Der Strafverteidiger ist zuversichtlich. „Mal sehen, was das Landgericht sagt.
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